Carl Fingerhuth

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Carl Fingerhuth (* 14. März 1936 in Zürich) ist ein Schweizer Architekt, Planer und Publizist. Er war von 1978 bis 1992 Basler Kantonbaumeister.

Pavillon "Wehrhafte Schweiz"

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Fingerhuth studierte an der ETH Zürich Architektur.[1] Nach dem Diplom 1960 ging er nach Ägypten, wo er am Schweizerischen Institut für Ägyptische Bauforschung und Altertumskunde in Kairo arbeitete. Danach war er zwei Jahre in Zürich angestellt, bevor er dort 1964 sein eigenes Büro für Raumplanung und Städtebau eröffnete. Bis zu seiner Wahl zum Kantonsbaumeister von Basel 1978 entwickelte er Projekte in der Schweiz, in Frankreich, Nigeria, Österreich und Spanien, unter anderem 1974–79 die Hauptstadtplanung des nigerianischen Bundesstaates Imo in Owerri.

Fingerhuth wurde in viele Wettbewerbsjurys geladen.[2] Nach seinem Engagement im politischen Amt nahm er 1992 seine Planungs- und Beratertätigkeit in städtebaulichen Projekten wieder auf und trat, neben seiner Gutachter- und Jurytätigkeit, auch vermehrt als Publizist auf, der die Entwicklung der Schweiz kritisch begleitet.[3]

Carl Fingerhut hat vier Kinder und fünf Enkelkinder.

Lehrtätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fingerhurth war Gastprofessor zwischen 1981 und 1986 an der Virginia State University. Ab 1988 war er für 6 Jahre Lehrbeauftragter an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. In den Jahren 1993 und 1994 war er an der Universität Strassburg, 1995 bis 2000 in Darmstadt (seither dort Honorarprofessor) und 2005 bis 2007 in Genua, daneben Lehraufträge an der ETH Zürich und in Genf.[4] Zwischen 2014 und 2016 hatte er einen Lehrauftrag an der Libera Universita della Santa Maria Assunta (LUMSA) in I-Rom.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Basel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Kantonsbaumeister zwischen 1978 und 1992 verstand sich Fingerhuth als Bauherr, dessen Aufgabe auch in der Kultur- und Nachwuchsförderung bestand, indem er offene Bauwettbewerbe ausschrieb bzw. auch bei privaten Bauherren propagierte. Auf diese Weise konnten viele junge Büros früh verantwortliche Projekte erringen.

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1964: Pavillon der Schweizer Armee an der Expo 64 zum Thema "Wehrhafte Schweiz", Lausanne
  • 1973–1978: Hauptstadt von Imo State, Nigeria

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vorträge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Stadt jenseits der Moderne, Aalener Rathaus[6]
  • Prof. Carl Fingerhuth - Vortrag, Architekturforum Konstanz[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lydia Buchmüller: Fingerhuth, Carl. In: Isabelle Rucki und Dorothee Huber (Hrsg.): Architektenlexikon der Schweiz – 19./20. Jahrhundert. Birkhäuser, Basel 1998, ISBN 3-7643-5261-2, S. 176.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. nextroom-architektur im netz: Carl Fingerhuth. Abgerufen am 10. September 2020.
  2. Roland Stimpel: „Ein Berg von Entwürfen“. Ein Insider erzählt. In: Deutsches Architektenblatt. (online).
  3. Buchvernissage: "Menschen wie Häuser, Häuser wie Städte, Städte wie die Welt" von Carl Fingerhuth | ArchitekturBasel. 4. September 2019, abgerufen am 10. September 2020 (Schweizer Hochdeutsch).
  4. Curriculum Vitae (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive) auf www.fingerhuth.com, abgerufen 4. Januar 2015
  5. Technische Universität Darmstadt: Honorarprofessuren. Abgerufen am 10. September 2020.
  6. Presse-und Informationsamt, Stadt Aalen: International renommierter Architekt und Stadtplaner Prof. Fingerhuth spricht in Aalen „Die Stadt jenseits der Moderne“ - Stadt Aalen. Abgerufen am 10. September 2020.
  7. 11|11|09 »Prof. carl fingerhuth - Vortrag«. Abgerufen am 10. September 2020 (deutsch).