Cacoal

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Município de Cacoal
„Capital do Café“
Cacoal
Luftbildaufnahme von Cacoal 2018 vom Osten aus gesehen, im Hintergrund der Rio Machado.
Luftbildaufnahme von Cacoal 2018 vom Osten aus gesehen, im Hintergrund der Rio Machado.
Cacoal (Brasilien)
Cacoal
Cacoal
Koordinaten 11° 26′ S, 61° 27′ WKoordinaten: 11° 26′ S, 61° 27′ W
Lage des Munizips im Bundesstaat Rondônia
Lage des Munizips im Bundesstaat Rondônia
Symbole
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Wahlspruch
„Paz, trabalho, progresso“
Frieden, Arbeit, Fortschritt
Gründung 26. November 1977 (42 Jahre)Vorlage:Infobox Ort in Brasilien/Wartung
Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Rondônia
Höhe 200 m
Gewässer Rio Ji-Paraná
Klima äquatorial, Am/Aw
Fläche 3.792,9 km²
Einwohner 78.574 (2010[1])
Dichte 20,7 Ew./km²
Schätzung 85.359 (1. Juli 2019)[1]
Gemeindecode IBGE: 1100049
Zeitzone UTC−4
Website www.cacoal.ro.gov.br (brasilianisches Portugiesisch)
Politik
Stadtpräfektin Glaucione Maria Rodrigues Neri (2017–2020)
Partei MDB
Kultur
Stadtfest 26. November (Stadtgründung)
Wirtschaft
BIP 1.944.787 Tsd. R$
22.131 R$ pro Kopf
(2016)
HDI 0,718 (2010)

Cacoal, amtlich Município de Cacoal, ist eine Stadt des brasilianischen Bundesstaates Rondônia gelegen am Rio Ji-Paraná, die laut einer Schätzung aus dem Jahr 2019 85.359 Einwohner zählt.[1] Sie ist ein Zentrum des Kaffeeanbaus in Brasilien und wird deshalb als „Hauptstadt des Kaffees“ (Capital do Café) bezeichnet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der im Jahr 1909 erfolgten Landerschließung durch die Expedition des Cândido Rondon, wurde 1912 am Zusammenfluss des Rio Pimenta Bueno und des Rio Barão de Melgaço zum Rio Ji-Paraná, auch bekannt als Rio Machado, eine Telegrafenstation errichtet, von der ausgehend sich die Stadt Pimenta Bueno entwickelte. Der hier als Kabelwächter arbeitende Anísio Serrãno de Carvalho, der ursprünglich aus Paraíba stammte, erwarb im Jahr 1920 weiter flussabwärts des Ji-Paraná gelegenes Farmland, das er den Namen Cacoal gab. Die großflächige Kolonisierung des Gebietes, mit der die weitere Erschließung des Farmlandes mit Bildung eines urbanen Zentrums um die alte Farm einsetzte, begann erst ab dem Jahr 1970 mit aus den Bevölkerungszentren von der Küste des Südostens angeworbenen Siedlern.

1972 wurde Cacoal als ein Verwaltungsdistrikt der Stadt Porto Velho eingerichtet und schon am 11. Oktober 1977 per Bundesgesetz (Lei Federal No. 6.448) von dieser als nun eigene Stadtgemeinde separiert. Die Bildung der Gemeinde Cacoal wurde 26. November 1977 vollzogen. Das Gemeindegebiet war ursprünglich vom Amazonas-Regenwald bedeckt, der mit zunehmender Besiedelung und Landerschließung durch Brandrodung auf den Norden des Gebiets zurückgedrängt wurde und dort weiterhin bedroht ist.

Geographie: Fläche und Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß dem letzten offiziellen Census aus dem Jahr 2010 betrug die Bevölkerungszahl 78.574 Einwohner. Die Fläche des gesamten Gemeindegebietes ist mit 3806 km² etwas größer als das Saarland, weist dagegen eine Bevölkerungsdichte von nur 20,07 Einwohner pro km² auf.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat tropisches Klima, Aw nach der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger. Die Durchschnittstemperatur ist 24 °C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt bei 1899 mm im Jahr. Der Südwinter ist erheblich niederschlagsreicher als der Südsommer.[2]

Ethnische Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ethnische Gruppen von Cacoal nach der statistischen Einteilung des IBGE (Stand 2000 mit 73.568 Einwohnern, Stand 2010 mit 78.574 Einwohnern):[3] Von diesen lebten 2010 61.921 Einwohner (rund 79 %) im städtischen Bereich und 16.653 (rund 21 %) im weitgehend landwirtschaftlich erschlossenen Umland.[4]

