COVID-19-Pandemie in der Schweiz

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Hinweisplakat der Kampagne «So schützen wir uns» (März 2020)
Hinweisplakat bei einer Bibliothek (Aufgenommen im September 2020)

Die COVID-19-Pandemie in der Schweiz tritt seit Anfang Februar 2020 als regionales Teilgeschehen des weltweiten Ausbruchs der Atemwegserkrankung COVID-19 auf und beruht auf Infektionen mit dem Ende 2019 neu aufgetretenen Virus SARS-CoV-2 aus der Familie der Coronaviren. Die COVID-19-Pandemie breitet sich seit Dezember 2019 von der chinesischen Metropole Wuhan, Provinz Hubei ausgehend aus.[1][2] Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Coronavirus als Pandemie ein.[3]

Die Anzahl der positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen nahm – beginnend im Kanton Tessin – zunächst rasch zu. Das Bundesamt für Gesundheit startete am 27. Februar 2020 die Kampagne «So schützen wir uns» mit Hygiene-Empfehlungen zum Schutz vor dem neuen Coronavirus. Am 28. Februar 2020 stufte der Schweizer Bundesrat die Situation in der Schweiz als «besondere Lage» gemäss Epidemiengesetz ein und verabschiedete die Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19).[4]

Wegen weiterhin steigender Infektionszahlen wurde bereits am 16. März 2020 vom Bundesrat die «ausserordentliche Lage» (höchste Gefahrenstufe) gemäss Epidemiengesetz ab Mitternacht bis vorderhand 19. April 2020 erklärt.[5] Mit der neuen Verordnung schränkte er das öffentliche Leben massiv ein; sämtliche nicht lebensnotwendigen Geschäfte und Dienstleistungen mussten per sofort schliessen. Am 8. April 2020 verlängerte der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» bis zum 26. April 2020.[6] Ein Grossteil der Notmassnahmen wurden am 11. Mai 2020 aufgehoben.[7]

Per 22. Oktober veröffentlichte das BAG Strategische Grundlagen zur COVID-19-Bewältigung.[8] Am 24. Dezember 2020 informierte das Bundesamt für Gesundheit, dass in Grossbritannien und Südafrika unabhängig voneinander je eine neue Variante des Coronavirus entdeckt worden sei.[9] Die Swiss National COVID-19 Science Task Force forderte erneut strenge und flächendeckende Massnahmen.[10]

Es war das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass der Bundesrat längere Zeit mit Notrecht regiert. Die Befugnisse laut Art. 185 der Bundesverfassung erlauben der Landesregierung, unmittelbar zu beschliessen, was sie für notwendig erachtet, um «schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit zu begegnen». Der Bundesrat kann somit handeln, ohne Parlament, Kantone und Volk einzubeziehen.[11] Bis zum 15. Juni waren alle Grenzen für eine Einreise zu nicht absolut notwendigen Zwecken geschlossen.

Die vom Bund angeordnete Schliessung aller Geschäfte (ausser Lebensmittel), Märkte, Restaurants, Bars, Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe, Schulen,[12] Universitäten und Gotteshäuser[13] sowie die empfohlene Schutzmassnahme, möglichst «zu Hause zu bleiben», wurde in den Medien als «Lockdown» bezeichnet.[14]

Verlauf 2020

Die Anzahl der positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen in der Schweiz werden vom Bundesamt für Gesundheit erfasst.[Anm. 1]

Am 25. Februar wurde ein im Kanton Tessin wohnhafter 70-Jähriger positiv auf SARS-CoV-2 getestet.[15] Am 27. Februar wurden sieben weitere positiv getestete Personen in den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Genf, Graubünden, Tessin, Waadt und Zürich gemeldet. Alle Personen waren kurz zuvor in Italien gewesen. Am 29. Februar wurde unter anderem eine positiv getestete 21-jährige Frau aus Biel gemeldet; sie war eine Woche zuvor aus Mailand zurückgekehrt.[16] Per 29. Februar zählte man insgesamt 45 positiv auf SARS-CoV-2 Getestete.[17]

Am 1. März erfasste man in Genf und im Wallis neue positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Personen. Am 5. März wurde in der Schweiz der erste Todesfall in Verbindung mit COVID-19 vermeldet: eine 74-Jährige mit einer chronischen Vorerkrankung aus dem Kanton Waadt.[18] Am 8. März wurde in der Schweiz der zweite Todesfall in Verbindung mit COVID-19 vermeldet: es handelte sich um einen 76-Jährigen aus dem Kanton Basel-Landschaft. Das Bruderholzspital berichtete am 11. März über einen weiteren Todesfall in Verbindung mit COVID-19: der 54-Jährige litt an verschiedenen chronischen Vorerkrankungen.[19][20] Uri war als letzter Kanton vom Virus betroffen. Im Kanton Zürich verstarb am 15. März ein 88-Jähriger, ebenfalls mit Vorerkrankungen.[21] Der Kanton Bern meldete ebenfalls den ersten Todesfall in Verbindung mit COVID-19.[22] Per 31. März zählte man insgesamt 18'979 Personen, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden.[23] Mehrere positive Ergebnisse bei derselben Person – sowie falsch-positive Resultate – waren allerdings möglich.

Per 1. April 2020 belief sich die Anzahl der durchgeführten Tests auf SARS-CoV-2 auf insgesamt rund 139'000; davon fiel das Resultat bei 15 % der Tests positiv aus. Die Altersspanne der positiv getesteten Personen in der Schweiz und in Liechtenstein betrug 0 bis 102 Jahre, im Median 53 Jahre; das heisst 50 % der Patienten waren jünger, 50 % älter als 53 Jahre; 48 % waren Männer, 52 % Frauen. Es gab deutlich mehr Erwachsene mit positivem Befund als Kinder. Die Anzahl der im Zusammenhang mit COVID-19 verzeichneten Todesfälle belief sich auf 276 Männer und 156 Frauen. Die Altersspanne betrug 32 bis 101 Jahre und der Altersmedian lag bei 82,5 Jahren.[24] Mehrere positive Ergebnisse bei derselben Person – sowie falsch-positive Resultate – waren allerdings möglich.

Gemäss dem Situationsbericht zur epidemischen Lage in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein des BAG belief sich per 1. Juli 2020 die Anzahl der durchgeführten Tests auf SARS-CoV-2 auf insgesamt rund 584'000; davon fiel das Resultat bei 6,5 % der Tests positiv aus. In Woche 25 waren 13, in Woche 26 zehn Patienten hospitalisiert. Die Anzahl der im Zusammenhang mit COVID-19 verzeichneten Todesfälle belief sich in diesen beiden Wochen auf drei Personen.[25]

Per 31. August zählte man insgesamt 41'829 positiv auf SARS-CoV-2 Getestete; bei knapp 1 Mio. PCR-Tests.[26][27] Per 30. September zählte man insgesamt 53'885 positiv auf SARS-CoV-2 Getestete; bei knapp 1,4 Mio. PCR-Tests.[28][29] Per 31. Oktober zählte man insgesamt rund 136'000 positiv auf SARS-CoV-2 Getestete; bei rund 1,9 Mio. PCR-Tests.[30]

Statistik

Definitionen

Bestätigter Fall

  • Person mit positivem Test auf SARS-CoV-2; unabhängig von der Symptomatik.

Todesfall

  • Person, die irgendwann als bestätigter Fall galt und danach verstarb; unabhängig davon, ob SARS-CoV-2 bzw. COVID-19 die Todesursache war oder nicht. Der Kanton Waadt zählt auch verstorbene Bewohner von Alters- und Pflegeheimen mit blossen COVID-19-Symptomen, die aber nie getestet wurden.[31]

Positive Testergebnisse

Per 13. Januar 2021 belief sich die Zahl der in der Schweiz und in Liechtenstein durchgeführten Tests auf SARS-CoV-2 auf insgesamt rund 3,93 Millionen. Über alle bisherigen RT-PCR- und Antigen-Tests gesehen, fiel das Resultat bei gut 13 % positiv aus; allerdings sind mehrere positive oder negative Tests bei derselben Person möglich. Zudem darf man die falsch-positiven Ergebnisse eines PCR-Tests nicht ausser Acht lassen, da diese v. a. dann steigen, wenn symptomlose Menschen getestet werden. Die Altersspanne der positiv getesteten Personen betrug 0 bis 108 Jahre. Erwachsene waren deutlich häufiger betroffen als Kinder. Die Inzidenz ist seit der Woche 24/2020 bei den 20–29-Jährigen am höchsten (im Median 43 Jahre). Bis zur Woche 23/2020 war sie bei den über 80-Jährigen am höchsten (im Median 52 Jahre).[32] In der Rekrutenschule wurden 4 % der Armeeangehörigen ohne Symptome positiv getestet.[33] Per 27. Januar 2021 änderte der Bund die Teststrategie: Kantone sowie Alters-, Pflegeheime, Spitäler, Hotels und Arbeitgeber wurden angehalten, Massentests durchzuführen, auch sollten asymptomatische Personen getestet werden. Die Kosten der neuen Teststrategie übernahm der Bund, welchem nur die mit einem RT-PCR-Test verifizierten positiven Resultate gemeldet werden mussten; die negativen Resultate der Antigen-Schnelltests jedoch nicht. Zudem gab es keine Meldepflicht für Tests, die bei Personen ohne Symptome durchgeführt wurden. Laut BAG hatte diese Teststrategie zwar einen Einfluss auf die «Positivitätsrate», dieser «hielte sich aber jedoch in Grenzen».[34][35][36] Seit Mitte April verzichtet der Bundesrat auf die «Positivitätsrate» als Kriterium für Lockerungen oder Verschärfungen der Pandemiemassnahmen.[37]

Bestätigte positive Tests auf SARS-CoV-2 in der Schweiz nach Daten der WHO. Oben kumuliert, unten Tageswerte.

Positive Testergebnisse in Relation zur Anzahl Tests in der Schweiz[38]

Hospitalisation

Von Kalenderwoche 6/2020 bis 47/2021 wurden insgesamt 35'728 Patienten (20'201 Männer, 15'523 Frauen, 4 unbekannt) im Zusammenhang mit einem positiven Test auf SARS-CoV-2 hospitalisiert. Die Altersspanne betrug 0 bis 103 Jahre; im Median über 70 Jahre. Personen über 80 Jahren werden mit Abstand – absolut und relativ – am häufigsten hospitalisiert. Von 32'424 (entspricht 91 %) der hospitalisierten Personen sind vollständige Daten vorhanden: so litten 84 % an mindestens einer relevanten Vorerkrankung. Die drei häufigsten Vorerkrankungen waren Bluthochdruck (48 %), Herz-Kreislauferkrankungen (37 %) und Diabetes (24 %).[39]

Todesfälle

Von Kalenderwoche 6/2020 bis 47/2021 belief sich die Anzahl der im Zusammenhang mit COVID-19 – d. h. Patienten, die zwar positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, bei denen aber nicht abgeklärt wurde, was ursächlich den Tod herbeiführte – verzeichneten Todesfälle in der Schweiz und Liechtenstein auf insgesamt 11'172 Personen. Die Altersspanne betrug 0[40] bis 108 Jahre, im Median über 85 Jahre. Personen über 80 Jahren starben mit Abstand – absolut und relativ – am häufigsten; Männer häufiger als Frauen. Von 10'829 (97 %) der verstorbenen Personen liegen vollständige Daten vor: so litten 98 % an einer oder mehreren Vorerkrankungen. Dabei waren die drei am häufigsten genannten Vorerkrankungen Bluthochdruck (61 %), Herz-Kreislauferkrankungen (61 %) und chronische Nierenerkrankung (28 %).[41]

Bestätigte Todesfälle in der Schweiz nach Daten der WHO. Oben kumuliert, unten Tageswerte.
Todesfälle in der Schweiz nach Altersgruppen
(seit 5. März 2020; verstorbene Patienten, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden)[42]
Alter Hospitalisierte Todesfälle % der Todesfälle
0–9 Jahre 447 2 0,02 %
10–19 Jahre 223 1 0,01 %
20–29 Jahre 741 4 0,04 %
30–39 Jahre 1'449 15 0,13 %
40–49 Jahre 2'618 48 0,43 %
50–59 Jahre 4'981 250 2,24 %
60–69 Jahre 6'329 784 7,02 %
70–79 Jahre 8'273 2'249 20,13 %
≥ 80 Jahre 10'667 7'819 69,99 %

Stand: 1. Dezember 2021

Übersterblichkeit

Definition

Die Übersterblichkeit bezeichnet in der Demografie eine erhöhte Sterberate im Vergleich der gesamten Todesfallzahlen eines Jahres mit dem Durchschnitt der Vorjahre oder anders gewonnenen Erwartungswerten. Untersterblichkeit bezeichnet entsprechend eine im Vergleich verringerte Sterberate.

Übersterblichkeit 2020

Gemäss dem Bundesamt für Statistik starben 2020 in der Schweiz 76'391 Menschen (Stand: 10. November 2022)[43] gegenüber 67'780 Menschen im Jahre 2019 (Bevölkerungszahl: 8'606'033) und 67'088 im Jahre 2018 (Bevölkerungszahl: 8'544'527).[44][45]

Sterblichkeit der Altersgruppe 65 Jahre und älter (orange, oben) bzw. bis 64-Jährigen (unten) im Vergleich mit der jeweiligen oberen und unteren
Grenze des statistisch zu erwartenden Werts (blau)[46]

Sterblichkeit 2021

Sterblichkeit der Altersgruppe 65 Jahre und älter (orange, oben) bzw. bis 64-Jährigen (unten) im Vergleich mit der jeweiligen oberen und unteren
Grenze des statistisch zu erwartenden Werts (blau)[47]

Sterblichkeit (nach Altersgruppen) 2015–2021

Todesfälle Schweiz ab 2015.svg

Kantone

Statistik nach Kanton (Stand: 24. November 2021)
Kanton Einwohner Fälle[48] Tote[49]
Kanton ZürichKanton Zürich Zürich 1'553'423 160'830 1502
Kanton BernKanton Bern Bern 1'043'132 95'689 1197
Kanton WaadtKanton Waadt Waadt 814'762 103'403 1036
Kanton TessinKanton Tessin Tessin 350'986 37'997 893
Kanton St. GallenKanton St. Gallen St. Gallen 514'504 67'297 765
Kanton GenfKanton Genf Genf 506'343 78'495 762
Kanton AargauKanton Aargau Aargau 694'072 67'590 719
Kanton WallisKanton Wallis Wallis 348'503 46'334 690
Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau 282'909 31'054 474
Kanton FreiburgKanton Freiburg Freiburg 325'496 40'392 467
Kanton LuzernKanton Luzern Luzern 416'347 43'551 373
Kanton NeuenburgKanton Neuenburg Neuenburg 175'894 21'655 361
Kanton SolothurnKanton Solothurn Solothurn 277'462 26'093 289
Kanton Basel-LandschaftKanton Basel-Landschaft Basel-Landschaft 290'969 27'091 237
Kanton SchwyzKanton Schwyz Schwyz 162'157 20'702 234
Kanton Basel-StadtKanton Basel-Stadt Basel-Stadt 196'735 19'809 229
Kanton GraubündenKanton Graubünden Graubünden 200'096 20'957 202
Kanton ZugKanton Zug Zug 128'794 12'601 112
Kanton GlarusKanton Glarus Glarus 40'851 4861 86
Kanton SchaffhausenKanton Schaffhausen Schaffhausen 83'107 7693 84
Kanton Appenzell AusserrhodenKanton Appenzell Ausserrhoden Appenzell Ausserrhoden 55'309 6863 67
Kanton JuraKanton Jura Jura 73'709 9107 66
Kanton UriKanton Uri Uri 36'819 4739 54
Kanton ObwaldenKanton Obwalden Obwalden 38'108 4524 48
Kanton NidwaldenKanton Nidwalden Nidwalden 43'520 4692 28
Kanton Appenzell InnerrhodenKanton Appenzell Innerrhoden Appenzell Innerrhoden 16'293 2302 20
Total 8'606'033 966'321 10'995

Strategische Grundlagen der GDK und des EDI-BAG

Per 22. Oktober 2020 veröffentlichte das BAG Strategische Grundlagen zur COVID-19-Bewältigung.[8] Die definierten Massnahmen haben das Ziel, das Risiko zu vermindern, dass die Infektionen in vulnerable Bevölkerungsgruppen überschwappen. Das Ziel ist nicht, die Bevölkerung generell vor einer Infektion zu schützen. Vielmehr sollen die Massnahmen die Auswirkungen der Epidemie auf die (öffentliche) Gesundheit (schwere Erkrankungen, Todesfälle, Überlastung des Gesundheitswesens) und die Wirtschaft mindern.

Gesetzliche Grundlagen

Covid-19-Gesetz

Die Bundesversammlung beschloss am 25. September 2020 das Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der COVID-19-Epidemie (Covid-19-Gesetz)[50], hat es als dringlich erklärt und auf den 26. September 2020 in Kraft gesetzt.

Referendum

Der Verein Freunde der Verfassung[51] lancierte das Referendum gegen das Covid-19-Gesetz. Am 12. Januar 2021 wurden über 86'000 Unterschriften bei der Bundeskanzlei eingereicht.[52] Nach Überprüfung der Gültigkeit der Unterschriften wurde durch die Bundeskanzlei eine Verfügung über das Zustandekommen des Referendums erlassen (nach Art. 66 BPR), und der Bundesrat legte das Datum der Volksabstimmung auf den 13. Juni 2021 fest.[53] Für das Covid-19-Gesetz sprachen sich alle Parteien aus (Ja-Parole), mit Ausnahme der EDU (Nein-Parole) und der SVP (Stimmfreigabe).[54] Im Falle eines Erfolges des Referendums wäre das Covid-19-Gesetz am 26. September 2021 ausser Kraft gesetzt worden (siehe Dringliche Bundesgesetze). 60,2 % der Stimmbürger sprachen sich für das Gesetz aus, 39,8 % votierten gegen das Gesetz. Die Stimmbeteiligung lag bei hohen 59,6 %.[55]

Am 28. November 2021 wurde über die Änderung des «Covid-Gesetzes» vom 19. März 2021 abgestimmt.[56] Am 8. Juli 2021 reichten drei Referendumskomitees insgesamt 74'469 Unterschriften ein. Nebst dem «Covid-Zertifikat» kritisierten die Komitees die Machtausweitung des Bundesrates.[57] Das Referendum scheiterte, die Gesetzesänderung wurde vom Volk mit 62,01 % angenommen.[58]

Siehe auch

Chronologie der Reaktionen und Massnahmen

Bund

Januar 2020

Verhaltensempfehlungen des BAG angezeigt im Bundeshaus
Abgesperrte Kleiderabteilung in einer Migros-Filiale
  • Am 29. Januar 2020 definierte das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) den qualifizierten Verdacht einer Erkrankung sowie den positiven und negativen Nachweis am «Neuartige[n] Coronavirus (2019-nCoV)» als meldepflichtig. Das EDI änderte dazu die Verordnung des EDI über die Meldung von Beobachtungen übertragbarer Krankheiten des Menschen mit Wirkung zum 1. Februar 2020.[59]

Februar 2020

  • Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) startete am 27. Februar 2020 die Kampagne «So schützen wir uns»[60] u. a. mit Plakaten, Flugblättern, der Telefon-Hotline Infoline Coronavirus und der Website Coronavirus – So schützen wir uns. Am 2. März 2020 ersetzte es die zuvor gelben Plakate durch rote Plakate, die statt der zuvor drei nun sechs Verhaltenshinweise enthielten.[61] Am 5. März 2020 veröffentlichte es eine dritte Version des Plakats, auf dem auch zum Abstandhalten aufgefordert wurde.
  • Am 28. Februar 2020 stufte der Bundesrat die Situation in der Schweiz als «besondere Lage»,[62] gemäss Epidemiengesetz ein[63] und verabschiedete die Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19)[64] gestützt auf Art. 6 Abs. 2 Buchstabe b des Bundesgesetzes über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen (Epidemiengesetz) vom 28. September 2012.[65] Unter anderem wurden damit Einschränkungen bei Versammlungen erlassen, beispielsweise waren Grossveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen verboten. Direkt davon betroffen waren u. a. die Basler Fasnacht, Sportveranstaltungen und Konzerte.[66] Über Veranstaltungen mit weniger als 1'000 Personen entschieden die kantonalen Behörden.[67] Gleichentags verfügte die zuständige Bundesbehörde die befristete Zulassung weiterer Desinfektionsmittel (siehe auch: Schweizer Ethanolimport).[68]
  • Der Bundesrat rief am 28. Februar 2020 eine «besondere Lage» aus. Dies geschah auf dem Verordnungswege durch die Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus (COVID-19), gestützt auf Art. 6 Abs. 2 Buchstabe b Epidemiengesetz (Bundesgesetz über die Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen). Damit erhielt der Bund Weisungsbefugnisse gegenüber den Kantonen, einzelnen Personen sowie der Bevölkerung. Ebenfalls übernahm der Bund die Verantwortung für die Führung der Krisenbewältigung, die in einer «normalen Lage» bei den Kantonen liegt. Im Rahmen dieser Verschärfung verbot die Regierung landesweit öffentliche und private Veranstaltungen mit mehr als 1'000 Teilnehmern im Zeitraum vom 28. Februar bis 15. März 2020, darüber hinaus war bei Veranstaltungen, bei denen weniger als 1'000 Personen teilnahmen, zusammen mit der zuständigen kantonalen Behörde eine Risikoabwägung vorzunehmen.[69] Davon betroffen sind ebenfalls die Eishockey- und die Fussballmeisterschaft, die vorläufig unterbrochen wurde.

