Café Moskau

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Das Café Moskau in Berlin, 2010

Das Café Moskau (eigentlich Restaurant Moskau, Eigenschreibweise Cafe Moskau) ist ein denkmalgeschütztes Gebäude in der Karl-Marx-Allee 34 im Berliner Ortsteil Mitte gegenüber dem Kino International.

Nationalitätenrestaurants[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gesamtansicht mit Teil der
Karl-Marx-Allee, 2005
Detailansicht, 1967
Sputnik am Café Moskau
Mosaik am Café Moskau

Die volkseigene Handelsorganisation der DDR HO (in Berlin: VEB HO Gaststätten Berlin) betrieb seit den 1950er Jahren in Berlin sieben Nationalitätenrestaurants:

In den Restaurants sollte durch eine ländertypische Küche und verschiedene Veranstaltungen den Gästen ein Einblick in die kulinarischen und kulturellen Bräuche der jeweiligen Länder geboten werden. Alle Restaurants wurden nach der Wende geschlossen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Café Moskau wurde 1959 von den Architekten Josef Kaiser und Horst Bauer als Nationalitätenrestaurant geplant und von 1961 bis 1964 errichtet. Auffällig ist seine Transparenz, die durch eine offene Atriumbauweise erreicht wurde. Den Eingangsbereich zur Karl-Marx-Allee schmückt das 9 Meter × 15 Meter große Mosaik Aus dem Leben der Völker der Sowjetunion des Malers Bert Heller. Zur Eröffnung wurde der Sputnik in Originalgröße, ein Geschenk des Botschafters der UdSSR, angebracht. Der Namenszug auf dem Dach wurde von dem Grafiker Klaus Wittkugel entworfen. 1965 schuf der Bildhauer Fritz Kühn einen 2,5 Meter hohen Stahl-Brunnen für den Innenhof.

Der Gebäudekomplex war folgendermaßen gegliedert:

Untergeschoss

  • Nachtbar

Erdgeschoss

  • Foyer
  • Atrium
  • Galerie
  • Russischer Salon mit Nebensalon Leningrad
  • Ukrainischer Salon
  • Natascha-Lounge
  • Steinbar mit Wintergarten

Obergeschoss

  • Foyer
  • Foyer Bar
  • Salon Moskau
  • Salon Kaukasus
  • Salon Riga

Bis Ende der 1980er Jahre arbeiteten bis zu 160 Angestellte im Café Moskau.

In den Jahren 1982 und 1987 kam es zu größeren Umbauarbeiten, bei denen hölzerne Verkleidungen und Wandschmuck aus Meißener Porzellan hinzukamen.

Nach der Wende ging die Immobilie an die Treuhandliegenschaftsgesellschaft (TLG Immobilien) über und stand lange Zeit leer. Nach dem Jahr 2000 wurde das Café Moskau für unterschiedliche Veranstaltungen, kulturelle Aktivitäten und als Treffpunkt wiederbelebt. Von 2002 bis 2004 war der WMF Club mit der gastronomischen Leitung betraut, bespielte die Nachtbar mit wöchentlichen Club-Abenden und gelegentlich auch alle anderen Bars. Wöchentlich fand sonntags bis zu deren Umzug ins Week-End im Haus des Reisens die schwul-lesbische GMF-Party statt.

Nicolas Berggruen erwarb 2007 das Objekt von der TLG Immobilien und ließ es für mehrere Millionen Euro renovieren. 2010 wurde die sanierte Fassade mit dem Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Zentralverband des Deutschen Handwerks ausgezeichnet.[1] Strom und Heizung wurden in die Fassade integriert.[2]

Ralf Regitz, der Betreiber der ehemaligen Techno-Diskothek und des heutigen Veranstaltungsortes E-Werk, war dann Pächter des weitgehend original wiederhergestellten Cafés. Ein Clubbetrieb fand nur noch gelegentlich statt. Das Gebäude wird an geschäftliche Kunden für Tagungen, Kongresse und Konferenzen vermietet.

Der nachfolgende Pächter Oliver Rübenkamp, der Geschäftsführer des Clubs E 4 am Potsdamer Platz, durfte wieder einen regelmäßigen Club-Betrieb am Wochenende anbieten.[3] Ende September 2011 eröffneten die 600 m² großen Clubräume nach einer weiteren Erneuerung. Ab März 2012 wurde Lisa Wege und Katajun Fakhoury von der Berliner Veranstaltungsagentur Wahre Werte eine neue Konzession für das Café Moskau erteilt.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Café Moskau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ursula Schirmer: Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege 2010 in Berlin. In: stadtentwicklung.berlin.de, 10. November 2010, (PDF; 4 S., 417 KB).
  2. Oliver Stade: Goslarer sanieren Berggruen-Immobilie in Berlin und erhalten Bundespreis. (Memento vom 1. August 2012 im Webarchiv archive.is) In: Goslarsche Zeitung vom 3. November 2010.
  3. Carline Mohr: Neueröffnung. Café Moskau ist zurück im Berliner Nachtleben. In: Berliner Morgenpost, 23. September 2011.
  4. Ingeborg Ruthe: Café Moskau: Berggruen zieht die Reißleine. In: Berliner Zeitung, 2. März 2012.

Koordinaten: 52° 31′ 10″ N, 13° 25′ 22″ O