Fieder-Zahnwurz

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Fieder-Zahnwurz
Cardamine heptaphylla 1.jpg

Fieder-Zahnwurz (Cardamine heptaphylla)

Systematik
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Cardamineae
Gattung: Schaumkräuter (Cardamine)
Art: Fieder-Zahnwurz
Wissenschaftlicher Name
Cardamine heptaphylla
(Vill.) O.E.Schulz

Die Fieder-Zahnwurz (Cardamine heptaphylla) ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Schaumkräuter (Cardamine) in der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae) gehört.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fieder-Zahnwurz fruchtend

Die Fieder-Zahnwurz ist eine sommergrüne, ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 60 cm erreicht. Sie besitzt ein waagerecht kriechendes Rhizom. Die zwei bis drei (selten bis zu vier) Stängelblätter sind zwei- bis vierpaarig gefiedert. Die Teilblättchen sind lanzettlich, gesägt gekerbt.

Die Blütezeit in der Schweiz liegt zwischen Mai und Juli, teilweise bis September. Die zwittrigen[1] Blüten sind vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Die vier Blütenkronblätter sind 18 bis 23 mm lang und meist weiß oder blass-lilafarben. Die Schoten sind 4 bis 7 cm lang.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 48[2].

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestäubung erfolgt durch Bienen, Fliegen, Schmetterlinge und Motten (Lepidoptera). Die Fieder-Zahnwurz ist selbstfertil.[1]

Fieder-Zahnwurz (Cardamine heptaphylla)

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fieder-Zahnwurz gehört zum westlich präalpinen Florenelement und kommt in den Pyrenäen, in Zentral- und Südostfrankreich, in den Südalpen östlich bis zum Monte Baldo, im Schweizer Jura und in den Vogesen vor. In Deutschland gibt es Vorkommen im Kaiserstuhl, im Südschwarzwald und am Hochrhein. Sie fehlt auch innerhalb des Areals in größeren Gebieten, kommt aber an ihren Wuchsorten oft in individuenreichen Beständen vor. Auf den Britischen Inseln ist sie ein Neophyt[3].

Die Fieder-Zahnwurz braucht nährstoffreichen, meist kalkhaltigen, humosen oder mulldurchsetzten, lockeren, steinigen Lehmboden. Sie besiedelt Buchen- und Tannen-Mischwälder. Sie ist eine Charakterart des Dentario-heptaphylli-Fagetum[2]. Sie steigt kaum bis 1800 m auf.

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+ (feucht), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 3 (montan), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).[4]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1788 unter dem Namen (Basionym) Dentaria heptaphylla durch Dominique Villars in Histoire des Plantes de Dauphiné, Band 3, S. 364. Den Namen Cardamine heptaphylla erhielt sie 1903 durch Otto Eugen Schulz.[5] Weitere Synonyme für Cardamine heptaphylla O.E.Schulz sind: Dentaria pinnata Lam., Cardamine baldensis Fritsch, Cardamine pinnata (Lam.) R.Br., Dentaria intermedia Sond., Dentaria pentaphyllos var. heptaphyllos L.[6]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Laubblätter und Blüten können roh oder gegart gegessen werden. Sie besitzen einen kohlartigen Geschmack, der etwas, aber nicht scharf von Rettich hat wenn sie roh gegessen werden – der Geschmack ist wohl etwas, besser wenn sie gegart sind.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). 2. korrigierte und erweiterte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2007, ISBN 978-3-8001-4990-2.
  • Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 2: Spezieller Teil (Spermatophyta, Unterklasse Dilleniidae): Hypericaceae bis Primulaceae. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 1990, ISBN 3-8001-3312-1.
  • Dietmar Aichele, Heinz-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas. 2. Auflage. Band 3: Nachtkerzengewächse bis Rötegewächse. Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.
  • Siegmund Seybold: Die Flora von Deutschland und der angrenzenden Länder. Ein Buch zum Bestimmen aller wild wachsenden und häufig kultivierten Gefäßpflanzen. Begründet von Otto Schmeil, Jost Fitschen. 95. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01498-2.
  • Fieder-Zahnwurz. FloraWeb.de

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Eintrag bei Plants for A Future.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. Seite 462. ISBN 3-8001-3131-5
  3. Eintrag bei Online Atlas of the British and Irish flora.
  4. Cardamine heptaphylla (Vill.) O. E. Schulz In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am 14. März 2021.
  5. Otto Eugen Schulz: Monographie der Gattung Cardamine. In: Botanische Jahrbücher für Systematik, Pflanzengeschichte und Pflanzengeographie. Band 32, Nr. 2–4, S. 280–623, hier: S. 371, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fpage%2F185180~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D.
  6. Eintrag bei Tropicos.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Fieder-Zahnwurz (Cardamine heptaphylla) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien