Cargo Sous Terrain

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Cargo sous terrain
Basisinformationen
Webpräsenz http://www.cargosousterrain.ch/
Rechtsform Aktiengesellschaft
Sitz Basel
Vorstand Peter Sutterlüti, VR - Präsident

Stephanie Stettler, VR - Vizepräsidentin

Länge Liniennetz
Eisenbahnlinien 66,7 km (geplant, erste Etappe von Härkingen/Niederbipp nach Zürich)dep1

Cargo Sous Terrain (CST, französisch für «Fracht unter der Erde») ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Basel. Sie hat zum Ziel, ein unterirdisches Tunnelsystem in der Schweiz zu bauen. Ziel des Projektes ist es, möglichst viel Güterverkehr unter die Erde zu bringen. CST versteht sich als Gesamtlogistiksystem, das Warentransporte von der Quelle bis zur Senke ermöglicht. Es soll Paletten und andere Behältnisse aufnehmen können und sich sowohl für die Versorgung mit Frischwaren und Gütern, wie auch für die Entsorgung von Abfällen und das Recycling eignen. In den Städten möchte Cargo sous terrain mit der City-Logistik Lösungen anbieten um die Versorgung von Innenstädten mit Gütern dank modernen Transportmitteln mit weniger Emissionen zu gewährleisten. Dies kann durch Cargo sous terrain erreicht werden, da die unterschiedlichen Arten von Gütern an den Hubs gesammelt werden und die Routen in die Innenstädte effizienter geplant und geführt werden können. Für den Betrieb von Cargo sous terrain ist zudem der Einsatz von erneuerbaren Energien vorgesehen.


Das Gesamtlogistiksystem von CST umfasst drei Komponenten::

  • ein Tunnelsystem zwischen städtischen Ballungsgebieten und Logistikzentren
  • eine effiziente städtische Feinverteilung (City-Logistik)
  • eine nahtlos integrierte IT-Lösung für einen vollautomatisierten Betrieb

Die gesamte Finanzierung soll durch die Privatwirtschaft erfolgen.[1] Die Planung und Entwicklung des Systems geschieht in enger Abstimmung mit den künftigen Nutzern. Massgebliche Branchenvertreter sind an der Aktiengesellschaft beteiligt und arbeiten aktiv am Lösungskonzept mit. Zu den Hauptaktionären der AG gehören die Post, Swisscom und SBB Cargo, die Detailhändler Coop und Migros sowie der Berner Energiekonzern BKW und der Versicherer Mobiliar. zudem sind unter anderem Hyperloop One und SAP im Verwaltungsrat vertreten.

Der Schweizer Bundesrat hat im November 2016 signalisiert, dass er gewillt ist, unter bestimmten Voraussetzungen die gesetzlichen Grundlagen für den Bau zu schaffen.[2]

Von September 2013 bis im März 2017 war Cargo sous terrain als Förderverein organisiert. Im März 2017 wurde der Förderverein in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.[3]Vorlage:Zukunft/In 5 Jahren

Projektkonzept[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geplantes Gesamtnetz von CST

Tunnel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Güter sollen unterirdisch in 20 bis 40 m Tiefe[4] transportiert werden. Der Tunnel soll etwa einen Durchmesser von etwa 6 m besitzen. Er wird 3-spurig ausgeführt, mit einer Fahrspur je Fahrtrichtung und einer zentralen Servicespur für Unterhalt, Ausweichen bei blockierten Fahrzeugen und Pufferung / Zwischenlagerung von Gütern und Fahrzeugen. Im Tunnel werden die grossen Güter in Fahrzeugen mit 30 km/h verkehren. Diese Fahrzeuge besitzen Räder und werden über einen elektrischen Antrieb mit Induktionsschiene verfügen. Ausserdem ist an der Decke eine dreispurige Hängebahn vorgesehen, mit welcher kleinere Güter mit 60 km/h befördert werden können. Die gesamte Beförderung soll vollständig unbemannt erfolgen.[5]

Hubs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die sogenannten Hubs sind vorgesehen, um Güter per Lift in das System einzuspeisen oder dem System zu entnehmen. Dies soll kontinuierlich ablaufen können, sodass der Betrieb in den Tunnel nicht unterbrochen oder gestört wird.[6]

Die Güter werden von CST direkt bei den Nutzern abgeholt beziehungsweise zu den Nutzern geliefert. Dadurch sollen verschiedene An-/Ablieferungen direkt verbunden werden können. Für die Lieferungen zu den Hubs sollen umweltschonende und später auch unbemannte Fahrzeuge verwendet werden. Es ist möglich, dass die Nutzer ihre Güter direkt bei den Hubs abliefern.

