COVID-19-Pandemie in Kambodscha

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Die COVID-19-Pandemie tritt in Kambodscha seit Januar 2020 als Teil der weltweiten COVID-19-Pandemie auf, die im Dezember 2019 in China ihren Ausgang nahm. Die Pandemie betrifft die neuartige Erkrankung COVID-19. Diese wird durch das Virus SARS-CoV-2 aus der Gruppe der Coronaviridae verursacht und gehört in die Gruppe der Atemwegserkrankungen.[1] Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als weltweite Pandemie ein.[2]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 27. Januar 2020 wurde der erste COVID-19-Fall in Kambodscha bestätigt.[3] In den WHO-Situationsberichten tauchte dieser Fall erstmals am 28. Januar 2020 auf.[4]

Bis zum 9. April 2020 wurden von der WHO 117 COVID-19-Fälle in Kambodscha bestätigt.[5]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fallzahlen entwickelten sich während der COVID-19-Pandemie in Kambodscha wie folgt:

Infektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestätigte Infektionen (kumuliert) in Kambodscha
nach Daten der WHO
[6][Anm. 1]

Neue Infektionen in Kambodscha
nach Daten der WHO
[6][Anm. 1]

Todesfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bisher wurden keine Todesfälle gemeldet (Stand: WHO-Bericht #132 vom 31. Mai 2020).

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Hier sind Fälle aufgelistet, die der WHO von nationalen Behörden mitgeteilt wurden. Da es sich um eine sehr dynamische Situation handelt, kann es zu Abweichungen bzw. zeitlichen Verzögerungen zwischen den Fällen der WHO und den Daten nationaler Behörden sowie den Angaben anderer Stellen, etwa der Johns Hopkins University (CSSE), kommen.

Auswirkungen auf das öffentliche Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Publikumsverkehr in der deutschen Botschaft Phnom Penh ist vorübergehend eingestellt.
  • Seit dem 14. März 2020 bestehen umfangreiche Einreisebeschränkungen, insbesondere für Reisende aus Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien.[7]
  • Die kambodschanische Regierung hat angeordnet, dass ab dem 16. März 2020 sämtliche Schulen, und ab dem 18. März, 10:00 Uhr, alle Museen, Kinos, Theather, Fitnessclubs und Schwimmbäder, Bars und KTV's (Karaokebars) geschlossen bleiben müssen.
  • Veranstaltungen, auch religiöser Art in den Wats, Tempeln und Pagoden, sind abgesagt.
  • Der öffentliche Busverkehr und der Betrieb des Wassertaxis in Phnom Penh sind eingestellt.
  • Seit dem 31. März 2020, 23:59 Uhr, sind landesweit sämtliche Glücksspielcasinos geschlossen.
  • Im Zuge der kambodschanischen Neujahrsfeierlichkeiten am 14., 15. und 16. April 2020 waren private Fahrten Provinz- und Distriktgrenzen überschreitend vom 9. April bis einschließlich 16. April 2020 nicht erlaubt. Ausgenommen von dieser Regelung waren Fahrten zwischen der Provinz Kandal und der Hauptstadt Phnom Penh.

Beobachtungen zeigen zudem:

  • Messungen der Hauttemperatur und Handdesinfektionen werden an Eingängen von Einkaufszentren und beim Betreten größerer Gebäude vorgenommen.
  • Viele Restaurants und einige Hotels sind mangels Kundschaft geschlossen.
  • Einen Mundschutz benutzt in öffentlicher Umgebung in etwa die Hälfte aller Leute.
  • Beim Betreten einiger öffentlicher Einrichtungen wird man aufgefordert einen Mundschutz zu verwenden.
  • Der Straßenverkehr hat sich nahezu halbiert im Vergleich zu vor Corona-Ausbruch.

