Camouflage (Band)

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Camouflage
Camouflage beim Amphi Festival 2014 in Köln
Camouflage beim Amphi Festival 2014 in Köln
Allgemeine Informationen
Genre(s) Synthie Pop, Elektropop
Gründung 1983
Website www.camouflage-music.com
Gründungsmitglieder
Heiko Maile
Marcus Meyn
Oliver Kreyssig
?
Martin Kähling (bis 1984)

Camouflage ist der Name einer deutschen Synthie-Pop-Band.

Bandgeschichte[Bearbeiten]

Die Band wurde 1983 in Bietigheim-Bissingen (Baden-Württemberg) von Heiko Maile, Marcus Meyn, Oliver Kreyssig und Martin Kähling als Licenced Technology gegründet. 1984 stieg Martin Kähling aus und die verbliebenen Bandmitglieder gaben sich den neuen Namen Camouflage (französisch für Tarnung, Verhüllung), inspiriert von einem Lied der Gruppe Yellow Magic Orchestra.

Das erste Studio wurde Boys Factory benannt und befand sich im Keller des Elternhauses von Heiko Maile in der Metterzimmerer Straße in Kleinsachsenheim, dort wurden 1985 zwei Demokassetten aufgenommen. Eine dieser Kassetten reichte ein Freund bei einem Radiosender für einen Wettbewerb ein, bei dem sie den 1. Platz belegte, wodurch das kleinere Frankfurter Label Westside auf die Band aufmerksam wurde. Mit diesem wurde im Herbst 1987 der Titel The Great Commandment aufgenommen, was schließlich zu einem Vertrag mit der Plattenfirma Metronome führte. The Great Commandment wurde vorher unter dem Namen Suddenly Went Away auf einem in der damaligen Zeit üblichen Tape-Sampler namens New Music veröffentlicht und hauptsächlich unter der Hand im Großraum Bietigheim-Bissingen verkauft. Während die Debütsingle The Great Commandment in Deutschland Platz 14 erreichte, schaffte sie es in den USA auf Platz 59 der Billboard Hot 100 und sogar auf Platz 1 der Billboard Dance Music/Club Play Singles.

Ein weiterer großer internationaler Hit der Gruppe war Mitte 1989 Love Is a Shield. Im gleichen Jahr hatte Camouflage für Ein Lied für Lausanne, den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest 1989, den Titel Bitte nicht nochmal der Gruppe Die Erben produziert.

1990 verließ Kreyssig die Band Camouflage. Ein Jahr darauf brachte die Band mit Meanwhile ein Album mit hauptsächlich akustischer Instrumentierung heraus. Allerdings wurde die Vorabsingle Heaven (I Want You) kein kommerzieller Erfolg. Sie erreichte lediglich Platz 57 der deutschen Single-Hitparade.

Bereits ein Jahr später entstand ein Projekt mit dem Namen Areu Areu und es erschien eine gleichnamige EP mit Coverversionen und frühen Stücken von Camouflage.[1] Die Grundlage hierfür waren Backing-Aufnahmen für einen Live-Auftritt auf einer Geburtstagsparty des mit der Band befreundeten Fotografen Reiner Pfisterer. Zwei Jahre später kam mit Bodega Bohemia ein neues Camouflage-Album mit dem die Gruppe zu ihren elektronischen Wurzeln zurückkehrte. Obwohl die Single Suspicious Love im Radio gespielt wurde, war auch diese Platte kommerziell nicht sehr erfolgreich.

Marcus Meyn mit seiner Band Camouflage beim Amphi Festival 2014

Zwei Jahre später erschien das Album Spice Crackers bei BMG, das sich ebenfalls nur schwach verkaufte. 1997 folgte mit We Stroke the Flames eine Best-of-Kompilation, zu der eine 12"-Single mit alten Mixes, u. a. von Love Is a Shield in limitierter Auflage erschien.

Erst im Sommer 1999 gab es eine weitere Veröffentlichung, diesmal wieder zu dritt mit Oliver Kreyssig: Die Elektropopsingle Thief erschien noch in jenem Jahr. Auch sie hielt sich nicht lange in der Hitparade, weshalb die Pläne für ein weiteres Album wieder auf Eis gelegt wurden. Im Frühjahr 2001 erschien eine Neufassung von The Great Commandment, mit Platz 85 in der deutschen Hitparade konnte sie die Erwartungen der Plattenfirma jedoch nicht erfüllen. Kurze Zeit später wurde We Stroke the Flames vom Markt genommen, da Rewind – The Best of 1995–1987, eine Best-of-Kompilation, die von Camouflage persönlich zusammengestellt wurde, herauskam. Auf dieser befanden sich, im Gegensatz zur We Stroke the Flames, auch die Singles vom 1995er Album Spice Crackers und in der Special Edition zudem eine DVD mit Videos.

Mitte 2003 kam Sensor bei Polydor heraus und stieg auf Platz 26 der deutschen Hitparade. Die beiden Singles erreichten die Top 80. Am 28. Juli 2006 erschien die neue Single Motif Sky, die allerdings floppte. Im August 2006 wurde das dazugehörige Album Relocated veröffentlicht. Obwohl vom neuen Plattenlabel SPV kaum Promotion für die Platte gemacht wurde, schaffte sie es auf Platz 57 in der Album-Hitparade.

Im Januar 2009 erschien die erste Live-DVD unter dem Titel Camouflage – Live in Dresden bei SPV. Kernstück ist ein Konzert von der 2006er Relocated-Tour in Dresden. Zusätzlich enthält das Box-Set eine Audio-CD mit einem Live-Mitschnitt des Konzertes sowie eine eigene DVD mit umfangreichem Bonus-Material.

Am 6. März 2015 erschien nach neun Jahren das achte Studioalbum Greyscale, vorab erschien die erste Singleauskopplung Shine.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Camouflage/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
1988 Voices & Images 16
(12 Wo.)
100
(14 Wo.)
Erstveröffentlichung: 4. März 1988
1989 Methods of Silence 13
(24 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Juni 1989
1991 Meanwhile 61
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. März 1991
1993 Bodega Bohemia 90
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. April 1993
1995 Spice Crackers Erstveröffentlichung: 11. September 1998
2003 Sensor 26
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 26. Mai 2003
2006 Relocated 57
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 25. August 2006
2015 Greyscale 14
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. März 2015
Nummer-eins-Alben
Alben in den Top-10
Alben in den Charts 8 1 1

Auszeichnungen[Bearbeiten]

RSH-Gold

  • 1988

Literatur[Bearbeiten]

  • Dirk Horst: Synthiepop – Die gefühlvolle Kälte: Geschichten des Synthiepop. 2. Aufl., Books on Demand GmbH, Norderstedt 2011, S. 130 ISBN 978-3-8423-3422-9

Quellen[Bearbeiten]

  1. Areu Areu bei Discogs (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Camouflage – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien