Carl August Dohrn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Carl August Dohrn

Carl August Dohrn (* 27. Juni 1806 in Stettin; † 10. Mai 1892 ebenda) war ein deutscher Entomologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dohrn war der Sohn des Kaufmanns und Mitbegründers der Pommerschen Provinz Zuckersiederei Heinrich Dohrn und dessen Ehefrau Johanna Hüttern. 1821 begann Dohrn mit 15 Jahren an der Friedrich-Wilhelms-Universität zu Berlin Rechtswissenschaft zu studieren. Er brach dieses Studium ab und absolvierte bei Geschäftsfreunden seines Vaters eine kaufmännische Ausbildung. Nach erfolgreicher Beendigung der Lehre unternahm er 1831 eine beinahe sechsjährige Reise, welche ihn durch Europa, Nordafrika und Südamerika führte. Unterbrochen wurde diese durch längere Praktika bei Zuckerproduzenten in Algerien und Brasilien. 1837 kehrte Dohrn nach Deutschland zurück und ließ sich in seiner Heimatstadt nieder. Noch im selben Jahr heiratete er in Berlin Adelheid Dietrich, mit der er eine Tochter und die drei Söhne Heinrich Dohrn, Wilhelm Dohrn (* 1839) und Anton Dohrn hatte.

Die ersten Jahre zu Hause beschäftigte sich Dohrn mit verschiedenen Übersetzungen und veröffentlichte in dieser Zeit seine Bearbeitungen spanischer Dramen (4 Bände) und eine Sammlung schwedischer Volkslieder (3 Bände) Daneben baute er seine Käfersammlung aus, deren Grundstock er auf seiner Weltreise gelegt hatte. 1837/38 gründete Dohrn in seiner Vaterstadt einen Entomologischen Verein; den ersten und für viele Jahre den einzigen dieser Art in Deutschland. Ab 1843 betraute man Dohrn mit der Leitung dieses Vereins. Als Präsident des Entomologischen Vereins fungierte Dohrn auch zwischen 1843 und 1887 als Herausgeber der Stettiner Entomologischen Zeitung. Ferner war er maßgeblich an der Veröffentlichung der zweiten Zeitschrift des Vereins, der von 1846 bis 1866 in 16 Bänden erscheinenden Linnaea entomologica, beteiligt.

Als 1852 sein Vater Heinrich starb, übernahm Dohrn die Leitung der Pommerschen Provinz Zuckersiederei. Dieses Amt hatte er bis 1872 inne. Auch die von seinem Vater regelmäßigen Hausmusikabende pflegte Dohrn weiter, zu denen immer wieder befreundete Musiker eingeladen wurden. Der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy war mehrere Male anwesend.

Dohrns private Büchersammlung wuchs mit den Jahren zu einer sehr bedeutenden entomologischen Fachbibliothek und auch seine Käfersammlung zählte mit 40.000 Arten zu einer der wichtigsten in Europa. Beide kamen noch zu Lebzeiten Dohrns als Schenkung an das Museum in Stettin, wo sie aber während des Zweiten Weltkriegs fast gänzlich zerstört wurden.

1859 bis 1861 vertrat Dohrn seine Vaterstadt Stettin im Preußischen Abgeordnetenhaus. Er legte 1872 fast alle seine Ämter nieder und zog sich ins Privatleben zurück. Er starb mit fast 86 Jahren.

Seine Tochter Anna (1831–1892) heiratete den Philologen Gustav Wendt (1827–1912). Deren Enkel war der Dirigent und Komponist Wilhelm Furtwängler.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]