Céline Rudolph

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Céline Rudolph 2015 beim Jarasum Jazz Festival.[1]

Céline Rudolph (* 1969 in Berlin) ist eine deutsche Jazz-Sängerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rudolph wurde 1969 in Berlin als Tochter einer französischen Mutter und eines deutschen Vaters geboren. Sie studierte zunächst Rhetorik und Philosophie, dann von 1991 bis 1997 Jazzgesang und Kompositionslehre an der Hochschule der Künste Berlin bei David Friedman, Jerry Granelli, Kirk Nurock sowie Catherine Gayer (klassischer Gesang).

1990 gründete sie zusammen mit dem Pianisten Volker Kottenhahn, dem Bassisten Dirk Strakhof und dem Schlagzeuger Johannes Bockholt ihre erste Band Out of Print, mit der sie zwei Alben einspielte und Tourneen durch den Balkan und Afrika unternahm. In der Folge arbeitete sie mit Musikern wie Bob Moses, Anthony Cox, Marc Ducret und Gary Peacock. 1995 studierte sie bei dem afrikanischen Perkussionisten Famoudou Konaté.

Ende der 1990er Jahre übersiedelte sie nach Köln, wo sie im Duo mit Christian Thomé auftrat. Mit der Gruppe Fábula gewann sie 2001 den Preis JazzArt – Musik des 21. Jahrhunderts und im gleichen Jahr mit der Gruppe Mosaïq den Wettbewerb der Szene Nordrhein-Westfalen bei den Leverkusener Jazztagen. Daneben arbeitete sie mit Lauren Newton, Gabriele Hasler, Bobby McFerrin, Lee Konitz, David Friedman und dem United Women’s Orchestra. Sie wirkte auch in Crossover-Projekten mit wie der Bearbeitung von Arnold Schönbergs Pierrot Lunaire durch Peter Fulda, der Rundfunkproduktion Barock meets Jazz mit Gérard Lesne und der Einspielung von Moritz Eggerts Komposition Wide Unclasp.

Seit 2003 ist sie Professorin für Jazz-, Rock- und Pop-Gesang an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden. 2004 wurden ihre Kompositionen bei der Kölner Triennale vom Cologne Contemporary Jazz Orchestra aufgeführt.

2006 arbeitete sie mit dem Trompeter Dusko Goykovich auf dessen CD „Samba Tzigane“, mit André Nendza’s A-Tronic und bereitete ein neues Projekt vor, zu dem das Goethe Institut Lissabon sie als musikalische Leiterin einlädt: „Lisboa-Maputo-Berlin“.[2] Céline Rudolph tauchte dazu als „Goethe artist in residence“ in die in Lissabon ansässige portugiesischsprachige afrikanische Musikszene ein, um im Quintett mit Ruben Alves, João Gomes, Gogui und Chico Fernandes und weiteren Gastmusikern an einem Soundmix der verschiedenen Kulturen zu arbeiten. Das Projekt feierte im „Centro Cultural de Belem“ in Lissabon, in Maputo und 2008 im Theater Hebbel am Ufer in Berlin Premiere (Gäste: Julia Hülsmann, Aly Keita, Stewart Sukuma, Rüdiger Krause).[3] Der TV-Dokumentarfilm „Lisboa-Maputo-Berlin“ premierte am 3. Juli 2009 in Lissabon.[4]

2006 schloss Céline Rudolph gemeinsam mit dem Produzenten Rodolfo Stroeter ihr Album „Brazaventure“ ab. An den Aufnahmen in São Paulo waren unter anderem Marcos Suzano, Toninho Ferragutti, Paulo Bellinati, Mônica Salmaso und Sérgio Santos beteiligt. Die Premiere wurde in São Paulos „SESC Pompéia“ mit der Band „Pau Brasil“ gefeiert.[5] Das Album wurde 2007 bei Enja in Europa und Asien veröffentlicht.