März 2020

  • Am 11. März 2020 schloss das Grenzwachtkorps im Kanton Tessin neun Grenzpunkte zu Italien.[70]
  • Am 12. März wurde beschlossen, die Eishockey-Meisterschaft aller Ligen und Stufen per sofort abzubrechen.
  • Am 13. März verbot der Bundesrat Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen bis Ende April und in Restaurants, Bars und Diskotheken durften sich maximal noch 50 Personen aufhalten. Ebenso verbot er den Präsenzunterricht an Schulen bis zum 4. April.[71] In der Folge mussten sämtliche Skigebiete den Betrieb einstellen.[72]
  • Am 14. März gab die Schweizer Armee bekannt, vorläufig keine Rekrutierungen mehr durchzuführen. Die zur Aushebung aufgerufenen Wehrpflichtigen haben ihren Marschbefehl nicht zu befolgen.[73] Im Laufe desselben Tages hatten die letzten Skigebiete ihren Betrieb eingestellt.[74]
  • Am 15. März entschieden die Büros von National- und Ständerat auf Antrag der Verwaltungsdelegation der Bundesversammlung, die laufende Frühjahrssession nicht fortzusetzen.[75]
  • Am 16. März 2020 erklärte der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemiengesetz ab Mitternacht bis zum 19. April 2020. So mussten alle Läden (ausser Lebensmittel), Märkte, Restaurants, Bars sowie Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe geschlossen bleiben und es galt ein Verbot für private und öffentliche Veranstaltungen. Auch Coiffeursalons oder Kosmetikstudios mussten geschlossen bleiben.[5] Als Folge davon schloss auch die Lebensmittelhilfe-Organisation «Tischlein deck dich» alle Abgabestellen.[76] Die Schweiz führte zu ihren Nachbarstaaten, ausser dem Fürstentum Liechtenstein, Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen ein. Ohne triftigen Grund durften nicht in der Schweiz wohnhafte Ausländer nicht mehr in die Schweiz einreisen. Grenzgänger, die im benachbarten Ausland wohnen und in der Schweiz arbeiten, durften weiterhin einreisen. Der Transit- und der Warenverkehr wurde nicht eingeschränkt.[77] Der Bundesrat empfahl ausserdem Schweizer Reisenden im Ausland, an ihren Wohnsitz zurückzukehren, und organisierte eine Rückholaktion, während derer bis Ostern 3'000 Schweizer mittels Sonderflügen mit Flugzeugen der Swiss und der Edelweiss in die Schweiz fliegen konnten,[78][79] alleine 600 aus Peru.[80] Insgesamt waren bis zum Abschluss der Repatriierung rund 7'000 Personen in mindestens 35 Sonderflügen in die Schweiz geflogen, wovon rund 4'000 Schweizer waren.[81]
  • Am 18. März 2020 sagte der Bundesrat die für den 17. Mai 2020 geplante Volksabstimmung ab, da die freie Meinungsbildung nur eingeschränkt möglich sei. Die bisher einzige Absage einer eidgenössischen Volksabstimmung geschah 1951 wegen der Maul- und Klauenseuche.[82]
  • Gemäss Beschluss des Bundesrats können bis zu 8'000 Angehörige der Schweizer Armee in den Assistenzdienst aufgeboten werden, um die zivilen Behörden zu unterstützen. Dies ist die grösste Mobilisierung von Truppen der Schweizer Armee seit dem Zweiten Weltkrieg.[83][84]
  • Am 20. März 2020 wurde vom Bundesrat verkündet, dass die Wirtschaft sich grösstenteils im Normalbetrieb befinde. Auf die Frage, was der Bundesrat zu Forderungen nach direkten Geldgeschenken an die Bürger oder nach einem zeitlich befristeten Grundeinkommen sage, antwortete Ueli Maurer:

„Das ist aus unserer Sicht nicht notwendig, weil die Wirtschaft zu 70–80 % läuft im Normalbetrieb […]“

20. März 2020 – Ueli Maurer «BR Parmelin, Berset und Maurer zu: Coronavirus (COVID-19): Aktueller Stand und Entscheide»[85]
  • Am gleichen Tag wurden Ansammlungen von mehr als fünf Personen verboten.[86]
SBB-Abfahrtstafel mit dem Hinweis: «Der gesamte Verkehr wird schrittweise auf ein Grundangebot reduziert.»
  • Am 20. März 2020 beschloss der Bundesrat zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen der Ausbreitung des Coronavirus ein umfassendes Massnahmenpaket in der Höhe von 32 Milliarden Franken. Zusammen mit den bereits am 13. März beschlossenen Massnahmen stehen derzeit 42 Milliarden Franken zur Verfügung.[87][88] Von der Finanzhilfe sollen alle von der Krise Betroffenen profitieren: Firmen, Selbstständige, Kulturschaffende, Fest- und Temporärangestellte. Finanzminister Maurer liess keinen Zweifel, dass der Bund die Wirtschaft um jeden Preis stützen will: «Wenn es mehr Geld braucht, stellen wir diese Beträge zur Verfügung.» Die Massnahmen sind das grösste Wirtschaftshilfspaket der Schweizer Geschichte.[89] Mit 20 Milliarden Franken des Massnahmenpakets will der Bund zusammen mit 300 Banken die Schweizer KMUs vor dem Kollaps bewahren. Die mit Bundesbürgschaft versehenen Kredite bis 500'000 Franken können online über EasyGov.swiss beantragt werden und werden zu 0 % Zinsen den Firmen von ihrer Hausbank ausbezahlt.[90][91] Die entsprechende Verordnung trat am 26. März 2020 in Kraft.[92] Am Tag davor hatten die beiden Grossbanken UBS und Credit Suisse mitgeteilt, dass sie an den COVID19-Überbrückungskrediten nichts verdienen wollen und allfällige Gewinne spenden würden.[93] Am 3. April beschloss der Bundesrat, das Bürgschaftsprogramm für COVID-Überbrückungskredite aufzustocken. Aufgrund der grossen Nachfrage erhöhte er die bestehenden Verpflichtungskredite um 20 Milliarden auf insgesamt 40 Milliarden Franken.[94][95]

April 2020

  • Am 5. April wurde der von der Deutschen Bundespolizei Mitte März erstellte 350 Meter lange Grenzzaun zwischen Kreuzlingen und Konstanz mit einem zweiten, im Abstand von zwei Metern erstellten Zaun, ergänzt.[96]
  • Am 6. April entschieden die Büros von National- und Ständerat, dass alle Kommissionen, die dies wünschen, per sofort wieder Sitzungen durchführen können. Anfangs Mai solle ausserdem eine ausserordentliche Session stattfinden. Die Räte behandelten nur dringende Geschäfte, die im Zusammenhang mit der Coronakrise stehen.[97]
  • Am 8. April verlängerte der Bundesrat die Massnahmen um eine Woche (bis 26. April) und beschloss eine etappenweise Lockerung, die noch im April beginnen sollte.[98] Gleichentags kündigte der Bundesrat an, die Schweizer Luftfahrt zu unterstützen. Der Bund stellt den Fluggesellschaften Swiss, Edelweiss und EasyJet Switzerland eine Überbrückungsfinanzierung in Aussicht. Bis Ende April sollte dazu ein Konzept erarbeitet werden. Die Garantien wurden an harte Bedingungen geknüpft.[99] Indes forderte der Verkehrs-Club der Schweiz griffige Klimaschutzziele als Bedingung.[100]
  • Am 9. April entschied der Bundesrat, dass die praktischen Lehrabschlussprüfungen (LAP) durchgeführt werden; auf die schulischen Abschlussprüfungen hingegen verzichtet werde. Die Lehrabschlussnote ergibt sich aus den bestehenden Erfahrungsnoten der gesamten Lehrzeit.[101][102]
  • Am 16. April, vier Wochen nach Beginn des Lockdowns, gab der Bundesrat den Fahrplan für die Lockerung der Corona-Massnahmen bekannt. Die Wiedereröffnung der Wirtschaft und des gesellschaftlichen Lebens sollte in drei Etappen erfolgen: Ab dem 27. April durften Coiffeure, Kosmetikstudios, Baumärkte, Blumenläden und Gärtnereien wieder öffnen. Die Spitäler durften ab diesem Datum wieder alle Eingriffe vornehmen. Ab dem 11. Mai sollten obligatorische Schulen und Läden wieder öffnen können. Ab dem 8. Juni sollten Mittel-, Berufs- und Hochschulen sowie Museen, Zoos und Bibliotheken wieder öffnen dürfen. Die Bedingung war immer, dass die Lage es erlaubt.[103] Für die Wiedereröffnung der Restaurants und Bars gab der Bundesrat noch kein Datum bekannt.[104]
  • Am 29. April gab der Bundesrat die Lockerung eines Grossteils der Notmassnahmen auf den 11. Mai hin bekannt. Der Ausstieg aus dem Lockdown erfolgte schneller als noch am 16. April vom Bundesrat beschlossen: Läden, Restaurants, Märkte, Museen und Bibliotheken durften wieder öffnen. Der Unterricht in den Primar- und Sekundarschulen durfte wieder vor Ort stattfinden. Da dafür die Kantone zuständig sind, ergaben sich nach dieser Bekanntgabe Unterschiede in der Ausgestaltung, dies galt auch für die erst im Juni öffnenden weiterführenden Schulen: Bei der Volksschule wurde beispielsweise in St. Gallen und Zürich übereinstimmend der Start mit Halbklassen angeordnet, während im Thurgau ein Start mit dem normalen Stundenplan angekündigt wurde. In den Gymnasien verzichtete der Kanton Zürich auf die Durchführung der Maturaprüfung, während der Kanton St. Gallen nur schriftlich prüfte; der Kanton Thurgau mündlich und schriftlich.[105] Während des Verlaufs des Lockdowns waren die stärker betroffenen Kantone der Westschweiz und das Tessin gegenüber Lockerungen zurückhaltender gewesen;[106] in diesen Kantonen sollte es mehrheitlich keine Maturaprüfungen geben.[107]
    Im Breiten- und Spitzensport waren wieder Trainings möglich, auch in Fitness-Studios. Ab dem 8. Juni sollten voraussichtlich wieder Sportwettkämpfe stattfinden können, allerdings vorerst unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Im öffentlichen Verkehr galt wieder der ordentliche Fahrplan. Die Einreisebestimmungen an den Grenzen wurden für EU- und EFTA-Bürger gelockert und Familiennachzug sollte wieder möglich sein. Von Sommerferien im Ausland riet der Bundesrat jedoch ab. Grossveranstaltungen mit mehr als 1'000 Personen blieben voraussichtlich bis Ende August verboten. Die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss, nicht jedoch EasyJet Switzerland, sowie flugnahe Betriebe an den Landesflughäfen sollten zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen Garantien von insgesamt 1,9 Milliarden Franken bekommen.
    Am 27. September 2020 sollten fünf eidgenössische Vorlagen zur Abstimmung kommen, darunter die Begrenzungsinitiative der SVP, der Kauf von neuen Kampfjets und der Vaterschaftsurlaub.[108][109][110]
  • Am 30. April teilte der Bundesrat mit, dass die Schweiz zur Linderung der Pandemie in Entwicklungsländern 400 Millionen Franken einsetzen wolle. Das internationale Rote Kreuz soll für 7 Jahre ein zinsloses Darlehen von 200 Millionen Franken und der Katastrophenfonds des Internationalen Währungsfonds IWF einen Kredit von 25 Millionen Franken erhalten. Ausserdem sollen verschiedene international aktive Organisationen maximal 175 Millionen Franken erhalten.[111]

Mai 2020

Die ausserordentliche Session und die Sommersession fanden im Messegelände der BernExpo statt
Der provisorische Nationalratssaal in der BernExpo
Restaurants durften ab 11. Mai mit Schutzmassnahmen wieder öffnen
Absperrung in einem Bus zum Schutz des Fahrers
Parkierte Flugzeuge auf dem Flugplatz Dübendorf
  • Zwischen dem 4. und 6. Mai 2020 trafen sich die eidgenössischen Räte zu einer ausserordentlichen Session in Bern. Hauptthema war die nachträgliche Bewilligung des rund 57 Milliarden Franken schwere Corona-Kreditpakets des Bundesrats.
  • Am 13. Mai teilte Bundesrätin Karin Keller-Sutter mit, dass die Schweizer Grenze zu Österreich, Deutschland und Frankreich ab dem 15. Juni wieder offen sei. Voraussetzung für die Öffnung war eine weiterhin positiv bleibende pandemische Entwicklung. In der Zwischenzeit sollte es für einige Personengruppen, z. B. Liebespaare, Erleichterungen geben. Das Einkaufen im Ausland wurde aber erst ab dem 15. Juni möglich. Die definitive Entscheidung wollte der Bundesrat am 27. Mai fällen. Noch keinen Zeitplan gab es bezüglich der Grenzöffnung zu Italien.[112] Bundesrätin Viola Amherd informierte, dass der durch die Coronakrise stark getroffene Schweizer Sport mit Darlehen von total 500 Millionen Franken unterstützt werde. Die Profiligen im Fussball und Eishockey sollten für die Ertragsausfälle in den folgenden sechs Monaten Darlehen von total 175 Millionen Franken erhalten. Mit 150 Millionen Franken unterstützte der Bundesrat den Breiten- und Leistungssport. Weitere 175 Millionen Franken sind im Budget 2021 vorgesehen, für den Fall, dass der Spielbetrieb während des ganzen Jahres 2021 ebenfalls nur eingeschränkt möglich wäre.[113]
  • Per 16. Mai wurden Ausreisen nach Deutschland und Österreich wieder einfacher: unverheiratete und binationale Paare, Familienmitglieder, Schrebergarten- und Zweitwohnungsbesitzer, Besitzer von Landwirtschafts-, Jagd- oder Forstflächen und Personen, die Tiere versorgen müssen, durften die Grenzen überschreiten.[114]
  • Am 20. Mai gab der Bundesrat bekannt, dass unter Einhaltung von entsprechenden Schutzkonzepten religiöse Feiern – privat oder in der Glaubensgemeinschaft – ab dem 28. Mai (Pfingsten) wieder gefeiert werden durften.[115]
  • Am 27. Mai beschloss der Bundesrat einen weiteren Öffnungsschritt: so wurde per 30. Mai das Versammlungsverbot gelockert (maximal 30 Personen); per 6. Juni waren private und öffentliche Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen wieder erlaubt (z. B. Familienanlässe, Messen, Konzerte, Theatervorstellungen oder Filmvorführungen); auch politische Kundgebungen wurden wieder möglich. Anlässe mit mehr als 1'000 Personen bleiben bis Ende August untersagt. Ebenso durften Freizeit- und Tourismusbetriebe (z. B. Bergbahnen – mit Hygiene- und Abstandsregeln des öffentlichen Verkehrs –, Campingplätze, Rodelbahnen, Seilparks, Casinos, Freizeitparks, Zoos, botanische Gärten, Schwimmbäder, Wellnessanlagen, Erotikbetriebe) wieder öffnen. Restaurationsbetriebe duften auch Gruppen über vier Personen empfangen; auch Billard oder Live-Musik wurde wieder möglich. Bei Gruppen über vier Personen waren die Betriebe verpflichtet, die Kontaktdaten eines Gastes pro Tisch aufzunehmen. Sperrstunde war für alle Betriebe um Mitternacht. Nachtclubs und Diskotheken wurden zusätzlich verpflichtet, Präsenzlisten zu erstellen. Auch durften sie pro Abend höchstens 300 Eintritte gewähren. Weiterführende Schulen – wie Mittel-, Berufs- und Hochschulen – duften ihren Unterricht wieder aufnehmen. Über die Umsetzung entschieden die Kantone. Per 8. Juni wurden wieder Gesuche von Erwerbstätigen aus dem EU/EFTA-Raum bearbeitet. Schweizer Unternehmen war es wieder möglich, Arbeitskräfte aus Drittstaaten anzustellen. Per 19. Juni stieg der Bundesrat aus dem Notrecht aus und kehrte von der «ausserordentlichen Lage» zur «besonderen Lage» gemäss Epidemiegesetz zurück. In der «besonderen Lage» erhalten die Kantone ein Anhörungsrecht. Der Bundesrat ist jedoch weiterhin befugt, gewisse Massnahmen selbst anzuordnen.[116] Per 6. Juli sollte die Personenfreizügigkeit und Reisefreiheit im gesamten Schengen-Raum wieder möglich sein. Der Bundesrat beschloss bereits früher, die Grenzkontrollen zu Deutschland, Österreich und Frankreich per 15. Juni 2020 aufzuheben. Obwohl Italien die Aufhebung der Grenzkontrollen einseitig auf den 3. Juni angekündigte, beabsichtigte die Schweiz, bis auf weiteres an den Kontrollen zu Italien festzuhalten.
  • Am 29. Mai stimmten die Finanzkommissionen von National- und Ständerat dem Antrag des Bundesrats für zusätzliche 14,9 Milliarden Franken für die Arbeitslosenversicherung (ALV) zu. Stimmen die Räte in der Sommersession dem Antrag ebenfalls zu, stehen dem Bund zur Bewältigung der Corona-Krise insgesamt rund 72 Milliarden Franken zur Verfügung. Davon ist mehr als die Hälfte für die KMU-Überbrückungskredite nur verbürgt. Fällig werden dürfte nur ein Teil davon. Mit dem neuen Kredit dürften sich die tatsächlichen Ausgaben auf rund 32 Milliarden Franken belaufen.[117]

Juni 2020

  • Am 15. Juni wurden die Grenzen zu allen Staaten innerhalb des EU/EFTA-Raums wieder vollständig geöffnet. Auch der in den Grenzregionen bedeutende Einkaufstourismus nach Deutschland oder Österreich wurde wieder erlaubt. Einige der EU-Staaten erlaubten die Einreise von Personen mit Schweizer Wohnsitz aber noch nicht uneingeschränkt und bei der Rückkehr konnten medizinische Grenzkontrollen angeordnet werden.[118]
  • Gemäss Information des Bundesrats vom 19. Juni wurden ab dem 22. Juni ein Grossteil der Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus aufgehoben.[119] So waren Veranstaltungen mit bis zu 1'000 Personen wieder möglich; das Verbot von Demonstrationen wurde aufgehoben – allerdings galt eine Maskenpflicht. Die Sperrstunde um Mitternacht für Restaurationsbetriebe, Diskotheken und Nachtclubs wurde aufgehoben und in Restaurants bestand keine Sitzpflicht mehr. Der Mindestabstand zwischen zwei Personen wurde von 2,0 auf 1,5 Meter reduziert. Die Home-Office-Empfehlung wurde aufgehoben, die Entscheidung über ein Home-Office lag nunmehr bei den Arbeitgebern. In der Schweiz erwerbstätige Personen, die ihre Tätigkeit physisch nicht in der Schweiz ausführen können – insbesondere vorübergehend aus dem Home-Office im europäischen Ausland arbeitende Grenzgänger – blieben auch weiterhin gegebenenfalls dem schweizerischen Sozialversicherungsrecht unterstellt; mit Bezug auf einige Staaten galt dies auf Basis von zwischenstaatlichen Vereinbarungen bis Ende 2020, für Italien zunächst bis Ende Oktober 2020.[120]

Juli 2020

Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr: Anzeige auf SBB-Bildschirm am 5. Juli 2020
  • Der Bundesrat beschloss am 1. Juli folgende Massnahmen: Per 6. Juli galt eine «Maskentragepflicht» für Personen ab zwölf Jahren im ganzen öffentlichen Verkehr, die allerdings nicht in der Covid-19-Verordnung 3[121] verankert ist und daher keine rechtlichen Grundlagen besitzt. Das BAG sollte monatlich eine Liste der «Staaten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko» veröffentlichen. Personen, die aus diesen Staaten in die Schweiz einreisten, mussten sich zehn Tagen in Quarantäne begeben. Ab Juli galt dies für die folgenden 29 Staaten: Argentinien, Armenien, Aserbaidschan, Bahrain, Weissrussland, Bolivien, Brasilien, Chile, Dominikanische Republik, Honduras, Irak, Israel, Kapverden, Katar, Kolumbien, Kosovo, Kuwait, Moldawien, Nordmazedonien, Oman, Panama, Peru, Russland, Saudi-Arabien, Schweden, Serbien, Südafrika, Turks- und Caicos-Inseln und die Vereinigten Staaten von Amerika. Per 20. Juli wurde das Einreisen aus mehreren Nicht-Schengen-Staaten wieder erlaubt. Direkt oder indirekt von der «Coronakrise» betroffene Selbständigerwerbende konnten länger Erwerbsausfallentschädigung beziehen als ursprünglich geplant. Der Bundesrat verlängerte die Hilfe bis Mitte September.[122][123]
  • Per 23. Juli wurde die Liste der «Staaten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko» aktualisiert.[124]

August 2020

  • Per 8. August wurde die Liste der «Staaten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko» aktualisiert.[124]
  • Per 20. August wurde die Liste der «Staaten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko» aktualisiert. Es galt eine Quarantänepflicht für Einreisende aus Albanien, Andorra, Argentinien, Armenien, Aruba, Bahamas, Bahrain, Belgien, Belize, Besetztes Palästinensisches Gebiet, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Brasilien, Cabo Verde, Chile, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, El Salvador, Eswatini (Swasiland), Färöer, Gibraltar, Guam, Guatemala, Honduras, Indien, Irak, Israel, Kasachstan, Katar, Kirgisistan, Kolumbien, Kosovo, Kuwait, Luxemburg, Malediven, Malta, Mexiko, Moldova, Monaco, Montenegro, Namibia, Nordmazedonien, Oman, Panama, Peru, Rumänien, Sint Maarten, Spanien (inkl. Balearen, exkl. Kanaren), Südafrika, Suriname, Turks- und Caicos-Inseln, Vereinigte Staaten von Amerika (inkl. Puerto Rico und US Virgin Islands).[124]

September 2020

Ständeratspräsident Hans Stöckli gibt ein Interview durch eine Acrylglasscheibe
  • Die Herbstsession der eidgenössischen Räte fand wieder im Bundeshaus statt. An jedem Sitzplatz im National- und Ständeratssaal wurden Acrylglaswände angebracht.[125][126]
  • Per 7. September wurde die Liste der «Staaten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko» aktualisiert. Nicht mehr auf der Liste: Belgien, El Salvador, Eswatini (Swasiland), Kasachstan, Kirgisistan, Luxemburg, Mexiko und Oman. Neu auf der Liste: Französisch-Polynesien, Guyana, Kroatien, Libanon, Libyen, Paraguay, San Marino, Trinidad und Tobago, Ukraine, Vereinigte Arabische Emirate.[127]

Oktober 2020

Studenten an der Universität Genf tragen eine Mund-Nasen-Bedeckung (September 2020)
  • Der Bundesrat ergriff an der ausserordentlichen Sitzung vom 18. Oktober 2020 mehrere, schweizweit gültige Massnahmen.[128] Per 19. Oktober waren im öffentlichen Raum spontane Menschenansammlungen von mehr als 15 Personen verboten; namentlich auf öffentlichen Plätzen, auf Spazierwegen und in Parkanlagen. Das Konsumieren von Speisen und Getränken in Restaurants und Ausgehlokalen wie Bars oder Clubs war nur noch sitzend erlaubt, unabhängig davon, ob in Innenräumen oder im Freien. In öffentlich zugänglichen Innenräumen musste eine Maske getragen werden. Sie galt zudem in allen Bahnhöfen, Flughäfen und an Bus- und Tramhaltestellen, in öffentlich zugänglichen Innenräumen (zum Beispiel in Geschäften, Einkaufszentren, Banken, Poststellen, Museen, Bibliotheken, Kinos, Theatern, Konzertlokalen, Innenräumen von zoologischen und botanischen Gärten und Tierparks, Restaurants, Bars, Discos, Spielsalons, Hotels (mit Ausnahme der Gästezimmer), Poststellen, Eingangs- und Garderobenräume von Schwimmbädern, Sportanlagen und Fitnesszentren, in Arztpraxen, Spitälern, Kirchen und religiösen Einrichtungen, Beratungsstellen und Quartierräumen). Ebenso galt sie in jenen Teilen der öffentlichen Verwaltung, die dem Publikum zugänglich waren. Personen, die etwa aus medizinischen Gründen keine Maske tragen können, waren von der Maskentragpflicht ausgenommen.
  • Der Bundesrat beschloss an der ausserordentlichen Sitzung vom 28. Oktober 2020 weitere Eingriffe in die Grundrechte.[129] Per 29. Oktober war der Betrieb von Diskotheken und Tanzlokalen verboten. In Restaurants und Bars durften höchsten vier Personen an einem Tisch sitzen. Es galt eine Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr. Veranstaltungen (sportliche und kulturelle) mit mehr als 50 Personen waren verboten; Ausnahmen: Parlaments- und Gemeindeversammlungen. Sportliche und kulturelle Freizeitaktivitäten in Innenräumen mit bis zu 15 Personen waren erlaubt, wenn genügend Abstand eingehalten und Masken getragen wurden. Im professionellen Bereich von Sport und Kultur waren Trainings, Wettkämpfe, Proben und Auftritte zulässig. Auch in den Aussenbereichen von Einrichtungen und Betrieben musste eine Maske getragen werden, wie beispielsweise Läden, Veranstaltungsorte, Restaurants, Bars, Wochen- und Weihnachtsmärkte. Eine Maskenpflicht galt auch in belebten Fussgängerbereichen und überall dort, wo der erforderliche Abstand im öffentlichen Raum nicht eingehalten werden konnte. Auch in Schulen ab der Sekundarstufe II galt neu eine Maskenpflicht. Ebenso am Arbeitsplatz, es sei denn der Abstand zwischen den Arbeitsplätzen konnte eingehalten werden. Ausgenommen von der Maskenpflicht waren nach wie vor Kinder bis zu 12 Jahren und Personen, die aus medizinischen Gründen keine Maske tragen konnten. Per 29. Oktober kamen nur noch Staaten und Gebiete auf die Quarantäneliste, deren Inzidenz um mehr als 60 höher war als diejenige der Schweiz. Angepasst wurden zudem die Ausnahmebestimmungen für Geschäftsreisende und für Personen, die aus medizinischen Gründen reisen: die Regel, dass solche Reisen höchstens fünf Tage dauern dürfen, wurde aufgehoben.

November 2020

  • Per 2. November mussten Hochschulen auf Fernunterricht umstellen. Präsenzunterricht blieb in den obligatorischen Schulen und den Schulen der Sekundarstufe II (Gymnasien und Berufsbildung) erlaubt. Zusätzlich zu den bereits angewendeten PCR-Tests sollten nun auch Antigen-Schnelltests eingesetzt werden.

