Cabdo

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Cabdo

Logo
Rechtsform GmbH
Gründung November 2017
Sitz Dortmund, DeutschlandDeutschland Deutschland
Branche Personenbeförderung
Website www.cabdo.de

Cabdo ist eine in Dortmund gegründete Mobilitätsplattform, welche es sich als Ziel setzt, das Personenbeförderungsangebot zu revolutionieren und ist unter anderem der erste Anbieter im Ruhrgebiet, welcher die Online-Buchung von Elektrofahrzeugen für die Personenbeförderung ermöglicht. Seit der Gründung im Jahr 2017 haben mehr als 30.000 Nutzer in den Städten Dortmund und Essen die Plattform genutzt.

Die Cabdo GmbH versteht sich als eine Personenbeförderungsgesellschaft mit Mietwagenservice – im weitesten Sinne angelehnt an ein Taxiunternehmen. Über die Cabdo-App können Fahrgäste einen persönlichen Fahrer bestellen.

Cabdo bietet den Service in vier verschiedenen Fahrzeugkategorien: CabdoBlack (schwarze Mercedes E-Klasse Limousinen), CabdoGreen (umweltschonende Hyundai IONIQ Plug-in Hybride), Taxi und TaxiXL. Dabei garantiert Cabdo seinen Fahrgästen für die Kategorien CabdoBlack und CabdoGreen Festpreise, welche stets unter dem Taxitarif liegen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Inspiriert durch das Personenbeförderungsangebot in London, wurde die Cabdo GmbH als Start-up am 11. November 2017 in Dortmund gegründet.[1] Der Service ist bis heute einzigartig in Dortmund und Umgebung.[2] Cabdo fungiert als eine Plattform zur Fahrtenvermittlung, fokussiert sich hauptsächlich auf das Bundesland Nordrhein-Westfalen und hat sich dabei das Ziel gesetzt, das Personenbeförderungsangebot im Ruhrgebiet zu revolutionieren.[3] Seit September 2019 ist Cabdo auch in der Stadt Essen vertreten.[4]

Das Start-up ist eine Alternative zur bestehenden Personenbeförderung und definiert sich als Fahrdienst, welcher per App bestellt wird.[5] Der klassische Fahrdienst von Cabdo wird in zwei Fahrzeugkategorien angeboten: CabdoBlack (schwarze Mercedes E-Klasse Limousinen) und CabdoGreen (umweltschonende Hyundai IONIQ Plug-in Hybride). Für diese Kategorien garantiert Cabdo seinen Fahrgästen Festpreise, welche sich bei Stau oder längeren Ampelphasen nicht ändern und preislich unterhalb der regulären Taxitarife liegen.[6] Alternativ kann der Fahrgast auch ein Taxi oder TaxiXL (Großraumtaxi) bestellen.[3] Fahrten in den Kategorien CabdoBlack und CabdoGreen sind aufgrund ihres Festpreises grundsätzlich günstiger als Fahrten in Taxen und Großraumtaxen.[2]

Meilensteine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2018 erweiterte Cabdo die App um die Funktionalität, Zwischenziele einzugeben und erleichtert Dortmundern nun die Fahrt mit Freunden und Bekannten. Im Juli 2018 wurde ein Loyalitätssystem in die App eingefügt, welches regelmäßigen Nutzern verschiedene Vorteile inklusive der automatischen Umwandlung von Treuepunkten in Cabdo-Guthaben offeriert. Ab September 2018 bietet Cabdo interessierten Fahrgästen auch die Möglichkeit, die Fahrpreise über die eigene Webseite vor der Fahrt zu erfahren, bzw. nach der Fahrt zu überprüfen.

Im November 2018 feierte das Start-up sein einjähriges Jubiläum und konnte zu diesem Zeitpunkt nach eigenen Angaben 17.500 Nutzer verzeichnen.

