capella (Software)

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capella
Logo
Screenshot capella 8
Hauptbildschirm von capella 8
Basisdaten
Entwickler capella-software AG
Aktuelle Version 8.0-01 [1]
(9. November 2017)
Betriebssystem Windows, macOS
Kategorie Notensatzprogramm
Lizenz proprietär
deutschsprachig ja
capella-software.com/de

capella ist ein Notensatzprogramm, das vom Unternehmen capella-Software AG aus Söhrewald entwickelt und vertrieben wird (man beachte die Schreibweise mit einem p; vgl. a cappella, hingegen z. B. capella coloniensis). capella ist für Windows und seit Version 8 (November 2017) auch für macOS verfügbar. Das Programm liegt in verschiedenen Sprachen vor, darunter Deutsch, Englisch und Französisch. Es ist vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet. Meist wird es im praxisbezogenen und semiprofessionellen Bereich verwendet (Schulmusiker, Kirchenmusiker, Chorleiter und Hobbymusiker). Im Netz finden sich Webseiten mit umfassenden Notensammlungen im capella-Format, z.B. bei Musicalion[2].

Funktionsumfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

capella findet Einsatz bei ein- und mehrstimmigem Notensatz (z. B. Chorsatz und Orchesterpartituren) und für das Notieren von Liedern mit Akkorden, Strophen-Texten oder Gitarrengriffen. Die Eingabe erfolgt meist vollständig über die Computertastatur, kann aber auch per Maus oder mit einem MIDI-Keyboard durchgeführt werden. capella verfügt über eine Im- und Export-Funktion in das gebräuchliche MusicXML-Format und ermöglicht somit den Datenaustausch mit anderen Notensatzprogrammen. Ein nativ integrierter PDF-Export existiert seit Version 8. Der Betrieb von Software-Instrumenten (VST-Plug-ins) als Klangerzeuger ist möglich, die capella-eigene Klangerzeuger-Engine heißt capella-tune.

Produktfamilie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • capella (Vollversion)
  • capella start, ehemals capella 1200 (Einstiegsversion mit reduziertem Funktionsumfang)
  • capella reader (Lese- und Druckprogramm für capella-Dateien)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Capella-Version 1.5 lief unter MS-DOS und hatte eine selbst entwickelte Benutzer­oberfläche.

Der Begründer und Autor von capella ist Hartmut Ring, Professor für Mathematik und Informatik an der Universität Siegen.[3] Die erste Veröffentlichung erfolgte 1992 unter dem Namen Allegro.[4] Jedoch erfolgte für die Version 1.01 – datiert auf den 15. Mai 1992 – wegen namensrechtlicher Probleme die Umbenennung in capella, nach dem Hauptstern Capella im Sternbild Fuhrmann. capella wurde zunächst für das Betriebssystem MS-DOS entwickelt und hier bis zur Version 1.5 gepflegt, die im Jahr 1993 erschien. In der DOS-Version war bereits eine eigene grafische Benutzeroberfläche integriert. Die Version 2.0 war die erste für Microsoft Windows 3.1, aber erst die Version 2.1 lief stabil.

Mit der Version 2004 wurde die Möglichkeit geschaffen, Partituren über Skripte zu bearbeiten. Auf dieser Basis gibt es vermehrt kostenlose Plugins, die den Funktionsumfang von capella erweitern. Neu in dieser Version ist auch der Datenexport in ein von capella-Software entwickeltes offenes XML-Format, welches aber bisher von anderer Notensatzsoftware nicht unterstützt wird.

In den 2.x-Versionen (Windows 16-Bit) war zumindest die Basisversion des Programms trotz Zwang zur vollständigen Installation über einen Kopierschutz an die eingelegte CD gebunden. Mit Capella 800 (Version 3.0, 32-Bit) wurde dieser Kopierschutz wieder entfernt. 2004 wurde eine hardwarebasierende Produktaktivierung eingeführt.

Im Jahr 2010 übernahm Bernd Jungmann die Pflege und Weiterentwicklung von capella.[5] Zeitgleich beendete Hartmut Ring seine aktive Beteiligung an der Programmierung von capella.

An der Version capella 8 arbeitete neben Bernd Jungmann auch Christian Schauß.

Versionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Version Veröffentlichung Anmerkungen
1.0 1992 Erste Version
1.5 1993 Letzte offizielle Version für MS-Dos
2.1 1994 Erste stabile Windows-Version (für Windows 3.1)
2000 (3.0) 2000 Umfassendes Redesign des Quellcodes
2002 (4.0) 2002
2004 (5.0) 2004 CapXML Im- und Export, Skript-Schnittstelle für mögliche Fremdentwicklung von Plug-ins, Verbesserte Klang-Wiedergabe durch captune, Icons im XP-Stil, Verbesserter Grafik-Export
2008 (6.0) 2008
7.0 2010 Lebende Stimmenauszüge, neue Bedienoberfläche, Grundierung, vereinfachte Systemumbrüche, erweiterte Skriptschnittstelle
8.0 2017 Version für Windows und macOS, neue Bedienoberfläche mit vereinheitlichter Noteneingabe und Bearbeiten-Bereich, integrierte Partitursuche

Dateiformate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • *.all (Datei-Suffix in Version 1, begründet durch den ursprünglichen Programmnamen Allegro)
  • *.cap, cap2-Format (Datei-Suffix für die Versionen 2 bis 4)
  • *.cap, cap3-Format (Während die Dateiendung erhalten blieb, änderte sich das Dateiformat ab Version 5, capella 2004, grundlegend)
  • *.capx (Datei-Suffix ab Version 7, Anpassung an XML-Standard)

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produktlinie der capella-Software AG besteht zurzeit aus insgesamt acht Programmen im unteren Preissegment. Diese sind capella, capella-scan, capella playAlong, capriccio, tonica fugata, rondo, audite! und capella wave kit. capella-scan dient dem Einlesen gedruckter Noten in capella mittels Optical Music Recognition.

Außer capella (ca. 300.000 registrierte Lizenzen) und capella-scan (ca. 120.000 registrierte Lizenzen) hat bislang keines der genannten Programme nennenswerte Verbreitung gefunden.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Versionshistorie. capella-software.com, abgerufen am 26. November 2017.
  2. Staatlich anerkannte Musikbibliothek musicalion.com
  3. Mitarbeiter Hartmut Ring. Universität Siegen, 19. Oktober 2008, abgerufen am 5. September 2012.
  4. Benutzerhandbuch für capella 7. Notensatz auf dem PC. capella-Software, S. 2, abgerufen am 5. September 2012 (PDF; 1,7 MB): „Copyright © 1992–2009 – Hartmut Ring“
  5. Benutzerhandbuch für capella 7. Notensatz auf dem PC. capella-Software, S. 2, abgerufen am 5. September 2012 (PDF; 1,7 MB): „Weitergeführt von Bernd Jungmann“