Boca Juniors

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Boca Juniors
Boca Juniors 2012.svg
Basisdaten
Name Club Atlético Boca Juniors
Sitz Buenos Aires-La Boca, Argentinien
Gründung 3. April 1905
Farben Blau-Gelb
Mitglieder ca. 143.000[1]
Präsident Daniel Angelici
Website bocajuniors.com.ar
Erste Mannschaft
Trainer Guillermo Barros Schelotto
Spielstätte La Bombonera
Plätze 50.053
Liga Primera División
2017/18 1. Platz
Heim
Auswärts
Alternativ

Der Club Atlético Boca Juniors (kurz CABJ), bekannt als Boca Juniors, ist ein argentinischer Sportverein aus dem Stadtteil La Boca in Buenos Aires.

Bekannt ist er vor allem für seine Fußballabteilung. Die erste Mannschaft zählt zu den erfolgreichsten Fußballmannschaften Argentiniens und spielt seit der Gründung des modernen argentinischen Ligensystems in der Primera División. Heimspiele werden im Estádio Alberto J. Armando oder im Volksmund La Bombonera ausgetragen. Bocas größter Rivale ist River Plate. Die Spiele zwischen den beiden Vereinen werden Superclásicos genannt und versetzen das ganze Land in den Ausnahmezustand.

Professionell werden im Verein neben Fußball auch Basketball und Volleyball betrieben. Daneben gibt es Abteilungen in zahlreichen Amateursportarten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vereinsfarben sollen aufgrund eines gerade im Hafen liegenden schwedischen Schiffes gewählt worden sein.
Fan-Graffiti der Mannschaft im Stadtteil La Boca

Der Klub wurde am 3. April 1905 von vorwiegend italienischen Einwanderern aus Genua im Hafenort La Boca, einem Armenviertel in Buenos Aires, zunächst als reiner Fußballverein gegründet. Bedeutende Unterstützung erhielten sie dabei von dem Iren Patrick MacCarthey. Der erste Teil des Klubnamens ist gleichzeitig der Name des Stadtteils La Boca, wo auch heute noch das Estadio Alberto Jacinto Armando, genannt „La Bombonera“ (Deutsch: „Die Pralinenschachtel“) steht. Der zweite Teil (Juniors) wurde gewählt, um dem Klub einen englischen Einschlag zu geben.

Im Jahre 1907 wurden die Klubfarben Blau und Gelb festgelegt. Zuvor soll es zwischen Boca und dem Stadtrivalen River Plate zu einem Entscheidungsspiel um die Farben Rot und Weiß gekommen sein, da beide diese Farben für sich beanspruchten. Boca verlor das Spiel und soll danach die heutigen Farben aufgrund eines schwedischen Schiffes, welches zu dieser Zeit in La Boca vor Anker lag, gewählt haben. Jedoch lässt sich dies nicht mit Quellen belegen.[2]

Ab 1923 wurde der Verein um neue Sportarten erweitert, zunächst um Boxen, Balón, Boccia und Basketball. Die dominierende Abteilung blieb aber weiterhin die Fußballabteilung, auch wenn Boca heute auch in Basket- und Volleyball zu den Sportgroßmächten Argentiniens gehört.

Alberto Jacinto Armando war langjähriger Präsident des Vereins von 1954 bis 1955 sowie 1960 bis 1980. Präsident und zugleich Manager des Klubs war von 1995 bis 2007 der Industrielle Mauricio Macri, der seit Dezember 2007 Bürgermeister von Buenos Aires ist und seit 2015 Präsident von Argentinien. Ihm folgten 2008 Pedro Pompilio und 2008 bis 2011 Jorge Amor Ameal. Seit 4. Dezember 2011 ist Daniel Angelici Präsident.

Rivalität mit River Plate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rivalität zwischen den Boca Juniors und River Plate zeichnet sich schon in der Gegensätzlichkeit der Stadtteile ab, in denen die beiden Klubs beheimatet sind und die vor allem im den argentinischen Sportbetrieb dominierenden Fußball zum Tragen kommt. La Boca ist ein Arbeiter-, Emigranten- und Armenviertel von Buenos Aires, während Núñez, der Stadtteil, in dem River Plate spielt, durch die Mittel- und Oberschicht geprägt ist. 40 % der Argentinier sind Fans der Boca Juniors, während sich 33 % zu River Plate bekennen. Das heißt, 73 % der argentinischen Bevölkerung sind Anhänger von einem der beiden Hauptstadtklubs. Die Anhängerschaft der restlichen Vereine bewegt sich hingegen im einstelligen Prozentbereich.

Die Anhänger Bocas werden von den Fans des rivalisierenden Clubs River Plate „Bosteros“ genannt, nach den städtischen Bediensteten, die früher in dem Stadtteil die Straßen von Pferdekot gereinigt haben. Die Boca-Fans selbst nennen sich „Xeneizes“, was in etwa so viel bedeutet wie „Bewohner Genuas“. Dies kommt daher, dass sich in Boca vor allem Hafenarbeiter italienischer Herkunft angesiedelt hatten. Im Gegenzug nennen die „Xeneizes“ die Anhänger von River Plate „Gallinas“, zu deutsch „Hühnchen“, im übertragenen Sinne „Feiglinge“. Dies für seinen Teil leitet sich vom Maskottchen von River, einem Huhn, ab.

Fußballabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Amateurmannschaft gewann Boca Juniors sieben Meisterschaften (1919, 1920, 1923, 1924, 1926, 1930), 1919 die Copa Competencia Chevallier Boutell sowie 1925 die Copa de Honor.

Das Stadion "Bombonera"

Als Profimannschaft gewann Boca in den Jahren 1931, 1934, 1935, 1940, 1943, 1944, 1954, 1962, 1964 und 1965 die Meisterschaft sowie 1945 und 1946 die Copa de Confraternidad Escobar-Gerona. Im Jahre 1969 den Copa Argentina (Argentinien-Pokal) und die Campeonato Nacional (nationale Meisterschaft), 1970 die Nacional, 1976 die Campeonato Metropolitano (Stadtmeisterschaft) und die Nacional, und 1981 die Metropolitano. Seit in Argentinien pro Jahr zwei Meisterschaften ausgespielt werden, hat Boca die Apertura (Hinrunde) 1992, 1998, 2000, 2003, 2005, 2008 und 2011 sowie die Clausura (Rückrunde) 1999 und 2006 gewonnen. In der Saison der Apertura 2006 standen die Bocas nach Abschluss der Spiele punktgleich mit Estudiantes an der Spitze der Tabelle, sodass ein Entscheidungsspiel um die Meisterschaft stattfand. Estudiantes gewann 2:1 und die erste Meisterschaft seit 23 Jahren. Nach dem verpassten Titel trat Boca-Trainer La Volpe zurück.

Die Copa Libertadores (das südamerikanische Gegenstück der UEFA Champions League) konnten die Boca Juniors bisher sechsmal gewinnen (1977, 1978, 2000, 2001, 2003 und 2007). Außerdem dreimal den Copa Europea-Sudamericana (1977, 2000 und 2003). Weitere internationale Titel waren die Supercopa Sudamericana (1989), die Recopa Sudamericana (1990, 2005, 2006 und 2008), die Copa Master de Supercopa (1992) Copa de Oro Nicolás Leoz (1993) und die Copa Sudamericana 2004 und 2005.

Boca stellte mit dem Gewinn der Apertura 2005 und der Copa Sudamericana 2005 somit den von River Plate gehaltenen Rekord mit zwei gewonnenen Titeln innerhalb einer Woche ein.

Durch den Sieg in der Copa Libertadores 2007 war der Verein bis Dezember 2007 zusammen mit dem AC Mailand weltweiter Rekordhalter was Siege in internationalen Wettbewerben angeht. Boca fuhr 17 internationale Titel ein. Am 16. Dezember 2007 trafen die beiden Klubs dann im Finale der FIFA Klubweltmeisterschaft aufeinander. Milan gewann und fuhr den 18. Titel ein. Real Madrid stellte den Rekord von 18 internationalen Titeln mit dem Gewinn des FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2014 ein.

Boca gewann zudem noch 2008 und 2011 die Apertura sowie 2012 die Copa Argentina.

Nationale Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Argentinischer Meister: 1931, 1934, 1935, 1940, 1943, 1944, 1954, 1962, 1964, 1965, 1969 (Nacional), 1970 (Nacional), 1976 (Nacional), 1976 (Metropolitana), 1981 (Metropolitana), 1992 (Apertura), 1998 (Apertura), 1999 (Clausura), 2000 (Apertura), 2003 (Apertura), 2005 (Apertura), 2006 (Clausura), 2008 (Apertura), 2011 (Apertura), 2012 (Apertura), 2015, 2017, 2018
  • Copa Argentina: 1969, 2012, 2015
  • Copa de Competencia Jockey Club: 1919, 1925
  • Copa Dr. Carlos Ibarguren: 1919, 1923, 1924, 1940, 1944
  • Copa Estímulo: 1926
  • Copa de Competencia Británica George VI: 1946

Internationale Titel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Mannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kader der Saison 2017/18[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stand: 07. Februar 2018

