Committee for a Constructive Tomorrow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von CFACT)
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Das Committee for a Constructive Tomorrow (kurz CFACT oder CfaCT; auf Deutsch Komitee für ein konstruktives Morgen) ist eine US-amerikanische Lobbyorganisation, die mit dem CfaCT Europe eine 2004 gegründete Tochterorganisation in Europa mit Sitz in Jena (Thüringen, Deutschland) hat.

CFACT gilt als einer der Akteure der organisierten Klimaleugnerszene,[1] die sowohl die menschengemachte globale Erwärmung als auch die Folgen der globalen Erwärmung öffentlich leugnet und in ihrer Lobbyarbeit unter anderem von der Erdölindustrie finanziell unterstützt wird.[2]

Selbstverständnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach eigenen Angaben versucht das Komitee, marktwirtschaftliche Lösungen für ökologische Probleme zu entwickeln. Es erklärt sich wegen seiner wirtschaftsliberalen Methodik zu einer Alternative zu Greenpeace.

Das CfaCT hat seinen Sitz in Washington, D.C. und ist eine private Non-Profit-Organisation nach US-amerikanischem Recht.[3] Nach seiner Steuererklärung hat das CfaCT einen spendenbasierten Umsatz von etwa 2,5 Millionen US-Dollar pro Jahr,[4] der ganz auf private Spenden zurückgeht. Das CfaCT hat erklärt, nie staatliches Geld genommen zu haben. Die Webseite Climate Depot gehört zu CfaCT und wird von dem Publizisten Marc Morano betrieben.

Kritik an Geldquellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das CfaCT wird von Umweltschützern kritisiert, von Spenden US-amerikanischer Lobbygruppen und Denkfabriken finanziert zu werden und beispielsweise von ehemaligen Mitarbeitern der Kohleindustrie in Beiräten vertreten zu werden.[5][6] Von 1998 bis 2007 erhielt das CfaCT insgesamt etwa 600.000 US-Dollar von dem Erdölunternehmen ExxonMobil.[2][7] In dem Jahr 2010 erhielt das CfaCT etwa 1,28 Millionen US-Dollar, etwa 45 % seines Budgets, von dem Donors Trust, einer Organisation, die Spenden, beispielsweise Gelder von einer mit Koch Industries verbundenen Stiftung, anonymisiert an Organisationen weitergibt.[8][9]

CFACT Europe und EIKE[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das CFACT Europe ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Jena. Der Vorsitzende dieses von dem Jenaer Historiker Holger Thuß gegründeten[2] Vereins ist Günther Fehlinger. Holger Thuß ist der Vorsitzende des Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE), eines Vereins, der den menschengemachten Klimawandel bestreitet. Beide Vereine teilten sich dieselbe Postfachanschrift. Laut einem Bericht des Guardian erhielt CFACT Europe finanzielle Unterstützung von der US-amerikanischen Organisation.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Riley E. Dunlap, Aaron M. McCright: Organized Climate Change Denial, in: John S. Dryzek, Richard B. Norgaard, David Schlosberg (Hrsg.): The Oxford Handbook of Climate Change and Society. Oxford University Press 2011, S. 144–160, insb. 149.
  2. a b c Klimaskeptiker – „Wir brauchen keine Klimaforscher“ Süddeutsche Zeitung, 31. März 2010
  3. CFACT, Statement of Purpose. Committee for a Constructive Tomorrow, abgerufen am 4. März 2017: „CFACT is recognized as an exempt 501(c)(3) organization under the Internal Revenue Service Act of 1954.“
  4. CFACT_Audit_2011.pdf PDF-Datei, 84 KB
  5. CFACT Board of Advisors
  6. treibhausskeptiker.pdf PDF-Datei, 41 KB (Stellungnahme der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft)
  7. ExxonSecrets Factsheet: CFACT – Committee for a Constructive Tomorrow (Memento des Originals vom 20. Juni 2010 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.exxonsecrets.org
  8. DonorsTrust and Donors Capital Fund Grant Recipients SourceWatch
  9. Exclusive: Billionaires secretly fund attacks on climate science The Independent, 24. Januar 2013
  10. Kate Conolly: Germany’s AfD turns on Greta Thunberg as it embraces climate denial – Rightwing populists to launch attack on climate science in vote drive before EU elections. In: Guardian. 14. Mai 2019, abgerufen am 21. Mai 2019.