Infos zu Schutzmaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kambodschanisches Aufklärungsplakat in englischer Sprache

Mancherorts sieht man bebilderte Aufklärungsplakate mit Hinweisen zum Schutz vor Covid-19-Erkrankungen. Bildbeschreibung v.l.o.n.r.u.:

  • Mundschutz nur an den Gummibändern berühren
  • Beim Husten oder Niesen den Mundschutz nicht abnehmen und nicht die Hand benutzen
  • Tasten für Aufzüge mit dem Ellenbogen bedienen
  • Türen mit dem Arm betätigen und Türgriffe nicht berühren
  • Zwei Meter Abstand voneinander halten
  • Handläufe von Treppen nicht benutzen
  • Essen nur eigener Portionen
  • Nur gekochte Speisen verzehren

Des Weiteren:

  • Im Innenstadtbereich sind polizeiliche Lautsprecherdurchsagen zu hören, in denen aufgefordert wird, sich an die Schutzmaßnahmen zu halten.
  • Bei Telefonanrufen sind als Freizeichenton Hinweise zu Covid-19 zu hören.
  • Im Fernsehen (Hang Meas TV) ist ein Covid-19-Pandemie Musikvideo mit dem Titel „ កម្ពុជារឹងមាំ - តារាចម្រៀងហង្សមាស “ (Kambodscha sei stark) zu sehen. Die Ausstrahlung erscheint täglich und wiederholt.[8]

Corona-Virus und Aberglaube[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Glaube an Geister und Gespenster ist in Kambodscha weit verbreitet. So glauben einige, das Virus würde über den Köpfen der Menschen in der Luft schweben und sich dann auf seine Opfer herabstürzen. Andere schwören darauf, dass man resistent gegen das Virus wird, wenn man genug gekochte Eier isst. Wieder andere sagen, in Kambodscha kann das Virus nicht überleben, weil hier meist die Sonne scheint und es zu warm ist.[9]
Auf dem Land sieht man vereinzelt menschengroße Geisterpuppen vor Privatgrundstücken, vergleichbar mit Vogelscheuchen, sogenannte "Ting Mongs", die helfen sollen das Virus fernzuhalten.

Die Odyssee des Kreuzfahrtschiffs "Westerdam"[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer fast zweiwöchigen Irrfahrt hatte das Kreuzfahrtschiff "MS Westerdam" des Kreuzfahrtunternehmens "Holland America Line", mit 1455 Passagieren und 802 Crew-Mitgliedern an Bord, am 12. Februar 2020 von der kambodschanischen Regierung die Erlaubnis erhalten, den Hafen von Sihanoukville anzusteuern, und konnte tags darauf 2,5 km vor dem Hafen ankern.
Das Schiff startete am 1. Februar in Hongkong und sollte auf der geplanten Route Häfen in Taiwan, Thailand, Singapur, den Philippinen und dem US-Außengebiet Guam anlaufen, und seine Reise am 15. Februar in Japan (Yokohama) beenden. Von diesen Ländern wurde das Schiff jedoch nach und nach abgewiesen, nur Taiwan gab der "Westerdam" dann doch Erlaubnis, in einen Hafen einzulaufen, um Vorräte aufzufrischen.
Zunächst wurden 20 Menschen an Bord als Verdachtsfälle eingestuft, bei späteren Untersuchungen wurden weder Verdachtsfälle noch diagnostizierte Fälle von Covid-19 an Bord festgestellt.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: COVID-19-Pandemie in Kambodscha – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lungenärzte im Netz: Covid-19: Ursachen. Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 5. April 2020.
  2. Tagesschau: "Tief besorgt". WHO spricht von Corona-Pandemie. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 5. April 2020.
  3. Cambodia Confirms First Coronavirus Case. Voice of America.
  4. Weltgesundheitsorganisation: Coronavirus disease 2019 (COVID-19) Situation Report. 28. Januar 2020. Online unter www.who.int. Abgerufen am 6. April 2020.
  5. Weltgesundheitsorganisation: Coronavirus disease 2019 (COVID-19) Situation Report. 9. April 2020. Online unter www.who.int. Abgerufen am 9. April 2020.
  6. a b Novel Coronavirus (2019-nCoV) situation reports; Coronavirus disease (COVID-2019) situation reports. WHO, abgerufen am 11. Mai 2020 (englisch).
  7. International Air Transport Association: Travel news powered by IATA Timatic. Abgerufen am 25. April 2020.
  8. YouTube: Hang Meas TV Covid-19-Pandemie Musikvideo.. Abgerufen am 27. April 2020.
  9. Leben in Kambodscha: Wie das hier mit dem Virus ist. Abgerufen am 10. Mai 2020.
  10. tagesschau.de: Kreuzfahrtschiff in Kambodscha. Die Odyssee der "Westerdam". Abgerufen am 10. Mai 2020.