Carl Friedrich Göschel

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Carl Friedrich Göschel (* 7. Oktober 1781 in Langensalza; † 22. September 1861 in Naumburg (Saale)) war preußischer Kirchenjurist und philosophisch-theologischer Schriftsteller der Hegelschen Schule.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Göschel studierte in Leipzig die Rechte, war in den 1820er Jahren, als Kollege und wohl auch Gesinnungsgenosse Ernst Ludwig von Gerlachs, am Naumburger Oberlandesgericht tätig und wurde 1834 in das preußische Justizministerium nach Berlin berufen, in welchem er besonders in kirchlichen Angelegenheiten arbeitete. Später wurde er zum Präsidenten des Konsistoriums der Kirchenprovinz Sachsen ernannt, allein infolge der Märzereignisse 1848 zum Rücktritt genötigt.

Bis zu seinem Tod für die evangelische Landeskirche im konservativen lutherischen Interesse als Vorsitzender des Lutherischen Zentralvereins tätig, starb er am 22. September 1861 in Naumburg.

Obgleich nicht Theologe von Fach, ist Göschel doch für die Stellung des Hegelschen Systems zur Theologie entscheidend geworden. Schon seine anonym erschienene Schrift Über Goethes Faust und dessen Fortsetzung (Leipzig 1824) bewies seine Vorliebe für Hegel; die Aphorismen über Nichtwissen und absolutes Wissen (Berlin 1829) suchten die Übereinstimmung der Hegelschen Philosophie mit dem christlichen Glauben darzutun.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Hegels Tod bildete Göschel die äußerste Rechte der Schule in den Schriften:

  • Der Monismus des Gedankens (Naumburg 1832);
  • Hegel und seine Zeit, mit Rücksicht auf Goethe (Berlin 1832);
  • Aus Dante Alighieris Göttlicher Komödie (Naumburg 1834).und
  • Unterhaltungen zur Schilderung Goethescher Dicht- und Denkweise (Schleusingen 1834–38, 3 Bde.),

worin bewiesen werden soll, dass Goethe in seiner Sprache das Evangelium gepredigt habe.

Für die persönliche Unsterblichkeit nahm er lebhaft Partei in den Schriften:

  • Von den Beweisen für die Unsterblichkeit der menschlichen Seele (Berlin 1835) und
  • Die siebenfältige Osterfrage (Berlin 1836).

Religiöse Tendenzen durchdringen auch seine juridischen Schriften:

  • Zerstreute Blätter aus den Hand- und Hülfsakten eines Juristen. (Erfurt u. Schleusing. 1835–42, 3 Bde.);
  • Der Eid nach seinem Prinzip, Begriff und Gebrauch (Berlin 1837) und
  • Das Partikularrecht im Verhältnis zum gemeinen Recht und der juristische Pantheismus (Berlins. 1837).

Gegen David Friedrich Strauß sind seine Beiträge zur spekulativen Philosophie von Gott, dem Menschen und dem Gottmenschen (Berlin 1838) gerichtet.

Von seinen übrigen Schriften sind noch hervorzuheben:

  • Chronik der Stadt Langensalza (Langensalza 1818–42, 3 Bde.)
  • Säkularerinnerungen des Jahrs 1848 (Magdeburg 1848)
  • Dante Alighieris Osterfeier im Zwillingsgestirn (Halle 1849)
  • Die Konkordienformel nach ihrer Geschichte, Lehre und kirchlichen Bedeutung (Leipzig 1858) und
  • Vorträge und Studien über Dante (Berlin 1863).

Neuere Nachdrucke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Band 1 - Chronik der Stadt Langensalza bis 1346, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1818/2000/2007, ISBN 978-3-86777-000-2
  • Band 2 - Chronik der Stadt Langensalza 1346-1618, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1818/2007, ISBN 978-3-86777-001-9
  • Band 3 - Chronik der Stadt Langensalza 1618-1711, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1842/2002/2007, ISBN 978-3-86777-002-6
  • Band 4 - Chronik der Stadt Langensalza 1711-1813, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1846/2002/2007, ISBN 978-3-86777-003-3
  • Band 5 - Chronik der Stadt Langensalza 1813-1819, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 2007, ISBN 978-3-86777-004-0
  • Die Wartburg. Altes und Neues aus der Geschichte und aus dem Leben, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, Reprint 1826/2001, ISBN 3-936030-09-X

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888 bis 1890.
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