Carl Froch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Carl Froch Boxer
Carl Froch.jpg
Daten
Geburtsname Carl Martin Froch
Kampfname The Cobra
Gewichtsklasse Supermittelgewicht
Nationalität Englisch
Geburtstag 2. Juli 1977
Geburtsort Nottingham
Stil Linksauslage
Größe 1,87 m
Kampfstatistik
Kämpfe 35
Siege 33
K.-o.-Siege 24
Niederlagen 2

Carl Froch, MBE (* 2. Juli 1977 in Nottingham) ist ein ehemaliger britischer Profiboxer, der in seiner Profilaufbahn viermal Weltmeister im Supermittelgewicht wurde.

Amateurkarriere[Bearbeiten]

Carl Froch begann mit dem Boxen im Alter von neun Jahren. Er wurde 1999 und 2001 Englischer Meister im Mittelgewicht. Bei den 33. Europameisterschaften 2000 im finnischen Tampere, schied er im Viertelfinale nach Punkten gegen den Kroaten Stjepan Božić aus.

2001 nahm er im Mittelgewicht auch an den 11. Weltmeisterschaften in Belfast teil, wo er die Bronzemedaille erringen konnte. Er besiegte dabei den Bronzemedaillengewinner der Olympischen Spiele von 2000, den Aserbaidschaner Wugar Alakparow 21:12, den griechischen Olympiateilnehmer Antonios Giannoulas 27:14 sowie den Tschechen Ladislav Kutil 28:14, ehe er im Halbfinale dem späteren Weltmeister Andrei Gogolew 16:28 unterlag. Er wurde damit zugleich der erste britische Medaillengewinner bei Amateurweltmeisterschaften.

Weitere internationale Ergebnisse

  • Multi Nations Tournament 1999: 3. Platz im Mittelgewicht
  • Multi Nations Tournament 2000: 3. Platz im Mittelgewicht
  • 28. Chemiepokal 2000: 2. Platz im Mittelgewicht
  • 17. Feliks Stamm Memorial 2000: 3. Platz im Mittelgewicht
  • 21. Copenhagen Cup 2000: 1. Platz im Mittelgewicht

Profikarriere[Bearbeiten]

Seinen ersten Profikampf bestritt Carl Froch am 16. März 2002 in London. 2004 gewann er die britische und Commonwealth-Meisterschaft im Supermittelgewicht und verteidigte die Titel bis 2007 mehrfach, unter anderem gegen Brian Magee und den ehemaligen WBC-Weltmeister Robin Reid.

Im Jahr 2008 wurde er für einen Kampf um die vakante WBC-Weltmeisterschaft im Supermittelgewicht nominiert und als Gegner war der Russe Denis Inkin geplant, der ihn als Amateur bereits besiegen konnte. Inkin sagte das Duell allerdings zweimal ab und kämpfte schließlich um den, ebenfalls von Joe Calzaghe niedergelegten, WBO-Titel.

Daraufhin rückte der aus Haiti stammende ungeschlagenen Kanadier Jean Pascal nach. Froch besiegte Pascal am 6. Dezember 2008 in der Trent-FM-Arena in Nottingham über zwölf Runden einstimmig nach Punkten. Seine ersten Titelverteidigung bestritt er in den USA gegen den ehemaligen Mittelgewichtsweltmeister Jermain Taylor. Nachdem er in der dritten Runde zum ersten Mal in seiner Profikarriere selbst zu Boden musste, erzielte er in der zwölften und letzten Runde ebenfalls einen Niederschlag, von dem sich Taylor nicht mehr erholen konnte, so dass der Kampf kurz darauf zugunsten Frochs abgebrochen wurde. Auf den Punktzetteln zweier Punktrichter lag er nach der elften Runde bereits mit 102–106 zurück, sodass er den Kampf nach Punkten nicht mehr gewinnen konnte.

