Cappella Palatina

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Ansicht der Kuppel der Cappella Palatina wenige Wochen nach Abschluss der Renovierung
Altarraum der Cappella Palatina
Seitenschiff der Cappella Palatina
Das Bildprogramm des Chores der Cappella Palatina in Palermo.

Die Cappella Palatina („Palastkapelle“) wurde 1132 bis 1140 n. Chr. unter König Roger II. im normannisch-arabisch-byzantinischen Stil als Hofkapelle des Palazzo Reale von Palermo errichtet. Die Weihe fand 1140 statt, das Mosaik in der Kuppel ist 1143 datiert. Vollständig fertiggestellt war die Ausgestaltung auch beim Tod Rogers 1154 noch nicht.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufbau und Ikonographie der Cappella Palatina sind dadurch bestimmt, dass sie den beiden damals auf Sizilien verbreiteten Riten, dem seit dem 8. Jahrhundert auf Sizilien vorherrschenden byzantinischen Ritus und dem von den Normannenherrschern wieder eingeführten römischen Ritus entsprechen sollten. Während nach byzantinischer (östlicher) Tradition die Ikonographie vertikal zu lesen ist (wie in La Martorana), das heißt ausgehend von der Kuppel nach unten, ist sie nach lateinischer (westlicher) Tradition horizontal zu lesen (wie in der Kathedrale von Monreale), also von vorne (der Apsis aus) nach hinten. Beide Traditionen sind in der Cappella Palatina verknüpft. An das nach Art eines Zentralgebäudes ausgeführte Presbyterium mit Kuppel schließt sich ein dreischiffiges Langhaus nach Art einer westlichen Basilika an.

Der Fußboden ist mit kunstvollem Marmor und Porphyr geschmückt. Die Decke aus Holz ist reich mit arabischer Schnitzkunst (Muqarnas) verziert. Gestützt wird diese von massiven Marmorsäulen mit korinthischen Kapitellen. Der Höhepunkt sind aber wohl die Mosaiken an den Wänden und in der Kuppel. Während sich in der Kuppel acht Engel um Christus als Pantokrator reihen, sind an den Seitenwänden Darstellungen des Lebens Christi und Paulus, sowie Episoden aus dem Alten Testament. Die Mosaiksteine bestehen aus farbigem und mit Blattgold verziertem Glas.

Von 2003 bis 2008 wurden die Kapelle und ihre Mosaiken mit Unterstützung des deutschen Unternehmers und Kunstmäzens Reinhold Würth restauriert.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jonathan M. Bloom: Almoravid Geometric Design in the Pavement of the Capella Palatina in Palermo. In: Bernard O'Kane (Hrsg.): The Iconography of Islamic Art. Studies in Honour of Robert Hillenbrand. Edinburgh University Press, Edinburgh 2005, S. 61–80
  • Otto Demus: The Mosaics of Norman Sicily. Philosophical Library, New York 1950.
  • Thomas Dittelbach, Dorothée Sack: La chiesa inferiore della Cappella Palatina a Palermo. Contesti – progetti – rilievi. = The lower church of Palermo's Palatine Chapel. = Die Unterkirche der Cappella Palatina in Palermo. Swiridoff, Künzelsau 2005, ISBN 3-89929-058-5.
  • Joachim Poeschke: Mosaiken in Italien 300–1300. Hirmer, München 2009, S. 246–252, ISBN 978-3-7774-2101-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Capella Palatina – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. stimme.de, 29. April 2006

Koordinaten: 38° 6′ 39″ N, 13° 21′ 13″ O