Dezember 2020

  • Am 4. Dezember beschloss der Bundesrat weitere Massnahmen: unter anderem wurde die Kapazitätsbeschränkung per 9. Dezember in grösseren Läden von vier auf zehn Quadratmeter pro Kunde erhöht. In Restaurants müssen die Kontaktdaten eines Gastes pro Tisch obligatorisch erhoben werden.[130]
  • Am 11. Dezember beschloss der Bundesrat eine Verstärkung der Massnahmen per 12. Dezember.[131] Für Restaurants und Bars, Läden und Märkte, Museen und Bibliotheken sowie Sport- und Freizeitanlagen galt eine Sperrstunde ab 19 Uhr. Sie mussten – mit Ausnahme von Restaurants und Bars – auch an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleiben. Am 24. Dezember und am 31. Dezember galt die Sperrstunde ab 1 Uhr. Take-Away-Angebote und Lieferdienste konnten bis um 23 Uhr offen bleiben. Kantone mit günstiger epidemiologischer Entwicklung konnten die Sperrstunde bis auf 23 Uhr ausweiten. Die Voraussetzung hierfür war, dass der Reproduktionswert (Re-Wert[132][133]) während mindestens sieben Tagen unter Eins und die 7-Tagesinzidenz während mindestens sieben Tagen unter dem Schweizer Schnitt lag. Veranstaltungen waren mit bestimmten Ausnahmen (religiöse Feiern bis max. 50 Personen, Beerdigungen im Familien- und engen Freundeskreis, Versammlungen von Legislativen und politische Kundgebungen) verboten, sportliche und kulturelle Aktivitäten nur noch in Gruppen bis fünf Personen erlaubt.[131]
  • Per 14. Dezember 2020 wurde die Quarantänepflicht für Einreisende auf die Staaten/Gebiete Emilia-Romagna, Friaul-Julisch Venetien, Venetien, Kärnten, Steiermark, Georgien, Jordanien, Kroatien, Litauen, Luxemburg, Montenegro, Nordmazedonien, Polen, Portugal, San Marino, Serbien, Slowenien, Ungarn, USA, Grossbritannien und Südafrika ausgeweitet.[134][135]
  • Am 18. Dezember beschloss der Bundesrat eine weitere Verstärkung der Massnahmen.[136] Die neuen Massnahmen gelten ab Dienstag, 22. Dezember 2020 und waren vorerst bis am 22. Januar 2021 befristet. So wurden Gastronomiebetriebe geschlossen; es galten keine Ausnahmen für die Festtage. Ebenso wurden Sportbetriebe geschlossen. Im Freien darf Sport – in Gruppen bis maximal fünf Personen – weiterhin betrieben werden. Profispiele können ohne Zuschauer stattfinden. Auch Museen, Kinos, Bibliotheken, Casinos, botanische Gärten und Zoos sowie andere Kultur- und Freizeiteinrichtungen wurden geschlossen. In Einkaufsläden wurde die Anzahl Personen, die sich gleichzeitig darin aufhalten dürfen, weiter eingeschränkt; die maximale Personenzahl ist dabei abhängig von der frei zugänglichen Ladenfläche. Die Läden müssen zudem zwischen 19:00 und 6:00 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen geschlossen bleiben. Die Bevölkerung wurde wieder dazu aufgefordert, zu Hause zu bleiben.
  • Per 21. Dezember 2020 wurde der Flugverkehr zwischen der Schweiz, Grossbritannien und Südafrika eingestellt.[137] Zudem wurde ein Einreiseverbot aus beiden Staaten verhängt.[135] Für Rückreisende wurde eine Ausnahmeregelung getroffen.[138]
  • Per 28. Dezember 2020 wurde die Quarantänepflicht für Einreisende auf die Staaten/Gebiete Sachsen, Belize und Schweden ausgeweitet.[134]

Januar 2021

  • Am 6. Januar beschloss der Bundesrat eine Verlängerung der Massnahmen vom 11. Dezember 2020.[139] Der Bundesrat schlug vor, die Schliessung der Restaurants sowie der Kultur-, Sport- und Freizeitanlagen um fünf Wochen – bis Ende Februar – zu verlängern. Damit sollte für die betroffenen Betriebe und Mitarbeiter Planungssicherheit geschaffen werden. Der Bundesrat wollte nach Konsultation der Kantone an seiner Sitzung vom 13. Januar definitiv über die Verlängerung und deren Dauer entscheiden. Ebenfalls am 13. Januar wollte er über weitere Massnahmen zur Abfederung der wirtschaftlichen Folgen entscheiden. Den Kantonen soll es zudem nicht mehr möglich sein, bei günstiger epidemiologischer Lage die Schliessungen zu lockern. Damit möchte der Bundesrat «Einkaufs- und Gastronomietourismus» zwischen den Kantonen verhindern und die Akzeptanz der Massnahmen stärken. Dazu wurde die Covid-19-Verordnung entsprechend angepasst und trat per 9. Januar in Kraft.
  • Am 13. Januar beschloss der Bundesrat eine Verlängerung und Verschärfung der Massnahmen vom 11. Dezember 2020. Die Schliessung der Restaurants sowie der Kultur-, Sport- und Freizeitanlagen wird bis Ende Februar verlängert. Per 18. Januar gilt eine Home-Office-Pflicht, Läden für Güter des nicht-täglichen Bedarfs werden geschlossen, private Veranstaltungen und Menschenansammlungen werden weiter eingeschränkt. Die Regelung, wonach Läden, Tankstellenshops und Kioske nach 19 Uhr sowie sonntags geschlossen bleiben müssen, wurde wieder aufgehoben. Neu gilt am Arbeitsplatz in Innenräumen überall dort eine Maskenpflicht, wo sich mehr als nur eine Person in einem Raum aufhält.[140] Eine Ausnahmegenehmigung für die Maskenpflicht hat das BAG für Moderatoren und Gäste in Fernsehstudios erteilt.[141] Von den Ladenschliessungen ausgenommen sind u. a. Blumenläden sowie Bau- und Gartengeschäfte.[142]
  • Am 27. Januar beschloss der Bundesrat, dass neu auch die Kosten für Tests an Personen ohne Symptomen von der Allgemeinheit übernommen werden. Dies erforderte eine Änderung der Covid-19-Verordnung 3, die per 28. Januar in Kraft trat. Da negative Testergebnisse nicht mehr ans BAG gemeldet werden müssen – positive hingegen weiterhin –, ist eine Nennung der Positivitätsrate in Zukunft nicht mehr möglich.[143][144] Zudem passte er die bisherige Quarantäneregelung an: die zehntägige Quarantäne kann verkürzt werden, falls sich die betroffene Person nach sieben Tagen testen lässt (Antigen-Schnelltest oder PCR-Test) und ein negatives Ergebnis vorweisen kann. Die neue Test- und Freigabestrategie gilt auch für Einreisende aus Staaten oder Gebieten mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko. Sie müssen künftig bei ihrer Einreise einen negativen Test vorweisen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Des Weiteren werden ab dem 1. Februar 2021 Widerhandlungen gegen die «Corona-Massnahmen» explizit als Straftatbestände aufgeführt und können teilweise mit Ordnungsbussen bestraft werden. Die Höhe der Busse beträgt zwischen 50 und 200 Franken.[145] Mit einer Ordnungsbusse gebüsst werden kann beispielsweise, wer an den vorgeschriebenen Orten keine Mund-Nasen-Bedeckung trägt. Die unmittelbare Bestrafung soll die Einhaltung der Massnahmen in der Gesellschaft fördern.[146]

Februar 2021

Warteschlange nach der Wiedereröffnung der Läden, weil dort Kapazitätsbeschränkungen pro Fläche gelten.
  • Per 17. Februar 2021 beschloss der Bundesrat eine «vorsichtige, schrittweise Öffnung, um dem gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben wieder mehr Raum zu geben». Per 1. März werden somit Läden, Museen und Lesesäle von Bibliotheken wieder öffnen können; ebenso die Aussenbereiche von Zoos, botanischen Gärten sowie Sport- und Freizeitanlagen. An all diesen Orten gelten Maskenpflicht, Abstandhalten und Kapazitätsbegrenzungen. Sportanlagen (beispielsweise Kunsteisbahnen, Tennis- und Fussballplätze oder Leichtathletikstadien) können wieder öffnen. Hier gelten Kapazitätsbeschränkungen, Maskentragpflicht oder Abstandhalten; erlaubt sind jeweils nur Gruppen von maximal fünf Personen; Wettkämpfe und Veranstaltungen sind im Erwachsenen-Breitensport nicht erlaubt. Im Freien werden private Veranstaltungen mit bis zu 15 Personen wieder erlaubt sein. Zudem sollen Jugendliche bis 18 Jahre wieder den meisten sportlichen und kulturellen Aktivitäten nachgehen können.[147] Per 22. März soll ein zweiter Öffnungsschritt erfolgen.[148] Vorgesehen wären Kultur- und Sportveranstaltungen mit Publikum in eng begrenztem Rahmen wieder zu ermöglichen, ebenso Sport in Innenräumen oder die Öffnung von Restaurantterrassen.[147] Der Bundesrat hat nach Konsultation der Kantone an seiner Sitzung vom 24. Februar über den ersten Öffnungsschritt und das weitere Vorgehen entschieden.[148] Alle übrigen Massnahmen, die der Bundesrat am 18. Dezember 2020 und 13. Januar 2021 beschloss, sollen um einen Monat bis Ende März verlängert werden.[147]

März 2021

  • Per 5. März 2021 beschloss der Bundesrat, dass der Bund ab dem 15. März die Kosten sämtlicher Tests übernimmt. Zudem soll v. a. die «mobile Bevölkerung» in Unternehmen und Schulen wiederholt mittels Speichel-Proben getestet werden. Der Bundesrat möchte, dass sich alle Personen regelmässig testen lassen, auch wenn sie keine Symptome haben. So soll jede Person monatlich fünf Selbsttests kostenlos beziehen können (seit dem 7. April 2021 sind diese gegen Vorweisen der Krankenkassenkarte in Schweizer Apotheken erhältlich[149]); deshalb schlägt er vor, dass der Bund auch die Kosten für alle Schnelltests in Apotheken und Testzentren übernimmt. Diese Regel soll auch für Grenzgänger gelten. Die Kosten für die Ausweitung der Teststrategie beziffert der Bundesrat für das Jahr 2021 auf über eine Milliarde Franken. Grundlage bildet das Covid-19-Gesetz, welches bis Ende Jahr befristet ist. Der Bundesrat wird nach Konsultation der Kantone am 12. März definitiv über das weitere Vorgehen entscheiden.[150]
  • Per 12. März 2021 präzisierte der Bundesrat den auf den 22. März terminierten zweiten Öffnungsschritt. So wird beispielsweise für geimpfte Bewohner von Alters- und Pflegeheimen die Maskenpflicht aufgehoben; der Präsenzunterricht soll auch ausserhalb der obligatorischen Schule wieder möglich sein; die Vorgaben für sportliche und kulturelle Aktivitäten werden auch für Erwachsene im Amateurbereich gelockert; öffentlich zugängliche Freizeit- und Unterhaltungsbetriebe sollen wieder öffnen; Restaurants und Bars sollen ihre Terrassen wieder öffnen; bei familiären Treffen (in Innenräumen) wird die Zahl der erlaubten Personen von fünf auf zehn Personen erhöht; sportliche und kulturelle Aktivitäten mit bis zu 15 Personen sind wieder erlaubt; Veranstaltungen mit Publikum sollen – mit Einschränkungen – wieder möglich sein. Wann und in welcher Form ein dritter Öffnungsschritt erfolgen kann, legte der Bundesrat noch nicht fest.[151]
  • Per 19. März 2021 entschied der Bundesrat, die Einschränkung für Treffen im Familien- und Freundeskreis in Innenräumen von fünf auf maximal zehn Personen zu lockern. Für weitere Öffnungen sei das Risiko eines unkontrollierten Anstiegs der Fallzahlen derzeit zu gross (die 14-Tages-Inzidenz sei über 200 pro 100'000 Einwohner, die Positivitätsrate – welche zwar gar nicht mehr zuverlässig berechnet werden kann[152] – liege über 5 % und die Reproduktionszahl liege mit 1.14 über 1). Zudem seien noch zu wenig Menschen geimpft. Für den Fall, dass die epidemiologische Lage erneute Schliessungen erfordert, definierte der Bundesrat Richtwerte: Solange noch nicht alle Personen aus Risikogruppen geimpft sind, seien strengere Richtwerte nötig. Im Zentrum stünde eine 14-Tages-Inzidenz von 350. Weitere Richtwerte betreffen die Auslastung der Intensivplätze mit Covid-19-Patienten, die Hospitalisationen und die Reproduktionszahl. Er genehmigte zudem den von den Tarifpartnern ausgehandelten Tarifvertrag für die Vergütung der «Covid-19-Impfung». Am 14. April will der Bundesrat über das weitere Vorgehen entscheiden.[153]

April 2021

  • Per 7. April 2021 sind die in Aussicht gestellten Covid-19-Schnelltests zur Eigenanwendung für Privatpersonen ausschliesslich in den Apotheken erhältlich. Es dürfen nur Tests abgegeben werden, deren Validierung vom Bundesamt für Gesundheit geprüft sind und auf dessen Website publiziert werden. Da alle Covid-19-Tests zu Medizinprodukten für die In-vitro-Diagnostik – zur Erkennung von übertragbaren Krankheiten – gehören, formuliert der Gesetzgeber in Artikel 17 Abs. 3 der Medizinprodukteverordnung (MepV), dass die Abgabe solcher Medizinprodukte an Laien in der Schweiz grundsätzlich verboten ist. In der Verordnung 3 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus, Artikel 24 Abs. 4bis, ist die Ausnahme des Verbots hingegen so formuliert, dass eine Abgabe dieser Covid-19-Schnelltests zur Eigenanwendung an das Publikum durch Apotheken erfolgen darf. Bei Bedarf will Swissmedic im Auftrag des BAG die Eignung eines Tests für die Eigenanwendung durch Laien prüfen.[154]
  • Per 14. April 2021 beschloss der Bundesrat einen weiteren Öffnungsschritt: Ab Montag, 19. April können Restaurants und Bars ihre Terrassen wieder öffnen, wobei eine Sitzpflicht gilt – maximal vier Personen pro Tisch – und die Mund-Nasen-Bedeckung bloss während der Konsumation abgelegt werden darf. Von sämtlichen Gästen müssen Kontaktdaten erhoben werden. Da viele Restaurants trotz dieser Regelung nicht kostendeckend wirtschaften können, wird die bisherige Unterstützung beibehalten. Diskotheken und Tanzlokale bleiben weiterhin geschlossen. Freizeit- und Unterhaltungsbetriebe können – analog zu Läden und Museen – ihre Innenbereiche öffnen. Damit sind auch Zoos und botanische Gärten wieder vollständig zugänglich. Der Innenbereich von Wellnessanlagen und Freizeitbädern bleibt hingegen geschlossen. Veranstaltungen mit Publikum sind möglich, allerdings ist die maximale Anzahl Besucher auf 100 Personen draussen und 50 Personen drinnen beschränkt; zudem gilt eine Sitzpflicht. Die Vorgaben für sportliche und kulturelle Aktivitäten werden im Amateurbereich gelockert, auch Wettkämpfe sind wieder erlaubt. Sportarten mit Körperkontakt sind in Innenräumen weiterhin nicht erlaubt, im Aussenbereich nur, wenn eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen wird. Präsenzunterricht ist beispielsweise an Hochschulen wieder möglich; es gilt eine Beschränkung auf maximal 50 Personen.[155]
  • Per 21. April 2021 konkretisierte der Bundesrat seine Strategie für die kommenden Monate und definierte hierzu drei Phasen, bis alle impfwilligen Personen geimpft sind und die Massnahmen zum Schutz gegen Covid-19 aufgehoben werden können. Wie lange die einzelnen Phasen dauern, soll von der Impfbereitschaft der jeweiligen Bevölkerungsgruppen abhängen. Der Bundesrat schickte dieses Drei-Phasen-Modell bei den Kantonen nun in Konsultation. Mit weiteren Öffnungsschritten sei vor dem 26. Mai 2021 allerdings nicht zu rechnen. Der Bundesrat wird hierzu am 12. Mai 2021 eine Auslegeordnung vornehmen und allenfalls ein Öffnungspaket in die Konsultation senden.[156]
  • Per 28. April 2021 legte der Bundesrat dar, unter welchen Bedingungen die Kantone ab Sommer 2021 Grossveranstaltungen bewilligen können. Dabei soll es sich vor allem um eine Entscheidungshilfe für die Kantone und nicht um einen Öffnungsplan handeln. Sollten beispielsweise Veranstaltungen mit einer kantonalen Zusicherung aus epidemiologischen Gründen nicht stattfinden, haben die Organisatoren Anspruch auf eine Entschädigung. Ab Ende Mai sollen die Kantone Grossveranstaltungen mit bis zu 3'000 Besuchern bewilligen können, sofern diese nach dem 1. Juli 2021 durchgeführt werden. Ab 1. September soll diese Obergrenze dann auf 10'000 Personen angehoben werden.[157]

Mai 2021

  • Per 12. Mai 2021 verabschiedete der Bundesrat ein Drei-Phasen-Modell, das die Strategie für die kommenden Monate festlegt: Ende Mai, wenn alle impfbereiten Risikopersonen geimpft sind, soll von der Schutzphase in die Stabilisierungsphase gewechselt werden und ein weiterer Öffnungsschritt erfolgen. So sollen ab Montag, 31. Mai 2021 unter anderem Restaurants auch im Innern wieder öffnen können. Es sollen dieselben Regelungen wie aktuell für den Aussenbereich gelten: Abstand oder Abschrankung, maximal vier Personen pro Tisch, Erhebung der Kontaktdaten aller Gäste, Sitzpflicht, Maskenpflicht auch am Tisch, wenn nicht konsumiert wird. Auf den Terrassen wird die Maskenpflicht aufgehoben. Bei öffentlichen Veranstaltungen soll die maximale Anzahl Personen erhöht werden: in Innenräumen 100 anstatt 50 Personen und draussen 300 statt 100 Personen. Neu dürfen maximal 30 statt 15 Personen gemeinsam Sport treiben; Publikum ist wieder zugelassen. Dabei gelten die Regeln für Publikumsanlässe mit 100 Personen drinnen und 300 Personen draussen. Für Betriebe, die wiederholt testen, wird die Homeoffice-Pflicht in eine Empfehlung umgewandelt. Neben Genesenen sollen nun auch Geimpfte sowohl von der Kontaktquarantäne als auch von der Reisequarantäne ausgenommen werden. Der Bundesrat schickt diese Vorschläge nun bei den Kantonen, den zuständigen Parlamentskommissionen und den Sozialpartnern in Konsultation.[158]
  • Per 12. Mai 2021 nahm der Bundesrat verschiedene technische Anpassungen in den COVID-19-Verordnungen vor. Gründe sind neue wissenschaftliche Erkenntnisse und sommerliche Aktivitäten. Neu gelten Personen, die sich mit SARS-CoV-2 ansteckten und danach genasen, während sechs statt wie bisher drei Monaten nicht mehr als besonders gefährdete Personen. Im Hinblick auf die Badesaison wird für Badeanstalten die Möglichkeit geschaffen, für gewisse Teile des Aussenbereichs Ausnahmen von der Maskenpflicht vorzusehen. Für Reisende, die aus einem Staat oder Gebiet einreisen, in dem eine «besorgniserregende SARS-CoV-2-Variante» verbreitet ist, werden die Ausnahmen von der Test- und Quarantänepflicht bei der Einreise in die Schweiz eingeschränkt. Die Krankenversicherer erhalten neu die Kompetenz, die Kosten der zu viel bezogenen Selbsttests direkt bei der versicherten Person zurückzufordern.[158]
  • Per 19. Mai 2021 stimmte der Bundesrat einem bis Ende 2022 befristeten Förderprogramm zur Entwicklung und Herstellung von Covid-19-Arzneimitteln im Umfang von 50 Millionen Franken zu und legte die grundlegenden Kriterien für die Investitionen des Bundes fest. So sollen die geförderten Arzneimittel den Patienten mit grosser Wahrscheinlichkeit bis Ende 2022 zugänglich gemacht werden können. Bezüglich Covid-19-Impfstoffen will der Bundesrat auch über das Jahr 2022 hinaus hauptsächlich auf Reservations- und Pandemieverträge setzen und wird zu diesem Zweck den Kontakt zu den Herstellern von mRNA-Impfstoffen weiter vertiefen.[159]
  • Per 26. Mai 2021 verabschiedete der Bundesrat einen weiteren Öffnungsschritt, der per Montag, 31. Mai 2021, erfolgen wird. Der Bundesrat geht hierbei weiter als in der Konsultation vorgeschlagen, insbesondere bei den Veranstaltungen (neu gilt in Innenräumen eine Limite von 100 anstatt 50 Personen und draussen eine von 300 statt 100 Personen), den privaten Treffen (neu gilt eine Limite von 30 anstatt 10 Personen in Innenräumen und eine von 50 anstatt 15 draussen) sowie den Restaurants (Tische im Innern können wieder besetzt werden, maximal vier Personen pro Tisch, Erhebung der Kontaktdaten aller Gäste und Sitzpflicht. Auf der Terrasse sind neu Sechsertische möglich. Die Sperrstunde zwischen 23 und 6 Uhr wird aufgehoben. Am Tisch muss keine Maske getragen werden. Für das Personal gilt weiterhin eine Maskenpflicht.). Zudem sind neu nicht nur Genesene, sondern auch Geimpfte von der Quarantäne ausgenommen. Das nächste Öffnungspaket, das ab dem 1. Juli 2021 gelten soll, schickt der Bundesrat voraussichtlich am 11. Juni in Konsultation und wird darüber am 23. Juni entscheiden.[160]

Juni 2021

  • Per 23. Juni 2021 verabschiedete der Bundesrat einen weiteren Öffnungsschritt, der per Samstag, 26. Juni 2021, gelten wird. Dieser Öffnungsschritt geht insbesondere in folgenden Punkten weiter als die Konsultationsvorlage: Keine Homeoffice-Pflicht, stattdessen gilt eine Homeoffice-Empfehlung; keine Beschränkung der Anzahl Gäste pro Tisch in Restaurants; keine Beschränkungen der Kapazität und Anzahl Personen sowie keine Maskenpflicht bei Grossveranstaltungen – allerdings mit «COVID-Zertifikat» –; keine Masken- und Abstandspflicht bei kulturellen und sportlichen Aktivitäten sowie keine Unterscheidung zwischen Profis und Laien; keine Beschränkung für Präsenzveranstaltungen an Universitäten, Fachhochschulen und in der Weiterbildung. Die Maskenpflicht in Aussenbereichen von öffentlich zugänglichen Einrichtungen, Freizeitbetrieben und Restaurantterrassen wird aufgehoben. In Innenbereichen gilt weiterhin eine generelle Maskenpflicht. An der Arbeit wird die generelle Maskenpflicht ebenfalls aufgehoben. Die Schutzdauer von in der Schweiz zugelassenen Impfstoffen für vollständig geimpfte Personen wird auf zwölf Monate verlängert. Für Einreisen aus dem Schengen-Raum wird grundsätzlich die Quarantänepflicht aufgehoben.[161]
  • Per 30. Juni 2021 legte der Bundesrat die Planung für die kommenden Monate vor und hielt verschiedene Szenarien zum weiteren Vorgehen in einem Bericht fest. Im Szenario 1 bleiben die Fallzahlen auf einem niedrigen Niveau, können saisonal bedingt etwas steigen, führen aber nicht zu einer nennenswerten Belastung des Gesundheitswesens. Die noch bestehenden Massnahmen könnten somit aufgehoben werden. Im Szenario 2 kommt es zu einem Anstieg der Fallzahlen spätestens im Herbst oder Winter, beispielsweise aufgrund saisonaler Effekte oder dem Auftreten neuer Virusvarianten. Eine Weiterführung oder Wiedereinführung gewisser staatlicher Basismassnahmen soll deswegen legitimiert werden. Im Szenario 3 treten neue Virusvarianten auf, wogegen die bisherige Impfung nicht schützt. Dies könnte zu einer neuen, pandemischen Welle führen, was ein starkes staatliches Eingreifen und eine neue Impfung erforderlich machte.[162]

Juli 2021

  • Per 16. Juli 2021 schloss das Bundesamt für Gesundheit auf Empfehlung der «Swiss-National-COVID-19-Taskforce» mit dem Unternehmen GlaxoSmithKline AG einen Vertrag für die Reservation von einem Arzneimittel zur Behandlung von Covid-19 ab. Es handelt sich um 3'000 Dosen des monoklonalen Antikörpers Sotrovimab, welcher von GlaxoSmithKline in Partnerschaft mit dVIR Biotechnology entwickelt wurde.[163]
  • Per 19. Juli 2021 beschloss der Bundesrat, ein Programm zur Förderung von Forschung, Entwicklung und Herstellung von Covid-19-Arzneimitteln einzuführen. Das Ziel ist, einen Beitrag zur sicheren und raschen Versorgung mit innovativen Covid-19-Arzneimitteln zu leisten. Diese Medikamente sollten spätestens bis Ende 2022 erhältlich sein. Zulässige Unternehmen, Hochschulen und Spitäler können ihre Projekte bis zum 16. August 2021 auf der Website von Innosuisse einreichen. Das Programm wird mit 50 Mio. Franken finanziert und ist bis Ende 2022 befristet.[164]

