Carl Sophus Lumholtz

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Carl Sophus Lumholtz

Carl Sofus Lumholtz (* 23. April 1851 in Fåberg, Norwegen; † 5. Mai 1922 in Saranac Lake, New York, USA) war ein norwegischer Naturforscher, Ethnologe, Fotograph und Buchautor. Bekannt wurde er durch seine Publikationen zur Erforschung indigener Kulturen in Australien, Mexiko und auf Borneo. Als Anthropologe war ein Pionier der Technik des „teilnehmenden Beobachters“.[1]

Leben[Bearbeiten]

Bereits als Schuljunge streifte Carl Lumholtz durch die Berge Norwegens und legte eine botanische Sammlung an. Diese befindet sich heute in den Royal Botanic Gardens im englischen Kew.[2] Auf Wunsch des Vaters besuchte er das Priesterseminar und begann ein Theologiestudium.

Bald nach seinem naturwissenschaftlichen Abschluss bereiste Lumholtz von 1880 bis 1884 im Auftrag des Zoologischen und Zootomischen Museums der Universität von Christiania (Oslo) Süd- und Nordost-Australien um neue Säugetierarten zu entdecken und Belegstücke für das Museum zu sammeln. Aufgrund seines Interesses für Naturvölker nahm er Kontakt zu den Aborigines auf, welche ihn bei seiner Suche unterstützten. Sie berichteten ihm von einem ungewöhnlichen Tier, welches auf Bäumen in den Gebirgen nahe der Küste lebt. Lumholtz machte sich auf die Suche und entdeckte die erste von zwei in Australien vorkommenden Baumkänguru-Arten, welche nach ihm Lumholtz-Baumkänguru (Dendrolagus lumholtzi) benannt wurde. Zuvor waren Baumkängurus nur von Neuguinea bekannt.

Nach seiner Rückkehr nach Norwegen 1884 unternahm Lumholtz aufgrund seines Interesses für primitive Kulturen zwischen 1890 und 1910 sechs Forschungsreisen nach Nordwest-Mexiko und bereiste von 1913 bis 1917 Borneo.

Lumholtz starb in einem Sanatorium am Saranac Lake im Bundesstaat New York an Tuberkulose.

Ehrungen[Bearbeiten]

  • Die Lumholtz-Kiefer (Pinus lumholtzii) ist ein immergrüner Nadelbaum aus der Gattung der Kiefern. Die Lumholtz-Kiefer ist in Mexikos Sierra Madre Occidental weit verbreitet und wurde dort auf einer wissenschaftlichen Expedition von Carl Lumholtz für die Botanik entdeckt.
  • Das Lumholtz-Baumkänguru (Dendrolagus lumholtzi)) ist eine von zwei in Australien vorkommenden Arten von Baumkängurus. Es lebt im tropischen Regenwald des nördlichen Queensland.

Werke[Bearbeiten]

Carl Lumholtz berichtete in zahlreichen wissenschaftlichen Aufsätzen sowie mehreren Büchern von seinen Reisen:

  • Blandt Menneskeædere: 4 aars reise i Australien — Among Cannibals: An Account of Four Years' Travels in Australia and of Camp Life with the Aborigines of Queensland, Kopenhagen 1887 (1889).
  • The Huichol Indians in Mexico, Bulletin of the American Museum of Natural History, Vol. X, 1898.
  • Symbolism of the Huichol Indians, Memoir of the American Museum of Natural History, III, 1900.
  • Blandt Mexicos indianere — Unknown Mexico: A Record of Five Years' Exploration Among the Tribes of the Western Sierra Madre; In the Tierra Caliente of Tepic and Jalisco; and Among the Tarascos of Michoacan (2 Bände), Kristiania 1903.
  • Through Central Borneo: An Account of Two Years' Travel in the Land of Head-Hunters Between the Years 1913 and 1917, 1917.
  • My Life of Exploration (Autobiographie), 1921.

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Salopek: Spurensuche in der Sierra Madre, in: National Geographic Deutschland, Juni 2000, S. 112-137 (mit zahlreichen Fotos von Lumholtzens Mexiko-Reisen).

Einzelhinweis[Bearbeiten]

  1. Paul Salopek: Spurensuche in der Sierra Madre, in: National Geographic Deutschland, Juni 2000, S. 123.
  2. Paul Salopek: Spurensuche in der Sierra Madre, in: National Geographic Deutschland, Juni 2000, S. 119.

Weblinks[Bearbeiten]