Carl Büchsel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Carl Albert Ludwig Büchsel (* 2. Mai 1803 in Schönfeld in der Uckermark; † 14. August 1889 in Berlin) war ein lutherischer Geistlicher und Autor, der in Berlin und Brandenburg wirkte.

Hermann Ernecke:
Generalsuperintendent
Carl Büchsel
(um 1850)
Alter St.-Matthäus-Kirchhof: Grab Carl Büchsel

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl wurde als Sohn des Pfarrers Gotthilf Karl Friedrich Büchsel (* 16. September 1758 in Schönfeld; † 20. Februar 1828 ebenda) und dessen am 16. Juni 1793 in Schillersdorf geheirateten Frau Dorothea Luise Friederike Millies (* 1. März 1772 in Rügenwalde; † 8. Dezember 1812 in Schönfeld), als fünftes von acht Kindern des Ehepaares, in Schönfeld 1803 geboren. Er besuchte zur Schulausbildung das Gymnasium von Prenzlau, wo er am 13. April 1824 seine Hochschulreife erlangte. Im selben Jahr bezog er die Universität Berlin, wo er sich einem Studium der Mathematik und Theologie widmete. In Schönwerder bei Ellingen bestand er am 12. Oktober 1827 die theologische Prüfung als Predigtamtskandidat und wurde am 16. Februar 1829 im Berliner Dom durch Daniel Amadeus Neander ordiniert. Daraufhin bekleidete er in der Evangelischen Kirche in Preußen selbst das Amt als Pfarrer in seinem Heimatort bis 1841, wie schon sein Vater und Großvater vor ihm. Danach ging er nach Brüssow und wirkte dort als Superintendent, bis er 1846 als Pfarrer an die neu errichtete St. Matthäuskirche in Berlin berufen wurde. Auch hier wirkte er nebenamtlich als Superintendent des Kirchenkreises Kölln-Land. 1852 wurde er außerdem Konsistorialrat und ein Jahr später Generalsuperintendent des Bereichs Neumark und Niederlausitz. In dieser Funktion lehnte er das Duell zwischen Bismarck und Vinke anfangs entschieden ab. Ab 1858 übernahm er neben seinem Pfarramt auch die Leitung des St.-Elisabeth-Kranken- und Diakonissen-Mutterhauses in Berlin und der Goßnerschen Missionsgesellschaft.

1865 erschien der erste Band seines Werkes „Erinnerungen aus dem Leben eines Landgeistlichen“, von dem er bis zu seinem Tod vier weitere Bände schrieb, der fünfte und letzte wurde erst postum 1897 veröffentlicht. Daneben veröffentlichte Büchsel während seiner Amtszeit eine Reihe von Predigten und Sammlungen. 1884 legte er sein Amt als Pfarrer nieder, fünf Jahre später starb er im Alter von 86 Jahren in Berlin. Er wurde beerdigt auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof (Abt. C-001-020/021), der während seiner Amtszeit und unter seiner Leitung eingerichtet worden war.

Der Berliner Senat beschloss 1984, die letzte Ruhestätte von Carl Büchsel für zwanzig Jahre als Ehrengrab des Landes Berlin zu widmen. Nach Ablauf dieser Frist entschied der Senat im November 2005, die Widmung nicht zu verlängern.[1]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Büchsel verheiratete sich am 12. August 1829 in Schönfeld mit Henriette Coroline Ernestine Simonetti (* 22. Juni 1806 in Booßen bei Frankfurt/Oder; † 26. September 1888 in Berlin), die Tochter des Amtmanns und Erbpächters Johann Christian Ernst Simonetti (* 31. Mai 1772 in Booßen; † 2. September 1808 ebenda) und dessen am 12. Juni 1804 in Klauswalde bei Bottschow geheirateten Frau Henriette Wilhelmine Amalie Busch (* 1782 in Klauswalde; † 26. November 1819 in Schönfeld)[2]. Aus der Ehe stammen elf Kinder. Von diesen kennt man[3]:

