COVID-19-Pandemie in den palästinensischen Autonomiegebieten

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Erloschenes Straßenleben in Nablus, Westjordanland

Die COVID-19-Pandemie in den palästinensischen Autonomiegebieten betrifft zwei Gebiete, die unter palästinensischer Selbstverwaltung stehen. Sie sind Teil des völkerrechtlich umstrittenen Staats Palästina.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die COVID-19-Pandemie nahm im Dezember 2019 in der Volksrepublik China ihren Anfang. Die neuartige Atemwegserkrankung COVID-19 wird durch das Virus SARS-CoV-2 aus der Gruppe der Coronaviridae verursacht.[1] Am 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Geschehen als Pandemie ein.[2]

Situation und Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaza-Streifen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem 360 km² großen Gaza-Streifen rund um die Stadt Gaza leben etwa zwei Millionen Menschen. Das Land wird von der Hamas kontrolliert. Eine Verbreitung der Krankheit würde rasch unkontrollierbar werden.[3] Im Land befinden sich insgesamt nur 50 bis 60 Beatmungsgeräte und rund 2500 Krankenhausbetten, davon 70 für die Intensivmedizin.[4][5] Als besonders gefährdet im Falle einer Ausbreitung der Krankheit gilt das Flüchtlingslager Jabalia im Gazastreifen, wo 140.000 palästinensische Flüchtlinge auf 1,4 Quadratkilometer leben.[6]

Seit dem 15. März 2020 müssen sich Personen, die einen der beiden Grenzübergänge passieren (Eres-Übergang nach Israel, Rafah-Übergang nach Ägypten), in eine 14-tägige Quarantäne begeben.[4]

Am Morgen des 22. März 2020 berichtete das palästinensische Gesundheitsministerium, dass zwei Erkrankte ausgemacht wurden. Es handelte sich um Personen, die sich zuvor in Pakistan aufgehalten hatten.[7]

Die Märkte, Restaurants, Cafés und Moscheen wurden geschlossen; auch die Freitagsgebete sind abgesagt.[4]

Der Tag des Bodens am 30. März wird im Gaza-Streifen ohne Massenproteste begangen.[8]

Westjordanland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 5800 km² großen Teil des Westjordanlands, der unter palästinensischer Selbstverwaltung steht, hat die Fatah die Kontrolle. Er besteht aus vielen Einzelgebieten. In weiteren Gebieten besteht eine mit Israel geteilte Kontrolle nach dem Abkommen von Oslo.

Etwa am 6. März 2020 wurden unter anderem 16 infizierte Bewohner in Bethlehem ausgemacht. Es handelte sich um Hotelbeschäftigte und ihre Angehörigen.[9]

Ausländische Touristen dürfen derzeit das Westjordanland nicht mehr besuchen.[10]

Statistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fallzahlen entwickelten sich während der COVID-19-Pandemie in den palästinensischen Autonomiegebieten wie folgt:

Infektionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestätigte Infizierte in den Palästinensischen Automiegebieten einschl. Ostjerusalem nach Daten der WHO. Oben kumuliert, unten Tageswerte[11][Anm. 1][Anm. 2][Anm. 3]

Todesfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bestätigte Todesfälle in den Palästinensischen Automiegebieten einschl. Ostjerusalem nach Daten der WHO. Oben kumuliert, unten Tageswerte[11][Anm. 1][Anm. 2][Anm. 3]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Seit dem 17. August 2020 werden die WHO-Berichte nur noch wöchentlich veröffentlicht, enthalten dafür aber ergänzende Informationen (etwa Fälle pro eine Million Einwohner). Der letzte tägliche WHO-Report (Nr. 209, pdf) wurde am 16. August 2020 veröffentlicht.
  2. a b Hier sind Fälle aufgelistet, die der WHO von nationalen Behörden mitgeteilt wurden. Da es sich um eine sehr dynamische Situation handelt, kann es zu Abweichungen bzw. zeitlichen Verzögerungen zwischen den Fällen der WHO und den Daten nationaler Behörden sowie den Angaben anderer Stellen, etwa der Johns Hopkins University (CSSE), kommen.
  3. a b Im WHO-Bericht #124 vom 23. Mai 2020 wurde eine Korrektur (−6) vorgenommen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lungenärzte im Netz: Covid-19: Ursachen. Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 3. April 2020.
  2. Tagesschau: „Tief besorgt“. WHO spricht von Corona-Pandemie. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 6. April 2020.
  3. www.haaretz.com
  4. a b c taz.de
  5. www.srf.ch
  6. www.heise.de
  7. apnews.com
  8. www.onvista.de
  9. www.zdf.de
  10. www.fr.de
  11. a b WHO Coronavirus Disease (COVID-19) Dashboard; oben rechts auf der Seite ist ein Link zum Download der Daten im CSV-Format