Cínovec

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Cínovec
Cínovec führt kein Wappen
Cínovec (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Teplice
Gemeinde: Dubí
Fläche: 1115,8748[1] ha
Geographische Lage: 50° 44′ N, 13° 46′ OKoordinaten: 50° 43′ 56″ N, 13° 45′ 57″ O
Höhe: 835 m n.m.
Einwohner: 123 (2011[2])
Postleitzahl: 417 32
Blick nach Vorderzinnwald
Ortstypisches Gebirgshaus
Kirche Mariä Himmelfahrt

Cínovec (tschechisch früher Cinvald, deutsch Böhmisch Zinnwald) ist ein Ortsteil der Stadt Dubí in Tschechien. Besiedelt ist heute nur noch Zadní Cínovec (Hinterzinnwald), das fünf Kilometer östlich gelegene und ebenfalls zum Kataster gehörende Přední Cínovec (Vorderzinnwald) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg devastiert und abgerissen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cinovec ist ein Dorf im Norden der Tschechischen Republik im Erzgebirge. Es liegt in etwa 810–880 m ü. M. und grenzt an Fürstenau, Fojtovice und Zinnwald. Cinovec liegt an der Fernstraße zwischen Teplice und Dresden Silnice I/8.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Kirche Maria Himmelfahrt, Cinovec

Die Gemeinde entstand aus der Zusammenlegung mehrerer bergmännischer Siedlungen, wobei unmittelbar auf deutscher Seite der Ortsteil Zinnwald-Georgenfeld liegt. Böhmisch Zinnwald besteht aus den ehemaligen Gemeinden Vorderzinnwald und Hinterzinnwald. Vorderzinnwald wurde nach 1945 aufgelöst und dem Erdboden gleichgemacht. Vorderzinnwald ist der älteste Teil von Zinnwald, seine erste bergmännische Besiedlung fällt in das 13. Jahrhundert.

Der genaue Zeitpunkt der Gründung von „Cynwald“ ist unbekannt. In einer Chronik der Meissner Markgrafen soll als Gründungsjahr 1134 genannt sein. Auf der Suche nach weiteren Zinnvorkommen drangen Bergleute von Graupen über Siebengiebel, Raubschloß und Totes Kind in den Zinnwälder Raum vor. Das gesamte Gelände nordwestlich der Stadt Graupen bis Moldava hieß ursprünglich der „Zinnwald“. 1432 soll nach unbestätigten Meldungen eine Köhlerhütte in Vorderzinnwald existiert haben. Seine erste urkundliche Erwähnung fand Zinnwald 1378. Der Ort ist ein typisches Beispiel einer Streusiedlung. Am Tag von Eger, dem 25. April 1459, wurde der Grenzverlauf neu geregelt und Zinnwald wurde meißnisch und somit sächsisch. Der dabei beschlossene Grenzverlauf ist einer der ältesten heute noch gültigen in Mitteleuropa. Seit dieser Zeit gehört Zinnwald zur Herrschaft Lauenstein, der Familie von Bünau.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die überwiegend deutschböhmische Bevölkerung vertrieben wodurch die Einwohnerzahl stark dezimiert wurde.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[2]
1869 1265
1880 1274
1890 1160
1900 1188
1910 1337
Jahr Einwohnerzahl
1921 1479
1930 1310
1950 549
1961 337
1970 247
Jahr Einwohnerzahl
1980 153
1991 84
2001 69
2011 123

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eduard Joseph Machaczek (* 31. Dezember 1815 in Böhmisch Zinnwald; † 29. März 1893 in Dresden), römisch-katholischer Theologe und Sachbuchautor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Ambrosius Reuß: Zinnbergbau zu Zinnwald. In: Mineralogische und bergmännische Bemerkungen über Böhmen. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1801, S. 750–804 (Digitalisat).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cínovec – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katasterfläche Cínovec Územně identifikační registr ČR, abgerufen am 17. April 2014
  2. a b Historický lexikon obcí České republiky - 1869-2015. Český statistický úřad, 18. Dezember 2015, abgerufen am 24. Januar 2016 (tschechisch).