Cahus

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Cahus
Cahus (Frankreich)
Cahus
Region Okzitanien
Département Lot
Arrondissement Figeac
Kanton Cère et Ségala
Gemeindeverband Causses et Vallée de la Dordogne
Koordinaten 44° 57′ N, 1° 55′ OKoordinaten: 44° 57′ N, 1° 55′ O
Höhe 139–505 m
Fläche 10,01 km2
Einwohner 209 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 21 Einw./km2
Postleitzahl 46130
INSEE-Code
Website www.cahus.fr

Cahus ist eine französische Gemeinde mit 209 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Lot in der Region Okzitanien (vor 2016: Midi-Pyrénées). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Figeac und zum Kanton Cère et Ségala (bis 2015: Kanton Bretenoux).

Die lokale Überlieferung will den Namen der Gemeinde aus dem lateinischen cahus oder dem okzitanischen caüs (deutsch Kauz) abgeleitet wissen. Cassagne hält dagegen, dass es kein Beispiel eines französischen Toponyms gibt, das eine Ableitung des Ortsnamens von dieser Vogelart darstellt. Außerdem wird der Ort in den kirchlichen Katastern des Mittelalters in den Formen Calhus, Cautio, Caucio, Cahussio, Cautz oder Caus erwähnt. Einige Toponymisten vertreten die Theorie, dass der Namen von einem Landgut des Cabutius oder Catucius in gallorömischer Zeit stammt.[1]

Die Einwohner werden Cahussiens und Cahussiennes genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cahus liegt circa 40 Kilometer nordnordwestlich von Figeac in der historischen Provinz Quercy an der nördlichen Grenze zum benachbarten Département Corrèze.

Umgeben wird Cahus von den fünf Nachbargemeinden:

Mercœur
(Corrèze)
Camps-Saint-Mathurin-Léobazel
(Corrèze)
Altillac
(Corrèze)
Nachbargemeinden
Gagnac-sur-Cère Laval-de-Cère

Cahus liegt im Einzugsgebiet des Flusses Dordogne.

Nebenflüsse der Cère durchqueren das Gebiet der Gemeinde,

  • der Ruisseau de Langayroux, der in Cahus entspringt, und
  • der Ruisseau d’Orgues mit seinen Nebenflüssen,
    • dem Ruisseau de Belpeuch und
    • dem Ruisseau de Foungalinière, der in Cahus entspringt.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1928 wurde die Nachbargemeinde Laval-de-Cère gegründet unter Übertragung eines Teil des Gemeindegebiets von Cahus.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 1.165. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen insbesondere auch durch die Abtretung von Gemeindegebiet bei der Gründung der Nachbargemeinde Laval-de-Cère bis zur Jahrtausendwende auf rund 180 Einwohner, bevor sich eine Wachstumsphase einstellte, die heute noch anhält.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2016
Einwohner 283 253 201 203 201 179 189 189 209
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[4] INSEE ab 2011[5]

Pfarrkirche Saint-Benoît[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erstmalige Erwähnung der früheren Kirche findet sich in einer Charta von 936. Sie befand sich in der Kollation des Bischofs von Cahors. Die Überreste des einfachen Langhauses erlauben es, den ersten Ausbau der Kirche auf das 13. Jahrhundert zu datieren. Im Jahre 1537 wurde Gemäß dem Abt Clary eine Seitenkapelle oder ein Seitenschiff hinzugefügt. Umfangreiche Baumaßnahmen wurden im Jahre 1764 durchgeführt, wie das Datum auf dem Sturz eines Fensters in der Südwand belegt. Gemäß dem Abt Clary wurde im Jahre 1854 die Apsis neu gebaut.

Das Hauptschiff ist mit einem Tonnengewölbe ausgestattet, die Apsis mit einem Kesselgewölbe, die Seitenschiffe mit einem Kreuzrippengewölbe mit Liernen. Die Schlusssteine sind mit einem Kreuz, mit dem Nomen sacrum IHS oder mit dem Liliensymbol verziert. Die Kämpfer der Gewölbe sind mit Stabornamentik verziert oder in Form von menschlichen Köpfen bildhauerisch bearbeitet, wie auch an den Schlusssteinen der Bögen in den Seitenschiffen zu sehen ist.[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bleu d’Auvergne

Cahus liegt in den Zonen AOC

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[8]
Gesamt = 10

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Grundschule.[9]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cahus ist erreichbar über die Routes départementales 14 und 102 (Corrèze: D33).

Eine Linie der TER Auvergne-Rhône-Alpes, einer Regionalbahn der staatlichen SNCF, bedient die Strecke von Brive-la-Gaillarde nach Aurillac, die auch das Gebiet der Gemeinde ohne Haltepunkt durchquert. Der nächste Haltpunkt befindet sich in der Nachbargemeinde Laval-de-Cère.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anny oder Annie Flore, mit bürgerlichem Namen Marie Antoinette Quié, geboren am 28. November 1912 in Cahus, gestorben am 17. August 1985 in Boulogne-Billancourt in der Île-de-France, war eine französische Sängerin und Schauspielerin.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clary, René (Abt), Dictionnaire des paroisses du diocèse de Cahors, Cahors, Imp. Tardy, 1986, S. 52–53.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cahus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jean-Marie Cassagne: Villes et Villages en pays lotois (fr) Tertium éditions. S. 55. 2013. Abgerufen am 10. Juni 2019.
  2. Lot (fr) habitants.fr. Abgerufen am 8. Juni 2019.
  3. Ma commune : Cahus (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 10. Juni 2019.
  4. a b Notice Communale Cahus (fr) EHESS. Abgerufen am 10. Juni 2019.
  5. Populations légales 2016 Commune de Cahus (46043) (fr) INSEE. Abgerufen am 8. Juni 2019.
  6. église paroissiale Saint-Benoît (fr) Französisches Kultusministerium. 26. November 2015. Abgerufen am 10. Juni 2019.
  7. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 8. Juni 2019.
  8. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Cahus (46043) (fr) INSEE. Abgerufen am 8. Juni 2019.
  9. École élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 8. Juni 2019.
  10. Anny Flore (1912–1985) (en) Internet Movie Database. Abgerufen am 8. Juni 2019.