COVID-19-Pandemie in Vanuatu

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Von einer COVID-19-Pandemie in Vanuatu kann derzeit (Stand: 18. Januar 2021) keine Rede sein, denn die örtlichen Behörden haben nur eine einzige Erkrankung (am 10. November 2020) nachgewiesen.[1]

Der Inselstaat Vanuatu hat rund 260.000 Einwohner und ist einer der wenigen Staaten auf der Erde, in denen es keinen COVID-19-Infizierten (Stand 14. September 2020) gibt.[2] Vanuatu hatte Ausgangssperren wegen einer drohenden COVID-19-Pandemie verhängt, die alleine schon für die Bevölkerung schwierig zu bewältigen sind. Als während der Ausgangssperren zusätzlich der Zyklon Harold eine Spur der Verwüstung auf den Inseln Vanuatus hinterließ, verschärfte sich die soziale Situation für die Bewohner des Inselstaats weiter.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die COVID-19-Pandemie tritt als Teil der weltweiten COVID-19-Pandemie auf, die im Dezember 2019 in China ihren Ausgang nahm. Die COVID-19-Pandemie betrifft die neuartige Erkrankung COVID-19. Diese wird durch das Virus SARS-CoV-2 aus der Gruppe der Coronaviridae verursacht und gehört in die Gruppe der Atemwegserkrankungen.[3] Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als weltweite Pandemie ein.[4]

Lage der Inseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inselgebiet von Vanuatu und Neukaledonien

Das Inselgebiet von Vanuatu erstreckt sich über 1300 Kilometer im Südpazifik und zählt zum Kulturraum von Melanesien. Das Inselgebiet liegt etwa 1800 Kilometer östlich von Australien. Der Inselstaat besteht aus 83 Inseln, davon sind 67 bewohnt. Die größten Inseln sind Espiritu Santo mit 3955 Quadratkilometer und Malakula mit 2041 Quadratkilometer.

Auf Vanuatu ist das Port Vila Central Hospital in der Hauptstadt Port Vila das zentrale Krankenhaus mit rund 200 Betten. Ferner gibt es weitere Krankenhäuser bzw. Gesundheitszentren in den Regionen.[5] Örtlichen Medienberichten zufolge hatte das Land im April 2020 gerade einmal zwei Beatmungsgeräte. Nach Angaben der örtlichen Oxfam-Leiterin Elizabeth Faeru wäre es daher nicht in der Lage gewesen, einen moderaten Ausbruch zu schultern.[6]

Verlauf und Maßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reisebeschränkungen und Quarantänemaßnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits Mitte März 2020 wurde für diejenigen, die in das Land einreisen, Reisebeschränkungen und Quarantänemaßnahmen eingeführt.[7]

Ausgangssperren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 26. März erklärte Präsident Tallis Obed Moses den Ausnahmezustand im Land.[8] Ein Tourist auf einem Kreuzfahrtschiff, der die Insel Aneityum besuchte, war positiv auf das Virus getestet worden, was zu einer Sperrung der Insel führte.[8]

Kreuzfahrtschiffe und Yachten dürfen seit dem 26. März 2020 nicht mehr auf den Inseln Vanuatus anlegen und Air Vanuatu musste alle nationalen und internationalen Flüge absagen. Der Flughafen in Port Vila wurde geschlossen und wird lediglich für Notfälle geöffnet.[9] Restaurants und Hotel haben entweder geschlossen oder öffnen ab 7:30 Uhr und schließen zwischen 21.00 Uhr bis zum nächsten Morgen um 4:00 Uhr. Vor oder in den Geschäften und Banken sind beispielsweise in Port Vila Hygienestationen zum Händewaschen aufgestellt. Die kleinen Bars, genannt Nakamals, an denen sich die Vanuatu und Touristen Getränke orderten und sich niedersetzten, sind nun zu Takeaway-Geschäften geworden.

Als Vanuatu am 26. März 2020 den Notstand für 2 Wochen verhängte, wurde die Pressefreiheit eingeschränkt, denn es durften in den Medien, in der Zeit des ausgerufenen Notstands, keinerlei Darstellung über COVID-19 ohne Genehmigung des nationalen National Disaster Management Office (NDMO) veröffentlicht werden.[10]

Zyklon Harold während der Ausgangssperre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zyklon Harold über Vanuatu am 5. und 6. April 2020

Als in dieser Ausnahmesituation mit Ausgangssperre und drohender Pandemie der Zyklon Harold Anfang April Vanuatu erreichte, benötigten 160.000 Vanatuaner Hilfe. Der Zyklon tötete laut Oxfam zwei Menschen und zerstörte auf seinem Weg alleine auf Pentecost Island nach Angaben von NDMO 90 % der Häuser und der Infrastruktur.[11] Aufgrund der Sorge vor COVID-19-Infektionen lehnte die Regierung Angebote von ausländischen Hilfsorganisationen ab, Helfer nach Vanuatu zu entsenden, obwohl nach Schätzungen 80 bis 90 % der Häuser Vanuatus zerstört worden sind. Australien, Neuseeland und China durften lediglich Hilfsgüter einfliegen, die allerdings vor Verwendung drei Tage in Quarantäne und anschließend desinfiziert werden mussten. Auf Pentecost Island mit etwa 2.000 zerstörten Gebäuden konnte die Regierung von Vanuatu lediglich 25 Helfer einsetzen, obwohl man nach eigener Schätzung mindestens 100 benötigt hätte.[12]

Auswirkungen im Tourismusbereich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 22. März 2020 bestätigten die Gesundheitsbehörden von Vanuatu, dass die Tests für einen Resortarbeiter mit Verdacht auf Coronavirus negativ ausgefallen waren.[13]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestätigte Infizierte in Vanuatu nach Daten der WHO. Oben kumuliert, unten Tageswerte[14]

Todesfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestätigte Todesfälle in Vanuatu nach Daten der WHO. Oben kumuliert, unten Tageswerte[14]

Mit Stand 19. Feb. 2021 wurden der WHO keine Todesfälle gemeldet. Bei Änderungen werden diese automatisch zeitnah in die obige Grafik übernommen (siehe Datenstand oben links in der Grafik).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Coronavirus disease 2019 (COVID-19). Vanuatu Situation Report #32 – 18 January 2021.
  2. Which countries have not reported any coronavirus cases? Al-Jazeera, 14. September 2020.
  3. Lungenärzte im Netz: Covid-19: Ursachen. Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 14. April 2020.
  4. Tagesschau: "Tief besorgt". WHO spricht von Corona-Pandemie. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 14. April 2020.
  5. Health and Medical for Vanuatu (PDF). In: US-Regierung vom 30. April 2011
  6. Zyklon richtet schwere Verwüstungen in Vanuatu an, Wiener Zeitung vom 7. April 2014
  7. Pacific nations take further measures against coronavirus. 16. März 2020. Abgerufen am 17. März 2020.
  8. a b Vanuatu declares State of Emergency over Covid-19. In: Radio New Zealand, 26. März 2020. Abgerufen am 28. März 2020. 
  9. Vanuatu Reise- und Sicherheitshinweise. In: Auswärtiges Amt vom 7. April 2020
  10. Yasmine Bjornum: If it comes, it will be a disaster': life in one of the only countries without coronavirus. In: The Guardian vom 7. April 2020.
  11. Yvette Tan: Cyclone Harold and coronavirus: Paciuic Islands face battle on two fronts. In: BBC News vom 15. April 2020
  12. This Tiny Nation Has Zero Coronavirus Cases. After a Devastating Cyclone, It’s Refusing Foreign Aid Workers to Keep It That Way. In: Time vom 17. April 2020
  13. Covid-19 tests in Samoa, Vanuatu come back negative. In: Radio New Zealand. 22. März 2020. Archiviert vom Original am 24. März 2020. Abgerufen am 24. März 2020.
  14. a b WHO Coronavirus Disease (COVID-19) Dashboard; oben rechts auf der Seite ist ein Link zum Download der Daten im CSV-Format