Cadillac XLR

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Cadillac
Cadillac XLR (2003–2008)
Cadillac XLR (2003–2008)
XLR
Produktionszeitraum: 2003–2009
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
4,4–4,6 Liter
(240–330 kW)
Länge: 4513 mm
Breite: 1837 mm
Höhe: 1279 mm
Radstand: 2686 mm
Leergewicht: 1656–1728 kg
Vorgängermodell Cadillac Allanté

Der Cadillac XLR ist ein von Anfang 2003 bis Frühjahr 2009 gebauter Roadster der US-amerikanischen Automarke Cadillac.

Mit dem XLR folgte General Motors dem Trend des Stahlfaltdachcabriolets, nachdem die konstruktiv ähnliche Mercedes-Benz SL-Klasse (R 230) erfolgreich in den Vereinigten Staaten gestartet war.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Serienmodell basiert auf der Studie Evoq von 1999.

Formal präsentiert wurde das Fahrzeug auf der NAIAS 2002[1] und ab Frühjahr 2003 in Serie produziert.[2]

Der XLR wurde offiziell auch in Deutschland von bestimmten Händlern angeboten und dabei ca. 100 Exemplare verkauft.

Die verwendete Y-Plattform ist eine Zwischenstufe zwischen Corvette C5 und Corvette C6.[3]

Heckansicht mit vier mittigen Endrohren und geöffnetem Stahlverdeck

Der Einstiegspreis lag in Österreich bei 109.950 Euro[4] und war damit mit Abstand das teuerste Modell der Cadillac-Modellpalette. Als einziges Extra wurde die Metalliclackierung angeboten. Die Produktion des XLR im GM-Werk Bowling Green im US-Bundesstaat Kentucky wurde im Frühjahr 2009 beendet.[5]

Technik und Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgestattet war der XLR mit dem Northstar-Motor mit der Motorkennung LH2, einem aus Leichtmetall gefertigten V8-Motor mit 4,6 l Hubraum und vier obenliegenden Nockenwellen mit Nockenwellenverstellung (VVT),[6] der bis zum Zeitpunkt an dem der V8-Motor mit der Motorkennung LTA[7] erhältlich war (Stand 2018) die höchste technische Entwicklungsstufe aller jemals konstruierten General Motors-V8-Motoren war. Gleichzeitig markierte die LH2-Version den Endpunkt der Produktion der Northstarmotoren, da diese wegen der teuren Entwicklung und Herstellung im Juni 2010 eingestellt wurden und von da an zwischenzeitlich auf die einfacher herzustellenden Chevrolet-LS-OHV Motoren ausgewichen wurde.

Durch die Transaxlebauweise wurde eine Gewichtsverteilung von 50 : 50 erreicht (ähnlich wie bei der Corvette C6), was zu einem mehr sportlich-neutralen Fahrverhalten führen soll.

Eine Besonderheit ist der vom Designer Bulgari gestaltete serienmäßige Keyless-Go-Funkschlüssel, der das Starten des Fahrzeugs mittels Keylesssystem in Verbindung mit der Startdrucktaste ermöglicht und das auch von ihm stammende Armaturenbrett mit Echtholzapplikationen aus Eukalyptusholz (Ebenholz beim XLR-V). Des Weiteren ist der XLR mit einem Head-Up-Display ausgestattet, das Informationen zu Geschwindigkeit, Fahrtstrecke und Navigation auf die Windschutzscheibe projiziert. Zu der weiteren serienmäßigen Ausstattung gehörten u. a. DVD-Navigation und Entertainmentsystem mit Touchscreen-Display, Bose-Soundsystem mit 9 Lautsprechern[8], Abstandsradar, gekühlte Becherhalter, PDC (Einparkhilfe) und klimatisierte/belüftete Sitze. Die Klimaanlage klimatisiert durch einen Ventilator der Luft über eine thermoelektrische Keramikscheibe bläst um die Lufttemperatur im Fahrzeug innerhalb von einer Minute um jeweils 15 Grad zu senken oder zu erhöhen, was als besonders effektiv angesehen wurde.[9]

Der XLR hat zudem serienmäßig das adaptive Dämpfungssystem Magnetic-Selective-Ride-Control. Unkonventionell sind auch die Türen ohne Türgriffe – sie lassen sich durch einen Drucksensor elektronisch öffnen.