City-Logistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Auslieferung am Bestimmungsort errichtet Cargo sous terrain ein City-Logistik-System mit umweltschonenden Fahrzeugen, welche es ermöglichen sollen, die Emissionen in den Ballungsräumen markant zu reduzieren. Die Fahrten für die Güterauslieferung in den Städten könnten dabei um 30 % vermindert werden. Das System soll koordinierte Zustell- und Abholtouren ermöglichen, da Waren bereits gebündelt zu den City-Hubs am Stadtrand transportiert und schon im Tunnel in die Reihenfolge der Auslieferung gebracht werden können.[7]

Erste Etappe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Tunnel soll bis zum Jahr 2030 Härkingen-Niederbipp und Zürich verbinden. Für den 66,7 km langen Streckenabschnitt sind zehn Haupthubs sowie mehrere Direktanschlüsse vorgesehen. Die erste Etappe soll etwa 3,55 Mrd. Franken kosten. Davon fliessen 71 % in den Bau des Tunnels.[8]

Weitere Streckenabschnitte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Streckenabschnitte sollen sukzessive gebaut werden und am Ende von Genf bis nach St. Gallen führen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schweizerische Bundesrat zeigte sich im November 2016 offen, die für den Bau notwendige gesetzliche Grundlage zu schaffen. Allerdings stellte er dazu die folgenden Bedingungen: Der Förderverein muss in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. CST erfüllte diese Anforderung und gründete am 24. März 2017 eine Aktiengesellschaft. Eine weitere Bedingung des Bundes ist, dass für die erste Projektphase 100 Millionen Franken von privaten Investoren zugesichert sein müssen; davon mindestens die Hälfte aus dem Inland. Die künftigen Betreiber müssen verbindliche Verpflichtungen abgeben. Zudem müssen die von der ersten Teilstrecke betroffen Kantone Zürich, Aargau und Solothurn einverstanden sein. Ausserdem muss für künftige Kunden der Zugang diskriminierungsfrei gewährleistet werden. [9]

Kantone[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Regierungen der beiden direkt betroffenen Kantone Aargau und Solothurn zeigen sich dem Projekt gegenüber skeptisch, da sie vom Nutzen des unterirdischen Gütertunnels noch nicht restlos überzeugt sind. Ausserdem ist die Funktionsweise der Hubs noch unklar.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Medienbericht in der SRF - Tagesschau vom 26. Januar 2016, aufgerufen am 13. Februar 2016
  2. Jan Flückiger: Unterirdischer Gütertransport: «Cargo sous terrain» nimmt erste Hürde in Neue Zürcher Zeitung vom 24. November 2016
  3. Cargo sous terrain erreicht Meilenstein mit Gründung der Aktiengesellschaft. Cargo sous terrain AG, 24.3.2017, abgerufen am 19.6.2017 (deutsch).
  4. Medienbericht im SRF - 10vor10 vom 26. Januar 2016, aufgerufen am 13. Februar 2016
  5. Technik des CST, aufgerufen am 13. Februar 2016
  6. Hubs des CST, aufgerufen am 13. Februar 2016
  7. City-Logistik. Cargo sous terrain AG, abgerufen am 19.6.2017 (deutsch).
  8. Limmattaler Zeitung, aufgerufen am 13. Februar 2016
  9. Bundesrat legt weiteres Vorgehen für Projekt "Cargo sous terrain" fest Medienmitteilung des Bundesrates vom 15. September 2016
  10. U-Bahn für Güter - Zu viele offene Fragen: Kanton Aargau skeptisch gegenüber «Cargo Sous Terrain» In: Aargauer Zeitung vom 25. November 2016