Cardano (Kryptowährung)

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Cardano
Logo
Symbol ADA
Erscheinungsjahr 2015
Gründer Charles Hoskinson
Entwickler Charles Hoskinson
Mining nein
Website www.cardano.org

Cardano ist ein blockchainbasiertes Projekt im Bereich der Kryptowährungen, das von Ethereum-Mitbegründer Charles Hoskinson ins Leben gerufen wurde. Die Zielsetzung ist, bekannte Schwierigkeiten bisheriger Blockchainprojekte wissenschaftlich zu erforschen und Lösungen anzubieten. Das 2015 gestartete Projekt möchte eine dezentralisierte Plattform für komplexe, programmierbare Transfers von Werten und Smart Contracts unter den Gesichtspunkten der Skalierbarkeit und Sicherheit erschaffen. Die Grundprinzipien dabei sind wissenschaftliches Vorgehen, Transparenz, Umsetzung mit einer modularen und funktionalen Sprache, Offenheit gegenüber offiziellen Institutionen und Regulatoren sowie Quelloffenheit.[1]

Cardano verwendet die interne Kryptowährung ADA als Zahlungsmittel für Transaktionen. ADA ist Proof-of-Stake-basierend und kann an Krypto-Exchanges gehandelt werden.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus Sicht der Gründer des Projektes stoßen alle bisherigen blockchainbasierten Kryptowährungen unweigerlich auf eine Reihe schwerwiegender Probleme, welche die praktische Nutzbarkeit, Sicherheit, Skalierbarkeit sowie die soziale und ökonomische Integration von Kryptowährungen betreffen. Diese Probleme ergeben sich aus den in den technischen Strukturen etablierter Kryptowährungen inneliegenden Schwächen:

So hat sich die Welt der Kryptowährungen von einer 1. Generation, in der statische Zahlungen ohne Verträge durchgeführt wurden, über eine 2. Generation, in der dynamische Verträge möglich waren (programmierbare Smart Contracts), bis zu einer gerade im Entstehen sich befindenden 3. Generation entwickelt (weltweite Skalierung und legitimierende Regulierung).[2]

Die 3. Generation an Kryptowährungen würde demnach beliebige Skalierbarkeit für massenhafte Nutzung, Interoperabilität und Nachhaltigkeit einführen, indem aus den Fehlern der vorhergehenden Generationen gelernt würde und indem neue Technologien implementiert werden würden.

Cardano basiert dabei aus technischer Sicht auf mehreren Layern, die jeweils relevante Dienste und Funktionen anbieten sollen.[3]

Skalierbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für eine beliebige Skalierbarkeit an eine massenhafte Nutzung möchte Cardano die drei wichtigsten Probleme in diesem Bereich lösen. Dies ist zum einen die Anzahl der Transaktionen pro Sekunde (TPS), zum anderen die nötige Bandbreite des Netzwerkes und schließlich die anfallende Datenmenge zur Speicherung der erfolgten Transaktionsinformationen. Zur Lösung dieser Probleme arbeitet Cardano an einem neuen, sicheren Proof-of-Stake-Protokoll mit dem Namen Ouroboros.[4] Ouroboros soll dabei unter anderem in Zukunft parallel laufende partitionierte Blockchains zulassen und eine quantensichere Verschlüsselung implementieren. Dabei soll die Bildung eines Blocks in der Blockchain einen Bruchteil der Kosten verursachen, die bei bisherigen Blockchainimplementierungen aufkommen.[5]

Interoperabilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Cardano-Team sieht in der fehlenden Interaktion zwischen den einzelnen Kryptowährungen an sich sowie der fehlenden Interaktion der äußeren Finanzwelt mit den Kryptowährungen ein großes Problem. Bisher stand an der Schnittstelle zwischen der Finanzwelt und der Welt der Kryptowährungen in aller Regel lediglich eine Reihe von Exchange-Plattformen zur Verfügung, die Kryptowährungen in Fiatgeld und umgekehrt tauschen können. Insofern war es bisher sehr problematisch, im Rahmen regulärer Geschäftshandlungen direkt zwischen der Welt der Kryptowährungen und der regulären Finanzwelt hin und her zu wechseln und dabei die Legitimität der getätigten Geschäfte innerhalb der Welt der Kryptowährungen gegenüber Finanzinstitutionen und der öffentlichen Hand nachzuweisen.

Cardano arbeitet deshalb an einer Plattform, welche die Interaktion von Protokollen unterschiedlichster Art aus der Welt der Kryptowährungen untereinander und von Protokollen der äußeren Finanzwelt interagieren lassen möchte. Dafür wird in Zukunft die Speicherung verschlüsselter Metadaten zu jeder Transaktion angestrebt, welche die Quelle und weitere Stammdaten eines Geldstromes ablegen und gegenüber vertraulichen Stellen zum Nachweis offengelegt werden können. Dabei möchte Cardano einen Mittelweg gehen zwischen der Offenheit gegenüber der öffentlichen Hand und dem Schutz der Privatsphäre der Teilnehmer im Netzwerk und der Dezentralisierung.[6]

Zudem sollen innerhalb der Cardano-Sidechains auch die Tokens anderer Kryptowährungen genutzt werden können.[7]

Nachhaltigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cardano möchte über einen demokratischen Entscheidungsprozess aller Token-Holder die Richtung der Projektentwicklung in Zukunft steuern und über eine sogenannte Schatzkammer, ähnlich dem Vorbild im Dash-Projekt, finanzieren.[8]

Projekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Entwicklung des Projekts sind drei Instanzen beteiligt:[9]

  • Die Cardano Foundation (gemeinnützige Stiftung registriert 2016 in Zug, Schweiz), mit den Aufgaben der Schaffung und Erforschung von Standards und Regulatorien für Kryptowährungen, der offiziellen Vertretung nach außen sowie dem Aufbau und der Pflege der Community[10]
  • Emurgo (ein japanisches Unternehmen), das den kommerziellen und investorenbasierten Anteil des Projektes steuert[11]
  • IOHK – ein Technologieunternehmen, das die technische Umsetzung des Projektes abdeckt[12]

Kooperationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2020 kündigte Wolfram Alpha an, mit Cardano zu kooperieren.[13] Im April 2021 wurde eine Kooperation mit der äthiopischen Regierung angekündigt, um 5 Millionen Schüler und Studenten sowie 750.000 Lehrkräfte über das Cardano-Netzwerk mit einer digitalen Identität zu versorgen.[14]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Protokoll der Cardano Foundation. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 26. Oktober 2017; abgerufen am 16. Dezember 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cardanofoundation.org
  2. Cardano(ADA)-3rd generation of Cryptocurrency. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  3. Cardano documentation. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  4. Whitepaper Ouroboros. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  5. An adaptively-secure, semi-synchronous proof-of-stake blockchain. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  6. Interoperability. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  7. Aggelos Kiayias, Andrew Miller and Dionysis Zindros: Non-Interactive Proofs of Proof-of-Work. University of Edinburgh, IOHK, 4. Dezember 2017, abgerufen am 12. März 2018 (englisch).
  8. Nachhaltigkeit. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  9. Cardanoteam. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  10. Cardano Foundation. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 22. Dezember 2017; abgerufen am 16. Dezember 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/cardanofoundation.org
  11. Emurgo. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 22. Dezember 2017; abgerufen am 16. Dezember 2017.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/emurgo.io
  12. IOHK. Abgerufen am 16. Dezember 2017.
  13. https://cointelegraph.com/news/wolfram-alpha-teams-up-with-cardano-to-build-avant-garde-oracles
  14. https://futurezone.at/netzpolitik/cardano-gewinnt-57-millionen-neue-krypto-user-in-afrika/401364614