Ringdisteln

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Ringdisteln
Carduus cephalanthus von Korsika

Carduus cephalanthus von Korsika

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Carduoideae
Tribus: Cynareae
Gattung: Ringdisteln
Wissenschaftlicher Name
Carduus
L.

Die Ringdisteln (Carduus) sind eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 90 Arten sind in Eurasien und Afrika verbreitet.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration der Alpen-Ringdistel (Carduus defloratus)
Pappusunterseite (hier bei Carduus acanthoides): die Pappushaare sind zu einem Ring verwachsen, daher der deutschsprachige Trivialnamen der Gattung Ringdistel

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ringdistel-Arten sind meist ein- bis zweijährige, selten ausdauernde krautige Pflanzen, die Wuchshöhen von 30 bis 200. selten bis 400 Zentimetern erreichen. Sie sind gewehrt und mehr oder weniger wollig behaart, nur selten unbehaart. Die aufrechten Stängel sind einfach oder verzweigt und oft stachelig-geflügelt.

Die grundständigen und am Stängel wechselständig verteilt angeordneten Laubblätter sind gestielt oder ungestielt. Die kahlen oder behaarten Blattspreiten sind ungeteilte bis fiederspaltig oder ein- bis zweifach gelappt und am Rand dornig gezähnt.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütendiagramm für Carduus

Die körbchenförmigen Blütenstände stehen einzeln oder zwei bis zwanzig zusammen auf stachlig geflügelten, beblätterten oder kahlen Blütenstandsschäften. Die vielen in sieben bis über zehn Reihen zylindrisch bis kugelig aufsteigend bis ausgebreitet oder zurückgebogen angeordneten Hüllblätter sind linealisch bis breit-eiförmig mit glattem Rand weisen stachelige Spitzen auf. Der Körbchenboden (Receptaculum) ist flach. Es sind abgeflachte, borstige Spreublätter vorhanden. Jeder Blütenstand enthält einige bis viele Röhrenblüten.

Die Röhrenblüten sind zwittrig. Die fünf weißen über rosafarbenen bis violetten Kronblätter sind zu einer mehr oder weniger stark zygomorphen langen, schmalen Kronröhre verwachsen, die sich abrupt glockenförmig öffnet und in linealen Kronzipfeln endet. Der Griffel ist bis weit nach oben verwachsen und so sind die freien Griffeläste nur sehr kurz.

Die eiförmigen, etwa abgeflachten Achänen sind glatt. Im Gegensatz zu den ansonsten ähnlichen Kratzdisteln sind die Pappushaare nicht gefiedert, d. h. nicht wiederum mit kleinen Härchen besetzt.

Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 8, 9, 10, 11, 13.[1]

Weg-Distel (Carduus acanthoides)
Habitus einer blühenden Carduus carpetanus
Krause Distel (Carduus crispus)
Nickende Distel (Carduus nutans)
Kletten-Distel (Carduus personata)
Blütenstand von Carduus platypus subsp. granatensis mit zurückgebogenen Hüllblättern

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Carduus wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, 2, S. 820–826 mit der Typusart Carduus nutans L. aufgestellt. Der Gattungsname Carduus stammt von lateinisch carduus für Distel[2]. Synonyme für Carduus L. sind: Wettsteinia Petr., Clavena DC., Clomium Adans., Ascalea Hill und Onopyxus Bubani nom. illeg.

Etwa 929 wissenschaftliche Beschreibungen existieren. Akzeptiert werden etwa 90 Arten. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in der Alten Welt in Eurasien und Afrika. Davon kommen etwa fünf Arten als invasive Neophyten beispielsweise auch in Nordamerika vor.[1]

Hier eine Liste der in Europa und im Mittelmeerraum vorkommenden fast 60 Arten:[3]

Carduus bourgeanus aggr.:

Symbolik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Distel allgemein gilt in der Symbolsprache der Blumen als Sinnbild der Wehrhaftigkeit.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c David J. Keil: Carduus, Seite 91 - textgleich online wie gedrucktes Werk in Cynareae, In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York und Oxford, 2006, ISBN 0-19-530563-9.
  2. dict.cc: carduus. Abgerufen 23. Juli 2014.
  3. Carduus bei Euro+MedPlantBase von Werner Greuter.
  4. a b c Carduus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 13. Juni 2016.

Ergänzende Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ringdisteln (Carduus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien