Carl Seffner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Carl Seffner

Carl Ludwig Seffner (* 19. Juni 1861 in Leipzig; † 2. Oktober 1932 ebenda) war ein deutscher Bildhauer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Seffner studierte von 1877 bis 1883 an der Leipziger Kunstakademie bei Melchior zur Strassen. Er war daraufhin kurze Zeit in Berlin tätig und hielt sich von 1886 bis 1888 in Italien auf. Nachdem er 1889 wieder nach Leipzig zurückgekommen war, widmete er sich überwiegend der Porträtbildnerei. 1889–1893 führte er für die Universität Leipzig die Marmorbüsten von Anton Springer, Carl Thiersch, Bernhard Windscheid und Carl Ludwig aus. Seffner trug den Ehrentitel Geheimer Hofrat.

1895 wurde beim Umbau der Leipziger Johanniskirche das mutmaßliche Grab Johann Sebastian Bachs geöffnet. Der Anatom Wilhelm His ordnete den gefundenen Schädel Johann Sebastian Bach zu. His und Seffner entwarfen eine anatomische Rekonstruktion von Bachs Kopf. Seine Verdienste in der bildhaften Rekonstruktion brachten Seffner die medizinische Ehrendoktorwürde der Leipziger Universität ein. Aufgrund dieser Arbeit wurde ihm später die Ausführung des Neuen Bachdenkmals vor der Thomaskirche in Leipzig (1908) übertragen. Im Jahr 1895 wurde Seffner Mitglied der Leipziger Freimaurerloge Minerva zu den drei Palmen.[1] Im Jahr 1901 wurde er zum Ehrenmitglied der Dresdner Kunstakademie ernannt.[2]

Carl Seffner leitete bis zu seinem Tod den Leipziger Gelehrten- und Künstlerbund Die Leoniden. Er starb im Alter von 71 Jahren am 2. Oktober 1932 in Leipzig und wurde im ursprünglich für seine Tochter bestimmten Familiengrab beigesetzt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für Leipzig schuf er die Denkmäler Karl Heines (1896/1897), des Bürgermeisters Carl Wilhelm Otto Koch (1898) und des jungen Goethe als Leipziger Student (1902), für Jena das Denkmal Karl von Hases. 1903 schuf er das Ernst-Leuschner-Denkmal in der Lutherstadt Eisleben. Von ihm stammt auch die Goethebüste (1920), die zunächst im (zweiten) Gewandhaus (Grassistraße) aufgestellt war und sich seit 1999 im Foyer des Mendelssohnsaales des (dritten) Gewandhauses (am Augustusplatz) befindet.

Außerdem schuf Seffner eine Vielzahl künstlerisch wertvoller Grabdenkmale auf dem Leipziger Südfriedhof, etwa für das Grab seiner Tochter Charlotte Seffner (* 13. Oktober 1893; † 4. Februar 1920), die schon mit 26 Jahren verstarb (II. Abteilung, Rabatte 164–167). Nicht zu vergessen ist dabei auch die Büste für Ferdinand Goetz, die im Garten des Goetz-Hauses sich befindet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katrin Löffler, Iris Schöpa, Heidrun Sprinz: Der Leipziger Südfriedhof. Geschichte, Grabstätten, Grabdenkmäler. Edition Leipzig, Berlin 2004, ISBN 3-361-00526-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Carl Seffner – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.minerva-zu-den-drei-palmen.de/downloads/2011_11_15_S%C3%BC%C3%9F,Alexander_Carl_Ludwig_Seffner.pdf
  2. Archiv der Hochschule für bildende Künste Dresden