Carl Justus Heckmann

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Kupferschmied Carl Justus Heckmann. Zum Ingenieur siehe Carl-Justus Heckmann.
Kupferwalzwerk bei laufendem Betrieb (1891)
Grabstätte

Carl Justus Heckmann (* 3. Mai 1786 in Eschwege; † 25. Oktober 1878 in Berlin) war ein deutscher Kupferschmied und Industrieller. Er gründete eine Fabrik für den Bau von Apparaten, zunächst besonders für Brennerei- und Destillationsanlagen, in Berlin-Kreuzberg (Schlesische Straße), die sich in der Folgezeit zu einem der führenden Großunternehmen der Metallindustrie in Deutschland (West und Ost) und darüber hinaus entwickelte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkblatt von Adolf von Menzel zum 50-jährigen Firmenbestehen (1869)

Heckmann wurde wie sein Großvater und Vater Kupferschmiedemeister. Ab 1816 arbeitete er als Geselle in Berlin, wo er sich 1819 selbstständig machte. Im gleichen Jahr übertrug ihm Johann Heinrich Leberecht Pistorius den Bau und Vertrieb seines Destillierapparates. 1822 heiratete er Friederike Wilhelmine Reichnow, die Tochter des Klempnermeisters George Friedrich Reichnow. Mit ihr hatte er vier Söhne und vier Töchter. 1826 zog er an den Hausvogteiplatz.1829 beriefen die Grafen von Voß zum Kirchturmneubau nach Birkholz, den königliche Baumeister Salomo Sachs als Konstrukteur und Bauleiter, Heckmann als Kupferschmied für das Kirchendach und Carl August Mencke als Vergolder des Turmkreuzes. 1869, nach dem 50-jährigen Bestehen seiner Firma, übergab er sie seinen beiden Söhnen August (1822–1896) und Friedrich (1836–1907).[1]

Carl Justus Heckmann und seine Frau wurden auf dem Luisenstädtischen Friedhof am Südstern beigesetzt. Das heute stark verfallene Erbbegräbnis entstand in formaler Anlehnung an das von Karl Friedrich Schinkel entworfene Grabdenkmal für Prof. Georg Bartold Niebuhr auf dem Alten Friedhof in Bonn. Auf dem Luisenstädtischen Friedhof befindet sich auch das von Martin Altgelt, Heinrich Schweitzer und Otto Lessing um 1910 geschaffene Grabdenkmal für Heckmanns Sohn Paul Heckmann, Industrieller und Arbeitgeber-Vertreter.

Würdigungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der erfolgreichen Großindustriellenfamilie wurde das Heckmannufer in der Nähe der ersten Produktionsstätte benannt. Die von Heckmanns Schwiegersohn Hermann Wentzel entworfene Villa Heckmann „Am Schlesischen Busch“ (Schlesische Straße Richtung Treptow) diente Theodor Fontane als Vorbild für die Villa Treibel im Roman Frau Jenny Treibel. Später erwarben Carl Justus Heckmanns Nachfahren Liegenschaften in dem Häuserblock, in dem sich das Heckmann'sche Planungsbüro (Oranienburger Straße 32) befand (1933–1970). Die idyllischen Heckmann-Höfe im Inneren dieses Blocks, die man unter anderem durch die Oranienburger Straße 32 betritt, ziehen nach der Reprivatisierung ab 1991 mit Boutiquen, Restaurants, Kunsthandwerk und Ateliers zahlreiche Touristen an.[2][3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frank Eberhardt: Vom Handwerker zum Großindustriellen. Ein Destillierapparat bestimmte den Weg von Carl Justus Heckmann in: Hefte des Luisenstädtischen Bildungsvereins.
  2. Ausführliche Darstellung des Luisenstädtischen Bildungsvereins zu den Heckmann-Höfen in Berlin-Mitte, Oranienburger Straße; abgerufen am 8. Januar 2010
  3. Bernd Braumüller: Draeger – Vallette. Zwei Berliner Familien und ihre Nachkommen. Selbstverlag, Rotenburg (Wümme) 2000, S. 295 ff., insbesondere S. 346, 339.