Anschließend wurde Froch, wie auch Taylor, zu dem vom US-amerikanischen Fernsehsender Showtime in Kooperation mit Sauerland Event konzipierten und veranstalteten Supermittelgewichtsturnier „Super Six World Boxing Classic“ eingeladen. Im Rahmen der ersten Gruppenphase dieses Turniers verteidigte er den WBC-Titel am 17. Oktober 2009 in seiner Heimatstadt Nottingham gegen den zuvor ungeschlagenen US-Amerikaner Andre Dirrell. Dirrell stellte Froch in diesem Kampf mit seinen deutlichen Vorteilen in Schnelligkeit und Beweglichkeit häufig vor große Probleme, dennoch erhielt Froch nach Ende der zwölf Runden einen nur knappen und umstrittenen Punktsieg zugesprochen.

In seinem zweiten „Super-Six“-Kampf trat Froch gegen den ehemaligen WBA-Weltmeister Mikkel Kessler aus Dänemark an. Der Kampf fand am 24. April 2010 in der dänischen Stadt Herning statt. Kessler nutzte den Heimvorteil, gewann das intensiv geführte Duell einstimmig nach Punkten und fügte Froch dessen erste Niederlage in seiner achtjährigen Profikarriere zu. Im letzten Vorrundenkampf am 27. November 2010 in der finnischen Hauptstadt Helsinki siegte Froch gegen den Deutsch-Armenier Arthur Abraham überlegen nach Punkten. Durch diesen Erfolg beendete er die Gruppenphase hinter Andre Ward auf dem zweiten Platz und sicherte sich erneut den, nach Kesslers verletzungsbedingtem Rückzug aus dem Turnier vakant gewordenen, WBC-Supermittelgewichtstitel. Im Halbfinale setzte er sich am 4. Juni 2011 durch einen Punktsieg gegen den Jamaikaner Glen Johnson durch und zog in das Finale des „Super-Six“-Turniers ein. Sein Gegner dort wurde der amtierenden WBA-Weltmeister Andre Ward. Froch verlor gegen den ungeschlagenen US-Amerikaner im Finalkampf am 17. Dezember 2011 in Atlantic City durch eine einstimmige Punktniederlage (115–113, 115–113 und 118–110) und beendete das Turnier somit auf dem zweiten Platz.

Bereits in seinem nächsten Kampf erhielt Froch allerdings eine erneute Titelchance; der langjährige IBF-Titelträger Lucian Bute, der nicht am „Super-Six“-Turnier teilgenommen hatte, bestritt gegen ihn eine freiwillige Titelverteidigung. Froch besiegte den zuvor ungeschlagenen Rumänen am 26. Mai 2012 in Nottingham durch technischen K.o. in der fünften Runde und gewann somit zum dritten Mal einen WM-Titel.

Nach einem K.o.-Sieg gegen Yusaf Mack, bestritt er im Mai 2013 einen Rückkampf gegen Mikkel Kessler und gewann diesmal einstimmig nach Punkten und somit Kesslers WBA-Titel. Da Froch auch den IBF-Titel hielt, wurde sein regulärer WBA-Titel laut geltenden Regeln zum Super World Title aufgewertet.

Im November 2013 gewann er vorzeitig durch t.K.o. in der neunten Runde gegen George Groves (19-0). Der Sieg wurde kontrovers gehandelt, da nach Ansicht vieler Kritiker der Ringrichter den Kampf zu früh abgebrochen hatte. Froch ging in der ersten Runde selber zu Boden und lag zum Zeitpunkt des Abbruchs bei allen drei Punktrichtern hinten. Den Rückkampf gegen Groves am 31. Mai 2014 konnte er durch t.K.o. in der achten Runde ebenfalls für sich entscheiden. Am 3. Februar 2015 legte Froch seinen IBF-Titel nieder, da er gegen den vom Verband als Pflichtherausforderer bestimmten James DeGale nicht antreten wolle.[1] Aufgrund anhaltender Inaktivität wurde ihm zusätzlich der Weltmeisterschaftsgürtel der WBA aberkannt.[2] Am 14. Juli 2015 verkündete Froch mangels Perspektive seinen Rücktritt vom aktiven Boxen.[3]