Durch den Einsatz verschiedener Leichtbaumaterialien – unter anderem besteht die elektro-hydraulische Klappdach-Konstruktion aus einer Magnesiumlegierung – beläuft sich das Gewicht auf rund 1,6 Tonnen. Die Fahrgastzelle wurde als Sandwich unter anderem mit speziell aufbereitetem Balsaholz gebaut – angelehnt an die von der NASA eingesetzten Technik zum Absorbieren der Aufprallenergie von Raumsonden.[10]

Das Gepäckraumvolumen beträgt 125 Liter bei offenen und 329 Liter bei geschlossenen Dach.

Modellpflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 2008 wurde der XLR vor allem optisch überarbeitet.[11] Am Äußeren fallen die neue Front- und Heckstoßstange, der geänderte Kühlergrill sowie die Lufteinlässe in den Kotflügeln und die stärker konturierte Motorhaube auf. Die neu gestalteten 18-Zoll-Leichtmetallräder sind optional verchromt und ein adaptives Kurvenlicht soll für mehr Sicherheit sorgen. Im Innenraum kommt mehr Leder, Alcantara am Dachhimmel und ein Tempomat zum Einsatz.

Das serienmäßige OnStar-8.0-System verfügt über eine Bluetooth-Schnittstelle sowie Spracherkennung und ermöglicht dem Fahrer, sich per GPS-Ortung bei einem Service-Center über die Verkehrslage zu informieren.[12]

Cadillac XLR-V (2008–2009)
Motoren XLR XLR-V
Motorart Ottomotor
Motorbauart V8
Motoraufladung Kompressor
Hubraum 4565 cm³ 4371 cm³
max.Leistung 240 kW (326 PS)
bei 6450/min
330 kW (449 PS)
bei 6400/min
max. Drehmoment 423 Nm
bei 4400/min
576 Nm
bei 3900/min
Getriebe 5-Gang-Automatik­getriebe 6-Gang-Automatik­getriebe
Antrieb Hinterradantrieb
Beschleunigung, 0–100 km/h 5,9 s 4,7 s
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h(1)
Kraftstoffverbrauch,(2) kombiniert 12,5 l/100 km Super 14,9 l/100 km Super
Abgasnorm nach
EU-Klassifikation
Euro 4
(1) abgeregelt
(2) nach EWG-Richtlinie

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. CanadianDriver: 2002 Detroit auto show - Cadillac XLR: New Roadster uses Corvette chassis, Cadillac Northstar engine. In: autos.ca. 7. Januar 2002, abgerufen am 17. August 2018 (englisch).
  2. 2004 Cadillac XLR - Set To Become An Icon For Cadillac's New Era. In: autointell.com. 17. März 2003, abgerufen am 17. August 2018 (englisch).
  3. Cadillac XLR. In: autozine.org. 25. Juni 2003, abgerufen am 17. August 2018 (englisch).
  4. Archivlink (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.autoaktuell.at
  5. Colin Mathews: Roadster Redux: GM Kills Cadillac XLR. In: thecarconnection.com. 27. Januar 2009, abgerufen am 17. August 2018 (englisch).
  6. AutoSpeed - Anatomy of an Engine - the New Northstar V8. In: autospeed.com. 22. Oktober 2002, abgerufen am 17. August 2018 (englisch).
  7. Cadillac 4.2L V8 Twin Turbo LTA Engine Info, Specs, Wiki - GM Authority. In: gmauthority.com. Abgerufen am 17. August 2018 (englisch).
  8. Archivlink (Memento des Originals vom 11. April 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bose.de
  9. Cadillac XLR - Testbericht. In: autosieger.de. 28. April 2003, abgerufen am 17. August 2018.
  10. Archivlink (Memento des Originals vom 12. Dezember 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.american-automobile.com
  11. Carsten Rose: Cadillac XLR: Sportliche Akzente für 2009 - auto motor und sport. In: auto-motor-und-sport.de. 11. Juni 2008, abgerufen am 17. August 2018.
  12. Auto-News Online-Ausgabe vom 9. Juni 2008: „Cadillac: 2009er-Version des Luxus Roadster XLR rollt an

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cadillac XLR – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Zeitleiste der Cadillac-Modelle von 1980 bis heute
Typ 1980er 1990er 2000er 2010er
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
Mittelklasse Cimarron BLS ATS
Obere Mittelklasse Catera CTS CTS CTS
Seville Seville Seville Seville STS XTS
Oberklasse DeVille DeVille DeVille DeVille DTS
Fleetwood Fleetwood Fleetwood CT6
Brougham
Personal Luxury Eldorado Eldorado Eldorado
Crossover SUV XT4
SRX SRX XT5
XT6
SUV Escalade Escalade Escalade Escalade
Roadster Allanté XLR