2007 und 2008 entstanden die Aufnahmen zu ihrem Album „Metamorflores“ mit Naná Vasconcelos, Rodolfo Stroeter, Ricardo Mosca, Toninho Ferragutti, Diego Figueiredo, Marlui Miranda, Paulo Bellinati, Rüdiger Krause, Till Brönner und dem São Paulo Streichorchester welches 2009 erschien.

2008 textete und sang Céline Rudolph den Chanson Soumise à la tentation zu Till Brönners Soundtrack zum Kinofilm „Zwischen heute und morgen“ von Fred Breinersdorfer.

2011 nahm Céline Rudolph ihr Album „Salvador“, mit Texten von Henri Salvador, in deutscher und französischer Fassung auf.[6] Die Veröffentlichung erfolgte bei Universal. Das Album stieg auf Platz 5 in die Jazz-Charts[7] ein und wird von der Presse positiv rezensiert: „Sie kombiniert brasilianische Grooves mit deutschen Texten - und das Experiment funktioniert“[8].

2012 wirkte Céline Rudolph bei den Aufnahmen zu Wolfgang Haffner's „Heart Of The Matter“ mit.[9]

Im selben Jahr übertrug Rudolph den Titel „Va“ von Charles Aznavour ins Deutsche („Geh“).

2013 begann die Zusammenarbeit mit den New Yorker Musikern Jamire Williams, Lionel Loueke, Burniss Travis, Leo Genovese, John Ellis und dem Songwriter Josh Mease. Die Studioaufnahmen sind bisher unveröffentlicht.

Ab 2015 begann die Zusammenarbeit Lionel Loueke als Duo. Nach internationalen Konzerten folgten gemeinsame Studioaufnahmen. Das daraus resultierende Album „Obsession“ wurde aufgenommen und am 27. Oktober 2017 auf Rudolphs eigenen Label Obsessions veröffentlicht.[10] 

Im Sommer 2016 folgten Studioaufnahmen zu Rudolph's Übertragung des Titels „Agua de Beber“ („Alles Wasser“) von Antonio Carlos Jobim in São Paulo.

Seit 2016 ist Rudolph auch als Solo-Künstlerin unterwegs.

Am 27. Oktober 2017 veröffentlichten Céline Rudolph & Lionel Loueke das Duoalbum „Obsession“.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 wurde Céline Rudolph für ihre in Brasilien produzierte CD „Metamorflores“ mit dem ECHO Jazz als „Beste Sängerin National 2010“ ausgezeichnet.[11]

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Soloalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitwirkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jarasum Jazz: Céline Rudolph & Lionel Loueke - Jarasum Jazz Festival 2015. 23. Mai 2016, abgerufen am 1. November 2017.
  2. Saudade aus Berlin-Mitte - Celine Rudolph. Abgerufen am 1. November 2017 (deutsch).
  3. wemove digital solutions: HEBBEL AM UFER. Abgerufen am 1. November 2017.
  4. Crew United - Das Netzwerk der Film- und Fernsehbranche. Abgerufen am 1. November 2017.
  5. coquelicotales: Céline Rudolph Here comes the sun. 25. Januar 2008, abgerufen am 1. November 2017.
  6. Schaurig schöner Deutsch-Fado! In: laut.de. (laut.de [abgerufen am 1. November 2017]).
  7. CéLINE RUDOLPH | Céline Rudolph startet Deutschland-Tournee | News. In: www.jazzecho.de. (jazzecho.de [abgerufen am 9. November 2017]).
  8. Christoph Dallach: Bossa Nova auf Deutsch: Kantige Worte, samtig umhüllt. In: Spiegel Online. 12. August 2011 (spiegel.de [abgerufen am 9. November 2017]).
  9. ACT Music - In the spirit of jazz: Produktinformation - Heart Of The Matter - CD - Heart Of The Matter - Wolfgang Haffner - Künstler - ACT Music - In the spirit of jazz. Abgerufen am 9. November 2017.
  10. Céline Rudolph – Obsessions Music. Abgerufen am 9. November 2017 (amerikanisches Englisch).
  11. Bundesverband Musikindustrie: Till Brönner moderiert den ECHO Jazz. (echojazz.de [abgerufen am 1. November 2017]).