Calcio storico

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Das Spielfeld

Calcio Storico (italienisch „historischer Fußball“) oder auch Calcio Fiorentino ist ein traditionelles Spiel, das nur in Florenz gespielt wird und an eine Mischung aus Fußball und Rugby erinnert. Seine Ursprünge liegen im 15. Jahrhundert. Das Finale findet jedes Jahr am Johannistag (24. Juni) statt, da Johannes der Täufer Florenz' Schutzpatron ist. Das Spielfeld ist der Platz Piazza Santa Croce mitten in Florenz, der zum Spiel mit Sand bedeckt wird. Das heutige Spiel unterscheidet sich deutlich von der historischen Vorlage, die zwar dieselbe Anzahl von Spielern, denselben Spielplatz hat, aber heute wesentlich härter ist. In früheren Jahrhunderten wurde sonntags nach der Kirche im besten Ausgehanzug gespielt, deshalb wurde in den Regeln festgehalten, dass nicht die am schönsten gekleidete Mannschaft gewinnt, sondern dass Tore entscheiden.[1] Auch gab es im Regelwerk bereits die Eigenwelt des Sports, da der Herr von seinem Pagen in der anderen Mannschaft nicht einfach den Ball fordern konnte, sondern auf dem Spielfeld eigene Regeln herrschten.[2] Diese Eigenwelt lässt heute auf dem Spielfeld ein Verhalten zu, das außerhalb als Körperverletzung gelten würde.

Heutige Regeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Spiel dauert 50 Minuten. Es gibt keine Pausen, unterbrochen wird lediglich, wenn Sanitäter das Spielfeld betreten müssen. Jeweils 27 Männer spielen gegeneinander. Ziel des Spiels ist es, einen Ball in das Netz der gegnerischen Mannschaft zu befördern, wobei der Ball mit den Füßen oder den Händen auf beliebige Art gespielt werden darf. Trifft der Ball in das Netz, erhält das betreffende Team einen Punkt. Fliegt er darüber, erhält die gegnerische Mannschaft einen halben Punkt.

Spielszene

Jeder Spieler darf jeden Gegner jederzeit körperlich angreifen. Dabei sind sowohl Schläge als auch Tritte und ringerische Techniken erlaubt. Es ist lediglich verboten, zum Kopf zu treten und den Gegner von hinten anzugreifen. Ferner darf immer nur ein Mann gegen einen anderen kämpfen. Diese Regeln machen das Spiel zu einer Mischung aus Ball- und Kampfsport, bei dem es viele Verletzungen gibt. Mehrere Schiedsrichter überwachen die Regeln.

Es gibt nur vier Mannschaften, die jeweils aus einem historischen Viertel der Stadt kommen:

  • Santa Croce / Azzurri (die Blauen)
  • Santa Maria Novella / Rossi (die Roten)
  • Santo Spirito / Bianchi (die Weißen)
  • San Giovanni / Verdi (die Grünen)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Giovanni Maria Bardi: Discorso sopra il giuoco del calcio fiorentino. Florenz 1580 (reprint: Carlo Bascetta (Hg.): Sport e giuochi. Trattati e Scritti dal XV al XVIII secolo. Mailand 1978, 119-162.)
  2. Arnd Krüger, John McClelland (Hg.): Die Anfänge des modernen Sports. London: Arena 1984