Cappella Colleoni

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Die Fassade der Cappella Colleoni, links anschließend das Südportal der Kirche Santa Maria Maggiore

In der Cappella Colleoni, dem auffallendsten Bauwerk auf dem Domplatz von Bergamo, befindet sich das Grabmal des Generals Bartolomeo Colleoni (1400–1475) und seiner Ehefrau Tisbe Martinengo sowie die Grabstätte der 1470 mit zwölf Jahren verstorbenen Tochter Medea. Das Bauwerk wurde von Colleoni selbst in Auftrag gegeben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Baumeister, der mit dem Bau 1470 begann und diesen 1476 fertigstellte, war Giovanni Antonio Amadeo, der damit ein Hauptkunstwerk der Lombardei schuf. Das Bauwerk entstand auf den Umrissen den alten Sakristei St. Maria Maggiore.

Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Kapelle bietet eine der schönsten Möglichkeiten, lombardische Schmuckfreudigkeit in Gegensatz zu stellen zu der strengen Architektur der zeitgleichen toskanischen Frührenaissance. Der Baumeister Amadeo hat die Fassade mit einem immensen Reichtum an Formen überzogen, die zwar – für sich gesehen – der Renaissance angehören, in dieser Fülle aber eher der Gotik entsprechen, aber auch das nur bedingt.

Die Fassadenwand selbst ist aus weißen, schwarzen und roten Marmorsteinen (unter anderem aus Veroneser Marmor) in Rautenform zusammengesetzt. Auch die Tradition des langobardischen Flechtbandes schlägt sich an den senkrechten Zierbändern an den Außenkanten nieder. Das Ganze ist eine Sonderform der Lombardei, eine Spätfolge germanischer Ornamentik. Die Fassade besteht aus Intarsien und Verzierungen aus farbigem Marmor, angereichert mit plastischen Elementen.

Innenraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kuppel ist mit Fresken von Giovanni Battista Tiepolo ausgemalt. In der Kapelle befindet sich das Grabmal Colleonis mit quadratischem Grundriss in gotischer Typologie, neuinterpretiert im Renaissancestil. Auf dem Sarkophag steht eine vergoldete hölzerne Reiterstatue. Daneben befindet sich das Grab Bartolomeos Tochter Medea.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cappella Colleoni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 45° 42′ 12,3″ N, 9° 39′ 44″ O