Cabernet Franc

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Cabernet Franc
Synonyme siehe Abschnitt Synonyme
Cabernet Franc
Art Edle Weinrebe (Vitis vinifera subsp. vinifera)
Beerenfarbe bläulich-schwarz
Verwendung
Herkunft Frankreich, Bordelais
VIVC-Nr. 1927
Liste von Rebsorten
Cabernet Franc

Der Cabernet Franc (Kürzel Cf), auch Cabernet franc oder Cabernet Frank, ist eine Rotweinsorte. Sie ist nicht so verbreitet wie der bekanntere Cabernet Sauvignon, allerdings genügsamer hinsichtlich der klimatischen Anforderungen. Bis heute ist sie eine der sechs Rebsorten, die für Rotweine im Bordeaux verwendet werden dürfen (die anderen Sorten sind Cabernet Sauvignon, Carménère, Malbec, Merlot und Petit Verdot). Cabernet Franc ist ein Verschnittwein, vor allem in Frankreich und Italien (hier Cabernet Frank). Im Vergleich zum Cabernet Sauvignon ist der Tanningehalt geringer, die Weine weisen eine deutlich geringere Adstringenz auf und sind daher jünger trinkbar.

Abstammung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich aus Wildreben selektioniert, im Bordelais nachweislich seit Jahrhunderten heimisch.

Im Jahr 1997 veröffentlichten John E. Bowers und Carole P. Meredith von der University of California, Davis eine Studie, in der durch DNA-Analyse mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Verwandtschaft zwischen dem Cabernet Sauvignon und den Sorten Cabernet Franc und Sauvignon Blanc aufgezeigt wird.[1]

Im Jahr 2009 wurde die direkte Verwandtschaft zum Merlot bestätigt. Die nahezu ausgestorbene Rebsorte Magdeleine Noire des Charentes sowie die Sorte Cabernet Franc sind die Eltern des Merlot[2] Die Auswertung der Resultate ergab ebenfalls, dass die bekannte Rebsorte Carménère eine natürliche Kreuzung der Sorten Gros Cabernet sowie Cabernet Franc ist.[3] Die alte Sorte Gros Cabernet ihrerseits entstand aus einer Kreuzung der Sorten Fer Servadou und Txakoli.[4]

Ampelographische Sortenmerkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Triebspitze ist offen. Sie ist starkwollig weißlich behaart und mit einem karminroten Anflug versehen. Die Jungblätter sind wollig behaart und leicht rötlich gefleckt (Anthocyanflecken)
  • Die mittelgroßen hellgrünen Blätter sind fünflappig und tief gebuchtet. Die Stielbucht ist lyren-förmig offen. Das Blatt ist stumpf gezahnt. Die Zähne sind im Vergleich der Rebsorten sehr eng angelegt. Die Blattoberfläche ist glänzend. Im Herbst rötet das Laub nur leicht und hauptsächlich im Bereich der Blattspitzen.
  • Die meist konus- bis walzenförmige Traube ist manchmal geschultert, klein und lockerbeerig. Die rundlichen Beeren sind klein und von bläulich-schwarzer Farbe. Die Schale der Beere ist ausgesprochen dünn aber fest.

Reife: spät – Mitte bis Ende Oktober.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insbesondere in der Gegend von Bordeaux spielt der Cabernet Franc trotz seines meist kleinen Anteils an der Anbaufläche zu Teilen eine markante Rolle; bei etlichen großen Weingütern findet sich der würzige Cabernet Franc nur dann in den Cuvées, wenn seine Reifezeit auskömmlich war, prominente Beispiele dafür sind Château Mouton-Rothschild und Château Pétrus. Die Cuvées mit Anteilen von Cabernet Franc markieren die großen Jahre. In „kleineren“ Jahren werden die Erntepartien des Cabernet Franc dieser Güter deselektioniert und dem „Großen Wein“ nicht hinzugegeben. Für den Château Cheval Blanc hingegen wird Cabernet Franc ungewöhnlicherweise zu ca. 60 % verwendet.

Reinsortig wird der Cabernet Franc an der Loire ausgebaut, beispielsweise im Weinbaugebiet Chinon. Auch in Ungarn fasst der reinsortige Cabernet Franc immer mehr Fuß. Vor allem in der Gegend um Villany/Szekszard, aber auch in Eger und in Balatonfüred/Csopak wird er in großartigen Qualitäten erzeugt. Die Rebe ist auch in Übersee beliebt. Speziell bei Weinen aus Osteuropa, aber auch Übersee, findet man des Öfteren in der Etikettierung nur die Bezeichnung Cabernet. Es handelt sich dabei meist um Cabernet Franc.

Siehe auch die Artikel Weinbau in Frankreich (Anbaufläche 35.214 ha,[5] Stand 2012), Weinbau in Italien, Weinbau in den Vereinigten Staaten (Allein in Kalifornien 1.457 ha,[6] Stand 2007), Weinbau in Australien (693 Hektar, Stand 2008),[7] Weinbau in Neuseeland (168 Hektar, Stand 2007),[8] Chile (1142 Hektar, Stand 2006),[9] Weinbau in der Schweiz (52 Hektar, Stand 2007)[10] und Weinbau in Südafrika (1019 Hektar, Stand 2007)[11] sowie die Liste von Rebsorten.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Cabernet Franc verfügt über einen aufrechten und sehr kräftigen Wuchs. Die Rebsorte treibt mittel spät aus und entgeht daher meist den Frühjahrsfrösten. Die Rebsorte ist sehr anfällig gegen die Rebkrankheiten Echter Mehltau (Oidium), Falscher Mehltau, die Grauschimmelfäule und die Eutypiose.

Synonyme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Acheria, Ardounet, Aroia, Arrouya, Auxquels, Baro, Beron, Bidure, Bordeaux, Bordo, Bordo Magher, Boubet, Bouchet, Bouchet Franc, Bouchet Saint-Emilion, Bouchy, Breton, Burdeas Tinto, Cabernet, Cabernet Aunis, Cabernet Bresciano, Cabernet D'Aunis, Cabernet Franc Blauer, Cabernet Franc Crni, Cabernet Franc Nero, Cabernet Franc Noir, Cabernet Francese, Cabernet Franco, Cabernet Frank, Cabernet Gris, Cabonet, Cabrunet, Capbreton, Capbreton Rouge, Carbani, Carbenet, Carbonet, Carbouet, Carmene, Carmenet, Carmenet Grand, Carne Fran, Couahort, Crouchen Negre, Crouchen Noir, Fer Servandou, Gamput, Gro Kaberne, Gro Vidyur, Gro Vidyuz, Gros Bouchet, Gros Bouschet, Gros Caberne, Gros Cabernet, Gros Vidure, Gros Vidyuz, Grosse Vidure, Hartling, Kaberne, Kaberne Fran, Kaberne Frank, Kabernet, Kabernet Frank Breton, Karbinet, Karmene, Krbanet, Messanges, Messanges Rouge, Morenoa Veron Bouchy, Noir Dur, Petit Fer, Petit Viodure, Petite Vidure, Petite Vigne Dure, Plant Breton, Plant De L'Abbe Breton, Plant Des Sables, Qro Kaberne, Qro Vidyuz, Sable Rouge, Trouchet, Trouchet Noir, Tsapournako, Verdejilla Tinto, Veron.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cabernet Franc – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. John E. Bowers, Carole P. Meredith: The parentage of a classic wine grape, Cabernet Sauvignon. In: Nature. (Zusammenfassung)
  2. J-M. Boursiquot, T. Lacombe, V. Laucou, S. Julliard, F-X. Perrin, N. Lanier, D. Legrand und C. Meredith: Parentage of Merlot and related winegrape cultivars of southwestern France: discovery of the missing link. In: Australian Journal of Grape and Wine Research 15. 2009, S. 144-155, abgerufen am 13. April 2015 (PDF; 44 kB).
  3. Merlot, la découverte du chaînon manquant (französisch)
  4. Histoire de l’encepagement Pyreneo Atlantique. In: MonAOC.com. Union Girondine, 26. Oktober 2009, abgerufen am 13. April 2015.
  5. Les chiffres de la filière viti-vinicole (PDF, 1,2 MB, französisch), Veröffentlichung des établissement national des produits de l’agriculture et de la mer (FranceAgriMer)
  6. California Grape acreage 2007 Crop, vom California Department of Food and Agriculture, Sacramento, April 2008 (PDF)
  7. Areas of vines and grape production by variety – 2007–08. In: Annual Report 2008–2009. Australian Wine and Brandy Corporation, 2009, S. 89, abgerufen am 25. November 2014 (englisch).
  8. New Zealand Winegrowers Statistical annual 2007 (Memento vom 18. Oktober 2008 im Internet Archive) (PDF; 375 kB; englisch)
  9. Catastro Viticola Nacional 2006. División Protección Agrícola – SAG, 2007, abgerufen am 26. November 2014 (PDF; 135 kB, spanisch).
  10. Das Weinjahr 2008 (PDF), Herausgeber Office fédéral de l’agriculture OFAG
  11. Southafrican Wine Industry Statistics (Memento vom 19. Dezember 2014 im Internet Archive), Juni 2008 (PDF)
  12. 25. Februar 2016 Cabernet Franc in der Datenbank Vitis International Variety Catalogue des Instituts für Rebenzüchtung Geilweilerhof (englisch)