Cadolzhofen

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Cadolzhofen
Gemeinde Windelsbach
Koordinaten: 49° 23′ 22″ N, 10° 19′ 47″ O
Höhe: 441 (440–450) m ü. NHN
Fläche: 4,15 km²
Einwohner: 112 (30. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 91635
Vorwahl: 09867
Heilig-Kreuz-Kirche

Cadolzhofen ist ein Ortsteil der Gemeinde Windelsbach im Landkreis Ansbach in Mittelfranken.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf liegt am Ödenbach, der ein linker Zufluss des Kreuthbachs ist, der wiederum ein rechter Zufluss der Altmühl ist. Ca. 0,5 km nördlich zwischen dem Lenzenberg und dem Brandholz gibt es ein Naturschutzgebiet. Ca. 1 km westlich erhebt sich der Höhenberg (458 m ü. NHN), ca. 0,5 km südöstlich der Rabenbuck.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 14. Jahrhundert gab es eine Kapelle, die heutige Heilig-Kreuz-Kirche, die vermutlich eine Filiale von St. Sebastian, Cornelius und Cyprian (Binzwangen) war.

Im 16-Punkte-Bericht des brandenburg-ansbachischen Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1608 werden für Cadolzhofen 18 Mannschaften verzeichnet: 5 Anwesen unterstanden dem Kastenamt Colmberg, 3 Anwesen dem Hofkastenamt Ansbach, 9 Anwesen der Reichsstadt Rothenburg und 1 Anwesen der Deutschordenskommende Virnsberg. Das Hochgericht übte das Vogtamt Colmberg aus.[3] Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Colmberg aus dem Jahr 1681 sind für Cadolzhofen 21 Mannschaften verzeichnet. Das Hochgericht wurde von den brandenburg-bayreuthischen Schultheißenämtern Markt Bergel und Burgbernheim strittig gemacht.[4]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Cadolzhofen 24 Haushalte. Das Hochgericht übte das Schultheißenamt Markt Bergel aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Vogtamt Colmberg inne. Die einzelnen Anwesen unterstanden unterschiedlichen Grundherren: 11 Anwesen dem Fürstentum Ansbach (Hofkastenamt Ansbach: 4, Stiftsamt Ansbach: 1, Kastenamt Colmberg: 6), 12 Anwesen der Reichsstadt Rothenburg (Reichsstadt Rothenburg direkt: 6, St. Wolfgangspflege: 1, Spital Rothenburg: 1, St. Jakobsstiftung Rothenburg: 2, Kirche Windelsbach: 1, Pfarrei Windelsbach: 1) und 1 Anwesen dem Obervogteiamt Virnsberg. Neben den Haushalten gab es noch die Filialkirche und kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Brechhaus).[5]

Im Geographischen statistisch-topographischen Lexikon von Franken (1799) wird der Ort folgendermaßen beschrieben:

Cadolzhoffen, Cadolshoffen, Brandenburgischer Weiler von 21 [Sp. 526] Gemeindrechten; darunter sind 9 Brandenburgisch, 11 Rothenburgisch und 1 Teutsch-Ordisches. Jeder ist seiner Herrschaft vogt- steuer- und schazbar. Brandenburg stellt den Schultheissen, wohin auch die Fraisch und der Hirtenstab gehört. Der Ort war ehedem nach Stettberg eingepfarrt, jezt nach Binßwang. Am Zehenden hat der Pfarrer zu Windelspach 2/3. Die Rothenburgischen Unterthanen haben 32 Dienst und stellen 8 Wägen. Der Schaftrieb und die hohe fraischliche Obrigkeit ist laut Vertrags zwischen Brandenburg und Rothenburg von 1525 Brandenburgisch.“[6]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Cadolzhofen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Windelsbach zugeordnet. Es gehörte auch der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Windelsbach an.[7] Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde Cadolzhofen eine eigenständige Ruralgemeinde. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Leutershausen und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Colmberg. Ab 1862 wurde Cadolzhofen vom Bezirksamt Rothenburg ob der Tauber (1938 in Landkreis Rothenburg ob der Tauber umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit ging 1862 auf das Landgericht Rothenburg über (ab 1880: Amtsgericht Rothenburg ob der Tauber). Die Finanzverwaltung wurde 1880 vom Rentamt Rothenburg ob der Tauber (1920 in Finanzamt Rothenburg ob der Tauber umbenannt) übernommen.[8] Die Gemeinde hatte eine Gebietsfläche von 4,153 km².[9]

