COVID-19-Pandemie in Hamburg

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Die COVID-19-Pandemie tritt in Hamburg seit 2020 als Teil der weltweiten COVID-19-Pandemie und im Besonderen der COVID-19-Pandemie in Deutschland auf. Die Pandemie betrifft die neuartige Erkrankung COVID-19. Diese wird durch das Virus SARS-CoV-2 aus der Gruppe der Coronaviridae verursacht und gehört in die Gruppe der Atemwegserkrankungen.[1] Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als weltweite Pandemie ein.[2]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Hamburg wurde am 27. Februar 2020 ein Arzt der Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) als betroffen gemeldet. Er war zuvor im Trentino im Norden Italiens gewesen.[3] Bereits seit dem 27. Februar 2020 galten Teile von Norditalien laut Robert Koch-Institut als COVID-19-Risikogebiet.[4] Es handelte sich um den ersten positiv getesteten Fall in Hamburg. Der Mann wohnte jedoch in Henstedt-Ulzburg in Schleswig-Holstein.[5][6] Am 2. März wurde mit einer Reiserückkehrerin aus dem Iran, zu diesem Zeitpunkt ebenfalls ein RKI-Risikogebiet, ein dritter COVID-19-Fall aus Hamburg gemeldet.[7] Bis zum 5. März 2020 stieg in der Hansestadt Hamburg die Zahl der Coronavirus-Infektionen weiter an. Die Gesundheitsbehörde gab an, dass die neu gemeldeten Fälle nicht miteinander in Beziehung stünden, was die Rückverfolgung der Infektionsketten erschwere.[8] Seit Mitte Mai 2020 wurden nur noch vereinzelt Neuinfektionen gemeldet. Seit Ende Juli stieg die Zahl wieder stärker an.

Am 1. August 2020 betrug die Zahl der Infizierten 5400 Personen von denen laut RKI 5.360 entweder genesen oder verstorben waren. Damit gab es in Hamburg weniger, als 50 offene Infektionsfälle.

Am 21. August 2020 gab das RKI fast 6.000 Infektionen, 5.300 Genesene und 265 Verstorbene an. Die Zahl der offenen Fälle stieg damit auf fast 450 Fälle.

Am 31. August 2020 meldete das RKI aktuell 6.250 Infektionen, darunter 5.500 Genesene und damit 750 offene Fälle.

Am 4. September waren Corona-Tests von 250 Reise-Rückkehrern verschwunden.[9]

Am 19. September meldeten Marylyn Addo und andere Professoren der UKE, dass in Sachen Corona „das Schlimmste“ überstanden sei.[10]

Am 26. September gab es den höchsten Anstieg seit Monaten. Auslöser waren u. a. Infektionen in der Schanzenbar. In Hamburgs Krankenhäusern wurden 30 COVID-19-Patienten behandelt.[11] Gemäß dem DIVI befanden sich 9 davon in Intensivbehandlung.[12]

Am 5. Oktober 2020 befanden sich 11 Personen in Intensivstationen. 8 davon mussten beatmet werden. Bei aktuell 8.240 Infektionen und 6.800 Genesenen gab es 1.440 offene Fälle. Es gab mehrere Neuinfektionen in Alten- und Pflegeheimen.[13]

Am 12. Oktober befanden sich 18 Personen in Intensivstationen. 7 davon mussten beatmet werden. Bei aktuell 8.960 Infektionen und 7.100 Genesenen gab es mit 1.860 offenen Fällen 400 mehr, als in der Vorwoche.

Am 13. Oktober 2020 meldete das RKI 8.000 Infektionen für Hamburg.

Am 20. Oktober 2020 wurden über 10.000 Infektionen für Hamburg gemeldet,

Am 16. November 2020 gab es über 20.000 Infektionen.

Am 16. Dezember 2020 gab es über 30.000 Infektionen.

Am 1. Januar 2021 wurde die Marke von 500 Toten überschritten.

Am 9. Januar gab es in Hamburg insgesamt über 40.000 bekannte Infektionen.

