Carbonia

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Carbonia
Wappen
Carbonia (Italien)
Carbonia
Staat: Italien
Region: Sardinien
Provinz: Sud Sardegna ()
Lokale Bezeichnung: Carbònia / Crabònia
Koordinaten: 39° 9′ N, 8° 31′ OKoordinaten: 39° 9′ 0″ N, 8° 31′ 0″ O
Höhe: 111 m s.l.m.
Fläche: 145,63 km²
Einwohner: 28.755 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 197 Einw./km²
Postleitzahl: 09013
Vorwahl: 0781
ISTAT-Nummer: 107003
Volksbezeichnung: carboniensi o carboniesi
Schutzpatron: Pontianus
Website: Carbonia

Carbonia ist eine italienische Stadt auf Sardinien mit 28.755 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015). Carbonia ist provisorische Hauptstadt der im Februar 2016 eingerichteten Provinz Sud Sardegna.

Stadt Carbonia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Carbonia besteht neben Carbonia noch aus 10 angeschlossenen Gemeinden. Bacu Abis (2000 Einwohner), Barbusi, Corongiu, Cortoghiana (2700 Einwohner), Flumentepido, Genna Corriga, Is Gannaus, Medau Desogus (150 Einwohner), Serbariu und Sirri. Bacu Abis und Cortoghiana sind wie Carbonia auch auf dem Reißbrett geplant worden.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carbonia liegt in der historischen Region Sulcis und bildet ihr urbanes Zentrum. Die etwa 70 km westlich von Cagliari gelegene Landschaft war früher sumpfig und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts trockengelegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Piazza Roma

Carbonia wurde am 5. November 1937 von König Viktor Emanuel III. gegründet und am 18. Dezember 1938 im Beisein von Benito Mussolini eingeweiht. Die Stadt wurde gegründet, um den Arbeitern der nahen Kohleminen eine Wohnstatt zu geben (daher auch der Name). Diese wurden zwischen 1936 und 1947 errichtet und gaben in dieser Zeit bis zu 18.000 Menschen Arbeit.

So hatte die Stadt schon zwei Jahre nach ihrer Gründung 29.000 Einwohner (Platz drei auf Sardinien nach Cagliari und Sassari). Nachdem die Kohlelager Istriens an Jugoslawien gegangen waren, gewannen die sardischen Kohlelager neue Bedeutung.

Daher hielten sich 1949 mehr als 60.000 Menschen in Carbonia auf. Mit der Zeit verlor die sardische Kohle an Bedeutung. Bis 1971 schlossen fast alle Minen, die Bevölkerung sank daher auf 30.000 Personen.

Um den Niedergang Carbonias aufzuhalten, wurden in den 1970er Jahren und darauf andere Industriekomplexe errichtet.

In jüngerer Zeit erlebte Carbonia einen Aufschwung als Dienstleistungszentrum und von 2005 bis 2016 als Sitz der Provinzverwaltung (zusammen mit Iglesias) der Provinz Carbonia-Iglesias bzw. seit 2016 als provisorische Hauptstadt der Provinz Sud Sardegna.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Serbariu

Carbonia hat als Personenbahnhof den Bahnhof Carbonia Serbariu, an dem die Bahnstrecke Villamassargia–Carbonia endet. Längere Zeit wurde hier nur noch Frachtverkehr abgewickelt, seit einigen Jahren gibt es wieder eine Regionalbahnverbindung. Die Bahnstrecken nach Iglesias und Calasetta wurden in den 1970er Jahren aufgegeben, die Gleise später größtenteils abgebaut. Carbonia verfügt neben Mals (Südtirol) über den letzten noch erhaltenen Wendestern in Italien.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fördergerüste des Bergwerks Serbariu
Denkmal des Bergarbeiters
  • Großes Bergwerk von Serbariu: Die Fördergerüste des Bergwerks bilden eines der Stadtkennzeichen. Einer der unterirdischen Stollen kann besichtigt werden.
  • Monte Sirai: Auf dem im Nord-Westen der Stadt gelegenen Berg befinden sich archäologische Fundstätten mit einer phönizischen Nekropole. Außerdem finden sich dort verschiedene Domus de Janas.
  • Piazza Roma: Der Platz in der Innenstadt präsentiert sich im typisch faschistisch-sachlichen Stil. Am Platz befinden sich das Rathaus und die Pfarrkirche zum Heiligen Pontianus im neoromanischen Stil, das Stadttheater, der Freizeitclub (Dopolavoro) und der Stadtturm (ehedem Liktorenturm). Im nahen befindet sich das Denkmal des Bergarbeiters.
  • Museum der Kohle.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carbonia pflegt seit dem Jahr 2002 eine Städtepartnerschaft mit Oberhausen und eine weitere mit Behren-lès-Forbach.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carbonia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.