Nr. Nat. Name Geburtstag im Verein seit Vertrag bis
Tor
1 ArgentinienArgentinien Guillermo Sara 30.09.1987 2015 2020
12 ArgentinienArgentinien Agustín Rossi 21.08.1995 2017 2021
23 ArgentinienArgentinien Javier Bustillos 05.03.1997 2016 2019
Abwehr
2 ArgentinienArgentinien Paolo Goltz 12.05.1985 2017 2020
3 ArgentinienArgentinien Emmanuel Más 15.01.1989 2018 2021
6 ArgentinienArgentinien Lisandro Magallán 27.09.1993 2012
18 KolumbienKolumbien Frank Fabra 22.02.1991 2016 2019
24 ArgentinienArgentinien Julio Buffarini 18.08.1988 2018 2021
27 ArgentinienArgentinien Santiago Vergini 03.08.1988 2016 2019
29 ArgentinienArgentinien Leonardo Jara 20.05.1991 2016 2019
Mittelfeld
5 ArgentinienArgentinien Fernando Gago (C)Kapitän der Mannschaft 10.04.1986 2013 2020
8 ArgentinienArgentinien Pablo Pérez 10.08.1985 2015 2020
10 KolumbienKolumbien Edwin Cardona 08.12.1992 2017 2018
14 KolumbienKolumbien Sebastián Pérez 29.03.1993 2016 2019
15 UruguayUruguay Nahitan Nández 28.12.1995 2017 2020
16 KolumbienKolumbien Wilmar Barrios 16.10.1993 2016 2020
20 ArgentinienArgentinien Gonzalo Maroni 18.03.1999 2018 2019
30 ArgentinienArgentinien Emanuel Reynoso 16.11.1995 2018 2021
Sturm
7 ArgentinienArgentinien Cristian Pavón 21.01.1996 2014 2022
9 ArgentinienArgentinien Darío Benedetto 17.05.1990 2016 2021
11 ArgentinienArgentinien Cristian Espinoza 03.04.1995 2017 2018
17 ArgentinienArgentinien Ramón Ábila 14.10.1989 2017 2020
19 ArgentinienArgentinien Walter Bou 25.08.1993 2016 2019
22 ArgentinienArgentinien Óscar Benítez 14.01.1993 2017 2018
32 ArgentinienArgentinien Carlos Tévez 05.02.1984 2018 2019

Trainer- und Funktionsteam (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cheftrainer Guillermo Barros Schelotto (2014)
Nat. Name Funktion
Trainerstab
ArgentinienArgentinien Guillermo Barros Schelotto Cheftrainer
ArgentinienArgentinien Gustavo Barros Schelotto Co-Trainer
ArgentinienArgentinien Ariel Pereyra Co-Trainer
ArgentinienArgentinien Juan José Romero Torwarttrainer
Fitnesstrainer
ArgentinienArgentinien Javier Valdecantos Gesundheit und Fitness (Leitung)
ArgentinienArgentinien Carlos Roberto Cappella Fitnesstrainer
ArgentinienArgentinien Carlos Hugo Cappella Fitnesstrainer
Medizinische Abteilung
ArgentinienArgentinien Pablo Ortega Gallo Mannschaftsarzt
ArgentinienArgentinien Rubén Araguas Kinesiologe

Bekannte ehemalige Spieler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Besonders hervorzuheben unter den vielen bekannten Spielern des Clubs ist Diego Maradona, der hier von 1981 bis 1982 und von 1995 bis 1997 spielte. Boca Juniors war und ist „sein“ Fußballklub. Sein Abschiedsspiel fand 2001 in La Bombonera statt[3]

Weitgereiste Boca-Fans beim Audi Cup 2009 in der Münchner Allianz Arena

Vor 1970[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1970er und 1980er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1990er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2000er[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Top 10 nach Toren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Stand: 18. Dezember 2016; angegeben sind alle Pflichtspieltreffer)

Tore
1 ArgentinienArgentinien Martín Palermo 1997–2000,
2004–2011
236
2 ArgentinienArgentinien Roberto Cherro 1925–1938 221
3 ArgentinienArgentinien Francisco Varallo 1931–1939 194
4 ArgentinienArgentinien Domingo Tarasconi 1922–1932 193
5 ArgentinienArgentinien Jaime Sarlanga 1940–1948 128
6 ArgentinienArgentinien Mario Boyé 1941–1949, 1955 123
7 ParaguayParaguay Delfín Benítez Cáceres 1932–1938 115
8 ArgentinienArgentinien Pío Corcuera 1941–1948 98
9 ArgentinienArgentinien Pedro Calomino 1911–1924 96
10 UruguayUruguay Sergio Martínez 1992–1997 86
ArgentinienArgentinien Guillermo Barros Schelotto 1997–2007 86
* = noch bei den die Boca Juniors aktiv

Trainer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basketballabteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auch im Basketball gehört Boca Juniors zu den erfolgreichsten Vereinen Argentiniens. Der Verein konnte in dieser Sportart folgende Erfolge erzielen:

Weitere Sportarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben Fußball und Basketball ist auch die Volleyballabteilung von Boca bekannt und erfolgreich. Daneben ist der Verein in Futsal, Aerobic, Kunstturnen, Rhythmische Sportgymnastik, Gewichtheben, Judo, Karate, Taekwondo, Ringen und Leichtathletik aktiv.

Fans[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bocas bekannteste und einflussreichste Fangruppe La 12 verfügt über etwa zweitausend Mitglieder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: CA Boca Juniors – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. Mathias Ehlers: Das heißeste Derby der Welt. In: 11 Freunde. 8. Mai 2009, abgerufen im 8. Dezember 2009.
  3. Abschiedsspiel Maradonas