Candidate Master

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Candidate Master (Abkürzung CM) ist ein Titel für schachliche Leistungen, der durch den Weltschachbund FIDE auf Lebenszeit verliehen wird, und der unterhalb der Titel Großmeister (GM), Internationaler Meister (IM) und FIDE-Meister (FM) angesiedelt ist. Wie bei allen Titeln der FIDE wird in der Titel-Bezeichnung und bei der Titel-Qualifikation zwischen dem allgemeinen Titel (CM) und dem Frauentitel (WCM für Woman Candidate Master) unterschieden. Der Titel wurde 2002 eingeführt.[1] Im deutschen Sprachgebrauch hat sich noch kein entsprechender Ausdruck für Candidate Master durchgesetzt. Mit dem CM-Titel vergleichbar wird im Österreichischen Schachbund (ÖSB)[2] verbandsintern der Titel Meisterkandidat (MK) vergeben. Vor der Einführung der nationalen Wertungszahlen gab es in einer Reihe osteuropäischer Länder (UdSSR, DDR, ...) diesen Titel. Er lag zwischen der Leistungsklasse 1 und dem nationalen Meister und hieß Meisteranwärter (MA). Dies dürfte die korrekte Übersetzung des FIDE-Titels aus der englischen Sprache ins Deutsche sein.

Qualifikation[Bearbeiten]

Analog zum FIDE-Meister muss als Titelkriterium für den Candidate Master eine festgelegte Elo-Zahl erreicht worden sein. Der CM- bzw. WCM-Titel muss durch den jeweiligen nationalen Schachverband bei der FIDE beantragt werden, wobei für den CM-Titel eine internationale Elo-Zahl von mindestens 2200, für den WCM-Titel eine Elo-Zahl von mindestens 2000 erforderlich ist.[3] Zusätzliche Anforderungen seitens des nationalen Verbandes sind möglich. So wird seitens des Deutschen Schachbundes als zusätzliche Qualifikationsanforderung das Erreichen einer DWZ von 2100 für den CM-Titel bzw. von 1900 Punkten für den WCM-Titel verlangt.[4]

Unabhängig von der Elo-Zahl verleiht die FIDE den CM-Titel automatisch an Spieler, die einen der folgenden Erfolge erreichen:[5]

  1. Mindestens 50 % aus mindestens sieben Partien bei einer Schacholympiade, Mannschaftsweltmeisterschaft oder kontinentalen Mannschaftsmeisterschaft,
  2. zweiter oder dritter Platz bei einer Amateur-Weltmeisterschaft,
  3. zweiter oder dritter Platz bei einer Jugendkontinentalmeisterschaft in der Altersklasse U16,
  4. zweiter oder dritter Platz bei einer Jugendwelt- oder -kontinentalmeisterschaft in der Altersklasse U14 oder U12,
  5. einer der ersten drei Plätze bei einer Jugendwelt- oder -kontinentalmeisterschaft in der Altersklasse U10 oder U8,
  6. mindestens 50 % aus mindestens neun Partien bei einer Subkontinentalmeisterschaft,
  7. zweiter oder dritter Platz bei einer Jugendweltmeisterschaft der IBCA, ICCD oder IPCA.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.fide.com/fide/minutes/2832-1323-73rd-fide-congress-2-11-november-2002-bled-slovenia.html
  2. Homepage des ÖSB
  3. Offizielle Titelbestimmungen der FIDE
  4. Auszug aus den Titelbestimmungen der FIDE, Absatz: „3. Titelantrag: Der Titelantrag wird vom DSB gestellt, wenn […] die DWZ des Kandidaten nicht mehr als 100 Punkte unterhalb der für eine Titelverleihung notwendigen Elozahl beträgt“. (Stand: 1. Januar 2005, aufgerufen am 28. Juni 2010)
  5. Table for Direct Titles effective from 1 July 2014 bei der FIDE (englisch)