August 2021

  • Per 11. August 2021 beschloss der Bundesrat – entgegen früheren Beschlüssen –, die geltenden «Corona»-Massnahmen aufrechtzuerhalten. Die Rückkehr zur «Normalität» sei abhängig von einer massiven Erhöhung der Anzahl Personen, die sich impfen lassen; da die Impfquote aktuell 56 % (1. Impfdosis), bzw. 50 % (1. und 2. Impfdosis) betrage.[165] Ab dem 1. Oktober 2021 soll das Testen von Personen ohne Symptome nicht mehr kostenlos sein; konkret: Nicht geimpfte und nicht genesene Personen, die an einem zertifikatspflichtigen Anlass teilnehmen wollen, müssen ab 1. Oktober 2021 den Test selber bezahlen oder sich inzwischen impfen lassen. Der Bundesrat schickte diese Anpassungen in die Vernehmlassung und sollte seinen Entscheid am 25. August 2021 treffen.[166] Nun wird der Entscheid am 24. September 2021 erwartet.[167]
  • Per 11. August 2021 beschloss die humanitäre Hilfe des Bundes, Vietnam in der Covid-19-Pandemie zu unterstützen und schickt 30 Beatmungsgeräte, 500'000 Antigentests sowie 280'000 medizinische Schutzmasken. Die Kosten der Hilfsgüterlieferung belaufen sich auf rund 5 Millionen Franken. Der Bund schickte diesbezüglich bereits Hilfsgüter nach Indien (6. Mai 2021), Nepal (21. Mai 2021), Sri Lanka (7. Juni 2021), in die Mongolei (12. Juli 2021), nach Tunesien (16. Juli 2021), Indonesien (24. Juli 2021) und Thailand (28. Juli 2021).[168]
  • Per 25. August 2021 beschloss der Bundesrat vorsorglich eine Verstärkung der Massnahmen gegen die Ausbreitung des «Coronavirus» bis zum 30. August 2021 bei den Kantonen und Sozialpartnern in Konsultation zu geben. Im Zentrum steht die Ausweitung der Zertifikatspflicht auf Innenbereiche von Restaurants, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie auf Veranstaltungen im Innern. Nicht geändert werden sollen zudem die bekannten Hygiene- und Abstandsempfehlungen, die Quarantäneregeln sowie die generelle Maskentragpflicht in öffentlich zugänglichen Innenräumen, Läden und im öffentlichen Verkehr.[169] Der Bundesrat entschied am 25. August 2021 zudem über eine Anpassung der nationalen Teststrategie: bestimmte repetitive Tests (in Gesundheitseinrichtungen, Schulen, Ausbildungseinrichtungen, Universitäten, kinderbetreuenden Einrichtungen, Unternehmen) werden demnach weitergeführt. Antigen-Schnelltests für asymptomatische Personen sind ab dem 1. Oktober vom Bund nicht mehr zu vergüten, mit Ausnahmen für Personen mit Symptomen sowie Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren.[170] Testkosten für das «Covid-Zertifikat» sollen ab dem 1. Oktober nicht mehr vom Bund übernommen werden.[169] Definitiv darüber entscheiden wird der Bundesrat aber erst am 24. September 2021.[167]

September 2021

  • Per 1. September 2021 wurde der Bundesrat von den Kantonen mehrheitlich bezüglich einer allfälligen Ausweitung der Zertifikatspflicht unterstützt. Auch eine Mehrheit der Sozialpartner sowie der konsultierten Organisationen aus Sport, Kultur und Messeveranstaltern unterstützen die Pläne des Bundesrats. Von verschiedenen Organisationen wird gefordert, dass der Bund die Tests für das Zertifikat auch weiterhin bezahlt. Der Bundesrat traf allerdings noch keinen Entscheid.[171]
  • Am 3. September 2021 entschied das Bundesgericht, dass die vom Kanton Bern erlassene Höchstgrenze von 15 Personen bei politischen Kundgebung unverhältnismässig und damit bundesrechtswidrig war.[172]
  • Am 8. September 2021 entschied der Bundesrat, dass ab dem 13. September 2021 im Innern von Restaurants und Bars, von Kultur- und Freizeiteinrichtungen (Museen, Bibliotheken, Zoos, Fitnesscenter, Kletterhallen, Hallenbäder, Aquaparks, Billardhallen, Casinos) sowie in Innenräumen bei Veranstaltungen für Personen ab 16 Jahren eine «Covid-Zertifikatspflicht» gelten soll. Diese Massnahme ist maximal bis zum 24. Januar 2022 befristet, könnte auch früher aufgehoben werden. Gäste ohne Zertifikat in Einrichtungen oder an Veranstaltungen mit Zertifikatspflicht können mit 100 Franken gebüsst werden. Arbeitgeber dürfen das Vorliegen eines Zertifikats bei ihren Arbeitnehmern nur dann überprüfen, wenn es dazu dient, angemessene Schutzmassnahmen festzulegen oder Testkonzepte umzusetzen. Kantone und Hochschulen sind befugt, eine Zertifikatspflicht für das Bachelor- und Masterstudium einzuführen. Der Bundesrat schickte des Weiteren zwei Vorlagen in Konsultation: zur Einreise von nicht-genesenen und nicht-geimpften Personen sowie zum Zugang zum Schweizer «Covid-Zertifikat» für Personen, die im Ausland geimpft wurden.[173]
  • Am 17. September 2021 beschloss der Bundesrat, dass ab Montag, 20. September 2021, Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, bei der Einreise einen negativen Test – Antigen- oder PCR-Test – vorweisen müssen. Nach vier bis sieben Tagen wird ein weiterer, in der Schweiz durchgeführter Test verlangt, der kostenpflichtig ist. Alle Einreisenden – geimpfte, genesene und negativ getestete Personen – müssen zudem das Einreiseformular (Passenger Locator Form, SwissPLF) ausfüllen. Von der Test- und Formularpflicht ausgenommen sind Personen, die ohne Zwischenhalt durch die Schweiz reisen, wer beruflich Güter oder Personen befördert, Grenzgänger und Personen, die aus Grenzgebieten einreisen sowie Kinder unter 16 Jahren. Ab dem 20. September können alle Personen, die mit einem von der European Medicines Agency zugelassenen Impfstoff im Ausland geimpft sind und die in der Schweiz Wohnsitz haben oder in die Schweiz einreisen, ein Schweizer «Covid-Zertifikat» erlangen.[174]
  • Am 24. September 2021 wird der Bundesrat u. a. darüber entscheiden, ob die Tests weiterhin kostenlos bleiben. Im Vorfeld haben sich, mit Ausnahme der FDP, bereits alle Parteien gegen eine Kostenpflicht ausgesprochen.[167] Vorerst bleiben die Tests bis am 10. Oktober 2021 kostenlos.[175]

Oktober 2021

  • Am 20. Oktober 2021 beschloss der Bundesrat, dass der Zugang zum «Covid-Zertifikat» für die Benutzung im Inland erleichtert werden soll; insbesondere für genesene Personen. Künftig sollen sogenannte «Schweizer Covid-Zertifikate» auch für Personen ausgestellt werden, die einen aktuellen positiven Antikörpertest vorlegen können. Personen, die sich aus medizinischen Gründen weder impfen noch testen lassen können, sollen künftig auch ein maschinenlesbares «Schweizer Covid-Zertifikat» mit einer Gültigkeitsdauer von 365 Tagen erhalten. Die Konsultation dazu läuft bis am 26. Oktober, am 3. November will der Bundesrat entscheiden. Der Bundesrat führte zudem eine Diskussion über eine teilweise Aufhebung der Zertifikatspflicht, will die geltende Zertifikatspflicht allerdings vorerst beibehalten und die Situation Mitte November 2021 neu beurteilen.[176]
  • Am 27. Oktober 2021 beschloss der Bundesrat, dass die aktuelle Covid-19-Verordnung 3 angepasst werden müsse. Gemäss Heilmittelgesetz dürfen Arzneimittel in der Schweiz nur dann befristet zugelassen werden, wenn im Land kein gleichwertiges Arzneimittel zugelassen und verfügbar ist. Aktuell steht bei den Covid-19-Impfstoffen jedoch die Voraussetzung im Heilmittelrecht entgegen, weswegen eine entsprechende Ausnahmeregelung eingefügt wurde. Zudem verlängerte der Bundesrat die ausserordentlichen Regelungen von Versammlungen von Gesellschaften bis Ende 2022. Auch verlängerte er die Massnahmen zum Schutz von besonders gefährdeten Arbeitnehmern bis Ende Jahr. Diese beinhalten Vorgaben für die Beschäftigung solcher Personen und regeln insbesondere den Fall, in dem ein besonders gefährdeter Arbeitnehmer unter Lohnfortzahlung von der Arbeitspflicht zu befreien ist.[177]

November 2021

  • Am 3. November 2021 beschloss der Bundesrat die Einführung eines «Schweizer Covid-Zertifikats». Damit kann die Gültigkeitsdauer des «Covid-Zertifikats» für genesene Personen im Inland auf zwölf Monate verlängert werden. Weiterhin wird genesenen Personen empfohlen, sich ab vier Wochen nach der Infektion einmal impfen zu lassen. Zudem können auch Personen mit einem aktuellen positiven Antikörper-Test ein «Schweizer Covid-Zertifikat» erhalten, welches 90 Tage und nur in der Schweiz gültig ist. Nach Ablauf dieser 90 Tage kann die betroffene Person einen weiteren Antikörpertest durchführen lassen. Personen, die sich aus medizinischen Gründen weder impfen noch testen lassen können, erhalten ab Mitte Dezember 2021 – auf Antrag – ein «Schweizer Covid-Zertifikat», das 365 Tage gültig ist. Der Bundesrat beschloss zudem, dass auch die Auffrischimpfung kostenlos ist und die Testkosten für Erstgeimpfte auch nach Ende November während sechs Wochen nach der Erstimpfung vom Bund übernommen werden.[178]
  • Am 24. November 2021 beschloss der Bundesrat angesichts der aktuell relativ tiefen Belastung der Intensivpflegestationen mit Covid-19-Patienten, dass eine schweizweite Verschärfung der Massnahmen derzeit nicht angezeigt ist. Er hält an der Vereinbarung mit den Kantonen fest, wonach diese bei regional unterschiedlicher Entwicklung der Pandemie allenfalls notwendige Massnahmen ergreifen. Schliesslich weist der Bundesrat auf die hohe Bedeutung der Basismassnahmen hin und fordert die Bevölkerung auf, diese konsequent umzusetzen. Dazu gehören Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, regelmässiges Lüften von Innenräumen, Handhygiene, Abstandhalten und Testen bei Symptomen.[179]
  • Am 26. November 2021 beschloss der Bundesrat, dass aufgrund der neu entdeckten Virusvariante B.1.1.529 – welche mehr Mutationen aufweist, als der Wissenschaft von anderen Varianten bekannt sind und von der WHO als besorgniserregend eingestuft wurde – alle direkten Flüge aus der Region des südlichen Afrikas verboten werden. Bei der Einreise aus der Region Südafrika, aus Hongkong, Israel und Belgien müssen zudem alle Personen einen negativen «Covid-19-Test» vorlegen und sich für zehn Tage in Quarantäne begeben. Eine Einreise aus diesen Ländern ist für Personen, die nicht Schweizer Bürger sind oder über eine Aufenthaltsgenehmigung in der Schweiz oder im Schengenraum verfügen, nicht mehr möglich.[180]
  • Am 30. November 2021 erkannte der Bundesrat an einer ausserordentlichen Sitzung, dass der Kenntnisstand über die neue Virusvariante Omikron noch tief ist. Die Kombination der derzeit hohen Viruszirkulation und der neuen Variante könne für die Schweiz problematisch sein, weshalb der Bundesrat deshalb entschied, vorsorglich eine Konsultation zu verstärkten Massnahmen zu starten. Bis am 1. Dezember 2021 werden die Kantone, die Sozialpartner sowie zuständigen Parlamentskommissionen konsultiert. Für alle Innenbereiche von öffentlich zugänglichen Betrieben und Einrichtungen mit Zertifikatspflicht – einschliesslich der zertifikatspflichtigen Veranstaltungen im Innern – soll zusätzlich eine Maskenpflicht eingeführt werden. Die Zertifikatsplicht soll auf alle öffentlich zugänglichen Veranstaltungen in Innenräumen und auf alle sportlichen und kulturellen Aktivitäten von Laien in Innenräumen ausgeweitet werden. Auch bei privaten Treffen im Familien- und Freundeskreis in Innenbereichen soll künftig ab 11 Personen eine Zertifikatspflicht gelten. Des Weiteren soll die Zertifikatspflicht bei Veranstaltungen im Freien auf Veranstaltungen ab 300 Teilnehmer (aktuell ab 1'000 Teilnehmer) ausgeweitet werden. Alle Schulen der obligatorischen Schulen und der Sekundarstufe II sollen verpflichtet werden, repetitive Tests anzubieten. Die «Covid-19-Verordnung» soll so angepasst werden, dass PCR-Tests nicht mehr 72 Stunden, sondern nur noch 48 Stunden gültig sind. Die Gültigkeitsdauer der Antigen-Schnelltests wird von 48 Stunden auf 24 Stunden reduziert. Die Massnahmen sollen bis am 24. Januar 2022 befristet sein.[181]

Dezember 2021

  • Am 3. Dezember 2021 beschloss der Bundesrat, dass per 6. Dezember 2021 die Zertifikats- und Maskenpflicht ausgeweitet, die Home-Office-Empfehlung verstärkt sowie die Gültigkeit von Antigen-Schnelltests verkürzt wird. Die Zertifikatsplicht gilt neu in Innenräumen für alle öffentlichen Veranstaltungen sowie für alle sportlichen und kulturellen Aktivitäten von Laien. Zudem gilt neu bei Veranstaltungen im Freien bereits ab 300 Teilnehmer eine Zertifikatspflicht. Eine Maskenpflicht gilt drinnen neu überall dort, wo eine Zertifikatspflicht gilt; ausser bei privaten Treffen. Wo Maskentragen nicht möglich ist, gelten deshalb Ersatzmassnahmen: eine Sitzpflicht für die Konsumation im Restaurant oder das Erheben der Kontaktdaten bei Kultur- und Sportaktivitäten wie Chorproben oder Hallentrainings. Ausserdem erhalten zertifikatspflichtige Veranstaltungen und Einrichtungen die Möglichkeit, den Zutritt auf geimpfte und genesene Personen zu beschränken und damit auf die Maskenpflicht zu verzichten. Die neuen Massnahmen sind bis am 24. Januar 2022 befristet. Zudem gilt bei der Einreise eine verschärfte Testpflicht. Dafür werden ab 4. Dezember 2021 alle Länder von der aktuellen Quarantäneliste gestrichen.[182]

Kantone

Auf Bundesebene wurden vor dem 16. März 2020 nur Veranstaltungen ab 100 bzw. 50 Teilnehmer geregelt. Kleinere Veranstaltungen lagen im Verantwortungsbereich der Kantone. Die Kantone konnten jeweils eigene Regelungen erlassen und das Notrecht auf kantonaler Ebene ausrufen.[183] Am 16. März 2020 erklärte der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemiengesetz. Ab dann galten in der ganzen Schweiz die gleichen Regeln.

März 2020

Per 11. März 2020 rief der Kanton Tessin auf Basis von Artikel 40 des Epidemiengesetzes den Notstand aus: Theater, Kinos, Schwimmbäder, Diskotheken, Sportzentren, Gymnasien, Berufsschulen und die Fachhochschule wurden geschlossen. Anlässe mit mehr als 50 Personen wurden verboten.[184] Per 13. März verlängerte der Kanton Freiburg das nationale Verbot des Präsenzunterrichts bis Ende April 2020.[185][186] Per 13. März verbot der Kanton Bern Besuche in Altersheimen und Spitälern (mit Ausnahmen).[187] Per 16. März mussten im Kanton Graubünden u. a. alle Restaurationsbetriebe (Restaurants, Bars, Bistros, Cafés, Snack-Bars, Besenbeizen etc.) den Betrieb einstellen.,[188] Ähnliche Massnahmen wurden in den Kantonen Jura[189] Neuenburg[190] und Basel-Landschaft[191] beschlossen.[192] Per 19. März verhängte der Kanton Uri eine Ausgangsbeschränkung für alle über 65-Jährigen. Diese durften ihr Haus oder ihre Wohnung nicht verlassen; ausgenommen waren Arztbesuche, Bestattungen im engsten Familienkreis oder Personen in «systemrelevanten Funktionen» des Gesundheitswesens. Martin Dumermuth vom Bundesamt für Justiz bewertete dieses Verbot in der Pressekonferenz vom 21. März als nicht zulässig. Er gehe davon aus, dass der Kanton die Sperre wieder zurücknehme.[193] Per 23. März wurden die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten, bis voraussichtlich am 29. März 2020, verboten.[194]

Juli 2020

Ab Ende Juni wurden die Kantone wieder vermehrt in die Pflicht genommen. Verschiedene Kantone führten daraufhin strengere Regeln ein. Im Kanton Tessin wurde die maximale Anzahl der Gäste in Nachtclubs und Diskotheken vom 3. Juli bis zum 19. Juli von 300 auf 100 heruntergesetzt; zudem wurden Menschenansammlungen von mehr als 30 Personen verboten.[195] Im Kanton Zürich galt seit dem 3. Juli in Nachtclubs Ausweispflicht, zudem mussten die Telefonnummern der Gäste erfasst und überprüft werden.[196] Im Kanton Luzern mussten seit dem 4. Juli in Clubs und Barbetrieben mit Tanzmöglichkeiten, in denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können, die Gäste zweifelsfrei identifiziert und erfasst werden. Bei mindestens 20 % der Gäste mussten zudem die Telefonnummern verifiziert werden.[197] Seit dem 6. Juli galt in allen Kantonen für Personen ab 12 Jahren eine «Maskentragepflicht» in öffentlichen Verkehrsmitteln.[196] Im Kanton Jura galt seit dem 7. Juli für zwei Monate eine «Maskentragepflicht» in Einkaufsgeschäften für Personen ab 12 Jahren.[197] Im Kanton Waadt galt seit dem 8. Juli eine «Maskentragepflicht» in Geschäften, in denen sich mehr als zehn Personen gleichzeitig aufhalten.[197] Im Kanton Schaffhausen musste seit dem 8. Juli bis zum 16. August am Eingang von Bars und Clubs die Identität und die Telefonnummern der Gäste erfasst und überprüft werden.[198] Die Kantone Aargau, beider Basel und Solothurn senkten die maximale Besucherzahl für Restaurants und Veranstaltungen, bei denen die Abstandsregeln nicht eingehalten werden können und keine «Maskentragepflicht» vorgesehen ist, von bisher 300 auf 100 Personen. Diese Massnahme trat per 9. Juli 2020 in Kraft und galt bis zum 16. August (AG), bzw. 31. August (SO, BL, BS).[197] Im Kanton Genf galt seit dem 28. Juli eine «Maskentragepflicht» in allen Geschäften.[199]

September 2020

Per 3. September wurde im Kanton Solothurn eine «Maskentragepflicht» in vielen öffentlichen Geschäften eingeführt.[200]

Oktober 2020

Per 12. Oktober wurde die «Maskentragepflicht» in öffentlich zugänglichen Räumen im Kanton Bern eingeführt.[201] Per 16. Oktober beschloss der Kanton Bern, die maximale Anzahl Gäste in Clubs, Bars und Diskotheken von 300 auf 100 zu reduzieren.[202] Per 17. Oktober beschloss der Kanton Luzern eine «Maskentragpflicht» in öffentlich zugänglichen Räumen.[203] Per 19. Oktober beschloss der Kanton Bern, Grossveranstaltungen mit mehr als 1'000 anwesenden Personen zu verbieten.[204] Per 22. Oktober galt im Kanton Wallis u. a. ein Verbot von Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen. Unterhaltungs- und Freizeiteinrichtungen wurden geschlossen.[205] Per 23. Oktober wurden im Kanton Freiburg u. a. alle Diskotheken und Freizeitbetriebe wie Casinos, Billardhallen und Bowlinghallen geschlossen. Versammlungen von mehr als 10 Personen wurden verboten.[206] Per 24. Oktober verbot der Kanton Bern u. a. Veranstaltungen mit mehr als 15 Personen; Unterhaltungs- und Freizeiteinrichtungen wurden geschlossen.[207] Ebenfalls per 24. Oktober beschloss der Kanton Luzern eine «Maskentragpflicht» an Arbeitsplätzen in Innenräumen (ausgenommen Arbeitsplätze mit genügend Abstand bzw. Schutzmassnahmen) sowie in geschlossenen Privat- und Transportfahrzeugen (ausgenommen Personen, die im selben Haushalt leben). Zudem wurde die Schliessung der Restaurationsbetriebe zwischen 23 und 6 Uhr, ein Besuchsverbot in Spitälern und Alters- und Pflegeheimen, und die Schliessung der Erotik- und Sexbetriebe verordnet.[208]

November 2020

Per 2. November wurden im Kanton Neuenburg private und öffentliche Versammlungen in Innen- oder Aussenräumen – bis auf einige Ausnahmen – auf fünf Personen begrenzt.[209] Ebenfalls per 2. November beschränkte der Kanton Jura Versammlungen auf fünf Personen und ordnete die Schliessung aller Bars und Restaurants sowie weiterer öffentlicher Infrastruktur wie Museen, Bibliotheken, Kinos an.[210] Auch im Kanton Genf mussten per 2. November alle Bars, Restaurants und nicht essentiellen Geschäfte schliessen, dies mindestens bis zum 29. November 2020. Mit einigen Ausnahmen wurden private oder öffentliche Versammlungen von mehr als fünf Personen verboten (sowohl in Innenräumen wie auch draussen).[211] Per 4. November mussten im Kanton Neuenburg alle Diskotheken, Nachtclubs, Restaurants, Bars und Pubs schliessen. Hotels waren von diesem Entscheid ausgenommen. Unterhaltungs- und Freizeiteinrichtungen wurden ebenso geschlossen.[212] Auch im Kanton Waadt mussten per 4. November alle Bars, Restaurants, Nachtclubs, Spielhallen und weitere Freizeitbetriebe geschlossen werden. Homeoffice wurde für alle Betriebe zur Pflicht, sofern dies möglich war.[213] Per 23. November mussten alle Bars, Restaurants, Nachtklubs, Spielhallen und weitere Freizeitbetriebe im Kanton Basel-Stadt geschlossen werden.[214] Per 30. November mussten im Kanton Bern alle Restaurationsbetriebe bereits um 21 Uhr schliessen. Zudem wurde die maximale Anzahl Gäste auf 50 Personen beschränkt.[215]

Dezember 2020

Per 4. Dezember wurden im Kanton Graubünden Versammlungen und Veranstaltungen mit mehr als zehn Personen verboten; Restaurations-, Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe geschlossen sowie eine Maskenpflicht auf dem gesamten Schulareal von öffentlichen und privaten Schulen – mit Ausnahme von Kindergärten und Primarschulen – eingeführt.[216] Per 6. Dezember wurden im Kanton Schaffhausen Veranstaltungen mit mehr als 15 Personen verboten; verschiedene Institutionen und Freizeiteinrichtungen geschlossen und die Regelung für private Treffen verschärft.[217] Per 6. Dezember wurde die Primarschule Neu-Allschwil im Kanton Basel-Landschaft geschlossen.[218] Per 9. Dezember wurden in den Kantonen Thurgau und Tessin zusätzliche Massnahmen beschlossen.[219][220] Per 10. Dezember wurden im Kanton Zürich zusätzliche Massnahmen beschlossen.[221] Per 12. Oktober beschloss der Kanton Luzern die Schliessung der meisten Unterhaltungs- und Freizeiteinrichtungen, ein Verbot aller Angebote von Sexarbeit sowie die Einstellung des eigenfinanzierten ÖV-Nachtnetz-Angebots.[222] Per 18. Dezember wurde im Kanton Bern politische und zivilgesellschaftliche Kundgebungen auf 15 Personen beschränkt.[223] Um Demonstrationen zu verhindern, war die Kantonspolizei Bern am 19. Dezember mit einem Grossaufgebot auf Bundesplatz präsent.[224] Ende Dezember verordneten mehrere Kantone die Schliessung von Skigebieten.[225] Vor allem traf dies auf Kantone der Inner- und der Ostschweiz zu.[226]

Januar 2021

Im Kanton Zürich galt per 25. Januar bis Ende Februar 2021 für die Schüler ab der 4. Klasse der Primarstufe auf dem Schulareal, in den Schulgebäuden und im Unterricht eine «Maskentragpflicht».[227]

Februar 2021

Per 10. Februar wurde im Kanton Bern die «Maskentragpflicht» auf die Schüler im fünften und sechsten Schuljahr der Primarstufe erweitert.[228]

Juni 2021

Per 3. Juni hob das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich die im Kanton Zürich geltende «Maskenpflicht» an Primarschulen auf. Auf die Maskentragpflicht an den Oberstufen hat dieser Entscheid allerdings keinen Einfluss.[229]

August 2021

Per 23. August wurde bei den Sekundarstufen I und II im Kanton Schaffhausen wieder eine Maskenpflicht in Innenräumen eingeführt.[230]

Risikogebiete

Da in fast allen Regionen der Welt das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 bestünde, definierte das BAG vom 9. März bis zum 30. Juni 2020 keine Gebiete als Risikogebiete.[231] Ab 1. Juli 2020 wurden eine Zeitlang wieder laufend Listen mit «Staaten mit erhöhtem Ansteckungsrisiko» veröffentlicht (siehe oben), auf die später wieder verzichtet wurde.

