Callaloo

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Callaloo
Xanthosoma roseum

Callaloo ist ein Eintopfgericht der karibischen Küche. Die Zutaten sind von Land zu Land unterschiedlich; gemeinsame Elemente sind lediglich die grüne Farbe und ein Blattgemüse als Hauptzutat. In Trinidad und Tobago gilt es als Nationalgericht.

Callaloo kam mit den Sklaven aus Westafrika auf die karibischen Inseln. Dort wurden die ursprünglichen Zutaten so gut wie möglich durch einheimische Pflanzen ersetzt[1].

Callaloo ist auch der Name der Hauptzutat, allerdings ist diese regional unterschiedlich (wenn auch geschmacklich ähnlich)[2]. In Trinidad und Tobago werden die Calciumoxalat enthaltenden und deshalb gründlich zu kochenden [3] Blätter der Taro-Pflanze als "Callaloo" bezeichnet, auf Jamaika und in Guyana hingegen die Blätter von Amarant-Pflanzen[4]. Auf Puerto Rico ist es Xanthosoma roseum, anderswo kommen auch junge Blätter der Kermesbeeren, Solanum americanum oder Wasserspinat zum Einsatz. Das trinidadische Callaloo (Taro) wird von der dortigen Lebensmittelindustrie gehackt und aromaversiegelt in Supermärkten verkauft, oftmals um getrocknete Gewürze zu einem Fix-Produkt ergänzt.

Nicht nur die Hauptzutat, auch die weiteren Zutaten sind je nach Region unterschiedlich. Auf Jamaika werden Zwiebeln, Tomaten und Habaneros hinzugegeben, während auf Trinidad und Tobago Okraschoten, Kokosnussmilch und Früchte von Capsicum chinense zu den Zutaten gehören[5]. Das Eintopfgericht kann um eine tierische Komponente ergänzt werden, neben Fleisch kommen auch Krebse, Muscheln und Hummer zum Einsatz. Im Regelfall wird die Suppe (abgesehen von eventuellen tierischen Komponenten) vor dem Servieren püriert.

Callaloo wird in der Regel mit Beilagen dargereicht. Wo die Suppe oder der Eintopf in der Grundform vegetarisch ist, wird eine tierische Komponente dazugereicht; auf Trinidad, Barbados und Grenada sind dies meistens Fleisch und Reis, auf Jamaika Klippfisch. In anderen Regionen wird Fleisch oder Fisch für gewöhnlich mitgekocht, dort werden Sättigungsbeilagen mitserviert, auf den Jungferninseln beispielsweise eine Brei aus Maismehl und Okra namens Cou-Cou, in Guyana zu Bällen geformtes Fufu aus Kochbananen und Maniok namens Foo-Foo.[6]

Der Begriff "Callaloo" wird auf Trinidad auch metaphorisch verwendet und steht im engeren Sinne für einen wilden Zutatenmix z.B. bei Speisen[7] sowie im weiteren Sinne für den in Trinidad vorherrschenden, leidlich harmonischen Rassenmix - Trinidad bezeichnet sich selbst als "Callaloo Nation".[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Callaloo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Was ist Callaloo auf Wisegeek.org
  2. Callaloo auf B-V.I.com
  3. Linda Bladholm: Latin & Caribbean Grocery Stores Demystified. Renaissance Books, Los Angeles 2001, ISBN 1-58063-212-2, S. 189.
  4. Callaloo auf Chow.com
  5. Dave DeWitt & Mary Jane Wilson: Callaloo, Calypso & Carnival, S.50. The Crossing Press 1993
  6. Carnegie School of Home Economics: What's Cooking in Guyana. ?. Auflage. Macmillan Caribbean, Oxford 2004, ISBN 978-1-4050-1313-0, S. 75.
  7. Trinidad and Tobago dictionary
  8. Aisha Khan, Callaloo Nation: Metaphors of Race and Religious Identity among South Asians in Trinidad, Duke University Press Books 2004, S. 4