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infektionsfälle (positiv Getestete)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestätigte Infektionen (kumuliert) in Hamburg[Anm. 1][Anm. 2][Anm. 3][Anm. 4][Anm. 5]
(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)

Bestätigte Infektionen (neue Fälle) in Hamburg[Anm. 1][Anm. 2][Anm. 3][Anm. 4]
(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)


7-Tage Inzidenz in Hamburg / 100.000 Einwohner

  • Hinweis: Anzahl der neu bekannten Infektionen der letzten 7 Tage bezogen auf 100.000 Einwohner.

Todesfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestätigte Todesfälle (kumuliert) in Hamburg[Anm. 1][Anm. 3][Anm. 4]
(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)

Bestätigte Todesfälle (täglich) in Hamburg[Anm. 1][Anm. 3][Anm. 4]
(nach Daten des RKI aus COVID-19-Pandemie in Deutschland)

Anmerkungen

  1. a b c d Hier sind Fälle aufgelistet, die dem RKI über den Meldeweg oder offizielle Quellen mitgeteilt wurden. Da es sich um eine sehr dynamische Situation handelt, kann es zu Abweichungen oder Verzögerungen zwischen den RKI-Fällen und Angaben anderer Stellen, etwa der betroffenen Bundesländer oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO), kommen.
  2. a b Zu dem Anstieg am 12. Mai 2020 heißt es beim RKI: „Die Daten aus Hamburg wurden erneut validiert, sodass im Vergleich zu gestern 180 Fälle mehr gezählt werden, die jedoch auch schon länger zurückliegende Meldedaten haben.“
  3. a b c d Am 25. März und am 22. April 2020 wurden aus technischen Gründen keine Daten aus Hamburg übermittelt.
  4. a b c d Für den 14. Juni 2020 teilt das RKI mit: „Baden-Württemberg, Brandenburg und Hamburg haben am Wochenende keine Daten übermittelt.“
  5. Am 6. und 8. Sept. wurden keine Daten aus Hamburg übermittelt.

Reaktionen und Maßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Kultureinrichtungen im Gebiet von Hamburg stellten ihren Betrieb am 14. März 2020 aufgrund einer Verfügung ein.[14] Am 15. März 2020 verfügte Hamburg die Schließung aller Vergnügung-, Bildungs-, Sport, und Freizeitstätten, der Betrieb von Speisegaststätten war unter strengen Maßgaben weiter erlaubt,[15] außerdem stellte der Hamburger Fischmarkt erstmals in seiner Geschichte den Betrieb ein.[16] Am 16. März wurde zudem bekannt, dass der Hafengeburtstag, der vom 8. bis 10. Mai 2020 hätte stattfinden sollen, abgesagt ist.[17] Im Juli wurde der Hamburg-Marathon abgesagt.[18]

Am 13. März verfügte Hamburg eine landesweite Schulschließung ab dem 16. März. Eine Notbetreuung wurde in der Folge für Kinder, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten, eingerichtet.

Am 17. März 2020 wurden 40 Personen, die in Hamburg eine Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen, vorsorglich entlassen, um Platz für an COVID-19 erkrankte Insassen zu schaffen.[19] Dieses Vorgehen löste Kontroversen wegen möglicher Datenschutzverletzungen aus. Am 22. März 2020 verkündete Hamburg die Allgemeinverfügung, die das Kontaktverbot und die Schließung aller Gaststätten für den Publikumsverkehr umfasste.[20]

Wohl weltweit einzigartig wurden in Hamburg von April bis Dezember 2020 alle Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus im Auftrag der für Gesundheit zuständigen Behörde durch das Institut für Rechtsmedizin des UKE überwiegend durch Obduktionen untersucht. Mit Stand 9. Mai 2020 wurden über 100 Obduktionen an Todesopfern mit Covid-19-Erkrankung durchgeführt. „Das Durchschnittsalter lag demnach über 80 Jahren, alle, ausnahmslos alle obduzierten Corona-Toten sollen Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt oder Organschäden aufgewiesen haben.“[21] Von 452 Toten Stand 21. Dezember 2020 starben nur vier Männer und drei Frauen im Alter unter 50 Jahren.[22] Nach dem laut dem Senat planmäßigen Abschluss der Auswertung werden die Werte der Todesfälle ab 1. Januar 2021 vom Robert Koch-Institut übernommen, das als Anzahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus die Zahl der insgesamt verstorbenen Personen, bei denen auch eine SARS-CoV2-Infektion vorlag, erhebt und am 1. Januar 2021 insgesamt 653 Todesfälle meldete.[23][24]

