Caritas Österreich

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Caritas Österreich
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Gründung 1903
Sitz Wien, Österreich
Personen Michael Landau (Präsident)
Aktionsraum weltweit
Schwerpunkt Soziale Arbeit, Humanitäre Hilfe, Sozialpolitik
Budget 805.822.000 EUR (Umsatz 2015)[1]
Freiwillige etwa 40.000[2]
Angestellte 13.882 (2015)[2]
Website www.caritas.at

Caritas Österreich ist eine soziale Hilfsorganisation der römisch-katholischen Kirche und Teil Caritas Internationalis, die im Jahre 1903 gegründet wurde. In Österreich gibt es neun Diözesen. Jeder Diözese ist eine Caritas-Institution unterstellt, die ausschließlich dem Diözesanbischof untersteht und nicht der Caritas Österreich.

Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2015 gab es 13.882 hauptberufliche Mitarbeiter rund 40.000 ehrenamtliche Mitarbeiter in Pfarren und Einrichtungen der Caritas.[2] Sie arbeiten unter anderem in 36 Sozialberatungsstellen, 30 Obdachloseneinrichtungen, davon neun Mutter-Kind-Häuser, in 82 Flüchtlingsheimen und 31 Beratungsstellen für Migranten. Die Caritas betreibt weiters 48 Senioren- und Pflegehäuser (für zirka 4.700 alte Menschen). 3.532 Mitarbeiter betreuen rund 6.300 Personen (im Teil- und Vollzeitwohnen auch sozialpsychiatrisch, bei Arbeitsprojekten und Ähnlichem).[2]

Aufgrund des kirchlichen Selbstbestimmungsrechts können kirchliche Organisationen eigene Vorgaben für die Personenauswahl festlegen und haben die Möglichkeit ihren Mitarbeitern Loyalitätsobliegenheiten aufzuerlegen. Die Loyalitätsobliegenheiten haben wesentlichen Stellenwert im Arbeitsvertrag und können in die Privatsphäre der Mitarbeiter reichen.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Möbeltransporter der Caritas in Wien

Die österreichische Caritas besteht aus den neun eigenständigen Organisationen mit eigener Finanzverantwortung in den österreichischen Diözesen. Zur zentralen Koordination gehören derzeit Michael Landau als Präsident sowie die beiden Generalsekretäre Christoph Petrik-Schweifer (Generalsekretär für internationale Programme) und Bernd Wachter. Jede einzelne Caritas-Institution ist ein eigener Rechtskörper und als Trägerorganisation für soziale Dienstleistungen tätig. Die meisten von ihnen sind als Verein nach kirchlichem Recht eingetragen.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anfänge der Caritasbewegung in Österreich lassen sich zurückverfolgen bis zu den ersten Caritaskongressen kurz nach der Jahrhundertwende. Der organisatorische Aufbau orientierte sich dann am deutschen Vorbild. Bereits kurz nach dem Ersten Weltkrieg waren neun Landesverbände aufgebaut. Die ersten Tätigkeitsschwerpunkte lagen, der Notlage entsprechend, bei Ausspeisungen und Kindererholungsaktionen am Land. Auch die Caritas-Sterbevorsorge kümmerte sich um ein christliches Begräbnis für Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten.

Später kamen – analog zur BRD – Tätigkeitsfelder wie Pflegedienste, Betreuung und Familienhilfe hinzu, Obdachlosen-, Behinderten- und Flüchtlingshilfe (zum Beispiel Ungarn 1956), Sozialberatung, die Caritas-Läden, Mutter-Kind-Häuser und schließlich die Hospizarbeit und Beschäftigungsprojekte.

2015 unterstützte die österreichische Caritas in ihren 36 Sozialberatungsstellen über 72.000 Menschen mit Rat und auch finanziell und zahlte rund vier Mio. Euro an Soforthilfe aus. Familienhelferinnen kümmern sich um Kinder und Haushalt, wenn die Eltern das nicht mehr können.[2]

Im Ausland dominiert die Katastrophenhilfe und die Entwicklungszusammenarbeit.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Caritas vom Spendenunternehmen zu einem Dienstleistungsunternehmen im Nahbereich der öffentlichen Hand gewandelt. Mittlerweile (2016) werden nur mehr ca. 8 % der Ausgaben durch Spenden (inkl. Kirchenbeiträgen) bestritten, im Jahr davor waren es noch ca. 10 %. Der überwiegende Teil (63 %) entfällt auf Entgelte für Dienstleistungen aus öffentlichen Mitteln, der Rest größtenteils auf private Entgelte und (staatliche) Subventionen.[3]

Aufgrund der starken Abhängigkeit von (staatlichen) Leistungsentgelten wird teilweise auch die Selbstdefinition als Hilfsorganisation angezweifelt und die Caritas als „ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 900 Millionen Euro“ bezeichnet.[4] Diese Kritik wird vom Caritas-Präsidenten Landau unter Verweis auf das Interesse der Allgemeinheit an der Arbeit der Caritas zurückgewiesen.

Von 2015 auf 2016 gingen die Spenden stark zurück - um −14 % von insgesamt EUR 72,3 Mio. auf EUR 62,2 Mio.[5] Die Caritas fällt damit erstmals bei der Spendensammlung in Österreich auf den zweiten Platz zurück. Nach Aussage des Generalsekretärs Schwertner wird auch für 2017 ein weiterer Spendenrückgang an die Caritas erwartet.[6]

Die Umsätze der Caritas sind von der Umsatzsteuer befreit.[7]

Präsidenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Caritas-Präsidenten nach dem Zweiten Weltkrieg:[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Caritas Österreich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Caritas-Wirkungsbericht 2015, S. 19. Abgerufen am 24. März 2017 (PDF).
  2. a b c d e Caritas Österreich: Zahlen und Fakten zur Arbeit der Caritas. Abgerufen am 16. September 2015.
  3. Caritas & Du Wirkungsbericht 2016. S. 18 (caritas.at [PDF]).
  4. Rosemarie Schwaiger: Interview mit dem Caritas-Präsidenten Michael Landau. In: profil. Nr. 14. Wien 30. März 2018, S. 26.
  5. Fundraising Verband Austria (Hrsg.): Spendenbericht 2017. S. 21 (fundraising.at).
  6. Caritas startet Gruft Winterpaket, bittet um Spenden und erinnert an Mietrechtsreform. In: OTS.at. 4. Dezember 2017 (ots.at [abgerufen am 27. Dezember 2017]).
  7. nach §6 Abs. 1 Zi 25 UStG
  8. "Caritas Präsidenten" (Memento des Originals vom 19. Juli 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.caritas.at online bei caritas.at; abgerufen am 13. September 2010.

Koordinaten: 48° 13′ 13,7″ N, 16° 18′ 57,7″ O