Auswirkungen

Wirtschaft

  • Die Börsen weltweit erlebten am 9. März einen «Schwarzen Montag» und brachen stark ein. Der Swiss Market Index SMI verlor 5,6 % und der Dow Jones 7,8 %.[232][233] Der SMI lag am 19. Februar bei 11'263 Punkten und verlor bis zum Tiefststand am 23. März bei 8'161 Punkten 27,5 % an Wert. Danach erholte er sich wieder bis vor Ostern am 9. April auf 9'452 Punkte, was einem Jahresverlust von 11 % entspricht. Trotz der grossen Verluste hat sich der SMI im internationalen Vergleich noch relativ gut gehalten.[234]
  • Der weltweite Lockdown hatte auch gravierende Auswirkungen auf die Schweizer Tourismus-Branche. Die Skisaison 2020 musste auf Geheiss des Bundesrates am 14. März in allen Skigebieten beendet werden.[235] Mit Ausnahme von wenigen zur Erschliessung von Siedlungen notwendigen Bahnen mussten alle touristischen Bergbahnen ihren Betrieb einstellen. Der Branchenverband «Seilbahnen Schweiz» bezifferte die Ertragseinbussen am 22. April auf bislang über 300 Millionen Franken.[236] Der Branchenverband hoffte, dass die Bergbahnen ab der Lockerungsetappe vom 8. Juni wieder fahren dürfen. Der Markt mit Touristen aus Übersee, insbesondere auch aus Asien, ist abrupt zusammengebrochen. Die Marketingorganisation Schweiz Tourismus hoffte auf die ersten Reisenden aus den USA im Herbst. Als Folge der Reisebeschränkungen innerhalb von Europa sollten viele Schweizer die Sommerferien im eigenen Land verbringen.[237] Auch auf Feriengäste aus dem nahen Ausland, die auf dem Landweg einreisen könnten, hoffte die Tourismus-Branche. «Schweiz Tourismus» rechnete in den folgenden zwölf Monaten mit einem Umsatzrückgang der Tourismus-Branche in der Schweiz von mindestens 20 bis 30 Prozent.[238]
  • Stand 7. April 2020 gingen schweizweit bereits Gesuche für Kurzarbeit von 1,5 Mio. Personen ein. Dies entspricht rund 30 % der Erwerbstätigen. Im Tessin sind rund 45 % der Erwerbspersonen von Kurzarbeit betroffen. Jeden Werktag verloren rund 1'900 Personen in der Schweiz ihren Job. Die Arbeitslosenquote stieg im März von 2,5 % auf 2,9 %.[239]
  • Gemäss Informationen des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO vom 11. April 2020 verschlechterte sich die Lage der Schweizer Wirtschaft wesentlich stärker als zu Beginn der «Coronakrise» erwartet. Der Schweizer Wirtschaft fielen bisher 25 % der Produktivität weg. Je nach Branche sind verschieden grosse Verluste der Produktivität zu verzeichnen, beim Gastgewerbe über 80 %, beim Detailhandel und der Transportbranche 50–60 %.[240]
  • Am 23. April teilte das SECO seine neuen, stark nach unten korrigierten Konjunkturprognosen 2020 mit. Die Bundesökonomen gingen davon aus, dass das BIP im laufenden Jahr um 6,7 % sinken werde. Dies entspricht rund 90 Milliarden Franken an Wirtschaftsleistung. Das wäre eine ähnlich starke Rezession wie während der Erdölkrise von 1975/1976.[241] Gemäss provisorischen Ergebnissen ging das reale BIP 2020 um 2,9 % zurück und damit deutlich stärker als 2009 in der Finanzkrise (−2,1 %).[242]
  • Die Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss sowie flugnahe Betriebe an den Landesflughäfen sollten zur Überbrückung von Liquiditätsengpässen Bundes-Garantien von insgesamt 1,9 Milliarden Franken erhalten. Dies beschloss der Bundesrat am 29. April 2020. Die Luftfahrt ist für die Exportnation Schweiz von grosser Wichtigkeit, so werden wertmässig rund 50 % der Exporte per Luftfracht abgewickelt.[243] Direktverbindungen in alle Welt sind ausserdem ein wichtiger Standortvorteil. Die gewährten Garantien wurden von verschiedenen Seiten aus verschiedenen Gründen kritisiert: Ein dem marktliberalen Thinktank Avenir Suisse nahe stehender Forscher störte sich beispielsweise daran, dass vor der Rettung durch den Staat nicht genügend auf die Nutzung privatwirtschaftlicher Optionen gepocht worden sei. Der Lufthansa-Konzern verpflichtete sich zwar, bis auf Weiteres keine Dividenden von ihrer Tochter Swiss zu beziehen, trotzdem wurde kritisiert, dass noch zu wenig über weitere Garantien – insbesondere betreffend der Mitarbeiterzahl oder des Streckennetzes aus der Schweiz heraus – bekannt sei. Aus politisch linken Kreisen wurde kritisiert, dass der Bundesrat den Klimaschutz bei der Rettung der Luftfahrt nicht beachtet hätte. Für die Grüne Partei der Schweiz und die Klimastreik-Bewegung ist es unverständlich, dass eine Unterstützung nicht mit Klima-Auflagen verknüpft würde.[244][245]
  • In einem Interview in der SonntagsZeitung vom 10. Mai 2020 zeichnete Thomas Jordan, Präsident der Schweizerischen Nationalbank SNB, ein düsteres Bild der Schweizer Wirtschaft. Deren Aktivität entspreche derzeit nur etwa 70 bis 80 % des normalen Niveaus. Dadurch entstünden Kosten von 11 bis 17 Milliarden Franken pro Monat. Die SNB setze am Devisenmarkt alles daran, um mit Interventionen den Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken zu verringern. Der Franken gelte auch in dieser Krise bei Anlegern als sicherer Hafen. Die SNB habe noch weiteren Spielraum und sehe ihre Rolle darin, die Wechselkurse und das Zinsniveau auf einem für die Schweiz adäquaten Niveau zu halten. Ausserdem helfe die SNB, die Kreditversorgung der Schweizer Wirtschaft sicherzustellen. Thomas Jordan geht davon aus, dass die Schweiz noch Jahre an den Kosten der «Coronakrise» zu kauen habe.[246]
  • Selbständig Erwerbende haben gemäss COVID-19-Verordnung Anspruch auf Erwerbsausfall-Entschädigung. Viele Selbständige erhielten von ihren Ausgleichskassen Verfügungen mit kleinen Beträgen – zwei bis drei Franken pro Tag waren keine Seltenheit –, wie die Sendung «Kassensturz» von SRF am 19. Mai 2020 berichtete. Erwartet hatten die Selbständigen eine Entschädigung von 60 bis 80 Franken pro Tag. Die Ausgleichskassen berechneten die Entschädigungen nicht auf Basis des tatsächlichen, bzw. versteuerten Einkommens, sondern auf Basis des sogenannten hinterlegten Einkommens, das durch alle Selbständigen zu Beginn ihrer Tätigkeit gegenüber der AHV-Ausgleichskasse deklariert wird. Die Ausgleichskassen erstellen jährlich eine provisorische Akontorechnung. Diese wird korrigiert, sobald die Daten vom Steueramt mit dem tatsächlichen zu versteuernden Einkommen vorliegen. Das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) wies die Ausgleichskassen in einem Kreisschreiben an, beim Corona-Erwerbsersatz der Einfachheit halber auf das hinterlegte Einkommen zurückzugreifen. Gemäss Ueli Kieser, Professor für Sozialversicherungsrecht an der Universität St. Gallen, stehe dieses Vorgehen in Widerspruch zur COVID-19-Verordnung, d. h. die Ausgleichskassen müssten zwingend immer das aktuellste Einkommen als Basis nehmen. Das Bundesamt für Sozialversicherungen passte einige Tage vor der Sendung ihr Kreisschreiben entsprechend an; somit können die betroffenen Selbständigen bei ihrer Ausgleichskasse eine Anpassung verlangen.[247]
  • Gemäss Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer leide die Schweizer Wirtschaft enorm unter den Folgen des Corona-Stillstands. Er befürchtet einen gewaltigen Anstieg von Firmenkonkursen und eine so grosse Arbeitslosenzahl, wie sie die Schweiz seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gesehen hat. Er fordert, dass die Industriezölle nun definitiv abgeschafft werden sollen, um die Belastung der verarbeitenden Industrie zu senken. Ausserdem plädiert er dafür, die Corona-Schulden im Umfang von geschätzten 30 bis 50 Milliarden Franken aus dem normalen Bundeshaushalt auszugliedern und über die nächsten 30 Jahre abzubauen. Für den Abbau könnten Gewinnausschüttungen der Schweizerischen Nationalbank, Kreditreserven im Bundesbudget und ausserordentliche Einnahmen herangezogen werden.[249]
  • Gemäss einer Mitteilung der Eidgenössischen Zollverwaltung vom 28. Januar 2021 verzeichnete der Aussenhandel im Jahr 2020 einen historischen Rückgang. Die Exporte seien um 7,1 Prozent gesunken und die Importe um 11,2 Prozent. Der Handelsbilanzüberschuss läge mit 43 Milliarden Franken auf einem neuen Rekordhoch.[250] Dies wurde auch von den Medien entsprechend kommuniziert.[251][252] Die gemachten Zahlen unterscheiden sich jedoch erheblich von denen welche das Bundesamt für Statistik am 27. Mai 2021 veröffentlichte, welche im Vergleich zu den Vorjahren in etwa konstant geblieben sind (vgl. Schweiz#Aussenhandel).[253]

Kultur

Auch das kulturelle und gesellschaftliche Leben in der Schweiz ist von der Corona-Krise stark betroffen. Bereits das am 28. Februar 2020 verhängte Verbot von Grossveranstaltungen mit mehr als 1'000 Personen setzte der Kulturbranche stark zu. Nach dem Lockdown vom 16. März war die Durchführung sämtlicher kulturellen Veranstaltungen wie Konzerte, Theateraufführungen, Festivals,[254] Zirkusaufführungen,[255] Ausstellungen, Lesungen, Vorträge usw. verboten. Verschiedene Schweizer Kulturhäuser und Künstler nutzten die Möglichkeiten des Internets, um ihr Publikum zu erreichen; Konzerte und andere Veranstaltungen fanden als Livestream statt.[256] Trotz Versammlungsverbot nahmen am Sühudiumzug vom 15. Februar 2021 über 1'000 Personen teil.[257]

Schulen und Kinderbetreuung

  • Der Bundesrat beschloss am 16. April die obligatorischen Schulen am 11. Mai wieder zu öffnen. In den Kantonen Waadt, Genf oder Neuenburg gab es heftige Kritik an diesem Entscheid. Lehrer, Eltern und Ärzte befürchten, dass in der Romandie die SARS-CoV-2-Infektionen dadurch erneut zunähmen. Aus Sicht der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK entscheiden die einzelnen Kantone und nicht der Bund, ob und wie sie den Schulbetrieb wieder hochfahren. Voraussetzung dafür wäre jedoch, dass der Bundesrat das am 13. März 2020 erlassene Verbot für alle Präsenzveranstaltungen wieder aufhöbe. Dadurch ginge die Kompetenz über die Schulorganisation wieder an die Kantone zurück. Die Aussicht, dass jeder Kanton die Schulöffnung anders handhabt, gefällt den nationalen Verbänden der Lehrer und Schulleiter nicht; sie fordern eine nationale Regelung. Ein wichtiger Punkt ist die Ausgestaltung der Schutzmassnahmen für den Schulbetrieb. Zwischen dem Bund und der EDK wird über die Ausgestaltung des Schutzkonzepts deshalb intensiv diskutiert.[258]
  • Dass die schriftlichen Lehrabschlussprüfungen 2020 nicht stattfinden werden, entschied der Bundesrat bereits. Hingegen war auch am 26. April noch unklar, wie es um die Maturaprüfungen steht. Die Gymnasien, Berufsmaturitätsschulen, Fach-, Wirtschafts- und Informatikmittelschulen warteten noch immer auf einen Entscheid des Bundes. Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK wünschte, dass die einzelnen Kantone selber entscheiden dürfen, ob die Abschlussprüfungen durchgeführt werden oder nicht. Die Kantone Thurgau, Zug und St. Gallen kündigten bereits an, die Prüfungen abzuhalten. Im Gegensatz dazu beschlossen die Kantone Zürich und Bern, die Prüfungen abzusagen, da das Risiko einer Ansteckung zu gross sei. Gegen den «eidgenössischen Flickenteppich» formierte sich von Seiten der Schülerschaft Widerstand. In WhatsApp-Gruppenchats und Online-Umfragen wehrten sich die Schüler gegen die Ungleichbehandlung. Sie wollten, dass die Prüfungen in der ganzen Schweiz abgesagt werden und sammeln dafür Unterschriften für eine Online-Petition.[259]
  • Die Bildungskommissionen beider eidgenössischen Räte forderten vom Bundesrat,[260] dass der Bund Kitas und Spielgruppen subventioniere solle, um ungedeckte Kosten und Ertragsausfälle bei den Betreibern zu kompensieren. Bund und Kantone legten im März 2020 fest, dass die Einrichtungen im Grundsatz offen bleiben müssen. Gleichzeitig wurden die Eltern angehalten, ihre Kinder nach Möglichkeit selbst zu betreuen. Der Bundesrat lehnte diese Forderungen anfangs Mai aus staatspolitischen Überlegungen ab; für die Kinderbetreuung seien die Kantone zuständig. Kitas und Spielgruppen könnten – wie andere KMUs –, Kurzarbeitsentschädigungen oder Corona-Überbrückungskredite beantragen.[261]

Sport

Die COVID-19-Pandemie hat auch auf den Sport weitreichende Auswirkungen. So musste 2020 der Engadin Skimarathon abgesagt werden;[262] alle Schweizer Skigebiete mussten ihren Betrieb einstellen;[263] sämtliche Sportveranstaltungen, im Profi- wie im Amateursport sowie alle Trainings mussten ab März 2020 gestoppt werden, inkl. der Hockey-Saison[264] und der für Mai 2020 in der Schweiz geplanten Eishockey-Weltmeisterschaft der Herren.[265] Am 13. März 2020 stellte auch der Schweizerische Fussballverband den Spielbetrieb sämtlicher Ligen ein.[266] Selbst die für Juni 2020 geplante Tour de Suisse, der grösste jährliche Sportanlass der Schweiz, wurde abgesagt.[267]

Zuerst entschied der Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands SFV, den Spielbetrieb der Saison 2019/20 nicht wieder aufzunehmen. Der Abbruch galt für alle Ligen und Alterskategorien, ausser für die Wettbewerbe der Swiss Football League sowie den Cup der Männer.[268] Wenig später beschloss die Swiss Football League allerdings die Wiederaufnahme des Spielbetriebs. Die Liga startete am Freitag, 19. Juni, die Amateure bereits am 6. Juni. Die Meisterschaft endete am 2. August, um danach die Barrage auszutragen. Auch der Cup wurde zu Ende gespielt. Der Final sollte am Mittwoch, 12. August gespielt werden. Die neue Saison sollte voraussichtlich am 11. September 2020 beginnen und wegen der verschobenen Europameisterschaft bereits Anfangs Mai 2021 enden.[269]

Im Januar 2021 sollte das Lauberhornrennen zuerst ohne Zuschauer ausgetragen werden;[270] wurde jedoch ganz abgesagt.[271] Bereits im Vorfeld wurde das Skigebiet für private Skifahrer geschlossen.[272]

Verkehr

Öffentlicher Verkehr

  • In einer noch nie dagewesenen Weise wurde ab dem 19. März 2020 der Fahrplan im öffentlichen Verkehr ausgedünnt. Auf den Fernverkehrslinien wurde statt des oftmals geltenden Halbstundentaktes der Stundentakt eingeführt. Die Züge und Busse des Regionalverkehrs, die normalerweise im Viertelstundentakt unterwegs sind, verkehrten neu im Halbstundentakt. Im Zuge der Grenzschliessungen wurden alle internationalen Fernverkehrszüge aus der Schweiz in die Nachbarländer eingestellt.[273][274]
  • Parallel zu den bundesrätlichen Lockerungen der Corona-Massnahmen wurde auch der öffentliche Verkehr zwischen dem 27. April und dem 8. Juni 2020 mit Einführung eines Schutzkonzepts per 11. Mai 2020 stufenweise wieder hochgefahren.[275][276]
  • Per 9. November 2020 hat die SBB den internationalen Zugverkehr nach Italien und Frankreich reduziert.[277] Zuvor wurden bereits andere Angebote im internationalen Zugverkehr reduziert oder ausgesetzt.[278] Per 10. Dezember wurden die Verbindungen der SBB, Trenitalia und TILO zwischen der Schweiz und Italien eingestellt.[279] Bereits am 13. Dezember 2021 wurden die Verbindungen nach Italien wieder ohne Einschränkungen aufgenommen.[280] Die SBB verzeichnete 2020 ein Verlust von 617 Millionen Franken.[281]
  • Im April 2020 flogen nur noch 26'913 Passagiere über den Flughafen Zürich. Das entspricht einem Minus von 99 % gegenüber derselben Periode des Vorjahres. 1952, vier Jahre nach Aufnahme des Flugbetriebs, reisten das letzte Mal so wenig Passagiere durchschnittlich pro Monat über den Flughafen Zürich.[283]

Individualverkehr

  • Das Bundesamt für Strassen ASTRA veröffentlichte während der Coronakrise wöchentlich die Zahlen der folgenden zehn ausgewählten, wichtigen Verkehrsachsen der Schweiz: Grenzübergänge (Chiasso, Simplon, Basel), Strassentunnels (Gotthard und San-Bernardino) sowie rund um die wirtschaftliche Zentren (Bern Ost, Würenlos, Renens, Aeschertunnel, Coppet, Basel). Die Übergänge ins Tessin sowie die Strecken nach Italien verzeichneten mit Abnahmen zwischen zwei Dritteln und drei Vierteln die grössten Veränderungen. Autobahnen rund um wirtschaftliche Zentren wiesen Rückgänge um rund einen Drittel bis zur Hälfte der Anzahl Fahrzeuge aus (Stand Ende April 2020).[286] Auch der alljährliche Oster-Stau vor dem Gotthard-Strassentunnel blieb 2020 aus.[287] Indes wurde während des Lockdowns eine deutliche Reduktion des Strassenverkehrslärms verzeichnet.[288]
  • In der Schweiz wurde Fahrradgeschäften der Verkauf von Fahrrädern zunächst verboten, die Reparatur blieb jedoch gestattet.[289]

Sans-Papiers

In der Schweiz leben Zehntausende ohne Aufenthaltsgenehmigung, sogenannte Sans-Papiers. Wegen der Corona-Krise verloren viele von ihnen ihr Einkommen. Da sie sich illegal in der Schweiz aufhalten, können Sans-Papiers keine Sozialhilfe beantragen. Ohne Einkommen sind sie auf die Unterstützung durch Hilfswerke oder Nahrungsmittelspenden angewiesen.[291] Am 2. Mai bildete sich in Genf eine Warteschlange von über einem Kilometer mit rund 2'500 Menschen, die stundenlang ausharrten, um einen Sack mit Grundnahrungsmitteln zu bekommen. Die meisten von ihnen waren Sans-Papiers.[292] Eine Studie unter den Wartenden ergab, dass 60 % von ihnen keine Krankenversicherung hatte.[293]

Infektionskrankheiten

Die meisten der gängigsten Infektionskrankheiten, darunter Denguefieber, Shigellose und Malaria, gingen 2020 stark zurück.[294]

Kritik an den Massnahmen

Verfassungsrechtliche Kritik

  • Die Coronakrise hat auch in der Schweiz massive Auswirkungen auf die Grundrechte. Der Bundesrat hat mit der Ausrufung der «ausserordentlichen Lage» nach dem Epidemiengesetz gleich sieben Grundrechte eingeschränkt: das Recht auf persönliche Freiheit, Glaubensfreiheit, Anspruch auf Grundschulunterricht, Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit und Wirtschaftsfreiheit. Die Versammlungsfreiheit ist ganz stillgelegt. Somit hat der Bundesrat per Notrecht ein Viertel aller Grundrechte der Bundesverfassung eingeschränkt. Ausserdem legte er die politischen Rechte auf Bundesebene still. Der Bundesrat verschob Eidgenössische Abstimmungen[295], legte Fristen von Initiativen und fakultativen Referenden still und verbot das Sammeln von Unterschriften. Die Gemeinden nehmen weder Unterschriften entgegen noch beglaubigen sie diese. Am Notrechts-Regime des Bundesrats kam kaum Kritik auf (Stand 23. April 2020).[296] Die Bevölkerung befürwortet grossmehrheitlich das Vorgehen des Bundesrats und findet es richtig, dass er den Schutz der Gesundheit – Artikel 118 der Bundesverfassung – temporär höher gewichtet als verschiedene Grundrechte. Der Bundesrat und die Behörden in der Schweiz geniessen in der Coronakrise bei der Bevölkerung eine hohe Autorität und Glaubwürdigkeit.[297]
  • Rechtsprofessoren kritisieren, dass trotz weitreichender Notverordnungskompetenz des Bundesrats die Verfassung nicht aus den Angeln gehoben werden dürfe. Doch genau dies sei bei den Volksrechten (Initiativen und Referenden) passiert. Die Notrechtskompetenz gemäss Artikel 185 Absatz 3 der Bundesverfassung sieht nur Massnahmen vor, die zur Abwendung von «schweren Störungen der öffentlichen Ordnung oder der inneren oder äusseren Sicherheit» dienen. Zahlreiche Notverordnungen des Bundesrats haben jedoch kein polizeiliches Ziel. Die Massnahmen sollen die wirtschaftlichen und sozialen Folgen der Corona-Krise abfedern. Die vom Bundesrat in Notrecht getroffenen Massnahmen sind sachlich vertretbar und inhaltlich gut begründet. Es zeigt sich jedoch deutlich, wie rasch die Grenze zum Verfassungsbruch überschritten ist.[298]
  • Die Schweiz besitzt kein Verfassungsgericht. Balthasar Glättli, Präsident der Grünen-Fraktion der Bundesversammlung, kritisiert, dass nur das Bundesamt für Justiz die bundesrätlichen Notverordnungen prüft. Die Exekutive kontrolliere sich quasi selbst. Dies reicht laut Glättli nicht, um sicherzustellen, dass der Bundesrat auch in solchen Krisen sich wirklich immer im Rahmen der Verfassung bewegt. Glättli schlägt vor, dass das Bundesgericht in solchen Krisensituationen die Notverordnungen auf deren Verfassungsmässigkeit hin überprüfen soll. Beat Rieder, Präsident der ständerätlichen Rechtskommission, schwebt eine andere Lösung vor. Er schlägt vor, dass das Parlament selber eine neue Parlamentarierdelegation schaffen soll. Eine solche neue Rechtsdelegation könnte in Krisensituationen, analog zur Finanzdelegation, die bundesrätlichen Notverordnungen auf ihre Verfassungsmässigkeit überprüfen. Die Finanzdelegation musste die Notkredite des Bundesrats bewilligen.[299] Diese Lösung würde auch sicherstellen, dass das Parlament in die Entscheide eingebunden wäre.[300]
  • Am Samstagnachmittag dem 2. Mai 2020 haben vor dem Bundeshaus in Bern rund 300 Personen trotz Versammlungsverbot für die Grundrechte auch in Zeiten der Coronapandemie demonstriert. Die Polizei liess sie zuerst gewähren, danach begannen Polizeibeamte, mit Hilfe eines Absperrbands den Platz zu räumen. Bei einigen Kundgebungsteilnehmern wurden anschliessend Personenkontrollen durchgeführt.[301][302]
Kundgebung von Corona-Skeptikern umringt von der Polizei in Bern am 20. März 2021
  • Am 9. Mai 2020 demonstrierten mehrere Hundert Menschen ohne Bewilligung auf dem Bundesplatz in Bern gegen die Massnahmen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie.[303]
  • Am 23. Januar 2021 kam es auf dem Bundesplatz – trotz aktuellem Kundgebungsverbot ab fünf Personen – erneut zu einer Demonstration gegen die «Corona-Massnahmen» mit rund hundert Personen.[304]
  • Für den 20. März 2021 wurde eine Kundgebung angekündigt. Der Gemeinderat der Stadt Bern rief dazu auf, sich von der unbewilligten Kundgebung in den Strassen und Parks der Stadt Bern abzugrenzen.[305][306] Am gleichen Tag fand in Liestal eine bewilligte Demo mit mehreren Tausend Personen statt.[307]
  • Das Bundesgericht rügte die vom Kanton Bern aufgrund der Pandemie erlassene Höchstanzahl von 15 Personen bei politischen Kundgebungen als «unverhältnismässig». Die 300er-Regel des Kantons Uri wurde hingegen nicht kritisiert.[172]

