Boca Juniors

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Dieser Artikel behandelt den argentinischen Verein; zu anderen gleichnamigen Vereinen siehe Boca Juniors (Begriffsklärung).
Boca Juniors
Boca Juniors 2012.svg
Name Club Atlético Boca Juniors
Gegründet 3. April 1905
Vereinssitz Buenos Aires-La Boca, Argentinien
Mitglieder ca. 143.000[1]
Vorsitzender Daniel Angelici
Homepage Website

Der Club Atlético Boca Juniors (kurz CABJ), bekannt als Boca Juniors, ist ein argentinischer Sportverein aus dem Stadtteil La Boca in Buenos Aires.

Bekannt ist er vor allem für seine Fußballabteilung. Die erste Mannschaft zählt zu den erfolgreichsten Fußballmannschaften Argentiniens und spielt seit der Gründung des modernen argentinischen Ligensystems in der Primera División. Heimspiele werden im Estádio Alberto J. Armando oder im Volksmund La Bombonera ausgetragen. Bocas größter Rivale ist River Plate. Die Spiele zwischen den beiden Vereinen werden Superclásicos genannt und versetzen das ganze Land in den Ausnahmezustand.

Professionell werden im Verein neben Fußball auch Basketball und Volleyball betrieben. Daneben gibt es Abteilungen in zahlreichen Amateursportarten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereinsfarben sollen aufgrund eines gerade im Hafen liegenden schwedischen Schiffes gewählt worden sein.
Fan-Graffiti der Mannschaft im Stadtteil La Boca

Der Klub wurde am 3. April 1905 von vorwiegend italienischen Einwanderern aus Genua im Hafenort La Boca, einem Armenviertel in Buenos Aires, zunächst als reiner Fußballverein gegründet. Bedeutende Unterstützung erhielten sie dabei von dem Iren Patrick MacCarthey. Der erste Teil des Klubnamens ist gleichzeitig der Name des Stadtteils La Boca, wo auch heute noch das Estadio Alberto Jacinto Armando, genannt „La Bombonera“ (Deutsch: „Die Pralinenschachtel“) steht. Der zweite Teil (Juniors) wurde gewählt, um dem Klub einen englischen Einschlag zu geben.

Im Jahre 1907 wurden die Klubfarben Blau und Gelb festgelegt. Zuvor soll es zwischen Boca und dem Stadtrivalen River Plate zu einem Entscheidungsspiel um die Farben Rot und Weiß gekommen sein, da beide diese Farben für sich beanspruchten. Boca verlor das Spiel und soll danach die heutigen Farben aufgrund eines schwedischen Schiffes, welches zu dieser Zeit in La Boca vor Anker lag, gewählt haben. Jedoch lässt sich dies nicht mit Quellen belegen.[2]

Ab 1923 wurde der Verein um neue Sportarten erweitert, zunächst um Boxen, Balón, Boccia und Basketball. Die dominierende Abteilung blieb aber weiterhin die Fußballabteilung, auch wenn Boca heute auch in Basket- und Volleyball zu den Sportgroßmächten Argentiniens gehört.

Alberto Jacinto Armando war langjähriger Präsident des Vereins von 1954 bis 1955 sowie 1960 bis 1980. Präsident und zugleich Manager des Klubs war von 1995 bis 2007 der Industrielle Mauricio Macri, der seit Dezember 2007 Bürgermeister von Buenos Aires ist und seit 2015 Präsident von Argentinien. Ihm folgten 2008 Pedro Pompilio und 2008 bis 2011 Jorge Amor Ameal. Seit 4. Dezember 2011 ist Daniel Angelici Präsident.

Rivalität mit River Plate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rivalität zwischen den Boca Juniors und River Plate zeichnet sich schon in der Gegensätzlichkeit der Stadtteile ab, in denen die beiden Klubs beheimatet sind und die vor allem im den argentinischen Sportbetrieb dominierenden Fußball zum Tragen kommt. La Boca ist ein Arbeiter-, Emigranten- und Armenviertel von Buenos Aires, während Núñez, der Stadtteil, in dem River Plate spielt, durch die Mittel- und Oberschicht geprägt ist. 40 % der Argentinier sind Fans der Boca Juniors, während sich 33 % zu River Plate bekennen. Das heißt, 73 % der argentinischen Bevölkerung sind Anhänger von einem der beiden Hauptstadtklubs. Die Anhängerschaft der restlichen Vereine bewegt sich hingegen im einstelligen Prozentbereich.

Die Anhänger Bocas werden von den Fans des rivalisierenden Clubs River Plate „Bosteros“ genannt, nach den städtischen Bediensteten, die früher in dem Stadtteil die Straßen von Pferdekot gereinigt haben. Die Boca-Fans selbst nennen sich „Xeneizes“, was in etwa so viel bedeutet wie „Bewohner Genuas“. Dies kommt daher, dass sich in Boca vor allem Hafenarbeiter italienischer Herkunft angesiedelt hatten. Im Gegenzug nennen die „Xeneizes“ die Anhänger von River Plate „Gallinas“, zu deutsch „Hühnchen“, im übertragenen Sinne „Feiglinge“. Dies für seinen Teil leitet sich vom Maskottchen von River, einem Huhn, ab.

Fußballabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boca Juniors Fußball
Stadion La Bombonera
Plätze 50.053
Trainer Guillermo Barros Schelotto
Liga Primera División
2016 10. Platz
Heim
Auswärts

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Amateurmannschaft gewann Boca Juniors sieben Meisterschaften (1919, 1920, 1923, 1924, 1926, 1930), 1919 die Copa Competencia Chevallier Boutell sowie 1925 die Copa de Honor.

Das Stadion "Bombonera"

Als Profimannschaft gewann Boca in den Jahren 1931, 1934, 1935, 1940, 1943, 1944, 1954, 1962, 1964 und 1965 die Meisterschaft sowie 1945 und 1946 die Copa de Confraternidad Escobar-Gerona. Im Jahre 1969 den Copa Argentina (Argentinien-Pokal) und die Campeonato Nacional (nationale Meisterschaft), 1970 die Nacional, 1976 die Campeonato Metropolitano (Stadtmeisterschaft) und die Nacional, und 1981 die Metropolitano. Seit in Argentinien pro Jahr zwei Meisterschaften ausgespielt werden, hat Boca die Apertura (Hinrunde) 1992, 1998, 2000, 2003, 2005, 2008 und 2011 sowie die Clausura (Rückrunde) 1999 und 2006 gewonnen. In der Saison der Apertura 2006 standen die Bocas nach Abschluss der Spiele punktgleich mit Estudiantes an der Spitze der Tabelle, sodass ein Entscheidungsspiel um die Meisterschaft stattfand. Estudiantes gewann 2:1 und die erste Meisterschaft seit 23 Jahren. Nach dem verpassten Titel trat Boca-Trainer La Volpe zurück.

Die Copa Libertadores (das südamerikanische Gegenstück der UEFA Champions League) konnten die Boca Juniors bisher sechsmal gewinnen (1977, 1978, 2000, 2001, 2003 und 2007). Außerdem dreimal den Copa Europea-Sudamericana (1977, 2000 und 2003). Weitere internationale Titel waren die Supercopa Sudamericana (1989), die Recopa Sudamericana (1990, 2005, 2006 und 2008), die Copa Master de Supercopa (1992) Copa de Oro Nicolás Leoz (1993) und die Copa Sudamericana 2004 und 2005.

Boca stellte mit dem Gewinn der Apertura 2005 und der Copa Sudamericana 2005 somit den von River Plate gehaltenen Rekord mit zwei gewonnenen Titeln innerhalb einer Woche ein.

Durch den Sieg in der Copa Libertadores 2007 war der Verein bis Dezember 2007 zusammen mit dem AC Mailand weltweiter Rekordhalter was Siege in internationalen Wettbewerben angeht. Boca fuhr 17 internationale Titel ein. Am 16. Dezember 2007 trafen die beiden Klubs dann im Finale der FIFA Klubweltmeisterschaft aufeinander. Milan gewann und fuhr den 18. Titel ein. Real Madrid stellte den Rekord von 18 internationalen Titeln mit dem Gewinn des FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2014 ein.

Boca gewann zudem noch 2008 und 2011 die Apertura sowie 2012 die Copa Argentina.

Nationale Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Argentinischer Meister: 1931, 1934, 1935, 1940, 1943, 1944, 1954, 1962, 1964, 1965, 1969 (Nacional), 1970 (Nacional), 1976 (Nacional), 1976 (Metropolitana), 1981 (Metropolitana), 1992 (Apertura), 1998 (Apertura), 1999 (Clausura), 2000 (Apertura), 2003 (Apertura), 2005 (Apertura), 2006 (Clausura), 2008 (Apertura), 2011 (Apertura), 2012 (Apertura), 2015
  • Copa Argentina: 1969, 2012, 2015
  • Copa de Competencia Jockey Club: 1919, 1925
  • Copa Dr. Carlos Ibarguren: 1919, 1923, 1924, 1940, 1944
  • Copa Estímulo: 1926
  • Copa de Competencia Británica George VI: 1946