Im April 2020 führte Hamburg eine Maskenpflicht ein.[25] Die Maskenpflicht galt für alle Personen, die älter als sieben Jahre alt waren.[25] Geschäftsinhabern, die die Maskenpflicht nicht durchsetzten, drohte ein Bußgeld von 500 bis 1000 Euro.[25] Mitte Mai 2020 kam es zu ersten Lockerungen. Der Besuch von Gaststätten wurde unter einigen Restriktionen wieder erlaubt. Im Juni verstieß der Hamburger Innensenator Andy Grote mit einer privaten Corona-Party gegen die geltende Corona-Eindämmungsverordnung.

Am 26. August 2020 durften trotz wieder gestiegener Zahlen die Saunen und Thermen wieder öffnen.[26]

Am 12. Oktober 2020 wurde die Maskenpflicht auf ausgewählte öffentliche Straßen und Plätze wie Ballindamm, Reeperbahn, St. Pauli-Landungsbrücken, Schulterblatt und Mühlenkamp ausgeweitet, an denen zu bestimmten Uhrzeiten ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden muss.[27] Seit dem 19. Oktober 2020 gilt für Schüler und Lehrer von Berufsschulen sowie für Schüler und Lehrer in den Oberstufen der allgemeinbildenden Schulen eine Maskenpflicht auch im Unterricht.[28]

Im November/Dezember 2020 schloss sich Hamburg dem erneuten, bundesweiten Lockdown an, in dem nur Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs und u. a. Weihnachtsbaumverkaufsstellen geöffnet waren Abholservice und die kontaktlose Abholung von Bestellungen § 4c HmbSARS-CoV-2-EindämmungsVO sind möglich. Von der Öffnung ausgeschlossen sind Buchhandlungen und Friseure. Auch die Uni ist im Lockdown, an der Universität Hamburg sind Präsenzveranstaltungen ausgeschlossen § 22 HmbSARS-CoV-2-EindämmungsVO.[29][30] Von hier gegen gerichteten Initiativen distanzierte sich der AStA und bezeichnete die Initiativen als "Coronaleugner*innen, Querdenken und vergleichbare(n) Gruppen".[31][32] Präsenzveranstaltungen der Hamburger Volkshochschule wurden bis zum 16. Dezember 2020 durchgeführt.[33]

Zusammenkünfte ohne Einhaltung des Mindestabstandes waren möglich für Angehörige eines gemeinsamen Haushalts, für Verwandte und Verschwägerte gerader Linie und Partner und bei Zusammenkünften mit Angehörigen eines weiteren Haushaltes bis zu fünf Personen. Geringe Erweiterungen wurden vom 24. bis 26. Dezember eingeräumt §§ 3,4 HmbSARS-CoV-2-EindämmungsVO.

In der Kritik steht Schulsenator Ties Rabe, der entgegen einer zurückgehaltenen Studie zu einem Corona Ausbruch an einer Hamburger Schule mit 40 Infizierten durch einen einzigen Schüler, nach Aussage der Opposition "behauptete ...wider besseren Wissens, dass Hamburgs Schulen sichere Orte seien". Die Studie wurde erst aufgrund einer Anfrage über das Portal "Frag den Staat" veröffentlicht.[34] Seit kurz vor Weihnachten besteht keine Präsenzpflicht an den Hamburger Schulen.

Der Hafengeburtstag 2021 wurde abgesagt.