Mit der Erweiterung der Flotte um umweltschonende Elektro-Fahrzeuge im Februar 2019 und der damit einhergehenden Einführung der Kategorie CabdoGreen ohne Preisnachteil ist Cabdo der erste Anbieter im Ruhrgebiet, welcher die Online-Buchung von Elektrofahrzeugen für die Personenbeförderung ermöglicht.[7]

Obwohl die Dortmunder Taxi-Genossenschaft im März 2019 bei der Stadt Dortmund als Genehmigungsbehörde eine Fahrpreiserhöhung in Höhe von ca. 10 % erwirkt hat, hielt Cabdo für die Hauptkategorien an dem Festpreismodell fest und erweiterte das Treueprogramm in der App, um auf diese Weise der bevorstehenden Tariferhöhung entgegenzuwirken.[8]

Im September 2019 hat Cabdo die zuvor angekündigte Expansion in eine zweite Stadt des Ruhrgebiets in die Tat umgesetzt. Seitdem bietet Cabdo die bereits aus Dortmund bekannten Services auch in der Stadt Essen an.[9]

Service[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cabdo-App[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über die Cabdo-App bestätigt der Fahrgast den Abhol- und Zielort, wählt eine von vier möglichen Fahrzeugkategorien sowie die Zahlungsoption (Bargeld, PayPal, EC- oder Kreditkarte) und entscheidet sich zwischen einer Sofort-Fahrt und einer Vorbestellung.[10] Der Gast bekommt den endgültigen Festpreis, welcher sich nach der Strecke, nicht aber nach der Fahrtzeit richtet, noch vor der Buchung angezeigt.[11] Im nächsten Schritt wird die Ankunftszeit des Fahrers angezeigt und die Anfahrt kann über die App verfolgt werden. Danach besteht die Möglichkeit, die Fahrt zu bewerten und ein Feedback zu hinterlassen.[10]

Preiskalkulator[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit September 2018 bietet Cabdo Fahrgästen die Möglichkeit, die Fahrpreise über den Cabdo-Preiskalkulator auf der eigenen Webseite vor der Fahrt zu erfahren, bzw. diese nach der Fahrt zu überprüfen. Dabei werden die Hauptfaktoren zur Determinierung des Preises (Mindestfahrt, Tarif, Stornierung, Wartezeit) aufgeführt.[12] Es handelt sich für die Kategorien CabdoBlack und CabdoGreen um Festpreise. Bedingt durch die Integration von Google Maps in die Cabdo-App, basieren die Preise auf der Kilometeranzahl der kürzesten Strecke und nicht auf der Fahrtzeit.[11]

Alleinstellungsmerkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut eigenen Angaben definiert sich Cabdo über die angebotene Servicequalität. Dazu zählen die professionelle Schulung der Fahrer, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Sicherheit der Fahrgäste.[6] Die optische Abhebung der Fahrzeuge und Fahrer[11] in Kombination mit zuvorkommendem Verhalten den Fahrgästen gegenüber seien die Hauptgründe für die positiven Bewertungen der Fahrgäste.[2]

Abgrenzung zum klassischen Taxi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Cabdo GmbH versteht sich als eine Personenbeförderungsgesellschaft mit Mietwagenservice und als Plattform zur Fahrtenvermittlung, jedoch nicht als Taxiunternehmen oder -zentrale. Die Fahrzeuge der Kategorien CabdoBlack und CabgoGreen fahren mit Mietwagenkonzessionen, dürfen also weder an Taxiplätzen halten, Einsteiger mitnehmen oder Aufträge der Taxi-Zentrale annehmen.[5] Im Hinblick auf eine einheitliche Flotte und das Erscheinungsbild der Fahrer wäre die Zuordnung zu einem Chauffeur-Service naheliegender als die zu einem Taxi-Service.[1]

Des Weiteren ist die Preisstruktur von Cabdo ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu einem Taxiunternehmen. Das Start-up bestimmt den Festpreis vor der Fahrt über die Kilometeranzahl der kürzesten Strecke, während bei Taxen das Taxameter, welches zudem die gefahrene Zeit berechnet, den zu zahlenden Preis erst am Ende der Fahrt anzeigt.[1]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Taxiaußenwerbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Unternehmensgründung von Cabdo wird die Tätigkeit insbesondere durch die Dortmunder Taxigenossenschaft kritisch beäugt. Im März 2018 spitzte sich der Konflikt zu. Streitpunkt war die Außenwerbung auf den zur Cabdo-Plattform gehörigen Taxen. Der Vorstand von Taxi Dortmund initiierte eine außerordentliche Generalversammlung mit dem Ziel einer Satzungsänderung, welche bei einer Drei-Viertel-Mehrheit die Fahrer, die auf ihren Fahrzeugen für Cabdo werben, als Mitglied der Taxigenossenschaft ausgeschlossen hätte.[13]

