Cama GR

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GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Camaf zu vermeiden.
Cama
Wappen von Cama
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Region: Moesa
BFS-Nr.: 3831i1f3f4
Postleitzahl: 6557
Koordinaten: 733462 / 125758Koordinaten: 46° 16′ 12″ N, 9° 10′ 12″ O; CH1903: 733462 / 125758
Höhe: 366 m ü. M.
Fläche: 15,00 km²
Einwohner: 560 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 37 Einw. pro km²
Website: www.cama-gr.ch
Cama (im Vordergrund) mit der Nachbargemeinde Verdabbio

Cama (im Vordergrund) mit der Nachbargemeinde Verdabbio

Karte
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Cama ist eine politische Gemeinde im ehemaligen Kreis Roveredo im Bezirk Moesa des Kantons Graubünden in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im südlichen Misox auf beiden Seiten der Moësa und besteht aus den beiden Ortsteilen Al Punt und Norantola. Vom gesamten Gemeindegebiet von 1506 ha sind 905 ha Wald und Gehölz, 498 ha unproduktive Fläche (meist Gebirge), 63 ha landwirtschaftliche Nutzflächen und 40 ha Siedlungsfläche.

Val Cama See

Zur Gemeinde Cama gehört das Val Cama mit seinem sehenswerten Bergsee Lago di Cama. Das Tal ist nur zu Fuss zu erreichen. Markierte Bergpfade führen von hier über den Lago di Sambroc und die Bocchetta de Cressim ins Val d'Arbola (Lostallo), über die Bocchetta del Notar ins italienische Val Bodengo und über die Alpe Vazzola ins Val Leggia.

Beim See liegen zwei private Hütten mit Restaurant, die während der Sommersaison bewirtet sind. Die Alpen am Lago di Cama werden seit kurzem wieder mit Grossvieh bestossen. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Übergänge zwischen dem Val Cama und Italien oft von Italienischen Schmugglern begangen. Nördlich der Fraktion Norantola liegen die Ruinen der Burg Norantola.

Cama grenzt an Grono, Lostallo und an Italien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hochgericht Misox gehörte das Dorf zur mittleren Squadra, kirchlich zum Vikariat Roveredo. Die Pfarrkirche San Maurizio (1219 erw.ähnt) trennte sich 1611 von der Mutterkirche San Vittore und wurde 1656–1662 vergrössert (im Kirchenschiff Tonnengewölbe von 1860).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Gold (gelb) ein rotes Mauritius(Kleeblatt)kreuz, oben beseitet von zwei sechsstrahligen roten Sternen. Der heilige Mauritius ist der Patron der örtlichen Pfarrkirche, die Sterne dienen der Unterscheidung von ähnlichen Wappen. Farben der Freiherren von Sax.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1826 1860 1888 1900 1950 1970 1990 2000[2] 2004 2010 2012 2014 2016 2017
Einwohner 171 272 221 250 254 336 374 474 459 462 535 573 572 564

Die Zahl der Bewohner nahm zwischen 1826 und 1860 stark zu, stagnierte dann ein Jahrzehnt lang und verringerte sich durch Abwanderung bis 1888. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl stark und erreichte im Jahr 2000 einen Höchststand. Seither geht die Einwohnerzahl leicht zurück.

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört zu den italienischsprachigen Gemeinden des Kantons Graubünden.

Sprachen in Cama
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 10 2,83 % 18 4,81 % 24 5,06 %
Italienisch 328 92,92 % 347 92,78 % 418 88,19 %
Einwohner 353 100 % 374 100 % 474 100 %

1990 gaben noch fünf Personen Portugiesisch und drei Personen Französisch als Hauptsprache an; 2000 gaben je elf Personen Portugiesisch und Serbokroatisch und vier Personen Französisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Cama von Norden

Ursprünglich war die gesamte Einwohnerschaft römisch-katholisch. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen hat sich dies geändert. Dennoch ist auch jetzt noch die grosse Mehrheit katholisch. Im Jahr 2000 gab es 86,50 % römisch-katholische-, 3 % evangelisch-reformierte- und je 1 % christkatholische- und orthodoxe Christen. Daneben findet man 3 % Konfessionslose und 1,27 % Muslime. 4 % der Bevölkerung machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Ende 2004 459 Bewohnern sind 388 (= 84 %) Schweizer Bürger. Bei der letzten Volkszählung waren 82 % Schweizer Staatsangehörige. Darunter waren 15 Doppelbürger. Die grössten Einwanderergruppen kommen aus Italien und Portugal.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Katholische Pfarrkirche San Maurizio[3]
  • I Grotti[4]: Die Grotti von Cama sind historische Weinkeller westlich des Dorfes entlang des Lehrpfades "Cammino del Gusto". Die rund 50 kleinen, ein- bis zweistöckigen Steinbauten bilden eine Siedlung im Kastanienhain und sind mehrere Jahrhunderte alt. Sie wurden zur Lagerung von Wein, Käse, Wurstwaren und Milch verwendet. Heute kann man dort lokale Spezialitäten probieren.
Ruine Burg Norantola

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Christen (* 14. August 1947 in Hergiswil), Kapellmeister. Gründer der Harmonie von Stansstad. Wohnt in Cama.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Simona Martinoli und andere: Guida d’arte della Svizzera italiana. Edizioni Casagrande, Bellinzona 2007, S. 502–503.
  • Balser Puorger: Cama In: Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz, Band 2, Brusino–Caux, Attinger, Neuenburg 1921, S. 478 (Digitalisat), (abgerufen am 15. Juli 2017).
  • Erwin Poeschel: Die Kunstdenkmäler des Kantons Graubünden, Band VI: Die italienischbündnerischen Talschaften Puschlav, Misox und Calanca. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 17). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1945, ISBN 978-3-906131-55-9.
  • Cesare Santi: Cama. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 24. Januar 2005.
  • Verschiedene Autoren: Cama. In: Storia dei Grigioni, 3 Bände, Collana «Storia dei Grigioni», Edizioni Casagrande, Bellinzona 2000.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Cama – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. Cesare Santi: Cama. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 24. Januar 2005.
  3. Katholische Pfarrkirche San Maurizio
  4. I Grotti auf graubuendenkultur.ch
  5. Martin Christen (italienisch) auf ricercamusica.ch/dizionario/ (abgerufen am: 7. November 2017.)