Allgemeine Kritik

  • Nach Medienrecherchen wurde berichtet, dass das Bundesamt für Gesundheit (BAG) bei der Erfassung der Todesfälle hinterherhinke und ein Durcheinander in der Erfassung bestehe, weil kein automatisiertes System zur Verwaltung elektronisch übermittelter Meldungen an das BAG bereit steht. Zwar sei die Möglichkeit einer elektronischen Übermittlung in der Verordnung über die Meldung von Beobachtungen übertragbarer Krankheiten des Menschen vorgesehen, doch wurde bislang kein entsprechendes System eingerichtet. Nach Medienangaben bestehe ein «Wirrwarr aus analogen Formularen, verschiedenen Datenbanken und veralteten Kommunikationskanälen».[308] Nicht verpflichtend seien zudem Ergänzungsmeldungen, die darüber Aufschluss geben könnten, wie viele Tage Patienten auf der Intensivstation verbracht haben und wer die Krankheit überwunden hat.[308] Der Vorwurf, die Meldungen würden mit einer Waage gewogen, wurde von BAG-Abteilungsleiter Daniel Koch dementiert.[309]
  • Kritisiert wurde etwa auch die Ungleichbehandlung zwischen Marktfahrern (die Lebensmittel verkaufen) und Grossbetrieben wie Coop und Migros. Während die Märkte verboten wurden, können die Grossverteiler weiterhin ihre Lebensmittel anbieten.[310] Inzwischen wurden die einzelnen Lebensmittelmarktstände den Lebensmittelläden gleichgestellt. Märkte mit mehreren Ständen sind weiterhin verboten.[311]
  • Ende Februar 2020 warf der Berner Epidemiologe Christian Althaus dem Bundesamt für Gesundheit BAG vor, die von der Pandemie ausgehende Gefahr zu unterschätzen. Er bezeichnete die Situation der Schweiz als «grösste gesundheitlichen Notlage ihrer jüngeren Geschichte».[312][313] Schliesslich ist er Anfang Januar 2021 aus der wissenschaftlichen Corona-Taskforce des Bundes ausgetreten.[314]
  • Der ägyptische Tourismusunternehmer und Grossinvestor in Andermatt, Samih Sawiris, kritisierte in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» die Massnahmen der Schweiz gegen die COVID-19-Pandemie. Seiner Meinung nach stünden sie in keinem Verhältnis zu den Verlusten für die Wirtschaft. In der Schweiz gingen Milliarden von Franken verloren, damit es einige Hundert weniger Tote gäbe. Es sei aber politisch unkorrekt, solche Zweifel auszudrücken.[315]
  • Mitte 2020 entstehen aus den sozialen Medien heraus verschiedene Bewegungen welche eine ZeroCovid-Strategie fordern. Die Bewegungen behaupten unter anderem: «Der Versuch die Pandemie zu kontrollieren, ist gescheitert. Eine Güterabwägung zwischen Gesundheit, Wirtschaft und öffentlichem Leben funktioniert nicht. Der «Schweizer Weg» ist gescheitert. Die Massnahmen schränken das Leben dauerhaft ein und haben dennoch Millionen Infektionen und Tausende Tote gebracht.» In der Schweiz ist NichtMeinWeg und CoronaZero zu nennen. Die Bewegungen sehen die Eliminierung der Krankheit als einzigen Weg, Wirtschaft und Gesundheit zu schützen.
  • Im November 2020 wurden erste Mahnwachen zum Gedenken der Opfer der Pandemie durch private Initianten gehalten. Kritisiert wird, dass die Verstorbenen und das Leid Ihrer Angehörigen kaum in der Öffentlichkeit thematisiert werden. Unter anderem sind die Initianten der Auffassung: «Der Schutz des Lebens ist eine der grundlegendsten Funktionen des Staates. Wenn der Staat hier versagt, dann kann man sich fragen, was überhaupt noch sein Zweck ist».[316]
  • Als im Dezember 2020 einige Spitäler vor Überlastung warnten, blieb für gewisse Beobachter unverständlich, dass die Schweiz weiterhin keinen Shutdown verordnete. Kurz bevor am 18. Dezember eine allgemeine Schliessung von Gastronomie- und Sportbetrieben angeordnet wurde, kommentierte Der Spiegel, dass die Regierung aufgrund des Epidemiengesetzes zwar alleine entscheiden könne und dies im Frühjahr bereits getan habe, aber womöglich entschlossen sei, diese Macht nicht wieder «auf diese, für die Schweiz untypische Weise zu gebrauchen». Die Schweizer Politik sei auf Konsens angelegt, vieles werde lokal entschieden, es werde vor allem auf wirtschaftliche Akteure gehört und für einen Konsens seien lange Aushandlungsprozesse erforderlich.[317]

Politik

  • Am 15. März 2020 beschlossen die Büros von Nationalrat und Ständerat, die dritte und letzte Woche der Frühjahrssession 2020 der eidgenössischen Räte abzusagen.[318] Auch die im Gesetzgebungsprozess so wichtigen Kommissionssitzungen wurden abgesagt. Als Begründung nannten die Parlamentsdienste die sich «rapide verschlechternde» Situation wegen des Corona-Virus.[319] Von diesem Zeitpunkt an regierte der Bundesrat nach Notrecht und ohne Parlament, wobei die durch ihn gesprochenen Kredite der Zustimmung der Finanzdelegation des Parlamentes bedurften und nachträglich durch die Bundesversammlung genehmigt werden mussten (Art. 28 und 34 FHG); seine Notrechtsverordnungen treten ausser Kraft, wenn er nicht spätestens nach sechs Monaten dem Parlament den Entwurf eines Bundesgesetzes oder einer parlamentarischen Notverordnung unterbreitet, welche die Notverordnung des Bundesrates ersetzen (Art. 7d RVOG). Namhafte Politiker aus allen Parteien, aber auch Rechtsprofessoren[320], kritisieren das Vorgehen, das ihrer Meinung nach verfassungs- und gesetzeswidrig gewesen sei. Im Anschluss an die Coronakrise müsse sich das Parlament ausserdem einige selbstkritische Fragen stellen, so z. B. wer über den Abbruch einer Session zu entscheiden habe und wer die Parlamentsdienste beaufsichtige. Die SVP brachte gar die Forderung nach einer parlamentarischen Untersuchungskommission PUK ins Spiel.[321]
  • Nach Ausrufung der «ausserordentlichen Lage» am 16. März 2020 standen alle Parteien und Politiker einhellig hinter dem Bundesrats-Entscheid.[322] Doch schon anfangs April war die Zeit der Einigkeit vorbei. Die Parteien begannen darüber zu streiten, wie und wann die Schweiz aus dem Corona-Lockdown herauskommen soll. Die bürgerlichen Parteien, besonders die SVP aber auch die FDP forderten vom Bundesrat, in Sorge um die Wirtschaft, schnell zur Normalität zurückzukehren.[323][324]
  • Sowohl der Bundesrat wie auch 32 Mitglieder des Ständerates haben die Einberufung einer ausserordentlichen Session nach Art. 151 Abs. 2 der Bundesverfassung verlangt[325], um die durch den Bundesrat gesprochenen dringlichen Kredite nachträglich zu genehmigen bzw. um dem Parlament Gelegenheit zu geben, die Massnahmen des Bundesrates zu diskutieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Die ausserordentliche Session fand vom 4. bis 6. Mai 2020 statt – nicht im Parlamentsgebäude, sondern in den Ausstellungshallen von «BernExpo», um die Abstandsregeln einhalten zu können. Die vom Bundesrat beantragten Kredite von über 57 Milliarden Franken wurden genehmigt und leicht aufgestockt mit zusätzlichen Unterstützungen für Kindertagesstätten und den Tourismus. Das Parlament verzichtete darauf, mit übergeordneten eigenen Notverordnungen die Notverordnungen des Bundesrates zu korrigieren, beauftragte diesen aber mit einigen angenommenen Motionen, seine Massnahmen zu ergänzen oder zu korrigieren. Die Forderung von Motionen der Kommissionen für Wirtschaft und Abgaben beider Räte, Geschäfte und Restaurants früher wieder zu öffnen als vom Bundesrat beabsichtigt, hatte der Bundesrat bereits unmittelbar vor der Session erfüllt.[326]
  • Damit die Notverordnungen des Bundesrates sechs Monate nach ihrem Erlass nicht dahinfallen (Art. 7d Abs. 2 RVOG), hat der Bundesrat am 12. August 2020 der Bundesversammlung den Entwurf des «Bundesgesetzes über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der COVID-19-Epidemie (Covid-19-Gesetz)» unterbreitet. Die Bundesversammlung hat den Entwurf in der Herbstsession 2020 intensiv beraten, mit einigen Änderungen am 25. September 2020 angenommen, dringlich erklärt und auf den 26. September 2020 in Kraft gesetzt.[327] Die Kritiker im Verein Freunde der Verfassung[51] haben ein Referendum ergriffen und im Januar 2021 über 86'000 Unterschriften eingereicht.[52] (Siehe auch Covid-19-Gesetz oben.)

Föderalismus

  • Seit der Ausrufung der «ausserordentlichen Lage» am 16. März hatte der Bundesrat im Kampf gegen die Corona-Epidemie die Fäden in der Hand. Der für die Schweiz so wichtige Föderalismus war zwar nicht ganz ausgehebelt, jedoch auf Sparflamme gesetzt. Obwohl der Bundesrat rechtlich nicht dazu verpflichtet gewesen wäre, konsultierte er deshalb die Kantone in der gebotenen Eile vor seinen Entscheiden. Dem Bundesrat war der Einbezug der Kantone wichtig. Deshalb lud Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga Ende März alle Regierungspräsidenten der Kantone nach Bern zu einer Aussprache ein. Dabei wurden auch die im Widerspruch zu den Verordnungen des Bundesrats stehenden Massnahmen einzelner Kantone, insbesondere des Kantons Tessin, besprochen.[328]

Probleme beim Ausstieg aus dem ersten Lockdown

Am 16. April 2020 gab der Bundesrat seinen Fahrplan für den Ausstieg aus dem ersten Lockdown bekannt. Noch keinen Termin nannte er damals für die Wiedereröffnung von Restaurants und Bars. Der Branchenverband Gastrosuisse zeigte sich «sehr enttäuscht» über das Vorgehen und die Nichtkommunikation des Bundesrats. Sie fühlten sich im Stich gelassen.[329] Vertreter von Filialgeschäften zeigten sich enttäuscht, dass nicht alle Läden am 27. April 2020 wieder öffnen durften, sondern nur eine kleine Gruppe wie Baumärkte. Ausserdem kritisierten sie die Sortimentsbeschränkung in Lebensmittelgeschäften auf nur lebensnotwendige Produkte.[330] Ganz anders sah dies der Schweizerische Gewerbeverband. Er beschuldigte die Branchengrössen Coop und Migros sich nicht an die Coronavorgaben des Bundesrats gehalten zu haben. Migros und Coop nutzten die Notlage der Fachgeschäfte aus und seien «Krisengewinnler». Die Definition von lebensnotwendigen und nicht lebensnotwendigen Produkten führte anfänglich zu Verwirrung und Unsicherheit. Der Bund reagierte auf die Kritik und präzisierte seine Vorgaben.[331][332] Dass von Grossbetrieben während und nach dem ersten Lockdown zum Teil Non-Food-Artikel angeboten wurden, führte zu Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen.[333] In diesem Zusammenhang wurden aber mindestens zwei Coop-Filialleiter wieder freigesprochen, die zuvor eine Busse erhalten hatten.[334]

Religionen

Schutzmassnahmen nach der Öffnung der Kirchen

Felix Gmür, Bischof von Basel und 2020 Präsident der Schweizerischen Bischofskonferenz, wandte sich in einem offenen Brief an den Bundesrat. Er verlangte eine sehr rasche Öffnung der Kirchen für grössere Gruppen. Nachdem die Oster-Gottesdienste 2020 nicht hatten gefeiert werden können, forderte er, dass das Abhalten der Gottesdienste an Auffahrt und Pfingsten wieder möglich sein sollte. In einem offenen Brief mahnten einige Pfarrer, dass sich die Risikogruppen ausgeschlossen fühlen könnten, wenn sie weiterhin nicht in die Kirche gehen sollten.[335][336]

Wissenschaftliche Begleitung

Science Task Force

Die Swiss National Covid-19 Science Task Force (SN-STF) wurde vom Bund Ende März 2020 eingesetzt, «um die politischen Behörden und Entscheidungsträger bei der Entscheidungsfindung im Kontext von COVID-19 wissenschaftlich zu unterstützen».[337] Allerdings war der Bildungsprozess und die Arbeitsweise nicht unumstritten.[338] Erster Leiter war der Epidemiologe Matthias Egger, seine Nachfolge übernahm ab August 2020 der Molekularbiologe Martin Ackermann.[339] Die SN-STF setzt sich aus zehn thematischen Untergruppen zusammen; insgesamt bestand sie aus 72 Mitgliedern. Die Vizepräsidentin Monika Bütler trat per Ende Januar 2021 zurück und wurde durch Jan-Egbert Sturm ersetzt.[340] Martin Ackermann trat per 11. August als Leiter zurück, bleibt aber Mitglied der Taskforce. Nachfolgerin wurde die ETH-Biostatistikerin Tanja Stadler. Die Expertengruppe wurde auf 25 Personen verkleinert.[341]

Mitglieder der SN-STF forderten seit der Mandatierung im August 2020 immer wieder strengere Massnahmen von der Politik.[342] Das führte zu Kritik aus der Politik, insbesondere auch von den Bundesräten Ueli Maurer und Alain Berset.[343][344] Auch der Wirtschaftsverband Economiesuisse stellte sich im November 2020 gegen die Forderungen der SN-STF.[345] Aus Protest gegen die politische Kritik trat der Epidemiologe Christian Althaus im Januar 2021 aus der SN-STF aus.[346]

Nachweis im Abwasser

Forschern der Schweizerischen Eawag und der ETH Lausanne gelang es Ende April 2020, Spuren von SARS-CoV-2 im Abwasser nachzuweisen. In täglich aus der Abwasserreinigungsanlage von Lausanne entnommenen Proben konnten sie den Anstieg zwischen März und April grob nachzeichnen. Dies soll es erlaubten, einen Anstieg der Infektionen rund eine Woche schneller zu erkennen als aufgrund von Tests. Ziel sei es, aus rund zwanzig grossen, geografisch gut über die Schweiz verteilten Kläranlagen das Abwasser von rund 2,5 Millionen Menschen im Rahmen eines Frühwarnsystems zu überwachen.[347] Im August 2021 beschloss der Bundesrat, systematische Abwassertests auf ein Siedlungsgebiet, in dem rund 60 % der Bevölkerung leben, sowie Tourismusgebiete auszuweiten.[169]

COVID-19-App

Eine sogenannte COVID-19-App sollte rechtzeitig vor einer zweiten Welle warnen können. In der Corona-Sondersession verlangten National- und Ständerat mit einer Motion, dass eine solche auf einer gesetzlichen Grundlage beruht und freiwillig sein muss. Auch sollen nur technische Lösungen zugelassen werden, die keine personenbezogenen Daten zentral speichern. Die von der ETH entwickelte SwissCovid-App[348] erfüllte diese Vorgaben: Die App meldete an User, wenn sie engeren Kontakt mit einem anderen User hatten, der ein positives Testresultat per Code in seiner App hinterlegt hatte. Die staatspolitische Kommission des Nationalrats forderte die Erarbeitung einer Gesetzesgrundlage für die App, der Bundesrat lehnte die Motion jedoch ab.[349]

Am 25. März informierte das Bundesamt für Gesundheit, dass rund zwei Millionen Menschen die «SwissCovid»-App nutzen. Die neuste Erweiterung sei die Interoperabilität mit der deutschen «Corona-Warn-App», welche ab sofort aktiv sei. Das Ziel der Vereinbarung sei die einfachere Bedienung der jeweiligen Apps und dass länderübergreifend über eine mögliche Infektion informiert werden könne. Dadurch soll auch das internationale «Contact Tracing» verbessert werden. Von dieser Interoperabilität sollen vor allem die rund 60'000 Grenzgänger profitieren, die täglich von Deutschland in die Schweiz kommen.[350]

Umfrage zu Massnahmen

Das GfS Bern führte im Auftrag der Zeitungen Blick online, Le Temps und Corriere del Ticino eine Umfrage durch. Diese dauerte vom 22. bis zum 28. April 2020 und es nahmen 25'323 Personen im Alter von über 16 Jahren daran teil. 80 % vertrauen demnach «voll und ganz», bzw. «eher» der Wissenschaft, 79 % dem Bundesrat, 78 % dem Krisenmanagement des Bundesrates, 78 % dem Krisenmanagement des BAG. 92 % halten sich gemäss eigenen Angaben an die BAG-Vorgaben, 87 % «kommen bisher gut durch die Krise», 80 % «fühlen sich gut über die Krise informiert». 43 % finden, dass «der Wirtschaft zu stark oder eher zu stark geschadet wurde» und 26 % erachten die Vorschriften als «zu strikt oder zu viel».[351]

Spitalhygiene

Die Swissnoso (Vereinigung von führenden Fachleuten auf dem Gebiet der Infektionskrankheiten und der Spitalhygiene, 1994 auf Anregung des Bundesamts für Gesundheit entstanden) veröffentlichte am 11. Dezember 2020 Vorsorgemassnahmen in Spitälern für einen hospitalisierten Patienten mit begründetem Verdacht oder mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion.[352] Hervorzuheben ist, dass FFP2-Masken nur während aerosol-generierende Massnahmen empfohlen wurden. Die Swissnoso schrieb zudem: «Wenn in der klinischen Betreuung eine Übertragung durch Aerosole überhaupt stattfinden kann, so einzig bei einer ganz kleinen Minderheit». Die Einschätzung der Swissnoso stand im Widerspruch zum Policy Brief der Swiss Science Task Force vom 29. Oktober 2020, welcher festhielt: «Feinste Atemtröpfchen spielen bei der Übertragung von SARS-CoV-2 eine Rolle».[353]

Impfung

Geimpfte Personen in der Schweiz

Da das BAG im Juni 2021 auch jenen Personen, die an COVID-19 erkrankten, empfahl, sich ein Mal impfen zu lassen, weil «nach einer durchgemachten Krankheit die Immunität langsam schwinde», wird die schwarze Kurve immer unterhalb der grünen verlaufen.[354]

Stand: 5. Dezember 2021[355]

Demografie

Alter eine Impfung zwei Impfungen drei Impfungen
0–9 Jahre[356] 0,00 % 0,00 % 0,00 %
10–19 Jahre 44,27 % 41,34 % 0,10 %
20–29 Jahre 69,39 % 67,07 % 0,91 %
30–39 Jahre 71,56 % 69,39 % 1,56 %
40–49 Jahre 76,44 % 74,73 % 2,50 %
50–59 Jahre 79,98 % 78,49 % 4,13 %
60–69 Jahre 85,69 % 84,37 % 15,68 %
70–79 Jahre 90,43 % 89,61 % 37,65 %
≥ 80 Jahre 93,15 % 92,34 % 42,69 %

Stand: 5. Dezember 2021[357]

Verdachtsmeldungen von ausgewerteten unerwünschten Impferscheinungen (UIE)

Alter UIE % der UIE
0–1 Jahre 0 0,00 %
2–11 Jahre 0 0,00 %
12–17 Jahre 103 0,99 %
18–44 Jahre 3'293 31,72 %
45–64 Jahre 3'304 31,82 %
65–74 Jahre 1'047 10,08 %
≥ 75 Jahre 1'363 13,13 %
unbekannt 1'271 12,24 %
  • Total UIE: 10'382
  • Nicht-schwerwiegende UIE: 6'754
  • Schwerwiegende UIE: 3'628

Stand: 23. November 2021[358]