Am 5. Januar 2021 einigten sich Bund und Länder auf einen bundesweiten verschärften Lockdown zunächst befristet bis zum 31. Januar 2021, der in Hamburg bereits am 8. Januar 2021 in Kraft trat. Kontakte sollen weiter reduziert werden und sind über den eigenen Haushalt hinaus nur noch mit einer weiteren Person zulässig.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: COVID-19-Pandemie in Hamburg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lungenärzte im Netz: Covid-19: Ursachen. Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 4. April 2020.
  2. Tagesschau: "Tief besorgt". WHO spricht von Corona-Pandemie. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 4. April 2020.
  3. Süddeutsche Zeitung: Corona im Norden: UKE-Arzt aus Henstedt-Ulzburg infiziert. Abgerufen am 28. Februar 2020.
  4. Robert Koch-Institut (Hrsg.): COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2): Risikogebiete, Stand: 27. Februar 2020. Veröffentlicht auf der Website des RKI. (Memento in archive.org)
  5. Zahl der Infektionen steigt – erste Fälle in Hamburg und Hessen. Abgerufen am 28. Februar 2020.
  6. Ann-Christin Busch, Nina Gessner: Coronavirus in Hamburg: 50 Personen unter Quarantäne – 16 davon sind Kinder. 28. Februar 2020, abgerufen am 12. März 2020.
  7. Coronavirus Liveticker. Abgerufen am 2. März 2020.
  8. Coronavirus-Blog. NDRinfo, abgerufen am 9. März 2020.
  9. Corona-Tests von 250 Reise-Rückkehrern verschwunden. In: ndr.de. 4. September 2020, abgerufen am 4. September 2020.
  10. Andreas Dey, Marc Hasse und Matthias Popien: UKE-Professoren zu Corona: "Das Schlimmste überstanden". 19. September 2020, abgerufen am 19. September 2020.
  11. 119 neue Corona-Fälle in Hamburg gemeldet. NDR, 26. September 2020, abgerufen am 26. September 2020.
  12. DIVI Intensivregister. Abgerufen am 5. Oktober 2020.
  13. 98 Corona-Neuinfektionen in Hamburg. NDR, 4. Oktober 2020, abgerufen am 5. Oktober 2020.
  14. Staatliche Kultureinrichtungen stellen Betrieb ein. In: hamburg.de. 13. März 2020, abgerufen am 30. März 2020.
  15. Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus in Hamburg. Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz Hamburg, 15. März 2020, abgerufen am 15. März 2020.
  16. Hamburger Fischmarkt abgesagt – Bezirksamt Altona. hamburg.de, 13. März 2020, abgerufen am 30. März 2020.
  17. Corona: Hamburger Hafengeburtstag abgesagt, ndr.de, abgerufen 6. April 2020
  18. Süddeutsche Zeitung: Marathon-Absage: Sechsstelliger finanzieller Ausfall droht. Abgerufen am 11. August 2020.
  19. Hamburg entlässt 40 Gefangene. 17. März 2020, abgerufen am 17. März 2020.
  20. Allgemeinverfügung zur Eindämmung des Coronavirus in Hamburg durch vorübergehende Kontaktbeschränkungen. (PDF) Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg, 22. März 2020, abgerufen am 30. März 2020.
  21. Patrick Mayer: Hamburger Klinik obduziert über 100 Corona-Tote - die Ergebnisse sind sehr eindeutig. Münchner Merkur. 9. Mai 2020. Abgerufen am 15. Juni 2020.
  22. Andreas Dey: Corona Tote:weltweit einzigartige Untersuchung aus Hamburg. Hamburger Abendblatt. 21. Dezember 2020. Abgerufen am 1. Januar 2021.
  23. Hamburg Corona Zahlen
  24. Coronavirus-Blog. NDR. 1. Januar 2021. Abgerufen am 1. Januar 2021.
  25. a b c Hamburger Abendblatt: Maskenpflicht in Hamburg: Diese Regeln gelten jetzt. In: abendblatt.de. 27. April 2020, abgerufen am 1. Juni 2020.
  26. Corona-Lockerungen in Hamburg: So läuft es jetzt in Saunen und Thermen. 26. August 2020, abgerufen am 26. August 2020.
  27. Ab 12. Oktober 2020: Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen In: hamburg.de, 10. Oktober 2020. Abgerufen am 15. Oktober 2020.
  28. Corona: Maskenpflicht teils auch im Unterricht. NDR, 19. Oktober 2020, abgerufen am 23. Oktober 2020.
  29. Hybrid-Semester fällt aus Taz
  30. Uni Hamburg
  31. asta.uni-hamburg
  32. von 6103 Professoren unterzeichneter Brief
  33. vhs-hamburg
  34. Fernunterricht im Januar: Hamburgs Schulsenator unter Druck NDR