Carl Arnold Kortum

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Selbstbildnis 1782
Szene aus der „Jobsiade“ auf dem Bochumer Husemannplatz
Büste in der Bochumer U-Bahn
Das Grab von Carl Arnold Kortum im Bochumer Kortumpark
Der Jobs-Brunnen in Mülheim an der Ruhr

Carl Arnold Kortum (* 5. Juli 1745 in Mülheim an der Ruhr; † 15. August 1824 in Bochum) war ein deutscher praktischer Arzt und Bergarzt, Schriftsteller, Königlicher Hofrat und Heimatforscher.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Arnold Kortum kam als Sohn des Apothekers Christian Friedrich und dessen Ehefrau Helene Maria, geborene Severin, in der Herrschaft Broich auf die Welt. Er besuchte von 1760 bis 1763 das Gymnasium in Dortmund und studierte anschließend bis 1766 Medizin an der Universität zu Duisburg, wo er im selben Jahr promoviert wurde. Um auch in Preußen praktizieren zu können legte er noch eine kurze Zusatzausbildung in Berlin nach, das er am 19. Dezember 1767 abschloss. Nach dem Studium ließ er sich zunächst als Arzt in Mülheim nieder, wo er am 7. Juni 1768 Helene Margarethe Ehinger heiratete. Erst 1770 siedelte er nach Bochum über, wo er eine gutgehende Praxis führte. Er interessierte sich in seiner Freizeit auch für Geschichte und Geographie. In Bochum wurde Kortum von 1792 bis 1807 als erster Bergarzt nördlich der Ruhr tätig.

Dichterischen Ruhm erlangte Kortum durch seine zeitgenössische Satire Leben, Meynungen und Thaten von Hieronymus Jobs dem Kandidaten, und wie er sich weiland viel Ruhm erwarb auch endlich als Nachtwächter zu Sulzburg starb – kurz Jobsiade genannt. Die Erstausgabe des Werkes erschien im Jahr 1784. Wilhelm Busch wurde hierdurch zu seiner Bildergeschichte Bilder zur Jobsiade angeregt.

1790 verfasste Kortum die erste Stadtgeschichte Bochums. Dazu schenkte er dem Magistrat einen eigenhändig gezeichneten farbigen Stadtplan.

Der Arzt und medizinische Fachschriftsteller Theodor Kortum (1765–1847) war sein Vetter, der Mediziner, Naturforscher und Naturaliensammler Wilhelm Ludwig Döring (1802–1877) war sein Enkel und der Apotheker Theodor Löbbecke (1821–1901) war sein Urenkel.

Ehrungen und Erinnerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem Geburtsort Mülheim ziert eine Bronzestatue des Jobs den Kortum-Brunnen an der Althofstraße neben der Petrikirche. Weiterhin gibt es dort eine Gaststätte Kortum-Stube sowie eine Kortumstraße.

In Bochum, dem Hauptort seines Wirkens, ist die Prüfungsszene des Kandidaten Jobs auch Thema des Figurenensembles Jobsiade-Brunnen auf dem Husemannplatz ... „Ob der Antworten des Kandidaten Jobses geschah allgemeines Schütteln des Kopfes“. Eine Büste Kortums findet sich ebenfalls in der U-Bahn-Station in der Verteilerebene beim City-Point. Ein Teil der Kortumstraße wurde schon in den 1880er nach diesem benannt. Das Kaufhaus der Gebrüder Alsberg wurde nach der Arisierung in Kaufhaus Kortum umbenannt. Der ehemalige Friedhof der Stadt an der Wittener Straße trägt seit den 1960er Jahren den Namen Kortumpark. Dort findet man die Grabanlage von ihm und seiner Familie sowie die Gräber von Nachkommen.
Das ehemalige Wohnhaus von Dr. Kortum bestand mit einer Gedenktafel bis um 1901. In der Nähe des Standortes gibt es eine Erinnerungstafel an das Haus und Kortum am Schuhhaus Lötte. Es gab auch etliche Gaststätten die Namensformen von Kortum oder der Jobsiade trugen.
Die Kortum-Gesellschaft Bochum ist aufgrund seines Wirkens als erster Chronist Bochum nach ihm benannt.

In Bezug auf die von Wilhelm Busch illustrierte Ausgabe der Jobsiade wurde die 1852 benannte Buschstraße, dann 1930 Wilhelm-Busch-Straße umgewandelte Straße in der Südstadt von Hannover, 1936 in Kortumstraße umbenannt.[1]

Weitere Kortumstraßen gibt es in den Ruhrgebiets-Städten Bochum, Duisburg (Kortums Studienort) und Essen, jeweils in den Innenstädten.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leben, Meynungen und Thaten / Von Hieronimus Jobs, dem Candidaten, / Und wie Er sich weiland viel Ruhm erwarb, / Auch endlich als Nachtswächter in Sulzburg starb. Perrenon, Münster und Hamm 1784 (Erstausgabe des ersten Teils der „Jobsiade“).
  • Die Jobsiade. Ein grotesk-komisches Heldengedicht in 3 Theilen. Mallinckrodt, Dortmund 1799 (Erstausgabe der vollständigen „Jobsiade“).
  • Bienenkalender, oder wie sich ein Bienenwirth bey der Wartung der Bienen, nach jedem Monath zu verhalten habe. Röder, Wesel 1776.
  • Grundsätze der Bienenzucht, besonders für die Westphälische Gegenden. Röder und Heinsius, Wesel/Leipzig 1776.
  • Der Märtyrer der Mode. Eine Geschichte satyrischen Inhalts. Röder, Wesel 1778.
  • Nachricht vom ehemaligen und jetzigen Zustande der Stadt Bochum. In: Neues Westphälisches Magazin zur Geographie, Historie und Statistik. 1790, S. 49–80.
  • Vom Urin als einen Zeichen in Krankheiten und von den Kunstgriffen der Harnärzte, wenn sie daraus die Krankheit sagen [...]. Duisburg 1793.
  • Gesundheitsbüchlein für Bergleute. Blothe, Dortmund 1798.
  • Skizze einer Zeit- und Litterargeschichte der Arzneikunst von ihrem Ursprunge an bis zum Anfange des neunzehnten Jahrhunderts. Für Ärzte und Nichtärzte. Hesselmann, Unna 1809.
  • Lesebuch Carl Arnold Kortum (= Nylands kleine westfälische Bibliothek. Bd. 40). Zusammengestellt und mit Nachwort von Hans H. Hanke. Aisthesis, Bielefeld 2013.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtarchiv Mülheim an der Ruhr, Bestand 882 (Kortumsammlung)
  • Stadtarchiv Bochum, größter Teil des Nachlasses C. A. Kortum (Kortumsammlung)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wikisource: Carl Arnold Kortum – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Helmut Zimmermann: Kortumstraße, in ders.: Die Strassennamen der Landeshauptstadt Hannover, Verlag Hahnsche Buchhandlung, Hannover 1992, ISBN 3-7752-6120-6, S. 148