CSL Behring

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CSL Behring mit Sitz in King of Prussia, im US-Bundesstaat Pennsylvania, ist eine Geschäftseinheit des australischen Biopharma-Konzerns CSL Limited (Commonwealth Serum Laboratories) und auf die Herstellung von Plasma-Produkten spezialisiert.

Die Geschäftseinheit CSL Behring beschäftigt rund 14.000 Mitarbeiter weltweit.[1] Der größte Produktions- und Forschungsstandort befindet sich in Marburg in Hessen, weitere in Kankakee im US-Bundesstaat Illinois und in Bern im gleichnamigen Kanton der Schweiz. Darüber hinaus gibt es Vertretungen in 16 weiteren Ländern.[2] Hauptmärkte für die Medikamente aus humanem Blutplasma sind die USA, Europa, Japan, Lateinamerika sowie der mittlere Osten.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CSL Behring entwickelt, produziert und vertreibt biotechnologische Produkte für die Bereiche Gerinnungsstörung, Intensivmedizin und Immunglobuline. In Deutschland versorgt CSL Behring Patienten mit 21 verschiedenen Arzneimitteln auf Plasmabasis, einem rekombinanten Faktor VIII-Präparat und einem Fibrinolytikum.

CSL Behring GmbH (Deutschland)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige deutsche Tochterunternehmen wurde 1904 als Behringwerke AG vom Medizin-Nobelpreisträger Emil von Behring gegründet, zu den Produkten gehören Sera und Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten. Ab 1946 kommt die Produktion von Plasmaprodukten hinzu. 1952 übernahm Hoechst die Behringwerke als Tochtergesellschaft.

Mitte der Neunziger wurde begonnen die Behringwerke aufzuteilen; dabei wurde die Plasmasparte ausgegliedert und Anfang 1996 mit der Rhône-Poulenc-Tochter Armour zum Joint-Venture Centeon fusioniert. Als Hoechst und Rhône-Poulenc 1999 zu Aventis fusionierten, wurde aus Centeon neu die Aventis-Tochter Aventis Behring. Da das Unternehmen nicht mehr zum neu definierten Kerngeschäft von Aventis passte, wurde im Dezember 2003 der Verkauf an die australische CSL-Holding beschlossen und im ersten Halbjahr 2004 vollzogen. Unter der CSL wurde Aventis Behring sogleich mit ZLB Bioplasma zu ZLB Behring fusioniert. Ende 2006 wurde das Kürzel ZLB in den Namen der Tochtergesellschaften durch CSL ersetzt; seither firmiert die deutsche Tochter als CSL Behring GmbH.

Heute (Mai 2019) arbeiten ca. 2.900 Mitarbeiter am Standort Marburg[3], womit es der größte Forschungs- und Produktionsstandort der CSL Gruppe ist. Ein weiterer Standort in Deutschland liegt in Hattersheim bei Frankfurt, wo der Vertrieb angesiedelt ist[4].

Im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2016 bis 30. Juni 2017 erzielte die CSL Behring GmbH mit Sitz in Marburg gemäß dem im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss einen Umsatz von 1,958 Milliarden Euro und führte ca. 674 Millionen Euro gemäß Gewinnabführungsvertrag ab.

Zudem werden zur Sicherstellung der Versorgung mit Plasma über die Gesellschaft CSL Plasma mehrere Spendezentren in ganz Deutschland, ein Zentrallabor in Göttingen und ein Zentrallager in Schwalmstadt betrieben[5]. Aktuell laufen Planungen und Vorbereitungen (z. B. Grundstückskauf) zur Verlegung des Zentrallagers nach Lahntal-Goßfelden nur wenige Kilometer vom Produktionsstandort Marburg entfernt[6][7].

Wegen der Produktion von Blutgerinnungsfaktor VIII und Von-Willebrand-Faktor galt CSL Behring 2008 für die USA als essenzielle Einrichtung.[8]

Anfang April 2019 wurde außerdem bekannt, dass sich CSL Behring für mindestens zwei Jahre als Hauptsponsor des GFL-Footballteams Marburg Mercenaries engagiert[9]

CSL Behring AG (Schweiz)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Schweizer Tochterunternehmen wurde 1949 vom Schweizerischen Roten Kreuz (SRK) als Zentrallaboratorium Blutspendedienst SRK (ZLB) in Bern gegründet. 1951 wurde dem ZLB vom Bund erlaubt Medikamente aus Blutplasma herzustellen und zu verkaufen.

Die CSL-Holding übernahm im Jahr 2000 das Zentrallaboratorium Blutspendedienst vom Roten Kreuz und gründete in Form einer Aktiengesellschaft nach Schweizer Recht die ZLB Bioplasma. 2001 übernahm die CSL-Holding Plasma-Labors in den USA, die ebenfalls die Abkürzung ZLB als Teil des Unternehmensnamens ZLB Plasma Services trugen.

2004 übernahm die CSL-Holding das Pharmaunternehmen Aventis Behring, das mit ZLB Bioplasma zu ZLB Behring fusioniert wurde. Ende 2006 wurde die Abkürzung ZLB in den Namen der Tochtergesellschaften durch CSL ersetzt. Seither firmiert die Schweizer Tochter als CSL Behring AG.

In der Stadt Bern beschäftigt CSL rund 1592 und in Lengnau BE rund 219 Angestellte.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CSL Behring: Fact Sheet (Memento des Originals vom 25. Februar 2017 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cslbehring.com (PDF). Aufgerufen am 24. Februar 2017.
  2. Michael Acker: CSL Behring legt Rekordzahlen vor; in Oberhessische Presse, 20. August 2009, S. 25.
  3. CSL Behring – für die Zukunft gut gerüstet. In: Behringwerke erleben. Pharmaserv GmbH, abgerufen am 12. Mai 2019.
  4. Standorte. CSL Behring, abgerufen am 12. Mai 2019 (Angabe des Unternehmens, keine neutrale Quelle).
  5. Plasmacenter. CSL Plasma, abgerufen am 12. Mai 2019 (Unternehmensangabe).
  6. Freya Altmüller: „Einmalige Chance für Lahntal“. Oberhessische Presse, 27. Oktober 2017, abgerufen am 12. Mai 2019.
  7. Tobias Kunz: CSL und Lahntal haben Vertrag unterzeichnet. 12. Juni 2018, abgerufen am 12. Mai 2019.
  8. Liste der Critical Foreign Dependencies Initiative
  9. Sebastian Leis- www.redvisionmedia.com: 25.04.2019: CSL Behring neuer Sponsor der Marburg Mercenaries. 2. April 2019, abgerufen am 12. Mai 2019.
  10. Julian Witschi: CSL Behring zieht ins Stade de Suisse ein. In: bernerzeitung.ch. 14. Februar 2019, abgerufen am 24. Februar 2019.