  1. Sohn Gotthilf Ernst Karl Büchsel (* 22. Juni 1830 in Schönfeld; † 3. Februar 1902 in Erxleben bei Magdeburg), Pfarrer Erxleben, ⚭ 27. Mai 1857 in Berlin mit Henriette Orth (* 23. Dezember 1837 in Briest; † 1. Januar 1915 in Wernigerode), Tochter des Pfarrers Ernst Rudolf Orth und der Henriette Karololine Amalie von Kobilinski
  2. Sohn Johannes Ernst Marton Büchsel (* 10. November 1831 in Schönfeld; † 8. September 1847 in Berlin)
  3. Sohn Hermann Heinrich Julius Büchsel (* 31. Juli 1833 in Schönfeld; † 19. November 1918 in Eberswalde) Superintendent Eberswalde, ⚭ I. 1. November 1859 in Stralsund mit seiner Cousine Agnes Karoline Auguste Büschel (* 6. April 1839 in Stralsund; † 2. September 1869 in Berlin), ⚭ II. 4. Januar 1867 in Berlin mit Johanna Marie Luise Focke (* 15. Dezember 1842 in Berlin; Tochter des Königlich preußischen Justiz- und Kammerrats in Berlin Friedrich Focke und der Henriette Fähndrich)[4]
  4. Sohn Gustav Rudolf Otto Büchsel (* 25. Juni 1835 in Schönfeld; † 17. März 1841 ebenda)
  5. Tochter Marie Henriette Büchsel (* 24. April 1837 in Schönfeld; † 18. April 1840 ebenda)
  6. Tochter Anna Marie Luise Büchsel (* 28. September 1840 in Schönfeld; † 20. Oktober 1874 in Gnevsdorf bei Plau), ⚭ 31. Oktober 1866 in Berlin mit dem Pfarrer Ernst Traugott Julius Gerlach (* 27. Juli 1838 in Sommerfeld/Neumark; † 27. Februar 1909 Proseken bei Wismar)
  7. Sohn Gustav Karl Büchsel (* 19. Januar 1842 in Brüssow; † 29. Oktober 1849 in Berlin)
  8. Tochter Henriette Luise Anna Büchsel (* 26. Februar 1843 in Brüssow; † 18. April 1846 ebenda)
  9. Tochter Anna Büchsel (* 24. September 1846 in Berlin; † 20. Januar 1849 ebenda)
  10. Tochter Luise Helene Johanna Büchsel (* 27. Dezember 1847 in Berlin; † 10. April 1898 ebenda), ⚭ 25. September 1867 in Berlin mit dem Pfarrer in Rosenthal bei Soldin/Neumark, später in Stücken bei Belitz und Superintendent in Freienwalde Gustav Emanuel Wilke (* 8. August 1839 in Berlin; † 16. April 1901 in Freienwalde/Oder)
  11. Sohn Johannes Friedrich Wilhelm Büchsel (* 19. September 1849 in Berlin; † 21. Februar 1920 in Stettin), Generalsuperintendent von Pommern, ⚭ I. 21. November 1898 in Ahnsen bei Gifhorn mit Alma Meta Elisabeth Schwarzlose (* 3. November 1872 in Berlin; † 24. Oktober 1899 in Blüthen), Tochter des Gustav Schwarzlose und der Karoline Ostermann, ⚭ II. 7. November 1905 in Berlin-Wilmersdorf mit Marie Therese Elisabeth Carola Karbe (* 18. Juni 1881 in Bukowe bei Eberswalde) Tochter des Rittergutsbesitzers Adolf Karbe (* 14. April 1850 in Lichterfelde bei Eberswalde; † 14. Dezember 1884 in Bukow bei Eberswalde) und dessen Frau Marie Karbe (* 30. September 1856 in Blankenburg bei Angermünde)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1861: Erinnerungen aus dem Leben eines Landgeistlichen. – Berlin: Schlawitz, 1861. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
  • 1865 bis 1897: „Erinnerungen aus dem Leben eines Landgeistlichen“, 5 Bände
  • 1833: „Gedächtnispredigt auf den am 20. September 1832 in den Flammen umgekommenen Pastor zu Löknitz, Julius Theodor Moll“
  • 1837: „Weihnachts- und Neujahrsgabe für alle, die den Herrn lieb haben“. Prenzlau 1837
  • 1846: „Von der Gotteskraft des Evangeliums von Christo“. (Antrittspredigt an der St. Matthäuskirche)
  • 1850: „Am ersten das Reich Gottes“.
  • 1850: „Christus, der gute Hirt“.
  • 1849: „Die Innere Mission“.
  • 1849: „Die beiden Wege“.
  • 1848: „Die Wunder des Herrn“.
  • 1866: „Erinnerungen an den Markgrafen Johann von Küstrin“. Berlin 1866.
  • 1858: „Predigten, gehalten in der Matthäikirche“.
  • 1866: „Ordnung der Lieder für Betstunden während der Kriegszeit“.
  • 1870: „Ueber die kirchlichen Zustände in Berlin nach Beendigung der Befreiungskriege“.
  • 1871: „Predigt am Sonntag Rogate 1871 zur Feier des 25jährigen Kirchweihfestes der St. Matthäikirche über die Epistel des Tages.“
  • 1873: „Predigt über Psalm 23, gehalten zu Eröffnung der August-Konferenz“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorlage – zur Kenntnisnahme – Ehrengrabstätten des Landes Berlin. Abgeordnetenhaus von Berlin, Drucksache 15/4601 vom 27. Dezember 2005, S. 4–5. Abgerufen am 19. November 2019.
  2. Sie war die Witwe des Arztes in Küstrin N.N. Sponitzer, und heiratete in dritter Ehe am 18. Mai 1810 den Amtmann in Schönfeld Johann Samuel Nicolai, Sie war die Tochter des königlich preußischen geheimen Justizrates Johann Friedrich Busch (* 20. September 1738 in Salzwedel/Altmark; † 4. April 1807 in Klauswalde) und dessen Frau Johann Rosine Freyberg (* 1747; † 28. September 1804 in Klauswalde)
  3. vgl. Deutsches Geschlechterbuch. Bd. 104, S. 88
  4. vgl. Deutsches Geschlechterbuch Bd. 80, S. 48