Boxstil[Bearbeiten]

Carl Froch gilt im Ring als hervorragender Techniker, mit überdurchschnittlicher Workrate und Schlaghärte. Durch sein gutes Antizipationsvermögen ist er in der Lage sich auf die Boxstile seiner Gegner bestens einzustellen. Er besitzt zudem eine gute Kondition, so dass er auch Kämpfe ohne Probleme über die volle Distanz gehen kann. Seine Nehmerqualitäten sind ebenfalls weit überdurchschnittlich. Dadurch konnte er des Öfteren schon Kämpfe, in welchen er auf den Punktzetteln zurücklag, zum Ende hin noch drehen.

Liste der Profikämpfe[Bearbeiten]

33 Siege (24 K.o.-Siege), 2 Niederlagen (0 K.o.-Niederlagen), 0 Unentschieden
Jahr Tag Ort Gegner Ergebnis für Froch
2002 16. März Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bethnal Green, London, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Michael Pinnock Sieg / TKO 4. Runde
10. Mai Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bethnal Green, London, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ojay Abrahams Sieg / KO 1. Runde
23. August Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bethnal Green, London, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Darren Covill Sieg / TKO 1. Runde
25. Oktober Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bethnal Green, London, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Paul Bonson Punktsieg / 6 Runden
21. Dezember Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Goresbrook Leisure Centre, Dagenham, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Mike Duffield Sieg / TKO 1. Runde
2003 28. Januar Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ice Arena, Nottingham, Großbritannien FrankreichFrankreich Valery Odin Sieg / TKO 6. Runde
5. März Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bethnal Green, London, Großbritannien ArmenienArmenien Varuzhan Davtyan Sieg / TKO 5. Runde
16. April Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ice Arena, Nottingham, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Michael Monaghan Sieg / TKO 3. Runde
4. Oktober Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Alexandra Palace, Wood Green, Großbritannien RusslandRussland Vage Kocharyan Punktsieg / 8 Runden
28. November Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Derby Storm Arena, Derby (Derbyshire), Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Alan Page
vakante britische Meisterschaft (BBBofC)
Sieg / TKO 7. Runde
2004 30. Januar Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Goresbrook Leisure Centre, Dagenham, Großbritannien WeissrusslandWeißrussland Dzmitri Adamovich Sieg / TKO 2. Runde
12. März Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ice Arena, Nottingham, Großbritannien GhanaGhana Charles Adamu
britische Commonwealth-Meisterschaft
Punktsieg / 12 Runden
2. Juni Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ice Arena, Nottingham, Großbritannien KanadaKanada Mark Woolnough
britische Commonwealth-Meisterschaft
Sieg / TKO 11. Runde
24. September Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ice Arena, Nottingham, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Damon Hague
britische Meisterschaft (BBBofC)
britische Commonwealth-Meisterschaft
Sieg / TKO 1. Runde
2005 21. April Vereinigte StaatenVereinigte Staaten The Avalon, Hollywood (Kalifornien), USA Costa RicaCosta Rica Henry Porras Sieg / TKO 8. Runde
9. Juli Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ice Arena, Nottingham, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Matthew Barney
britische Meisterschaft (BBBofC)
britische Commonwealth-Meisterschaft
Punktsieg / 12 Runden
2. Dezember Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ice Arena, Nottingham, Großbritannien SudafrikaSüdafrika Ruben Groenewald
britische Commonwealth-Meisterschaft
Sieg / TKO 5. Runde
2006 17. Februar Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bethnal Green, London, Großbritannien AustralienAustralien Dale Westerman
britische Commonwealth-Meisterschaft
Sieg / TKO 9. Runde
26. Mai Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Bethnal Green, London, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Brian Magee
britische Meisterschaft (BBBofC)