Verlauf

Impfzentrum in Basel-Land
Impftram in Zürich
  • Am 19. Dezember 2020 hat Swissmedic den Impfstoff BNT162b2 von Pfizer/Biontech – als ersten Impfstoff – befristet zugelassen.[364][365]
  • Am 22. Dezember 2020 informierte das BAG, dass noch in Woche 52 und 53 die ersten Personen gegen SARS-CoV-2 geimpft werden sollen. Parallel dazu möchte das BAG ab dem 24. Dezember eine breit angelegte Informationskampagne starten; so sollen die Menschen in der Schweiz möglichst umfassend, transparent und verständlich über die Impfung, deren Verträglichkeit, Nutzen, Wirksamkeit, Nebenwirkungen usw. usf. informiert werden.[366] Priorität haben Personen über 75 Jahren und Personen mit chronischen Krankheiten; danach sollen Personen zwischen 65 und 74 Jahren geimpft werden.[367]
  • Die befristete Zulassung des mRNA-1273-Impfstoffes von Moderna – als zweiten Impfstoff – erfolgte am 12. Januar 2021.[368][369]
  • Der Bundesrat genehmigte an der Sitzung vom 13. Januar 2021 den Tarifvertrag, der die Vergütung der «Covid-19-Impfung» durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung regelt. Die Impfung wird somit in voller Höhe vergütet.[370]
  • Bis zum 21. Januar 2021 wurden rund 170'000 Personen mit einer ersten Dosis geimpft. Nach der Analyse von bisher 42 Meldungen über aus den klinischen Studien bereits bekannten unerwünschte Arzneimittelwirkungen wurde das Nutzen-Risiko-Verhältnis nach wie vor als positiv eingestuft – obschon 16 Meldungen als schwerwiegend eingestuft wurden und fünf Meldungen in Zusammenhang mit einem tödlichen Verlauf standen.[371]
  • Per 10. März 2021 liess das Bundesamt für Gesundheit verlauten, dass der Bund einen weiteren Vertrag mit Pfizer/BioNTech abschloss. Somit wurden bisher folgende Verträge abgeschlossen: Moderna (13,5 Millionen Impfdosen), Pfizer/BioNTech (6 Millionen Impfdosen), AstraZeneca (5,3 Millionen Impfdosen), Curevac (5 Millionen Impfdosen) sowie Novavax (6 Millionen Impfdosen). Insgesamt also rund 36 Millionen Impfdosen.[373]
  • Per 11. März 2021 liess Swissmedic verlauten, dass bis zum 8. März 2021 597 Meldungen über vermutete unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Covid-19-Impfungen in der Schweiz ausgewertet wurden. Die Meldungen bestätigten das aus den Zulassungsstudien bekannte Nebenwirkungsprofil. Sie gäben bisher keine Hinweise auf neue Sicherheitsprobleme und änderten das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis der beiden zugelassenen Impfstoffe – Pfizer/BioNTech und Moderna – nicht.[374]
  • Am 22. März 2021 hat Swissmedic den von Johnson & Johnson entwickelten Impfstoff COVID-19 Vaccine Janssen für Personen ab 18 Jahren – als dritten Impfstoff – befristet zugelassen. Der Impfstoff wird in einer einzigen Dosis verabreicht.[375] Die Schweiz schloss jedoch mit dem Hersteller keinen Vertrag ab, so dass der Impfstoff in der Schweiz nicht allgemein verfügbar wurde.[376]
  • Per 24. März 2021 wurde bekannt, dass die vom BAG mit dem Betrieb des digitalen Impfbüchleins beauftragte Stiftung den Datenschutz so sehr vernachlässigte, dass der Datenschützer einschreiten musste. Seither ist die Plattform deaktiviert.[377]
  • Per 25. März 2021 liess das Bundesamt für Gesundheit verlauten, dass die Schweiz in den Monaten April, Mai, Juni und Juli insgesamt mindestens acht Millionen Impfdosen erhalte. Eine rasche Verimpfung dieser Dosen sei wichtig, weswegen Bundespräsident Guy Parmelin und Bundesrat Alain Berset eine Konferenz mit den kantonalen Gesundheitsdirektoren, dem Präsidenten der Konferenz der Kantonsregierungen, Vertretern der «Science Task Force», der eidgenössischen Kommission für Impffragen und den Impfstoffherstellern Pfizer und Moderna einberief.[378]
  • Per 30. März 2021 liess Swissmedic verlauten, dass der Impfstoff von Pfizer/BioNtech ab sofort nicht mehr dauerhaft in Spezialgefrierschränken gelagert werden müsse. So belegen neue und von Swissmedic überprüfte Daten, dass die Qualität bis zu zwei Wochen lang auch bei Tiefkühltemperaturen zwischen −25 und −15 °C gewährleistet sei. Dies sei entscheidend, damit der Impfstoff in der Schweiz auch in Gesundheitszentren, Arztpraxen und Apotheken eingesetzt werden könne, was die Impfgeschwindigkeit in der Schweiz positiv beeinflussen soll.[379]
  • Per 9. April 2021 liess Swissmedic verlauten, dass bis zum 6. April 2021 insgesamt 1'174 Meldungen über vermutete unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Covid-19-Impfungen in der Schweiz ausgewertet wurden. 577 Meldungen bezogen sich auf Pfizer/BioNTech und 580 auf Moderna; bei 17 Fällen wurde der Hersteller nicht genannt. Die Meldungen bestätigten das aus den Zulassungsstudien bekannte Nebenwirkungsprofil. Sie gäben bisher keine Hinweise auf neue Sicherheitsprobleme und änderten das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis der beiden zugelassenen Impfstoffe nicht.[380]
  • Per 22. April 2021 liess das Bundesamt für Gesundheit verlauten, dass bis im Sommer ein einheitliches, fälschungssicheres und international anerkanntes COVID-Zertifikat entwickelt werden soll, da aufgrund des Covid-19-Gesetzes alle geimpften, genesenen sowie zeitnah negativ getesteten Personen ein solches Zertifikat erhalten sollen. Dazu werden zwei technische Lösungen weiterverfolgt; ein definitiver Variantenentscheid werde Mitte Mai gefällt. Das Bundesamt für Gesundheit bezieht bei den Arbeiten die betroffenen Kreise – die Kantone, die FMH, die Pharmasuisse, die Ärzte, die Apotheker – ein, denn so werde sichergestellt, dass eine praxistaugliche und anwenderfreundliche Lösung vorliege.[381]
  • Per 22. April 2021 liess Swissmedic verlauten, dass gemäss Informationen des BAG bis einschliesslich 18. April 2021 etwa 2,1 Millionen Impfdosen in der Schweiz verabreicht und etwa 769'000 Personen vollständig geimpft wurden. Bis zum 20. April 2021 wertete Swissmedic 1'485 Meldungen über vermutete unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Covid-19-Impfungen aus. Mit 948 (63,8 %) war der grössere Teil der Meldungen nicht schwerwiegend, 537 Meldungen (36,2 %) wurden als schwerwiegend eingestuft. In den meisten Meldungen wird über mehr als eine Reaktion berichtet (insgesamt 3'851 Reaktionen in den 1'485 Meldungen). Die am häufigsten gemeldeten Reaktionen – in Fällen, die als schwerwiegend eingestuft wurden –, waren Fieber (80), Luftnot (39), Kopfschmerzen/Migräne (37), Herpes Zoster Reaktivierung (34), Schüttelfrost (28), Überempfindlichkeiten (27), Erbrechen (28), Muskelschmerzen (27), Unwohlsein (25) und Blutdruckerhöhung (25).[382]
  • Per 6. Mai 2021 liess das Bundesamt für Gesundheit verlauten, dass mit Moderna ein weiterer Vertrag abgeschlossen wurde. So sei die Schweizer Bevölkerung auch im Jahr 2022 mit genügend mRNA-Impfstoff versorgt. Der neue Vertrag sieht eine Lieferung von insgesamt sieben Millionen Dosen im ersten Halbjahr 2022 vor. Insgesamt wurden somit bereits 42,8 Millionen Impfdosen bestellt.[383]
  • Per 7. Mai 2021 liess das Bundesamt für Gesundheit verlauten, dass ein COVID-Zertifikat mit der Lösung des Bundesamtes für Informatik und Telekommunikation realisiert werde. Bis Ende Juni 2021 soll das System zur Ausstellung eines fälschungssicheren COVID-Zertifikats für geimpfte, genesene sowie zeitnah negativ getestete Personen auf Wunsch zur Verfügung stehen. Diese Lösung sei EU-kompatibel und auf das notwendige technische Minimum beschränkt; der Quellcode würde offengelegt. Mit diesem Entscheid übernimmt somit das Eidgenössische Finanzdepartement die Projektverantwortung vom Eidgenössischen Departement des Innern.[384]
  • Per 21. Mai 2021 liess Swissmedic verlauten, dass gemäss Informationen des BAG bis einschliesslich 18. Mai 2021 etwa 3,7 Millionen Impfdosen in der Schweiz verabreicht und etwa 1,24 Millionen Personen vollständig geimpft wurden. Bis zum 18. Mai 2021 wertete Swissmedic 2'269 Meldungen über vermutete unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Covid-19-Impfungen aus. Mit 1’447 (63,8 %) war der grössere Teil der Meldungen nicht schwerwiegend, 822 Meldungen (36,2 %) wurden als schwerwiegend eingestuft. In den meisten Meldungen wird über mehr als eine Reaktion berichtet (insgesamt 5’931 Reaktionen in den 2’269 Meldungen). Die am häufigsten gemeldeten Reaktionen – in Fällen, die als schwerwiegend eingestuft wurden –, waren Fieber (103), Luftnot (54), Kopfschmerzen/Migräne (61), Herpes-Zoster-Reaktivierung (61), Erschöpfung (41), Muskelschmerzen (41), Unwohlsein (37), Überempfindlichkeiten (36), anaphylaktische Reaktionen (20), Übelkeit (36), Schüttelfrost (35), Erbrechen (34) und Blutdruckerhöhung (34).[385]
  • Im Juni 2021 empfahl das BAG auch jenen Personen die an COVID-19 erkrankten sich ein Mal impfen zu lassen, weil «nach einer durchgemachten Krankheit die Immunität langsam schwinde».[386]
  • Per 4. Juni 2021 liess das Bundesamt für Gesundheit verlauten, dass die Ausstellung des «Covid-Zertifikats» für geimpfte, genesene oder getestete Personen planmässig im Juni starten soll. Der Bundesrat verabschiedete an der Sitzung vom 4. Juni 2021 die Verordnung über die Covid-Zertifikat, welche die rechtliche Grundlage für die Ausstellung von Zertifikaten bildet. Nebst Form und Inhalt regelt diese auch die Zuständigkeiten von Bund und Kantonen bei der Ausstellung, die Vorgaben für die Überprüfung sowie die Kompatibilität der Zertifikate mit dem «EU Digital COVID Certificate». Diese Verordnung tritt per 7. Juni 2021 in Kraft.[387]
  • Per 30. Juni 2021 passte der Bundesrat die Verordnung über die «COVID-Zertifikate» an. Der Grund sei das datenminimierte «Zertifikat Light», mit welchem Inhaber ab dem 12. Juli 2021 die Möglichkeit hätten, eine Zertifikatskopie ohne Gesundheitsdaten zu generieren. Das Zertifikat ist lediglich elektronisch verfügbar und wird ausschliesslich in der Schweiz anerkannt.[388]
  • Per 9. Juli 2021 anerkannte die EU das Schweizer «COVID-Zertifikat», welches nun im gesamten EU- und EFTA-Raum anwendbar ist. Gleichzeitig anerkannte die Schweiz ihrerseits die in den EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten ausgestellten Zertifikate.[389]
  • Per 13. August 2021 liess Swissmedic verlauten, dass bis zum 10. August 2021 5'304 Meldungen über vermutete unerwünschte Arzneimittelwirkungen durch Covid-19-Impfungen in der Schweiz ausgewertet wurden. In den meisten Meldungen wird über mehr als eine Reaktion berichtet. Mit 3'466 (65,3 %) war der grössere Teil der Meldungen nicht schwerwiegend, 1'838 (34,7 %) Meldungen wurden als schwerwiegend eingestuft.[390]
  • Per 16. August 2021 startete das BAG eine neue Informationskampagne zur «COVID-19-Impfung». Die Kampagne soll alle bisher ungeimpften Erwachsenen und Jugendlichen daran erinnern, dass «jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Impfung» sei.[391]
  • Per 18. August 2021 beschloss der Bundesrat eine Änderung der Epidemienverordnung, wonach sich Auslandschweizer und deren enge Familienangehörige sowie Grenzgänger – ohne obligatorische Krankenpflegeversicherung – in der Schweiz impfen lassen können. Er schickt zwei Varianten in die Vernehmlassung und wird seinen Entscheid am 25. August 2021 treffen.[392]
  • Per 25. August 2021 schloss der Bundesrat einen weiteren Vertrag mit Pfizer/BioNTech ab, der für die Jahre 2022 und 2023 je eine Lieferung von sieben Millionen Impfdosen mit einer Option auf sieben weiteren Millionen Impfdosen vorsieht. Voraussetzung dafür ist, dass geänderte Impfstoffe von Pfizer/BioNTech durch Swissmedic zugelassen werden. Bisher schloss der Bund mit fünf Impfstoffherstellern Verträge ab: Moderna (13,5 Millionen Impfdosen für das Jahr 2021 und sieben Millionen für das Jahr 2022), Pfizer/BioNTech (sechs Millionen Impfdosen für das Jahr 2021, sieben Millionen für das Jahr 2022 und sieben Millionen für das Jahr 2023), AstraZeneca (5,4 Millionen Impfdosen), Curevac (fünf Millionen Impfdosen) sowie Novavax (sechs Millionen Impfdosen).[393]
  • Per 16. September 2021 liess Swissmedic verlauten, dass Moderna und Pfizer/BioNTech Gesuche zur Änderung der bestehenden Dosierungsempfehlungen ihrer Covid-19-Impfstoffe einreichten. Swissmedic begutachtet die eingereichten klinischen Daten zu den dritten Impfdosen auf Sicherheit und Wirksamkeit und prüft, ob die eingereichten Daten ausreichend sind, um die Indikation entsprechend zu erweitern. Wann ein Entscheid über die Zulassungsänderungen erfolgen kann, hängt von den eingereichten Daten und den Resultaten der klinischen Studien ab.[394]
  • Per 29. September 2021 schloss der Bundesrat einen weiteren Vertrag mit Janssen – von Johnson & Johnson – über die Lieferung von 150'000 Impfstoffdosen ab. Der Vektor-basierte Impfstoff kommt primär bei Personen zum Einsatz, die aus medizinischen Gründen nicht mit einem mRNA-Impfstoff geimpft werden können und er wird nur einmal verabreicht (Einmaldosis). Er steht aber auch anderen Impfwilligen zur Verfügung. Ausgenommen von der Empfehlung sind Schwangere und immundefiziente Personen. Diesen wird weiterhin einer der beiden mRNA-Impfstoffe von Pfizer oder Moderna empfohlen.[395]
  • Per 1. Oktober 2021 verkündete der Bundesrat, dass er gemeinsam mit den Kantonen die Impfanstrengungen nochmals intensivieren möchte. So sollen in den kommenden Wochen möglichst viele Personen erreicht werden, die bzgl. Impfentscheid noch unentschlossen sind. Der Bundesrat schickte deshalb an der Sitzung Pläne für eine Impfoffensive in Konsultation. Geplant sind beispielsweise eine nationale Impfwoche mit rund 170 zusätzlichen mobilen Impfstellen, persönliche Gespräche sowie Beratungsgutscheine. Ausserdem beschloss der Bundesrat, dass sich Personen unter 16 Jahren und einmal geimpfte Personen weiterhin gratis testen lassen können, um ein Covid-Zertifikat zu erhalten.[396]
  • Per 4. Oktober 2021 startete die Kampagne «Lieber impfen lassen» des Bundesamtes für Gesundheit, die sich vor allem an Jugendliche richten soll. Die Impfung erleichtere den Alltag, denn wer ein Restaurant besuchen, in einem Club tanzen oder einfach ins Kino will, muss geimpft sein oder braucht einen gültigen, negativen Test. Wer nach den Ferien in die Schweiz zurückkehrt ebenso. Das sei aufwendig, weswegen sich eine Impfung lohne.[397]
  • Per 13. Oktober 2021 konkretisierte der Bundesrat die Inhalte der geplanten Impfoffensive: Um weitere Personen dazu zu bewegen, sich impfen zu lassen, plant er gemeinsam mit den Kantonen eine Impfwoche vom 8. bis zum 14. November 2021. Zusätzliche mobile Beratungs- und Impfstellen sollen einen niederschwelligen Zugang zur Impfung ermöglichen. Schliesslich finanziert der Bund die Bereitstellung von Beratern durch die Kantone, um auf das Bedürfnis von noch nicht geimpften Personen nach Information einzugehen. Diese Impfoffensive kostet den Bund maximal 96,2 Millionen Franken.[398]
  • Per 26. Oktober 2021 empfehlen das Bundesamt für Gesundheit und die Eidgenössische Kommission für Impffragen Personen über 65 Jahren eine Auffrischimpfung (Booster); dies im Einklang mit dem Zulassungsentscheid von Swissmedic. Diese liess für beide mRNA-Impfstoffe – von Pfizer und Moderna – eine Auffrischimpfung für besonders gefährdete Personen zu. Für die breite Bevölkerung ist eine Boosterimpfung nicht zugelassen und auch nicht empfohlen.[399]
  • Per 3. November 2021 beschliesst der Bundesrat, dass der Bund und die Kantone eine Impfoffensive durchführen werden, um möglichst viele Personen über die Impfung zu informieren. Erstens veranstalten sie vom 8. bis 14. November unter dem Motto «Gemeinsam aus der Pandemie» eine nationale Impfwoche mit dem Ziel, möglichst viele Menschen über den Nutzen einer Impfung zu informieren; zweitens ermöglichen in den nächsten Wochen zusätzliche Impfmobile einen niederschwelligen Zugang zur Impfung in der ganzen Schweiz; drittens werden Beratern alle, die möchten, direkt mit Informationen über die Impfung versorgen. Für den Bund fallen durch die Impfoffensive Kosten von maximal 96 Millionen Franken an.[400]
  • Per 18. November 2021 reichte Moderna Switzerland GmbH bei Swissmedic ein Gesuch ein, um die Indikation des Covid-19-Impfstoffs Spikevax® auf Kinder ab sechs Jahren auszuweiten. Mit der beantragten Erweiterung soll die Indikation Sechs- bis Elfjährige einschliessen. Die eingereichten Unterlagen beinhalten erste Ergebnisse einer fortlaufenden klinischen Studie mit rund 5'000 Teilnehmern in dieser Altersgruppe.[401]
  • Per 26. November 2021 empfehlen das Bundesamt für Gesundheit und die Eidgenössische Kommission für Impffragen die Auffrischungsimpfung (Booster) für die breite Bevölkerung; dies im Einklang mit dem Zulassungsentscheid der Heilmittelbehörde Swissmedic. Die Empfehlung beruht auf der Zulassungserweiterung durch Swissmedic, die beide mRNA-Impfstoffe für die Auffrischungsimpfung von Personen ab 16 Jahren mit Pfizer/BioNTech bzw. ab 18 Jahren mit Moderna zugelassen hat. Bisher erhielten über 350'000 Personen eine Auffrischungsimpfung. Dabei handelt es sich um über 65-Jährige sowie um besonders gefährdete Personen, welche weiterhin prioritär Zugang zur Auffrischungsimpfung erhalten sollen.[402]
  • Per 3. Dezember 2021 entschied der Bundesrat, dass die «Covid-19-Impfung» auch im Jahr 2022 für die Bevölkerung kostenlos bleiben wird. Die Kosten der Impfungen werden weiterhin von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung, dem Bund und den Kantonen getragen.[403]

Desinformation

Während der COVID-19-Pandemie kam es weltweit zu einer Fülle an Falschinformationen, Desinformation, Fake News und Verschwörungstheorien, die von privaten Stellen gestreut wurden und sich schnell in den sozialen Medien verbreiteten.[404][405][406]

  • Die Grünen des Kantons Zürich distanzierten sich am 11. Mai 2020 von ihrem Kantonsrat Urs Hans, weil er Verschwörungstheorien zu SARS-CoV-2 verbreitete. So wetterte der notorische Impfgegner beispielsweise gegen Bill Gates, ein Lieblings-Feindbild von Verschwörungstheoretikern.[407]
  • Die Fachstelle Extremismus- und Gewaltprävention (Fexx) des Basler Vereins Aktion Kinder des Holocaust reichte bei der Staatsanwaltschaft Basel-Landschaft Strafanzeige gegen Tobias Steiger – Sektionspräsident des Basler Ablegers der Partei National Orientierter Schweizer – wegen Verletzung der Antirassismusstrafnorm ein. Unter dem Titel «Schluss mit Lügen und Zensur» veröffentlichte er antisemitische Tiraden auf der Partei-Homepage. Hinter der Corona-Krise sah Steiger «eine jüdische Verschwörung». Zudem soll die Rothschild-Dynastie und die amerikanische Rockefeller-Stiftung die Finanzierung eines Chip-Zertifikats für eine Impfkampagne unterstützen, die der Dezimierung und Sterilisierung der Weltbevölkerung dienen sollte.[408]

Trivia

  • Daniel Koch vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) erklärte im März 2020 verschiedentlich, dass Mund-Nasen-Bedeckungen nur einen Nutzen hätten, wenn die Person selbst krank sei. Einen Schutz vor Ansteckung gebe es damit nicht. Am 31. März 2020 sagte er an einer Medienorientierung in Luzern, es gebe keine wissenschaftliche Studie, die beweise, dass einfache Mund-Nasen-Bedeckungen wirksam seien.[409] Indes ist auf Zertifikate von Stoffmasken kein Verlass. Besser schützen FFP2-Masken.[410]
  • Am 19. März 2020 erreichte die Hauptausgabe der Tagesschau mit einer durchschnittlichen Zuschauerzahl von 1,487 Millionen eine Rekordeinschaltquote.[411]
  • Die Schweizer Post bringt eine «Covid19-Solidaritäts-Briefmarke» heraus. Die Briefmarke – die einen Taxwert von 1 Franken aufweist – kostet 5 Franken. Der Erlös aus dem Verkauf soll vollumfänglich an die Glückskette und das Schweizerische Rote Kreuz gespendet werden.[412]
  • Die Glückskette, die Spendensammelorganisation der SRG SSR, sammelte bis zum 16. April 2020 mehr als 27 Millionen Franken. Die Spenden kommen Menschen in der Schweiz zugute, die aufgrund der Coronavirus-Pandemie von Armut oder Hunger bedroht sind.[413]
  • Die Schweizer, viele davon im Homeoffice tätig, entdeckten in der Krise das Kochen neu und kauften viel mehr Obst und Gemüse als zuvor. Auch die Abrufzahlen auf den bekanntesten Rezeptwebsiten nahmen stark zu.[414][415]
  • Daniel Koch – bis 1. April 2020 Leiter der Abteilung «Übertragbare Krankheiten» beim Bundesamt für Gesundheit BAG – erlangte durch seine regelmässigen Auftritte an den Pressekonferenzen des Bundesrates und des BAG bei einer breiten Öffentlichkeit Bekanntheit. Nach seiner eigentlichen Pensionierung per 1. April 2020 arbeitete er bis zur Bewältigung der Pandemie mit dem Titel «Delegierter des BAG für COVID-19» in seiner Funktion weiter.[416] Am 28. Mai gab Daniel Koch seine letzte offizielle Pressekonferenz als COVID-19-Delegierter.[417]
  • Gemäss der bundesrätlichen COVID-19-Verordnung gehören Bücher nicht zu Konsumgütern des täglichen Bedarfs und durften deshalb bis zur allg. Wiedereröffnung der Geschäfte nicht in Einkaufszentren verkauft werden. Die Genfer Justiz gab diesbezüglich einer Strafanzeige der Buchhandlung Payot gegen die Migros-Filiale Genf wegen unlauterem Wettbewerbs recht, die sich nicht an diese Vorgaben hielt.[418]
Kantonales Impfzentrum MS Thurgau
  • Seit dem 2. Februar 2021 befindet sich auf dem Bodensee ein «Impfschiff». Auf der für diesen Zweck umgebauten MS Thurgau können täglich bis zu 170 Impfungen vorgenommen werden. Das Schiff liegt zunächst eine Woche in Romanshorn vor Anker, danach zwei Wochen in Kreuzlingen und eine Woche in Arbon. Anschliessend kehrt es nach Romanshorn zurück, damit das Personal die zweite Impfdosis verabreichen kann.[419]

Siehe auch

Literatur

  • Recherchedesk Tamedia: Lockdown. Wie Corona die Schweiz zum Stillstand brachte – Schicksale, Heldinnen und ein Bundesrat im Krisenmodus. Wörterseh, 2020, ISBN 978-3-03763-123-2.[420]

Dokumentationen

  • Im Oktober 2020 veröffentlichte der selbstständige Fernsehjournalist Reto Brennwald den Film «Unerhört!», in dem u. a. Staatsrechtler, Ärzte und Demonstranten zu Wort kommen.[422] Medien kritisierten den Film mehrheitlich negativ aufgrund seiner Einseitigkeit und Unausgewogenheit.[423][424][425][426][427]
  • Die SRF-Sendung Reporter begleitet die grösste Impfaktion der Schweiz, am 24. Februar 2021 wurde die Reportage «Corona-Impfung – Unheil oder Segen?» ausgestrahlt.[428]
  • Am ersten Jahrestag des ersten offiziellen Covid-19-Falls in der Schweiz sendete SRF 1 am 25. Februar 2021 den Film «Pandemie – Auf den Spuren von Covid-19».[429]

Weblinks

Commons: COVID-19-Pandemie in der Schweiz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Informationsseiten

Rechtliche Grundlagen

(auf admin.ch)

Anmerkungen

  1. Hier sind Fälle aufgelistet, die dem BAG über den Meldeweg oder offizielle Quellen mitgeteilt wurden. Die Situation ist nach wie vor dynamisch; deshalb kann es zu Abweichungen bzw. zeitlichen Verzögerungen zwischen den BAG-Fällen und Angaben anderer Stellen, etwa der Kantone oder der Weltgesundheitsorganisation (WHO), kommen.

