Capri-Batterie

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Capri-Batterie
Joseph Beuys, 1985
Multiple
Auflage 200 Exemplare

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Die Capri-Batterie ist ein Multiple mit einer Auflagenhöhe von 200 Exemplaren von Joseph Beuys aus dem Jahr 1985.

Das Multiple[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Werk besteht aus einer Glühlampe mit gelbem, opakem Glaskörper in einer einfachen schwarzen Lampenfassung, welche am Sockel einen Stecker hat. Auf diesem steckt eine Zitrone. Die Anordnung suggeriert, die vom Pflanzenorganismus umgewandelte Sonnenenergie fließe als elektrischer Strom durch die Glühlampe und bringe sie kontinuierlich zum Leuchten.[1] Die Zitrone hält als schwerster Teil das ganze – etwa rechtwinklige – Gebilde; die Glühlampe ragt schräg nach oben.[1] Das Objekt wurde in einer hölzernen Kiste mit der von Beuys versehenen „Gebrauchsanweisung“ („JOSEPH BEUYS. Capri-Batterie. Nach 1000 Stunden Batterie auswechseln“) verkauft.[1]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende Mai 1985 erkrankte Joseph Beuys an einer interstitiellen Pneumonie. Bei einem Genesungsaufenthalt in Neapel und auf Capri vom 3. bis 18. September 1985 entstand die Skulptur Scala Libera, 1985, sowie der Prototyp der Capri-Batterie. Geschaffen wurde sie in der „Villa Quattro Venti“ des Galeristen Lucio Amelio auf Capri. Am 18. Oktober 1985 stellte Amelio in seiner Galerie in Neapel eine Vitrine aus. Joseph Beuys legte das Objekt asymmetrisch zur Schmalseite in die Vitrine. Später wurde das Multiple von Amelio produziert und in einer Auflage von 200 Exemplaren herausgegeben.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Expo 2000 präsentierte sich Nordrhein-Westfalen im Deutschen Pavillon durch Beuys’ Capri-Batterie, das kleinste Objekt der sechzehn Bundesländer. Nach der Weltausstellung wurde die Beuys-Sammlung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen durch die Capri-Batterie erweitert.[3]

Im Oktober 2020 tauchte ein Bekennervideo und -schreiben der Künstlergruppe „Frankfurter Hauptschule“ auf, ein Exemplar der Capri-Batterie aus einer Ausstellung im Theater Oberhausen gestohlen und in Tansania einem Museum übergeben zu haben. Das Theater Oberhausen bestätigte, die Capri-Batterie sei nicht mehr an ihrem Platz. Mit der Aktion wollte die Gruppe auf den Raub von Kunstgütern aus deutschen Kolonien aufmerksam machen, die sich noch immer in deutschen Museen befinden. Ob die Capri-Batterie tatsächlich gestohlen und nach Tansania gebracht wurde, blieb zunächst ungeklärt.[4] Am 26. Oktober 2020 berichtete die Frankfurter Rundschau, dass der Diebstahl der Skulptur eine inszenierte Aktion war, um eine Diskussion über koloniale Beutekunst anzustoßen. Es wurde eine Replik der Capri-Batterie verwendet, das Original befindet sich weiterhin in Oberhausen.[5]

Kunstgeschichtliche Zitate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Capri-Batterie gehört zu den bekannteren Werken von Beuys und wurde zahlreich zitiert. Susi Gelb schuf 2010 die Objekte Capri-Batterie EU-Standard und Capri-Batterie Asien-Standard.[6] In der Capri Batterie die unbekannten Versionen von Alexander Janz wurde die im ursprünglichen Werk vorhandene Zitrone durch andere Früchte ersetzt, die Farbe der Glühbirnen jeweils angepasst.[7][8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Einblicke. Das 20. Jahrhundert in der kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf. Hatje Kantz Verlag, Düsseldorf 2000, ISBN 3-7757-0853-7.
  • Joseph Beuys, Jörg Schellmann (Hrsg.): Die Multiples. Werkverzeichnis der Auflagenobjekte und Druckgraphik. Schirmer/Mosel Verlag, München 1997, ISBN 3-88814-199-0.
  • Joseph Beuys: Sprechen über Deutschland. Rede vom 20. Nov. 1985 in den Münchener Kammerspielen, FIU-Verlag, Wangen 2002, ISBN 3-928780-14-X.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Ulrich Grober: Das gute Leben neu denken - Kulturelle Ressourcen für ein solares Zeitalter. In: Aus Politik und Zeitgeschichte. B 37, 2004 (online).
  2. Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Einblicke. Das 20. Jahrhundert in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf., Hatje Kantz Verlag, Düsseldorf 2000, S. 368.
  3. Der Deutsche Pavillon – Expo2000, Nordrhein-Westfalen, NRW auf der EXPO 2000, siehe Weblink
  4. Monopol: „Frankfurter Hauptschule“ mit Bekennervideo – Beuys-Werk in Oberhausen verschwunden
  5. [https://www.fr.de/-90080728.html Raubkunst für Afrika: Künstler:innengruppe stiehlt bedeutendes Werk aus Museum – und bringt es nach Tansania]
  6. http://www.susigelb.de
  7. vgl. Christov-Bakargiev, Carolyn: dOCUMENTA (13) Das Logbuch, Katalog 1.3; S. 27f.
  8. Abbildungen (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/alexanderjanz.tumblr.com