Am 1. Juli 1972 kam die Gemeinde in den Landkreis Ansbach, am 1. Mai 1978 wurde sie im Zuge der Gebietsreform nach Windelsbach eingemeindet.[10]

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Evangelisch-lutherische Tochterkirche Hl. Kreuz, Chorturmkirche, untere Turmgeschosse romanisch; mit Ausstattung; Friedhof, Ummauerung im Kern wohl spätmittelalterlich, mit Grabsteinen; Kirchenschiff neuromanischer Bau 1903.
  • Steinkreuz am Furthweg, Richtung Stettberg.
  • Haus Nr. 21: Ehemaliges Hirtenhaus. Erste Hälfte 18. Jh. An drei Seiten massives, an der vierten in Fachwerk errichtetes, erdgeschossiges Haus mit hohem Krüppelwalmdach.[11]
  • Haus Nr. 27: Kleines Fachwerkhaus des frühen 19. Jh. mit Mansarddach.[11]

Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Windelsbach#Cadolzhofen

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2011 2016
Einwohner 124 179 158 153 159 173 192 188 182 179 169 170 174 174 187 188 185 152 154 215 203 188 144 127 105 107 112
Häuser[12] 29 29 33 35 37 37 34 34 29
Quelle [13] [14] [15] [15] [16] [15] [17] [15] [15] [18] [15] [15] [19] [15] [15] [15] [20] [15] [15] [15] [21] [15] [9] [22] [23] [1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist seit der Reformation protestantisch. Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Nikolaus (Stettberg) gepfarrt, die Einwohner römisch-katholischer Konfession nach St. Johannis (Rothenburg ob der Tauber).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kreisstraße AN 8 führt nach Burghausen bzw. nach Windelsbach. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Stettberg und zur AN 7.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cadolzhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.windelsbach.de
  2. Cadolzhofen im BayernAtlas
  3. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/1, 8v. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 703.
  4. Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 6/2, 24. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 706f.
  5. M. Jehle, Bd. 2, S. 845f.
  6. J. K. Bundschuh, Bd. 1, Sp. 525f.
  7. Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3863: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Leutershausen 1810. Zitiert nach M. Jehle, Bd. 2, S. 964.
  8. M. Jehle, Bd. 2, S. 984.
  9. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 813 (Digitalisat).
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 706.
  11. a b H. K. Ramisch, S. 24. Denkmalschutz mittlerweile aufgehoben, Objekt ggf. abgerissen.
  12. Es werden nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840, 1852 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude.
  13. Alphabetisches Verzeichniß aller im Rezatkreise nach seiner durch die neueste Organisation erfolgten Constituirung enthaltenen Ortschaften: mit Angabe a. der Steuer-Distrikte, b. Gerichts-Bezirke, c. Rentämter, in welchen sie liegen, dann mehrerer anderer statistischen Notizen. Ansbach 1818, S. 16 (Digitalisat).
  14. Eduard Vetter (Hrsg.): Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern. Selbstverlag, Ansbach 1846, S. 187-186 (Digitalisat).
  15. a b c d e f g h i j k l m n Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 181, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  16. Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1072, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  17. kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1238, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  18. Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1172 (Digitalisat).
  19. K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1243 (Digitalisat).
  20. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1282 (Digitalisat).
  21. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1109 (Digitalisat).
  22. Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 168 (Digitalisat).
  23. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 332 (Digitalisat).