britische Commonwealth-Meisterschaft
Sieg / KO 11. Runde
24. November Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ice Arena, Nottingham, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Tony Dodson
britische Meisterschaft (BBBofC)
britische Commonwealth-Meisterschaft
Sieg / KO 3. Runde
2007 23. März Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ice Arena, Nottingham, Großbritannien RusslandRussland Sergey Tatevosyan Sieg / TKO 2. Runde
9. November Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Ice Arena, Nottingham, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Robin Reid
britische Meisterschaft (BBBofC)
Sieg / Aufgabe 5. Runde
2008 10. Mai Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Nottingham Arena, Nottingham, Großbritannien PolenPolen Albert Rybacki Sieg / TKO 4. Runde
6. Dezember Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Trent FM Arena, Nottingham, Großbritannien KanadaKanada Jean Pascal
vakante WBC-Weltmeisterschaft
Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
2009 25. April Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Foxwoods Resort, Connecticut, USA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jermain Taylor
WBC-Titelverteidigung
Sieg / TKO 12. Runde
17. Oktober Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Trent FM Arena, Nottingham, Großbritannien Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andre Dirrell
WBC-Titelverteidigung
Punktsieg (mehrstimmig) / 12 Runden
2010 24. April DanemarkDänemark MCH Messecenter Herning, Herning, Dänemark DanemarkDänemark Mikkel Kessler
WBC-Titelverteidigung
Punktniederlage (einstimmig) / 12 Runden
27. November FinnlandFinnland Hartwall Arena, Helsinki, Finnland DeutschlandDeutschland Arthur Abraham
vakante WBC-Weltmeisterschaft
Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
2011 4. Juni Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Boardwalk Hall, Atlantic City (New Jersey), USA JamaikaJamaika Glen Johnson (Boxer)
WBC-Titelverteidigung
Punktsieg (Mehrheitsentscheidung) / 12 Runden
17. Dezember Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Boardwalk Hall, Atlantic City (New Jersey), USA Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Andre Ward
WBC/WBA-Titelvereinigung
Punktniederlage (einstimmig) / 12 Runden
2012 26. Mai Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Capital FM Arena, Nottingham, Großbritannien RumänienRumänien Lucian Bute
IBF-Weltmeisterschaft
Sieg / TKO 5. Runde
17. November Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Capital FM Arena, Nottingham, Großbritannien Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Yusuf Mack
IBF-Titelverteidigung
Sieg / KO 3. Runde
2013 25. Mai Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich The O₂, London, Großbritannien DanemarkDänemark Mikkel Kessler
IBF/WBA-Titelvereinigung
Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
23. November Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Phones 4u Arena, Manchester, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich George Groves (Boxer)
IBF/WBA-Titelverteidigung
Sieg / TKO 9. Runde
2014 31. Mai Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Wembley-Stadion (2007), London, Großbritannien Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich George Groves (Boxer)
IBF/WBA-Titelverteidigung
Sieg / TKO 8. Runde
(Quelle: BoxRec-Datenbank)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.nottinghampost.com/Carl-Froch-vacates-IBF-world-super-middleweight/story-25965576-detail/story.html
  2. http://www.boxwelt.com/2015/05/titelstories/carl-froch-alle-titel-futsch/
  3. http://www.bbc.com/sport/0/boxing/33516495
Vorgänger Amt Nachfolger
Vakant
Letzter Titelträger: Joe Calzaghe
Boxweltmeister im Supermittelgewicht (WBC)
6. Dezember 2008 – 24. April 2010
Mikkel Kessler
Vakant
Letzter Titelträger: Mikkel Kessler
Boxweltmeister im Supermittelgewicht (WBC)
27. November 2010 – 17. Dezember 2012
Andre Ward
Lucian Bute Boxweltmeister im Supermittelgewicht (IBF)
26. Mai 2012 – 3. Februar 2015
Vakant
Mikkel Kessler Box-Superweltmeister im Supermittelgewicht (WBA)
25. Mai 2013 - 7. Mai 2015
regulärer WBA-Titel
Fjodor Tschudinow