Calima

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Calima im Satellitenbild

Die Calima (auch Kalima) ist eine Wetterlage mit Ostwind auf den Kanarischen Inseln und auf den Kapverdischen Inseln, die vereinfacht als „Sandwind aus Afrika“ beschrieben werden kann und den Saharastaubereignissen in Europa entspricht. Gelegentlich wird die spanische Bezeichnung Bruma seca („trockener Nebel“) verwendet.

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Monte Lentiscal bei klarem Himmel und bei Calima

In der Regel ist die Wetterlage auf den Kanaren vom Passat bestimmt, der aus nordöstlicher Richtung weht. Bei einer Calima bringt der Wind hingegen von der Sahara mit südöstlicher Strömung trockene, warme Luft und weht feinen Sandstaub mit. Der Hochdruck über der Sahara erhöht zuvor die Temperatur und verringert die Luftfeuchtigkeit. Die Sicht ist dann leicht getrübt, das Licht wird rötlich gebrochen, die Niederschlagsneigung bei der geringen Feuchte ist aber sehr gering. Es kann im Flugverkehr zu Problemen kommen: Im Februar 2020 musste während einer besonders heftigen Calima der Flugbetrieb auf den Kanaren zwei Tage lang eingestellt werden. Aufgrund des hohen Staubgehaltes der Luft ist das heiße, trockene Wetter nicht angenehm und führt leicht zu Reizungen der Atemorgane.

Calima-Einbrüche können mitunter sehr heftig sein, so kann z. B. auf Teneriffa plötzlich ein starker Sturm einsetzen und die Luftmassen austauschen. Es kann auch in der Nacht zu starkem Temperaturanstieg kommen, während gleichzeitig die Luftfeuchte rapide absinkt.

Es ist nicht außergewöhnlich, dass bei Calima alle im Freien abgestellten Autos, andere Gegenstände und die Straßen mit feinem ockerfarbenen Sandstaub bedeckt werden. Calima-Wetterlagen können mehrere Wochen andauern.

Die Calima kann wegen der Kombination mit starkem Wind und heißer Luft starke Schäden an der Vegetation anrichten. In den Wintermonaten tritt sie in der Regel mit hohen Windgeschwindigkeiten auf. Der Himmel wird diesig, die Fernsicht nach und nach geringer.

Die Calima ist in Lagen bis 300 Meter über dem Meer akut. In höheren Lagen schwächt sich die Temperatur deutlich ab. Die Calima entsteht in der Sahelzone und treibt auch zahlreiche Schwalben wie einen Spielball durch die Lüfte vor sich her. Sie landen auf Fuerteventura, weil diese kanarische Insel am nächsten an ihrer 800 km entfernten Heimat ist, und sterben dort oftmals an Entkräftung.

Da der heiße Wüstenwind auch jedes zunächst kontrolliert gezündete Feuer rasch weiter vorantreibt und so außer Kontrolle geraten lässt, stellt das Abflämmen von Feldern bei Calima eine grob fahrlässige Brandstiftung dar.