Caravate

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Caravate
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Caravate (Italien)
Staat Italien
Region Lombardei
Provinz Varese (VA)
Lokale Bezeichnung Caravà
Koordinaten 45° 53′ N, 8° 39′ OKoordinaten: 45° 52′ 45″ N, 8° 39′ 20″ O
Höhe 296 m s.l.m.
Fläche 5,05 km²
Einwohner 2.595 (31. Dez. 2019)[1]
Fraktionen Cadè, Canton Chiedo, Canton d'Oro, Cà Stecco, Castello, Fornace Farsani, Fornazze, Monte San Giano, Pozzei, San Clemente, Santa Maria del Sasso, Stallazzo, Virolo
Postleitzahl 21032
Vorwahl 0332
ISTAT-Nummer 012031
Bezeichnung der Bewohner caravatesi
Schutzpatron Johannes der Täufer (24. Juni)
Website Caravate
Gemeinde Caravate in der Provinz Varese
Caravate
Pfarrkirche Santi Giovanni Battista e Maurizio
Wallfahrtskirche Santa Maria Del Sasso

Caravate ist eine italienische Gemeinde (comune) in der Provinz Varese in der Region Lombardei.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa 15 Kilometer nordwestlich von Varese und gehört zur Comunità montana Valli del Verbano. Die bedeckt eine Fläche von 5,05 km². Zu Caravate gehören die Fraktionen Cadè, Canton Chiedo, Canton d’Oro, Cà Stecco, Castello, Fornace Farsani, Fornazze, Monte San Giano, Pozzei, San Clemente, Santa Maria del Sasso, Stallazzo und Virolo. Die Nachbargemeinden sind Besozzo, Cittiglio, Gemonio, Laveno-Mombello, Leggiuno und Sangiano.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Caravè ist eine antike Siedlung im Gemeindegebiet gewesen, die wohl keltischen Ursprungs war. Der Ort Caravate in der Pieve von Cuvio, der in den Statuten der Straßen und Gewässer der Grafschaft von 1346 als Caravà erwähnt wird, gehörte zu den Gemeinden, die im 14. Jahrhundert zur Instandhaltung der Straße von Rho beitrugen (1346). Mit einer Anweisung des Notars Giacomo Perego vom 16. Mai 1450 wurde das Gebiet von Val Cuvia von Herzog Francesco I. Sforza an seinen Ratsherrn Pietro Cotta als Lehen vergeben. Das Lehen ging 1727 an den Grafen Giulio Visconti Borromeo Arese über, wobei der Verkäufer, der Jurist Pietro Cotta, das Recht hatte, die Lehnsrechte, d. h. die gepolsterte Gebühr, auf Lebenszeit einzuziehen.

In den Registern des Estimo (Grundbuch) des Herzogtums Mailand von 1558 und den nachfolgenden Aktualisierungen im 17. und 18. Jahrhundert war Caravate unter den Gemeinden, die in derselben Pieve erfasst wurden. Nach den Antworten auf 45 Fragen, die 1751 vom zweiten Volkszählungsrat gestellt wurden, wurde Caravate an die Erben des Grafen Giulio Visconti belehnt, die dafür 83 Lire pro Jahr an Lehnsabgaben zahlen mussten. Die Rechtsprechung wurde vom feudalen Podestà ausgeübt, der in Cuvio, dem Haupt der Gemeinde, ansässig war und ein Jahresgehalt von 14 Lire erhielt. Der Gemeindekonsul leistete keinen Eid auf die kriminellen Banken, sondern erstattete lediglich Anzeige sowohl beim königlichen Amt in Varese als auch beim feudalen Amt in der Pieve. Für jede Beschwerde wurden 10 Euro gezahlt, was von der Gemeinschaft als ungerecht empfunden wurde.

Es gab weder einen allgemeinen noch einen besonderen Rat, sondern nur den Bürgermeister, den Konsul und den Kanzler, die jährlich ernannt wurden. Für kollektive Entscheidungen lud der Konsul nach vorheriger Ankündigung die Familienoberhäupter und die ersten Schätzer auf den öffentlichen Platz ein, meist an einem Feiertag nach der Messe. Der Kanzler wohnte in der Gemeinde Coquio und erhielt ein Jahresgehalt von 34 Lire.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1751 1805 1853 1871 1901 1921 1951 1971 1991 2001 2011 2021
Einwohner 336 657 *1015 1419 1622 1643 1560 2145 2471 2607 2612 2577

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde führt die Staatsstraße 394 von Varese zur Schweizer Grenze.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Romanische Kirche Sant’Agostino (11. Jahrhundert).[2]
  • Romanische Kirche San Clemente (10. Jahrhundert) auf dem Hügel San Clemente.[3]
  • Pfarrkirche Santi Giovanni Battista e Maurizio in der Fraktion Castello, erbaut 1831 und restauriert, Ingenieur Lorenzo Bernago.
  • Mittelalterliche Wallfahrtskirche Santa Maria del Sasso.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anna Ferrari-Bravo, Paola Colombini: Guida d’Italia. Lombardia (esclusa Milano). Milano 1987, S. 217.
  • Lombardia – Touring club italiano, Touring Editore (1999), ISBN 88-365-1325-5, Caravate Online auf italienisch

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Caravate – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Caravate (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it, abgerufen am 17. Dezember 2015
  • Caravate (Bilder) (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it/architetture
  • Caravate (italienisch) auf tuttitalia.it/lombardia/
  • Caravate (italienisch) auf comuni-italiani.it/
  • Caravate (italienisch) auf lombardia.indettaglio.it/ita/comuni/va/

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2019.
  2. Romanische Kirche Sant’Agostino (Foto) (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it, abgerufen 1. August 2015.
  3. Romanische Kirche San Clemente (Foto) (italienisch) auf lombardiabeniculturali.it, abgerufen 1. August 2015.