César Vallejo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

César Abraham Vallejo Mendoza (* 16. März 1892 in Santiago de Chuco, Peru; † 15. April 1938 in Paris, Frankreich) war ein peruanischer Dichter, Schriftsteller und Journalist und ein wichtiger Vertreter der spanischsprachigen Avantgarde.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

César Vallejo in Paris

César Vallejo wurde als jüngstes von elf Geschwistern einer Mestizenfamilie in Santiago de Chuco, einem Dorf in den peruanischen Anden geboren. Er begann mit 13 Jahren die ersten Gedichte zu schreiben, studierte dann Literatur an der Universidad de la Libertad in Trujillo und verdiente sich nebenher seinen Lebensunterhalt als Hauslehrer und Kassierer auf einer Zuckerfarm. Hier lernte er die Ausbeutung der Landarbeiter kennen, was ihn in seiner späteren literarischen und politischen Arbeit stark beeinflussen sollte. 1915 erlangte er einen Lizenziats-Abschluss in spanischer Literatur mit einer Arbeit über die spanische Romantik.

Nach dem Studium lebte Vallejo in Lima, wo er wichtige Vertreter der intellektuellen Linken kennenlernte. Er gab Nachhilfestunden und erhielt schließlich eine Anstellung als Lehrer. Er verlor diese Anstellung, nachdem er sich geweigert hatte, seine schwangere Geliebte zu heiraten; diese starb nach einer von ihm initiierten Abtreibung. In dieser Zeit, um 1918, schrieb er sein Erstlingswerk, den 72 Gedichte enthaltenden Band Los heraldos negros. 1921 geriet er bei einem Besuch seines Heimatortes in einen bewaffneten Aufstand, wurde zu Unrecht für einen der Täter gehalten, und verbrachte vier Monate im Gefängnis.[1] Diesen Gefängnisaufenthalt verarbeitete er auch in seinen Erzählungen Escalas Melografiadas von 1923.

Universidad César Vallejo in Lima (Peru)

Nach der Veröffentlichung von Trilce 1922 verlor César Vallejo eine weitere Lehrerstelle und emigrierte im Sommer 1923 nach Europa. Hier ließ er sich in Paris nieder. Das Verfahren gegen ihn wurde in Peru keineswegs eingestellt, was ihn jahrelang an einer Heimkehr hinderte. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Journalist. Er schrieb insgesamt etwas mehr als 300 Artikel für die peruanischen Zeitungen El Norte, Mundial, Variedades und El Comercio. Um die ausstehende Bezahlung seiner Arbeit musste er sich häufig lange bemühen. Von 1925 bis 1927 erhielt er ein bescheidenes Stipendium der Spanischen Republik für ein in Peru begonnenes Rechtsstudium, das er jedoch nie beendete. Einen weiteren Nebenverdienst bildeten Übersetzungen, etwa von Henri Barbusse und Marcel Aymé.[2]

In der Folgezeit nahmen kommunistische Einflüsse auf sein Werk zu. Im Herbst 1928 und im Herbst 1929, sowie nochmal im Oktober 1931 reiste er zudem in die Sowjetunion, um den Sozialismus in diesem Land kennenzulernen. Weil er danach aus Frankreich ausgewiesen wurde, ging er nach Spanien. Er wurde 1931 Mitglied im Kongreß Antifaschistischer Autoren und gründete 1937 zusammen mit Pablo Neruda in Paris das Lateinamerika-Komitee zur Unterstützung der spanischen Republik. Nach seinem Tod 1938 wurde er auf dem Friedhof Montparnasse in Paris beerdigt.

In Lima trägt heute eine private Universität seinen Namen.

Arbeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl während seiner Lebenszeit nur drei seiner Bücher veröffentlicht wurden, gilt César Vallejo dennoch als einer der großen poetischen Neuerer der spanischen Sprache des 20. Jahrhunderts. Immer einen Schritt den literarischen Strömungen der Zeit voraus, war jedes seiner Bücher stilistisch vom anderen verschieden und in eigenem Sinne revolutionär.

  • Los heraldos negros (1919), „Die schwarzen Boten“; dt. von Curt Meyer-Clason, Aachen, 2000. ISBN 3-89086-794-4
  • Trilce (1922); dt. von Curt Meyer-Clason, Aachen, 1998. ISBN 3-89086-865-7
  • España, aparta de mí este cáliz (1937), „Spanien, nimm diesen Kelch von mir“; dt. von Curt Meyer-Clason, Aachen, 1998. ISBN 3-89086-863-0
  • Poemas humanos (1939), „Menschliche Gedichte“; dt. von Curt Meyer-Clason, Aachen, 1998. ISBN 3-89086-864-9
  • Complete Poetry: A Bilingual Edition, University of California Press (Taschenbuch), 2009, ISBN 0-520-26173-9

Theaterstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vallejo schrieb fünf Theaterstücke, von denen zu seinen Lebzeiten aber keines aufgeführt oder veröffentlicht wurde.

  • Mampar (Manuskript wahrscheinlich vom Autor zerstört)
  • Lock-Out (1930), in französischer Sprache
  • Entre las dos orillas corre el río (30er Jahre)
  • Colacho hermanos o Presidentes de América (1934), Satire
  • La piedra cansada (1937)

Ausgabe: Teatro completo, Lima, Fondo Editorial Pontificia Universidad Católica del Perú, 1979

Roman[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • El Tungsteno (1931)

Prosa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Novelas y cuentos completos. Lima, Francisco Moncloa Editores, 1967

Essays und Reportagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rusia en 1931 (Russland 1931), Madrid 1931.
  • Autopsy on surrealism, Willimantic, CT : Curbstone Press, 1982
  • Ensayos y reportajes completos, Lima: Pontificia Univ. Católica del Perú: 2002: CIX, 638 S. : Ill.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: César Vallejo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Americo Ferrari: About the Author, Book, and Translators; in César Vallejo, Clayton Eshleman, Julio Ortega: Trilce, Wesleyan University Press, 1992, S. VII
  2. Peter Kultzen (Hrsg.): César Vallejo – Reden wir Spanisch, man hört uns zu; Berichte aus Europa 1923–1930. Berenberg Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-946334-43-9, S. 7–10.