Internationale Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Kader 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nr. Nationalität Position Name
1 ArgentinienArgentinien Argentinien Torwart Agustín Orión
2 ArgentinienArgentinien Argentinien Abwehrspieler Daniel Alberto Díaz
3 ArgentinienArgentinien Argentinien Abwehrspieler Jonathan Silva
4 ArgentinienArgentinien Argentinien Abwehrspieler Gino Peruzzi
5 ArgentinienArgentinien Argentinien Mittelfeldspieler Fernando Gago
6 ArgentinienArgentinien Argentinien Abwehrspieler Fernando Tobio
7 ArgentinienArgentinien Argentinien Stürmer Cristian Pavón
8 ArgentinienArgentinien Argentinien Mittelfeldspieler Pablo Perez
9 ArgentinienArgentinien Argentinien Stürmer Darío Benedetto
10 ArgentinienArgentinien Argentinien Stürmer Carlos Alberto Tévez
11 ArgentinienArgentinien Argentinien Mittelfeldspieler Federico Carrizo
12 ArgentinienArgentinien Argentinien Torwart Bruno Galván
14 UruguayUruguay Uruguay Mittelfeldspieler Nicolás Lodeiro
15 ArgentinienArgentinien Argentinien Mittelfeldspieler Fernando Zuqui
17 ArgentinienArgentinien Argentinien Mittelfeldspieler Marcelo Meli
18 ArgentinienArgentinien Argentinien Mittelfeldspieler Nicolás Colazo
19 ArgentinienArgentinien Argentinien Stürmer Walter Bou
20 ArgentinienArgentinien Argentinien Mittelfeldspieler Adrián Cubas
22 ArgentinienArgentinien Argentinien Mittelfeldspieler Gonzalo Castellani
23 ArgentinienArgentinien Argentinien Torwart Ramiro Martínez
24 KolumbienKolumbien Kolumbien Abwehrspieler Frank Fabra
25 ArgentinienArgentinien Argentinien Stürmer Andrés Chávez
26 ArgentinienArgentinien Argentinien Abwehrspieler Pedro Silva Torrejón
28 ArgentinienArgentinien Argentinien Mittelfeldspieler Alexis Messidoro
29 ArgentinienArgentinien Argentinien Abwehrspieler Leonardo Jara
30 UruguayUruguay Uruguay Mittelfeldspieler Rodrigo Betancur
31 ArgentinienArgentinien Argentinien Torwart Guillermo Sara
33 ArgentinienArgentinien Argentinien Abwehrspieler Juan Manuel Insaurralde
34 ArgentinienArgentinien Argentinien Stürmer Sebastián Palacios
35 ArgentinienArgentinien Argentinien Abwehrspieler Nahuel Molina
36 ArgentinienArgentinien Argentinien Mittelfeldspieler Iván Leszczuk
ArgentinienArgentinien Argentinien Abwehrspieler Lisandro Magallán
ArgentinienArgentinien Argentinien Abwehrspieler Leandro Marín
ArgentinienArgentinien Argentinien Abwehrspieler Santiago Vergini
ArgentinienArgentinien Argentinien Stürmer Junior Benítez

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders hervorzuheben unter den vielen bekannten Spielern des Clubs ist Diego Maradona, der hier von 1981 bis 1982 und von 1995 bis 1997 spielte. Boca Juniors war und ist „sein“ Fußballklub. Sein Abschiedsspiel fand 2001 in La Bombonera statt[3]

Weitgereiste Boca-Fans beim Audi Cup 2009 in der Münchner Allianz Arena

Vor 1970[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1970er und 1980er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Top 10 nach Toren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 18. Dezember 2010; angegeben sind alle Pflichtspieltreffer)

Tore
1 ArgentinienArgentinien Martín Palermo 1997–2000,
2004–2011
230
2 ArgentinienArgentinien Roberto Cherro 1925–1938 221
3 ArgentinienArgentinien Francisco Varallo 1931–1939 194
4 ArgentinienArgentinien Domingo Tarasconi 1922–1932 193
5 ArgentinienArgentinien Jaime Sarlanga 1940–1948 128
6 ArgentinienArgentinien Mario Boyé 1941–1949, 1955 123
7 ParaguayParaguay Delfín Benítez Cáceres 1932–1938 115
8 ArgentinienArgentinien Pío Corcuera 1941–1948 98
9 ArgentinienArgentinien Pedro Calomino 1911–1924 96
10 UruguayUruguay Sergio Martínez 1992–1997 86
ArgentinienArgentinien Guillermo Barros Schelotto 1997–2007 86
* = noch bei den die Boca Juniors aktiv

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die beiden erfolgreichsten Trainer der Bocas waren Juan Carlos Lorenzo (1976–79, 1987) und Carlos Bianchi (1998–2001, 2003–04, 2012–). Toto Lorenzo gewann fünf Titel mit dem Club. Darunter war auch der zweimalige Gewinn des Copa Libertadores (1977 und 1978). Bianchi konnte in La Boca neun Titel einfahren. Viermal gewann er die argentinische Meisterschaft, dreimal den Copa Libertadores und zweimal den Weltpokal.

Basketballabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Basketball gehört Boca Juniors zu den erfolgreichsten Vereinen Argentiniens. Der Verein konnte in dieser Sportart folgende Erfolge erzielen:

Weitere Sportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Fußball und Basketball ist auch die Volleyballabteilung von Boca bekannt und erfolgreich. Daneben ist der Verein in Futsal, Aerobic, Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Gewichtheben, Judo, Karate, Taekwondo, Ringen und Leichtathletik aktiv.

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bocas bekannteste und einflussreichste Fangruppe La 12 verfügt über etwa zweitausend Mitglieder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: CA Boca Juniors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. Mathias Ehlers: Das heißeste Derby der Welt. In: 11 Freunde. 8. Mai 2009, abgerufen am 8. Dezember 2009.
  3. Abschiedsspiel Maradonas