Capodimonte

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Dieser Artikel behandelt den Ort in Latium. Zum Museum in Neapel siehe Museo di Capodimonte.
Capodimonte
Wappen
Capodimonte (Italien)
Capodimonte
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Viterbo (VT)
Koordinaten: 42° 33′ N, 11° 54′ OKoordinaten: 42° 32′ 51″ N, 11° 54′ 20″ O
Höhe: 334 m s.l.m.
Fläche: 61,25 km²
Einwohner: 1.731 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 28 Einw./km²
Postleitzahl: 01010
Vorwahl: 0761
ISTAT-Nummer: 056013
Volksbezeichnung: Capodimontani
Schutzpatron: San Sebastiano
Website: www.comune.capodimonte.vt.it

Capodimonte ist eine italienische Gemeinde in der Provinz Viterbo in Latium mit 1731 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) am Bolsenasee.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Capodimonte liegt 103 km nordwestlich von Rom und 26 km nordwestlich von Viterbo. Das mittelalterliche Ortszentrum liegt auf einer Höhe von 334 m auf einer Landzunge 15 m über dem Wasserspiegel des ehemaligen Vulkansees. Zum Gemeindegebiet gehört die Isola Bisentina. Capodimonte mit seiner zwei Kilometer langen Promenade entlang des schwarzen, vulkanischen Sandstrands ist im Sommer ein beliebtes Naherholungsziel für Römer.

Die Nachbargemeinden sind Bolsena, Gradoli, Latera, Marta, Montefiascone, Piansano, San Lorenzo Nuovo, Tuscania und Valentano.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Capodimonte liegt zwischen der Staatsstraße SS 2 Via Cassia, die Rom mit Florenz verbindet und der Staatsstraße SS 312 Via Castrense, die an die Küste des Tyrrhenischen Meeres führt. Der nächste Bahnhof befindet sich in Montefiascone.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort bietet Funde aus der Zeit der Etrusker, damals bestand eine städtische Siedlung auf und um den Monte Bisenzio. Erst im frühen Mittelalter wurde Capodimonte als Castrum Capitis Montis gegründet und 1254 von den Signori di Bisenzio mit einer Burg ausgestattet. Zeitweise befand es sich unter der Herrschaft von Orvieto. Mitglieder der Familie Farnese sind um 1420 als Ortsherren belegt. Von Paul III. 1537 dem Herzogtum Castro zugeschlagen, verblieb Capodimonte bis zu dessen Auflösung im Jahre 1649 unter der Farnese-Herrschaft, um dann wieder direkt in den Kirchenstaat eingegliedert zu werden. Mit dessen Ende kam es im September 1870 zum Königreich Italien.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001
Einwohner 1.414 1.924 2.057 2.093 2.129 1.722 1.693 1.686

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mario Fanelli (PD) wurde im Juni 2009 zum Bürgermeister gewählt. Seine Mitte-links-Liste stellt auch mit 8 von 12 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat. Er löste Giuseppe Micarelli (Mitte-rechts-Liste) ab, der nicht mehr kandidierte.[2] Am 26. Mai 2014 trat Fanelli seine zweite Amtsperiode an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die oktogonale Festung „Rocca Farnese“ im Zentrum des Ortskerns, wahrscheinlich um 1520 für Kardinal Alessandro Farnese, später Papst Paul III., von Antonio da Sangallo dem Jüngeren entworfen, doch erscheint sie letztlich als unfertig. Über der alten Burg von 1254 errichtet und durch einen Graben vom übrigen Ortszentrum getrennt, über den eine steinerne Brücke führt. Innenhof mit Fenstern der Hochrenaissance. Die Burg umgibt eine bastionierte Mauer mit Eckbastionen.
  • Kollegiatskirche Santa Maria Assunta an der Piazza della Rocca mit einschiffigem barocken Innenraum, dreiteiligem Hochaltar und Gemälde der Madonna delle Grazie von Sebastiano Conca.
  • Palazzo Borghese an der Piazza della Rocca, heute Rathaus.
  • Palazzo Poniatowski am nördlichen Ende desselben Platzes.
  • Kirche San Carlo an der Via dell'Orologio mit Barockgestaltung im Inneren, Seitenaltären in Rundbogennischen mit Stifterwappen und Hauptaltar.
  • Kirche San Rocco am Viale Regina Margherita mit klassizistischer Fassade.
  • Friedhofskirche Madonna del Soccorso mit ansehnlichem barocken Hauptaltar.
  • Museo della Navigazione nelle Acque Interne am Viale Regina Margherita mit bronzezeitlichem Einbaum von der Isola Bisentina.
  • Isola Bisentina nördlich von Capodimonte mit Palazzo Farnese, Hochrenaissancekirche Santi Giacomo e Cristoforo von Antonio da Sangallo dem Jüngeren mit späterer Achteckkuppel und schlichtem Innenraum mit Grabstätte der frühen Mitglieder der Familie Farnese von 1449, die ein altes Familienwappen von Ranuccio V. zeigt; sieben Kapellen auf markanten Punkten der Insel enthalten teilweise nur noch fragmentarische Freskenmalereien.
  • Monte Bisenzio nordwestlich von Capodimonte, Ort einer etruskischen Stadt mit Nekropole, römischer Nachfolgesiedlung und mittelalterlichem Sitz der Herren von Bisenzio, 1816 aufgegeben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giulia Farnese, Schwester von Paul III. und eine der Mätressen des Papstes Alexander VI. verbrachte ihre Jugend in der „Rocca Farnese“ von Capodimonte.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carlo Fornari: Giulia Farnese. Una donna schiava della propria bellezza, Parma 1995 ISBN 978-88-7765-055-9.
  • Salvatore Enrico Anselmi: In lilio decor. Committenze farnesiane in Tuscia tra XVI e XVII secolo, Rom 2008 ISBN 978-88-88168-40-1.
  • Letizia Arcangeli - Susanna Peyronel (Hrsgg.): Donne di potere nel Rinascimento, Rom 2008 ISBN 978-88-8334-365-0.
  • Georg Henke - Frank Schwarz: Latium mit Rom, Bielefeld 2. Auflage 2009 ISBN 978-3-8317-1714-9, S. 132-134.
  • Maria Guelfa Vittori: Giulia Farnese. Luci e ombre, Città di Castello 2011 ISBN 978-88-500-0503-1.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Capodimonte im Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Capodimonte (Italy) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. La Repubblica: Elezioni Amministrative 6-7 giugno 2009 - Comunali LAZIO - CAPODIMONTE