Cappel (Wurster Nordseeküste)

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Cappel
Wappen von Cappel
Koordinaten: 53° 43′ 41″ N, 8° 34′ 26″ O
Höhe: 0 m ü. NHN
Fläche: 8,25 km²[1]
Einwohner: 705 (2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 85 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2015
Postleitzahl: 27639
Vorwahl: 04741
Cappel (Niedersachsen)
Cappel

Lage von Cappel in Niedersachsen

Cappel in der Gemeinde Wurster Nordseeküste
Cappel in der Gemeinde Wurster Nordseeküste

Cappel (niederdeutsch Cappel) ist eine Ortschaft der Gemeinde Wurster Nordseeküste im niedersächsischen Landkreis Cuxhaven.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cappel liegt in der Landschaft Land Wursten nördlich von Dorum in Sichtweite zur Nordseeküste. Durch die Ortschaft verläuft die Bahnstrecke Bremerhaven–Cuxhaven.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordholz – Ortsteil
Cappel-Neufeld
Nordholz – Ortsteil
Spieka-Neufeld
Nordholz – Ortsteil
Spieka
Nachbargemeinden
Dorum Midlum

(Quelle:[2])

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Peter-und-Paul-Kirche

Das Gebiet von Cappel wurde wie das ganze Land Wursten seit dem 8. Jahrhundert von Friesen besiedelt, nachdem die Sachsen das Gebiet verlassen hatten.

Die Peter-und-Paul-Kirche zu Cappel wurde 1198 von Zisterziensern gegründet. Der Ortsname bezieht sich auf die Kirche bzw. die Kapelle und bedeutet „bei der Kapelle, bei der Kirche“. 1483 wurde die alte Bezeichnung to der Cappel genannt.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, schlossen sich die Ortschaften Cappel, Mulsum, Midlum, Padingbüttel, Dorum, Misselwarden und Wremen zur Samtgemeinde Land Wursten zusammen.[4]

Zum 1. Januar 2015 bildeten die Samtgemeinde Land Wursten und die Gemeinde Nordholz die neue Gemeinde Wurster Nordseeküste im Landkreis Cuxhaven.[5]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Quelle
1910 743 [6]
1933 712 [7]
1939 915 [7]
1950 11620 [8]
1956 918 [8]
1973 729 [9]
1975 0700 ¹ [10]
1980 0674 ¹ [11]
Jahr Einwohner Quelle
1985 719 ¹ [11]
1990 731 ¹ [11]
1995 695 ¹ [11]
2000 721 ¹ [11]
2005 750 ¹ [11]
2010 727 ¹ [11]
2014 703 ¹ [11]
2017 7050 [1]

¹ jeweils zum 31. Dezember

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf kommunaler Ebene wird Cappel vom Rat der Gemeinde Wurster Nordseeküste vertreten.

Ortsvorsteher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsvorsteher von Cappel ist Rolf Bohlen (SPD). Sein Stellvertreter ist Hauke Allers.[12] Die Amtszeit läuft von 2016 bis 2021.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Kommunalwappens von Cappel stammt von dem Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der im Landkreis Cuxhaven an die 25 Wappen entworfen hat.[13]

Wappen von Cappel
Blasonierung: „In Blau auf grünem Hügel eine silberne Kirche mit goldenem Tor und goldenem Wetterhahn.“[13]
Wappenbegründung: Das Wappen deutet auf den Ortsnamen hin, der auf eine aus dem 13. Jahrhundert stammende Kapelle zurückzuführen ist. Der am Ende des 15. Jahrhunderts erbaute hohe Kirchturm diente früher auch als Seezeichen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schnitger-Orgel in Cappel

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die St.-Peter-und-Paul-Kirche steht auf einer Kirchenwurt des 13. Jahrhunderts im Ortszentrum. Der im 15. Jahrhundert erbaute Kirchturm der im 12. Jahrhundert errichteten Kapelle wurde auch als Seezeichen für die Schiffe in der Wesermündung zur Nordsee gebraucht. Zu diesem Zweck trug der Turm der Kirche damals weiße Ringe. Das Kirchengebäude wurde im Dezember 1810 durch Brand zerstört und in den folgenden Jahren wieder aufgebaut.
  • Die Orgel von St.-Peter-und-Paul wurde 1679/1680 von dem berühmten Orgelbaumeister Arp Schnitger erbaut und dient noch heute für Konzerte internationaler Künstler. Sie stammt ursprünglich aus der Klosterkirche St. Johannis in Hamburg und wurde nach der Brandzerstörung der ursprünglichen Orgel 1816 nach Cappel umgesetzt. Sie verfügt über 30 Register auf zwei Manualen und Pedal und gilt als eine der am besten erhaltenen Schnitger-Orgeln.

Vereine und Verbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Förderverein Arp-Schnitger-Orgel
  • Jagdgenossenschaft Cappel
  • Schützenverein Cappel
  • Singgruppe Cappel
  • Sozialverband Cappel
  • Theatergruppe Cappel
  • TuS Cappel

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arp Schnitger (1648–1719), einer der berühmtesten Orgelbauer seiner Zeit und der Vollender der norddeutschen Barockorgel, er schuf 1680 die Orgel des Hamburger Dominikanerklosters St. Johannis, die 1816 nach Cappel überführt wurde
  • Georg Wilhelm Wilhelmy (1748–1806), Orgelbauer in Nordhessen und später in Stade, er schuf von 1800 bis 1801 die Orgel der St.-Peter-und-Paul-Kirche, die 1810 einem Feuer zum Opfer fiel
  • Johann Heinrich Wohlien (1779–1842), Altonaer Orgelbaumeister, er schuf 1816 die Verpackung der Arp-Schnitger-Orgel des Hamburger Dominikanerklosters St. Johannis für den Transport nach Cappel
  • Johann Georg Wilhelm Wilhelmy (1781–1858), Orgelbauer in Stade, im Jahre 1816 wurde die Arp-Schnitger-Orgel von ihm aus Hamburg nach Cappel überführt und wieder aufgebaut, im Jahre 1846 folgte eine Reparatur
  • Wilhelm Wieger alias Will Wieger (1890–1964), Maler, Zeichner, Illustrator und Grafiker, wohnte und wirkte von 1936 bis zu seinem Tode in Cappel-Altendeich[14][15]
  • Paul Ott (1903–1991), Orgelbauer und Vertreter der Orgelbewegung des 20. Jahrhunderts, er führte von 1937 bis 1939 Instandsetzungen und Änderungen an der Arp-Schnitger-Orgel durch

Sagen und Legenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fritz Hörmann, Ude Meyer, Christian Morisse, Eberhard Nehring, Irmgard Seghorn, Egon Stuve, Else Syassen: Flurnamensammlung Wesermünde – Die Flurnamen des Grundsteuerkatasters von 1876. Hrsg.: Kulturstiftung der Kreissparkasse Wesermünde (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen der Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung e. V. Band 27). Männer vom Morgenstern Verlag, Bremerhaven 1995, ISBN 3-931771-27-X, S. 5 ([Digitalisat (Memento vom 26. Oktober 2007 im Internet Archive) ] [PDF; 431 kB; abgerufen am 23. Oktober 2019]).
  • Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Cappel – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8, S. 224.
  2. Übersichtskarte Landkreis Cuxhaven. In: cuxland-gis.landkreis-cuxhaven.de. November 2016, abgerufen am 13. August 2020.
  3. Jürgen Udolph (Recherche): Der „Ortsnamenforscher“. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webseite NDR 1 Niedersachsen. Archiviert vom Original am 2. Dezember 2016; abgerufen am 13. März 2019.
  4. Friedhelm Bartels, Birgit Deppe, Renate Grützner, Wolfgang Köthe, Wilfried Kuhl: Land Wursten und Nordholz – gestern & heute – Wurster Nordseeküste. Kellner Verlag, Bremen 2017, ISBN 978-3-95651-128-8, S. 35.
  5. Gesetz über die Neubildung der Gemeinde Wurster Nordseeküste, Landkreis Cuxhaven. In: Niedersächsische Staatskanzlei (Hrsg.): Niedersächsisches Gesetz- und Verordnungsblatt (Nds. GVBl.). Nr. 26/2012. Hannover 8. November 2012, S. 428, S. 2 (Digitalisat [PDF; 454 kB; abgerufen am 26. September 2018]).
  6. Ulrich Schubert: Gemeindeverzeichnis Deutschland 1900 – Landkreis Lehe. Angaben vom 1. Dezember 1910. In: gemeindeverzeichnis.de. 5. Januar 2020, abgerufen am 13. August 2020.
  7. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Landkreis Wesermünde (Siehe unter: Kappel, Nr. 44). (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  8. a b Statistisches Bundesamt Wiesbaden (Hrsg.): Amtliches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland – Ausgabe 1957 (Bevölkerungs- und Gebietsstand 25. September 1956, für das Saarland 31. Dezember 1956). W. Kohlhammer, Stuttgart 1958, S. 192 (Digitalisat).
  9. Niedersächsisches Landesverwaltungsamt (Hrsg.): Gemeindeverzeichnis für Niedersachsen. Gemeinden und Gemeindefreie Gebiete. Eigenverlag, Hannover 1. Januar 1973, S. 47, Landkreis Wesermünde (Digitalisat [PDF; 21,3 MB; abgerufen am 13. August 2020]).
  10. Gemeinden in Deutschland nach Fläche und Bevölkerung. (XLSX; 895 kB) In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, 31. Dezember 1975, abgerufen am 11. Juni 2019 (Siehe unter: Niedersachsen, Nr. 1910).
  11. a b c d e f g h Gemeindeverzeichnis – Archiv – Regionale Gliederung – Jahresausgaben – Niedersachsen. (Alle politisch selbständigen Gemeinden im EXCEL-Format). In: Webseite Destatis. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 13. August 2020.
  12. Ortsvorsteher Cappel. In: Webseite Gemeinde Wurster Nordseeküste. Abgerufen am 9. November 2017.
  13. a b Landkreis Wesermünde (Hrsg.): Wappen des Landkreises Wesermünde. Grassé Offset Verlag, Bremerhaven/Wesermünde 1973, ISBN 3-9800318-0-2.
  14. Wilhelm Wieger. In: artnet.de. Abgerufen am 13. August 2020.
  15. Das Wirken von Will Wieger. In: Nordsee-Zeitung. 29. August 2018, S. 23.
  16. Eberhard Michael Iba, Heide Gräfing-Refinger: Hake Betken siene Duven. Das große Sagenbuch aus dem Land an Elb- und Wesermündung. Hrsg.: Männer vom Morgenstern, Heimatbund an Elb- und Wesermündung (= Neue Reihe der Sonderveröffentlichungen des Heimatbundes der Männer vom Morgenstern. Band 16). 3. Auflage. Eigenverlag, Bremerhaven 1999, ISBN 3-931771-16-4.
  17. Die Sagen des Landes Wursten – Faust und der Teufel auf YouTube, abgerufen am 13. August 2020.
  18. Die Sagen des Landes Wursten – Vom braven Pferdejungen auf YouTube, abgerufen am 13. August 2020.