Die Abstimmung fiel jedoch zugunsten für Cabdo aus, da sich rund zwei Drittel der anwesenden Mitglieder gegen die vorgeschlagene Satzungsänderung aussprachen.[14] Wie das Kartellgericht Dortmund in einem ähnlichen Rechtsstreit bereits im Jahr 2017 entschieden hat, wäre eine solcher Passus in der Satzung ohnehin nicht rechtens.[15]

Rechtsstreit mit der Dortmunder Taxigenossenschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl die Taxi-Genossenschaft im Zuge des Konfliktes um die Außenwerbung erklärt hatte, die Konkurrenz der Fahrvermittlungsfirma Cabdo nicht zu spüren, ging sie im Juni 2018 juristisch gegen Cabdo vor.[16]

Auf einer weiteren Generalversammlung fällten die Mitglieder der Dortmunder Taxigenossenschaft die Entscheidung, gegen den Namen („Cabdo“) des Start-ups zu klagen.[17] In Anlehnung an das Personenbeförderungsgesetz war die Taxigenossenschaft der Auffassung, dass es bei der Übersetzung von einzelnen Silben des Namens („Cab“) zu der Verwechslung mit einem Taxi kommen könnte. Die Taxigenossenschaft sah einen Widerspruch, da das Geschäft von Cabdo ausschließlich auf Mietwagen abzielen würde.[18] Das Landgericht Dortmund lehnte im Dezember 2018 die Forderung nach einer Namensänderung ab und befand, dass nicht genug Verwechslungsspielraum gegeben sei.[19]

Externe Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Cabdo – Das smarte Taxi aus Dortmund. In: Startup Germany e.V. Abgerufen am 17. Juli 2019.
  2. a b c Taxi-Upgrade: E-Klassen für Cabdo. 28. März 2018, abgerufen am 17. Juli 2019.
  3. a b Vivian: Cabdo - die smarte Taxi Alternative aus Dortmund. 18. April 2018, abgerufen am 17. Juli 2019.
  4. DerWesten- derwesten.de: Essen: Dieses Start-Up will dich bald durch die Stadt kutschieren – DAS macht es besonders. 6. August 2019, abgerufen am 11. September 2019.
  5. a b Jennifer Hauschild: Dortmunder gründet neue Taxi-Plattform Cabdo. Abgerufen am 17. Juli 2019.
  6. a b www.cabdo.de: Cabdo - die digitale Taxizentrale für Dortmund und Essen. Abgerufen am 17. Juli 2019.
  7. Aleyna Ceylan: „Cabdo“ führt Elektro-Taxis in Dortmund ein, die man per App rufen kann. Abgerufen am 17. Juli 2019.
  8. Gaby Kolle: RN+ Preiserhöhungen – Taxifahren in Dortmund wird teurer. Abgerufen am 17. Juli 2019.
  9. Janet Lindgens: Mietwagen-App Cabdo macht jetzt Taxis in Essen Konkurrenz. 9. September 2019, abgerufen am 11. September 2019.
  10. a b 100% Deutsch! Wir zahlen 100% unserer Steuern in Deutschland! Abgerufen am 17. Juli 2019.
  11. a b c Nils Lindenstrauss: Schneller, besser, billiger? Abgerufen am 17. Juli 2019.
  12. Taxi-Preiskalkulator - Gib einfach deinen Abhol- und Zielort. Abgerufen am 17. Juli 2019.
  13. Jennifer Hauschild: Taxi Dortmund diskutiert Werbung von MyTaxi und Cabdo. Abgerufen am 17. Juli 2019.
  14. Gaby Kolle: Taxigenossenschaft lehnt Satzungsänderung ab. Abgerufen am 17. Juli 2019.
  15. Janet Lindgens: Taxi Essen verliert Rechtsstreit gegen Taxi-App MyTaxi. 26. November 2016, abgerufen am 17. Juli 2019.
  16. Gaby Kolle: MLZ+ Dortmunder Taxi-Genossenschaft streitet mit Cabdo um Namen. Abgerufen am 17. Juli 2019.
  17. Warum Taxifahrer diesem Gründer den Namen verbieten wollen. In: NGIN Mobility. 28. Juni 2018, abgerufen am 17. Juli 2019.
  18. Warum Taxifahrer diesem Gründer den Namen verbieten wollen. 28. Juni 2018, abgerufen am 17. Juli 2019.
  19. Kevin Mattes: Irreführender Name: Dortmunder Taxigenossenschaft klagt gegen Cabdo. In: RUHR24. 25. Juni 2018, abgerufen am 17. Juli 2019.