Einzelnachweise

  1. Pneumonia of unknown cause – China. WHO, 5. Januar 2020, abgerufen am 18. Juli 2021 (englisch).
  2. Lungenärzte im Netz: Covid-19: Ursachen. Online unter www.lungenaerzte-im-netz.de. Abgerufen am 14. April 2020.
  3. Tagesschau: „Tief besorgt.“ WHO spricht von Corona-Pandemie. 11. März 2020. Online unter www.tagesschau.de. Abgerufen am 14. April 2020.
  4. Gestützt auf Epidemiengesetz – Bundesrat ruft «besondere Lage» aus – was heisst das? 28. Februar 2020, abgerufen am 22. Oktober 2020.
  5. a b Coronavirus: Bundesrat erklärt die «ausserordentliche Lage» und verschärft die Massnahmen. Bundesamt für Gesundheit, 16. März 2020, abgerufen am 16. März 2020.
  6. Coronavirus: Bundesrat verlängert Massnahmen um eine Woche und beschliesst etappenweise Lockerung. Bundesamt für Gesundheit, 8. April 2020, abgerufen am 10. April 2020.
  7. Der grosse Lockerungsplan – Das hat der Bundesrat heute entschieden In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 29. April 2020.
  8. a b Strategische Grundlagen zur COVID-19-Bewältigung Website des BAG. Abgerufen am 4. Januar 2021.
  9. Covid-19: Neue Variante des Coronavirus in zwei Proben in der Schweiz entdeckt. Bundesamt für Gesundheit, 24. Dezember 2020, abgerufen am 25. Dezember 2020.
  10. Statement der Swiss National COVID-19 Science Task Force bezüglich der neuen SARS-CoV-2 Variante VOC-202012/01. Swiss National COVID-19 Science Task Force, 25. Dezember 2020, abgerufen am 25. Dezember 2020.
  11. Fabian Schäfer: Notrecht in der Schweiz – wer kann den Bundesrat jetzt noch aufhalten, wenn er zu weit geht? Neue Zürcher Zeitung, 26. März 2020, abgerufen am 26. März 2020.
  12. Schulschliessungen: Die Sorgen der Eltern sind übertrieben. In: Neue Zürcher Zeitung vom 3. April 2020.
  13. Auch wenn Ostern ausfällt: In der Krise punkten die Kirchen. In: Neue Zürcher Zeitung vom 10. April 2020.
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  97. Auch Corona-Armeeeinsatz ist Thema der ausserordentlichen Session. In: Aargauer Zeitung vom 6. April 2020.
  98. «Der Weg stimmt, am Ziel sind wir noch nicht.» Der Bundesrat verlängert den Lockdown, gibt aber erstmals Informationen zur Lockerung der Massnahmen bekannt In: Neue Zürcher Zeitung vom 8. April 2020.
  99. Der Bund will die Schweizer Luftfahrt unterstützen. Das sind die Auflagen. In: Neue Zürcher Zeitung vom 8. April 2020.
  100. Der Bund will die Schweizer Luftfahrt unterstützen. Das sind die Auflagen. In: Neue Zürcher Zeitung vom 8. April 2020.
  101. Praktische LAP finden statt, schriftliche abgesagt. In: 20 Minuten vom 9. April 2020.
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  103. Alle Schritte aus dem Lockdown – So sieht der Fahrplan des Bundesrates aus In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 16. April 2020.
  104. Enttäuschung über den Bundesrat – Gastro-Branche schlägt Nicht-Entscheid auf den Magen. In: Blick online vom 17. April 2020.
  105. Keine Einheit bei der Matura in der Ostschweiz. SRF, 30. April 2020.
  106. «Sofortige Lockerung wäre gar nicht gut angekommen». SRF, 9, April 2020.
  107. Zürich will auf Maturaprüfungen verzichten. NZZ, 22. April 2020.
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  187. Kanton setzt Bundesratsentscheide um: Schulen schliessen, Versammlungsverbot ab 100 Personen. Kanton Bern, 13. März 2020, abgerufen am 13. März 2020.
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  230. Kanton Schaffhausen führt Maskenpflicht wieder ein. In: blick.ch. 23. August 2021, abgerufen am 23. August 2021.
  231. Betroffene Gebiete: weshalb sind keine mehr definiert? In: Situation Schweiz und International. Bundesamt für Gesundheit, 24. März 2020, abgerufen am 24. März 2020.
  232. Der SMI schliesst mit einem Minus von 5,6 % – Erdöl-Krise und Coronavirus sorgen für Kurssturz bei Aktien. In: Neue Zürcher Zeitung vom 9. März 2020.
  233. Was zum „Schwarzen Montag“ führte. In: Spiegel online vom 9. März 2020.
  234. Der SMI hält sich in der Corona-Krise besser als andere Aktienindizes. In: Neue Zürcher Zeitung vom 20. März 2020.
  235. Nach Berset-Rüffel: Jetzt doch! Skigebiete machen wegen Corona dicht. In: Blick online vom 14. März 2020.
  236. Betriebsstopp kostet sie bereits über 300 Millionen Franken: Bergbahnen wollen im Mai unbedingt wieder in die Höhe. In: Blick online vom 22. April 2020.
  237. Wo hat es eigentlich Platz, wenn alle Schweizer im eigenen Land Ferien machen? In: Aargauer Zeitung vom 26. April 2020.
  238. Tourismuskrise wegen Corona – «Der Interkontinental-Tourismus wird kaum vor 2021 starten». In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 18. April 2020.
  239. Corona-Krise: drastischer Rückschlag am Schweizer Arbeitsmarkt. In: Neue Zürcher Zeitung vom 7. April 2020.
  240. Schweizer Wirtschaft wegen Corona mit 25 Prozent Produktionsausfall. In: nau.ch vom 11. April 2020.
  241. Ähnlicher Einbruch wie beim Erdölschock oder wirtschaftliche Depression? In: Neue Zürcher Zeitung vom 23. April 2020.
  242. Bruttoinlandprodukt im 4. Quartal 2020: Die Erholung wurde ausgebremst. Staatssekretariat für Wirtschaft, 26. Februar 2021, abgerufen am 26. Februar 2021.
  243. Flaute im Luftfrachtgeschäft – So positioniert sich die Swiss als Transporteurin. In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 31. Dezember 2019.
  244. Bund sichert sich ab: Kann die Swiss die Kredite nicht bedienen, geht sie an den Bund über. In: Tages-Anzeiger vom 29. April 2020.
  245. 1,5 Milliarden für die Swiss ohne Klimaziel: Jetzt platzt den Grünen der Kragen. In: Watson vom 28. April 2020.
  246. SNB-Chef Jordan malt düsteres Bild der wirtschaftlichen Zukunft in der Schweiz. In: Cash vom 10. Mai 2020.
  247. Corona-Erwerbsersatz – Selbständige im Abseits. In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 19. Mai 2020.
  248. Sonne satt und gute Stimmung an Auffahrt? Nicht auf den Campingplätzen. Die Betreiber sind wütend. In: Neue Zürcher Zeitung vom 21. Mai 2020.
  249. Karrer: «Auf die Schweiz rollt eine Konkurswelle zu». In: bluewin.ch vom 29. Mai 2020.
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  254. Corona-Sommer: Warum die meisten Festivals noch nicht abgesagt sind und was mit Tickets für annullierte Veranstaltungen passiert. In: Neue Zürcher Zeitung vom 22. April 2020.
  255. Muss der Zirkus Knie dieses Jahr ganz auf eine Tournee verzichten? In: Aargauer Zeitung vom 23. April 2020.
  256. Kultur trotz Corona – Die Schweizer Kulturszene geht online: Die Links in der Übersicht. In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 17. April 2020.
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  258. Alleingänge sind möglich – Nach Kritik an Schulöffnungen: Kantone wollen die Macht In: Tages-Anzeiger vom 23. April 2020.
  259. Schüler gehen gegen Maturaprüfungen auf die Barrikaden. In: Watson vom 25. April 2020.
  260. Bewältigung der Corona-Krise – Geld für Kitas oder für Eltern? In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 16. April 2020.
  261. Bundesrat lehnt Corona-Subventionen für Kitas ab. In: Nau.ch vom 1. Mai 2020.
  262. Der Bundesrat verbietet wegen Coronavirus Grossveranstaltungen – Kantone gehen teilweise noch weiter. In: Neue Zürcher Zeitung vom 28. Februar 2020.
  263. Berset spricht ein Machtwort: Alle Skigebiet müssen schliessen. In: Neue Zürcher Zeitung vom 14. März 2020.
  264. Coronavirus: Hockey-Saison wird abgebrochen. In: nau.ch vom 12. März 2020.
  265. Wegen Coronavirus-Krise – Eishockey-WM in der Schweiz abgesagt! In: Blick online vom 21. März 2020.
  266. Coronavirus: In der Schweiz pausiert der Fussball bis Ende April. In: nau.ch vom 13. März 2020.
  267. Keine Schweizer Rundfahrt 2020 – Tour de Suisse ist abgesagt. In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 3. April 2020.
  268. Saisonabbruch im Schweizer Amateurfussball. In: Basler Zeitung vom 30. April 2020.
  269. Alle Infos zum Re-Start – Fussball-Saison geht am 19. Juni weiter – 12er-Liga abgeschmettert. In: Blick online vom 29. Mai 2020.
  270. Viel Schnee am Lauberhorn – leider keine Zuschauer. In: lauberhorn.ch. 31. Dezember 2020, abgerufen am 9. Mai 2021.
  271. Kanton Bern sagt in Absprache mit den Beteiligten die Lauberhorn-Rennen in Wengen ab. Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern, 11. Januar 2021, abgerufen am 9. Mai 2021.
  272. Besondere Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus in Wengen. Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion des Kantons Bern, 10. Januar 2021, abgerufen am 9. Mai 2021.
  273. Die Schweiz macht sich immobil. In: Neue Zürcher Zeitung vom 16. März 2020.
  274. Übergangsfahrplan: ÖV-Angebot seit 19. März markant reduziert, Grundangebot wird aufrecht erhalten. In: Bahnonline.ch vom 18. März 2020.
  275. Schutzkonzept für den öffentlichen Verkehr macht Reisen möglichst sicher. In: sbb.ch. 30. April 2020, abgerufen am 5. Februar 2021.
  276. Die SBB fährt ab 8. Juni weitgehend wieder das gesamte Angebot. In: sbb.ch. 28. Mai 2020, abgerufen am 5. Februar 2021.
  277. Angebot nach Italien und Frankreich reduziert. In: sbb.ch. 5. November 2020, abgerufen am 5. November 2020.
  278. Zugreisen nach Europa in Coronazeiten. In: sbb.ch. Abgerufen am 5. November 2020.
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  280. Schweiz–Italien: Verbindungen werden etappenweise wieder aufgenommen. In: sbb.ch. 10. Dezember 2020, abgerufen am 26. Januar 2021.
  281. Corona prägt Geschäftsjahr: Nachfrage eingebrochen, finanzieller Rückschlag, zufriedenere Kunden. In: company.sbb.ch. 15. März 2021, abgerufen am 15. März 2021.
  282. Personenverkehr bei Postauto wegen Corona um 25 % gesunken. In: swissinfo.ch. 23. Januar 2021, abgerufen am 23. Januar 2021.
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  286. So krass brach der Verkehr auf den Schweizer Hauptachsen ein. In: Watson vom 1. Mai 2020.
  287. Keine Blechlawine wegen Corona – So leer ist die Gotthard-Autobahn. In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 10. April 2020.
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  295. Abstimmungen vom 17. Mai verschoben In: Bote der Urschweiz vom 18. März 2020.
  296. Der Bundesrat hat schon sieben Grundrechte eingeschränkt – geraten auch Medienfreiheit und Privatsphäre in Gefahr? In: Luzerner Zeitung vom 30. März 2020.
  297. Corona-Umfrage zeigt: Schweizer haben weniger Angst – und sie vertrauen dem Bundesrat mehr denn je In: Limmattaler Zeitung vom 17. April 2020.
  298. Bussen an der Grenze, Sonderrecht für Maturanden und Finanzhilfen ohne Ende: Mündet die Übermacht der Regierung in Polizei-Notrecht gegen die Klimakrise? In: Neue Zürcher Zeitung vom 23. April 2020.
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  300. Notverordnungen des Bundesrats – Wer überprüft eigentlich die Verhältnismässigkeit? In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 24. April 2020.
  301. Gegen Einschränkungen – Corona-Demo auf dem Bundesplatz In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 2. Mai 2020.
  302. Die Polizei löst vor dem Bundeshaus eine Kundgebung gegen den Bundesrat auf – doch bereits wird für Friedenstauben geworben In: St. Galler Tagblatt vom 2. Mai 2020.
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  314. Epidemiologe hat genug – Christian Althaus verlässt wissenschaftliche Covid-Taskforce. In: srf.ch. 9. Januar 2021, abgerufen am 9. Januar 2021.
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  330. Beschränkung für Supermärkte – Detailhandel kritisiert Rückzieher des Bundesrats In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 23. April 2020.
  331. Velos, Kleider und Spielsachen: Migros und Coop dürfen verkaufen – Dorflädeli nicht? In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 17. April 2020.
  332. Gewerbeverband droht Migros und Coop mit Strafanzeige In: Luzerner Zeitung vom 26. April 2020.
  333. Strafanzeige eingereicht: Bücher-Kette Payot verklagt Migros. In: blick.ch. 8. Mai 2020, abgerufen am 3. November 2020.
  334. Stefania Telesca: Coop-Filialleiter gewinnt vor Gericht – er hatte während Lockdown Non-Food-Artikel verkauft und Busse kassiert. In: badenertagblatt.ch. 3. November 2020, abgerufen am 3. November 2020.
  335. Bischöfe beissen beim Bundesrat auf Granit. In: Neue Zürcher Zeitung vom 14. Mai 2020.
  336. Aufregung in Mulhouse: Erneutes Treffen in Freikirche. In: Basler Zeitung vom 23. März 2020.
  337. Coronavirus: Bund setzt Wissenschaftliches Beratungsgremium ein. Medienmitteilung SBFI vom 31. März 2020.
  338. Der seltsame Fall der Swiss National COVID-19 Science Task Force
  339. New Head of the Science Taskforce.
  340. Nach Abgängen – Arbeit für Corona-Taskforce: Viel Aufwand, keine Entschädigung. In: srf.ch. 22. Januar 2021, abgerufen am 23. Januar 2021.
  341. Neue Präsidentin: Tanja Stadler übernimmt die Leitung der Swiss National COVID-19 Science Task Force. 11. August 2021, abgerufen am 13. August 2021.
  342. Policy Briefs der Taskforce.
  343. nzz.ch
  344. tagblatt.ch
  345. nzz.ch
  346. nzz.ch
  347. ETH-Forschern gelingt Nachweis – Schnellere Erkenntnisse über Fallzahlen dank Abwasser. In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 30. April 2020.
  348. Bund veröffentlicht Quellcode der Swiss-Covid-App
  349. parlament.ch
  350. SwissCovid App ab sofort interoperabel mit der deutschen Corona-Warn-App. Bundesamt für Gesundheit, 25. März 2021, abgerufen am 28. März 2021.
  351. Die Schweiz im Vorabend der ersten Corona-Lockerungen: Hoffnung überwiegt Frust vom 2. Mai 2020.
  352. Interims Vorsorgemassnahmen in Spitälern für einen hospitalisierten Patienten mit begründetem Verdacht oder mit einer bestätigten COVID-19 Infektion Website der Swissnoso. Abgerufen am 15. Januar 2021.
  353. Die Rolle von Aerosolen bei der Übertragung von SARS-CoV-2 Website der Swiss Science Task Force. Abgerufen am 15. Januar 2021.
  354. So sollen sich Genesene impfen lassen. 1. Juni 2021, abgerufen am 14. August 2021.
  355. Kennzahlen, Schweiz: Zeitliche Entwicklung, geimpfte Personen, Schweiz, 21.12.2020 bis 05.12.2021. Abgerufen am 6. Dezember 2021.
  356. fehlerhafte Einträge. Bundesamt für Gesundheit, 13. Oktober 2021, abgerufen am 15. Oktober 2021.
  357. Demografie. Bundesamt für Gesundheit, 5. Dezember 2021, abgerufen am 6. Dezember 2021.
  358. Verdachtsmeldungen von unerwünschten Impferscheinungen (UIE). BAG, 23. November 2021, abgerufen am 30. November 2021.
  359. Swissmedic startet rollende Überprüfung eines COVID-19-Impfstoffs. Swissmedic, 6. Oktober 2020, abgerufen am 17. November 2020.
  360. Swissmedic erhält zweites Zulassungsgesuch für einen Corona-Impfstoff. Swissmedic, 19. Oktober 2020, abgerufen am 17. November 2020.
  361. Swissmedic prüft Impfstoffkandidaten von Moderna. Swissmedic, 13. November 2020, abgerufen am 17. November 2020.
  362. Impfstoffproduktion im Wallis – Lonza-Standortleiter: «Bald kommen Impfdosen aus dem Wallis». SRF, 16. November 2020, abgerufen am 17. November 2020.
  363. Janssen-Cilag AG reicht Zulassungsgesuch für ihren Impfstoffkandidaten ein. In: admin.ch. Swissmedic, 7. Dezember 2020, abgerufen am 7. Dezember 2020.
  364. Swissmedic erteilt Zulassung für den ersten Covid-19-Impfstoff in der Schweiz. Swissmedic, 19. Dezember 2020, abgerufen am 19. Dezember 2020.
  365. Covid-19: Die Schweiz konnte noch im Dezember mit der Impfung starten. Bundesamt für Gesundheit, 19. Dezember 2020, abgerufen am 19. Dezember 2020.
  366. Covid-19: Der Bund informiert die Bevölkerung umfassend über die bevorstehenden Impfungen. Bundesamt für Gesundheit, 22. Dezember 2020, abgerufen am 25. Dezember 2020.
  367. Coronavirus: Impfung. Bundesamt für Gesundheit, abgerufen am 18. Januar 2020.
  368. Zweites Vakzin in der Schweiz: Grünes Licht für Moderna-Impfstoff. SRF, 12. Januar 2021, abgerufen am 13. Januar 2021.
  369. Zweiter Covid-19-Impfstoff für die Schweiz zugelassen. In: admin.ch. 22. Januar 2021, abgerufen am 11. September 2021.
  370. Covid-19: Bundesrat genehmigt Tarifvertrag zur Vergütung der Covid-19-Impfung. Bundesamt für Gesundheit, 13. Januar 2021, abgerufen am 13. Januar 2021.
  371. Verdachtsmeldungen von unerwünschten Wirkungen der Covid-19-Impfstoffe in der Schweiz. Bisherige Meldungen entsprechen dem bekannten Risikoprofil. Swissmedic, 22. Januar 2021, abgerufen am 23. Januar 2021.
  372. Covid-19-Impfstoff: Bund unterzeichnet drei weitere Verträge. Bundesamt für Gesundheit, 3. Februar 2021, abgerufen am 5. Februar 2021.
  373. Covid-19-Impfstoff: Bund schliesst weiteren Vertrag mit Pfizer ab. Bundesamt für Gesundheit, 10. März 2021, abgerufen am 10. März 2021.
  374. Nebenwirkungen der Covid-19-Impfungen in der Schweiz – Update. Swissmedic, 11. März 2021, abgerufen am 18. März 2021.
  375. Covid-19 Impfstoff von Johnson & Johnson: Swissmedic genehmigt den dritten Impfstoff gegen eine Covid-19 Erkrankung. In: admin.ch. 22. März 2021, abgerufen am 11. September 2021.
  376. Taskforce empfiehlt zweite Dosis nach sechs Wochen für schnellere Impfkampagne. In: luewin.ch. 20. April 2021, abgerufen am 12. September 2021.
  377. Das BAG lernt einfach nicht dazu – weitere Fehler liegen nicht mehr drin. Tagblatt, 24. März 2021, abgerufen am 25. März 2021.
  378. Coronavirus: Treffen von Bund, Kantonen, Impfstoffherstellern und Wissenschaft zur Impfkampagne. Bundesamt für Gesundheit, 25. März 2021, abgerufen am 26. März 2021.
  379. Swissmedic genehmigt neue Lagerbedingungen für den Covid-19 Impfstoff von Pfizer/BioNtech. Swissmedic, 30. März 2021, abgerufen am 31. März 2021.
  380. Nebenwirkungen der Covid-19-Impfungen in der Schweiz – Update 3. Swissmedic, 9. April 2021, abgerufen am 10. April 2021.
  381. Das Covid-Zertifikat: Einheitlich, fälschungssicher und international kompatibel. Bundesamt für Gesundheit, 22. April 2021, abgerufen am 23. April 2021.
  382. Nebenwirkungen der Covid-19-Impfungen in der Schweiz – Update. Swissmedic, 22. April 2021, abgerufen am 26. April 2021.
  383. Covid-19-Impfstoff: Weiterer Vertrag mit Moderna sichert Impfstoff für 2022. Bundesamt für Gesundheit, 6. Mai 2021, abgerufen am 6. Mai 2021.
  384. Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation erstellt bis Ende Juni das Covid-Zertifikat. Bundesamt für Gesundheit, 7. Mai 2021, abgerufen am 11. Mai 2021.
  385. Nebenwirkungen der Covid-19 Impfungen in der Schweiz – Update. Swissmedic, 21. Mai 2021, abgerufen am 21. Mai 2021.
  386. So sollen sich Genesene impfen lassen. 1. Juni 2021, abgerufen am 3. Oktober 2021.
  387. Coronavirus: Bundesrat verabschiedet Verordnung über Covid-Zertifikate. Bundesamt für Gesundheit, 4. Juni 2021, abgerufen am 8. Juni 2021.
  388. Coronavirus: Einführung des datenminimierten «Zertifikats Light». 30. Juni 2021, abgerufen am 30. Juni 2021.
  389. EU anerkennt Schweizer Covid-Zertifikat. 9. Juli 2021, abgerufen am 11. Juli 2021.
  390. Nebenwirkungen der Covid-19-Impfungen in der Schweiz – Update. Swissmedic, 13. August 2021, abgerufen am 29. August 2021.
  391. «Nicht verpassen: impfen lassen.»: Das BAG startet eine neue Informationskampagne zur Covid-19-Impfung. 16. August 2021, abgerufen am 18. August 2021.
  392. Coronavirus: Impfung für Auslandschweizerinnen und -schweizer sowie Grenzgängerinnen und Grenzgänger. 18. August 2021, abgerufen am 18. August 2021.
  393. Covid-19-Impfstoff: Weiterer Vertrag mit Pfizer sichert Impfstoff für 2022 und 2023. 25. August 2021, abgerufen am 29. August 2021.
  394. Swissmedic prüft Zulassungserweiterung für eine dritte Dosis der Covid-19 Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna. Swissmedic, 16. September 2021, abgerufen am 20. September 2021.
  395. Covid-19-Impfstoff: Bund unterzeichnet Vertrag mit Janssen. 29. September 2021, abgerufen am 30. September 2021.
  396. Coronavirus: Bundesrat plant Impfoffensive. 1. Oktober 2021, abgerufen am 1. Oktober 2021.
  397. Neue Informationskampagne des Bundes: «Lieber impfen lassen». 4. Oktober 2021, abgerufen am 5. Oktober 2021.
  398. Coronavirus: Bundesrat lanciert Impfoffensive. 13. Oktober 2021, abgerufen am 14. Oktober 2021.
  399. Covid-19: Auffrischimpfung soll ältere Menschen noch besser vor schwerer Erkrankung schützen. 26. Oktober 2021, abgerufen am 29. Oktober 2021.
  400. Coronavirus: Bund und Kantone lancieren die nationale Impfwoche. 3. November 2021, abgerufen am 3. November 2021.
  401. Covid-19 Impfstoffe für Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren: Moderna reicht Gesuch für Indikationserweiterung ein. Swissmedic, 18. November 2021, abgerufen am 19. November 2021.
  402. Covid-19: Auffrischimpfung für alle verbessert Schutz und bremst die Virusverbreitung. 26. November 2021, abgerufen am 26. November 2021.
  403. Covid-19-Impfungen sind auch im 2022 für die Bevölkerung kostenlos. 3. Dezember 2021, abgerufen am 3. Dezember 2021.
  404. Alternative Ansichten In: Schaffhauser AZ vom 12. April 2020.
  405. Kein Platz für Verschwörungstheorien: Der Stammbaum des Coronavirus enthüllt, woher es kommt In: Neue Zürcher Zeitung vom 9. April 2020.
  406. Verschwörungen rund um Corona – «Verschwörungstheorien können eine schädliche Auswirkung haben» In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 26. März 2020.
  407. «Abenteuerliche Thesen»: Die Zürcher Grünen distanzieren sich von ihrem Kantonsrat Urs Hans, weil er Verschwörungstheorien zum Coronavirus verbreitet. In: Neue Zürcher Zeitung vom 11. Mai 2020.
  408. Der Präsident der Basler Pnos-Sektion forderte die Sterilisation von Juden – nun ist er angezeigt worden In: Neue Zürcher Zeitung vom 23. Mai 2020.
  409. Michael Surber, Larissa Rhyn: Hygienemasken gegen Coronaviren: Das BAG widerspricht seinen eigenen Empfehlungen – Während andere Länder eine Maskenpflicht einführen, ist die Schweiz zurückhaltend. Gesunden Personen rät das Bundesamt für Gesundheit gar davon ab, eine Schutzmaske zu tragen – obwohl der offizielle Pandemieplan anderes vorsieht. Das dürfte daran liegen, dass Masken noch immer Mangelware sind., NZZ 1. April 2020.
  410. Schutz gegen Viren – Stoffmasken im Test: Kein Verlass auf Zertifikate. In: SRF. 25. Mai 2021, abgerufen am 25. Mai 2021.
  411. SRF 1 / 19.03.2020. (PDF; 86,9 kB) SRF, abgerufen am 28. März 2020.
  412. Denise Birchler: Briefmarke der Solidarität: Erlös hilft Menschen, die jetzt Unterstützung brauchen. In: post.ch vom 6. April 2020.
  413. Glückskette sammelt über 10 Millionen Franken an einem Tag für Corona-Opfer In: Aargauer Zeitung vom 16. April 2020.
  414. Rezept-Websites werden geklickt wie nie: In der Corona-Krise lernen die Schweizer wieder kochen – und kaufen viel mehr Obst und Gemüse. In: NZZ am Sonntag vom 4. April 2020.
  415. Die zweite Welle ist da – auch in den Hofläden. Landwirtschaftlicher Informationsdienst, vom 6. November 2020.
  416. Corona-Delegierter: «Mister Corona» Daniel Koch feiert den 65. Geburtstag mit seinen Hunden. In: Aargauer Zeitung vom 14. April 2020.
  417. Abschied von «Mr. Corona» – Hatten Sie nie Zweifel, Daniel Koch? In: Schweizer Radio und Fernsehen vom 28. Mai 2020.
  418. Wegen Bücherverkauf: Strafanzeige gegen die Migros! In: Blick online vom 28. April 2020.
  419. Das einzige Impfschiff der Schweiz legt los. Schweizer Radio und Fernsehen, 1. Februar 2021, abgerufen am 2. Februar 2021.
  420. Leseprobe
  421. Corona-Vorsorge: Spurensuche im Ämterdschungel. SRF.ch, 10. September 2020 (mit Video, 50 Min.) (YouTube).
  422. Unerhört! Dokumentarfilm zur Coronakrise von Reto Brennwald, 2020 (62 Min.) (Vimeo).
  423. Ein einseitiger Film gegen die «Panikmache» – Eindrücke zum Corona-Film von Ex-SRF-Moderator Reto Brennwald. In: St. Galler Tagblatt, 23. Oktober 2020.
  424. Hand ab! In: Republik.ch, 28. Oktober 2020.
  425. «Aufwachen!», «Corona gibt es nicht!», «Medien abschalten!»: Corona-Skeptiker rechnen an Filmpremiere mit Daniel Koch ab. In: Neue Zürcher Zeitung, 24. Oktober 2020.
  426. TV-Mann Brennwald inszeniert sich als Gegenstimme zur «Corona-Aufregung». In: Tages-Anzeiger, 23. Oktober 2020.
  427. Daniel Hackbarth: Corona-Dokumentation: Allzu bequeme Kritik. In: WOZ Die Wochenzeitung Nr. 50/2020, 10. Dezember 2020, S. 23 (Woz.ch).
  428. Kathrin Winzenried: Corona-Impfung – Unheil oder Segen? In: SRF.ch, 24. Februar 2021 (33 Min.; YouTube).
  429. Philippe Blanc, Mario Casella: Pandemie – Auf den Spuren von Covid-19. In: SRF.ch, 25. Februar 2021 (93 Min.; YouTube).