Cannstatter Travertin

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Cannstatter Travertin mit dem Lager aufgesägt. Muster: ca. 14 × 15 cm

Der Cannstatter Travertin ist ein Süßwasserkalk.

Entstehung und Zusammensetzung[Bearbeiten]

Es ist ein mehr oder weniger poröser Kalkstein von heller, meist gelblicher bis brauner Farbe, der chemisch ausgefällt wurde. Es handelt sich um Ablagerungen von Kalkspat im Bereich heißer oder kalter Quellen, die bereits bei der Ablagerung zu einem festen Gestein wurden. Dieses Gestein enthält nahezu ausschließlich Calciumcarbonat. Es ist ein helles Gestein, dessen gelbe bis braune Farbe durch das Mineral Limonit entsteht.

Technische Eigenschaften und Verwendung[Bearbeiten]

Dieser Travertin ist porös und mit Hohlräumen durchsetzt. Bei seiner Entstehung schloss er Pflanzen und Pflanzenteile ein, die danach abgebaut und zersetzt wurden. Die dabei entstehenden Hohlräume zeigen häufig einen Abdruck der Pflanzenteile. In bruchfrischem Zustand lässt sich dieser Travertin handwerklich unschwierig bearbeiten, da er weich ist und erst nach und nach aushärtet. Dieser Naturstein kann poliert werden. Die Politur schwindet im Freien aufgrund der derzeit herrschenden sauren Umweltbedingungen. Cannstatter Travertin ist trotz hoher Wasseraufnahme, wenn er gegen das Lager aufgesägt wird, frostfest. Beim Aufsägen oder Einbau mit oder gegen das Lager zeigt Cannstatter Travertin unterschiedliche Dichtigkeit und Farbe. Gegen das Lager eingebaut, ist er heller und poriger und mit dem Lager dunkler und dichter. Seine Eignung als Baustein, für Fassaden, Tür- und Fensterumrahmungen hat sich bewährt. Gehandelt wird er offenporig oder gespachtelt.

Sein Vorkommen befindet sich im Stadtbezirk Bad Cannstatt in Stuttgart. Die Steinbrüche wurden 2007 aufgehoben und das Gelände zum Stuttgarter Travertinpark umgebaut.

Bauwerke[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietmar Reinsch: Natursteinkunde. Eine Einführung für Bauingenieure, Architekten, Denkmalpfleger und Steinmetze, Enke, Stuttgart 1991