Gruppe Anteil
2000
Anteil
2010
Anmerkung
Brancos 000000000038590.000000000038.590   000000000032837.000000000032.837 Weiße, Nachfahren von Europäern
Pardos 000000000031198.000000000031.198   000000000038714.000000000038.714 Mischrassige, Mulatten, Mestizen
Pretos 000000000002244.00000000002.244   000000000004534.00000000004.534 Schwarze
Amarelos 000000000000213.0000000000213   000000000001023.00000000001.023 Asiaten
Indígenas 000000000000801.0000000000801   000000000001467.00000000001.467 indigene Bevölkerung
ohne Angabe 000000000000522.0000000000522 Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „–“Fehler im Ausdruck: Nicht erkanntes Satzzeichen „–“

Cacoal ist Teil der Dialektregion des Serra amazônica.

Durchschnittseinkommen und Lebensstandard[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das monatliche Durchschnittseinkommen betrug 2017 den Faktor 2,0 des brasilianischen Mindestlohns (Salário mínimo) von R$ 880,00 (umgerechnet für 2019: rund 390 €). Der Index der menschlichen Entwicklung (HDI) ist mit 0,718 für 2010 als hoch eingestuft. 2017 waren 19.682 Personen oder 22,2 % der Bevölkerung als im Arbeitsverhältnis stehend gemeldet, 35,6 % der Bevölkerung hatte ein Einkommen von der Hälfte des Minimallohns.[5] Im August 2019 erhielten 2592 Familien oder 47 % der vom IBGE als arm eingestuften Familien Unterstützung durch das Programm Bolsa Família.[6]

HDI
Jahr Punkte
1991
  
0,407
2000
  
0,567
2010
  
0,718

Das Bruttosozialprodukt pro Kopf betrug 2017 22.131 R$, das Bruttosozialprodukt der Gemeinde belief sich auf rund 1944,8 Mio. R$.[7]

Stadtpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtpräfektin ist für die Amtszeit 2017 bis 2020 seit der Kommunalwahl in Brasilien 2016 Glaucione Maria Rodrigues Neri des Movimento Democrático Brasileiro (MDB).[8] Die Legislative liegt bei einem 12-köpfigen Stadtrat, den vereadores.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cacoal wird von der von Limeira (Bundesstaat São Paulo) nach Mâncio Lima (Bundesstaat Acre) führenden Bundesstraße BR-364 passiert, die den gesamten Staat Rondônia von Ost nach West durchschneidet. Mit dem „Aeroporto Capital do Café“ verfügt die Stadt über einen Regionalflughafen.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten in Cacoal errichteten Kirchen gehörten der katholischen Kirche an, in deren Hierarchie sie dem Bistum Ji-Paraná unterstehen. In jüngerer Vergangenheit haben sich in der Stadt auch Kirchen der evangelikalen Strömung etabliert.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Cacoal sind die Fußballvereine SE União Cacoalense und Cacoal EC beheimatet, die in den Ligen der Staatsmeisterschaft von Rondônia rangieren.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Millene (* 13. Dezember 1994), Fußballspielerin

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Cacoal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Cacoal – Panorama. In: ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 20. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  2. Klima Cacoal – Daten und Graphen zum Klima und Wetter für Cacoal, abgerufen am 23. September 2019.
  3. IBGE: Sistema IBGE de Recuperação Automática - SIDRA: Tabela 2093. Abgerufen am 16. September 2019 (portugiesisch, Datenbankabfrage, Suchbegriffe Cacoal (RO) und Cor ou raça).
  4. Cacoal, RO. In: atlasbrasil.org.br. Atlas do Desenvolvimento Humano do Brasil, abgerufen am 20. September 2019.
  5. Cacoal – Panorama – Trabalho e rendimento. In: ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 23. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  6. Relatório do Bolsa Família e Cadastro Único: Cacoal/Ro, abgerufen am 23. September 2019 (Datenbankabfrage, brasilianisches Portugiesisch).
  7. Cacoal – Produto Interno Bruto dos Municípios. In: cidades.ibge.gov.br. IBGE, abgerufen am 23. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).
  8. Glaucione 15 (Prefeita). In: todapolitica.com. Eleições 2016, abgerufen am 21. September 2019 (brasilianisches Portugiesisch).