Carl Wiederhold

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Carl Wiederhold (vollständiger Name Ernst Carl Heinrich Wiederhold;[1] * 2. August 1863 in Hannover; † 25. August 1961 in Bückeburg) war ein deutscher Maler.

Das Werk Wiederholds „Germania auf dem Meer“ war im Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden ausgestellt im Rahmen der der dortigen Sonderausstellung „Die Flotte schläft im Hafen ein“ bis Oktober 2015.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Wiederhold wurde als ältester von zwei Söhnen des aus Hessen stammenden Schneidergesellen Johann Jakob Wiederhold und dessen Ehefrau Martha Christine geb. Knies[2] in Hannover (Breitestraße 19c) geboren. Nach der Schulzeit begann er eine vierjährige Lehre bei dem Dekorations- und Hofwappenmaler Anton Jürgens und besuchte anschließend die Lehranstalt des Gewerbevereins in Hannover.

Von 1884 bis 1887 studierte er an der Technischen Hochschule Hannover Architektur. Seine Lehrer waren dort unter anderen Friedrich Kaulbach für figürliches Zeichnen und Aktzeichnen, Hubert Stier für Ornamentik und ab 1886 Gustav Schönermark für Ikonographie.

An das Studium anschließend erhielt er bis 1890 ein Staatsstipendium für die Fachklasse „für decorative Malerei und figürliche Dekoration“ des Berliner Kunstgewerbe-Museums. In dieser Zeit (1888) beteiligte er sich an der kunsthistorischen Bestandsaufnahme von Schloss Wilhelmsburg in Schmalkalden. 1892 reiste er für acht Monate durch Italien, 1895 nahm er Unterricht bei dem Genre- und Bildnismaler Harald Friedrich (1858–1933).

Am 27. April 1900 wurde er zusammen mit seinem Freund Friedrich Koch in die von Conrad Wilhelm Hase gegründete Bauhütte zum weißen Blatt als Altgeselle aufgenommen, der bereits sein Lehrer und Förderer Gustav Schönermark angehörte. 1905 erhielt er dort den Meistertitel und blieb bis zum Lebensende Mitglied dieser Hüttenbruderschaft. Zeitgleich (1900) nahm er nebenberuflich eine Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule Hannover auf und unterrichtete dort bis 1930 Farbenlehre, Freihandzeichnen, Kopfstudien und Aktzeichnen, Ornamentzeichnen und Dekorationsmalerei. Zu seinen Schülern gehörten unter anderen Ernst Pingel (1907–1979)[3] und Karl Rüter. Auf seinen Vorschlag hin wurde Kurt Sohns sein Nachfolger.[4]

Im Zweiten Weltkrieg wurden Wohnung und Atelier in der hannoverschen Südstadt (Bürgermeister-Fink-Straße 28) bei einem Bombenangriff in der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 1943 zerstört. Alle in seinem Besitz befindlichen Gemälde, die den größten Teil seines Gesamtwerks ausmachten, wurden dabei vernichtet. In der Folge zog Carl Wiederhold nach Bückeburg (Trompeterstraße 28) in das Haus seiner Patentochter Karla Schramm und deren Schwester Anna, den Nichten seines Malerfreundes Friedrich Koch. In der Dachwohnung arbeitete Carl Wiederhold bis zu seinem Lebensende und wurde in dieser Zeit von den Schwestern Schramm versorgt und gepflegt.

Am 25. August 1961 starb er unverheiratet im Alter von 98 Jahren in Bückeburg. Er wurde ebenda auf dem Friedhof der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde an der Scheier Straße begraben.

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Lebzeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Große Berliner Kunst-Ausstellung (1904)
  • Deutschnationale Ausstellung in Düsseldorf (1907)
  • Deutsche Kunstausstellung Bremen (1908)[5]
  • Ausstellungen in der Kestner-Gesellschaft Hannover (1917 und öfter)
  • Ausstellungen im Kunstverein Hannover (1940 und öfter), 1958 Sonderausstellung von 82 Werken anlässlich des 95. Geburtstags
  • Amsterdam
  • Paris

Nach dem Tod des Künstlers[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gruppenausstellung des Schaumburg-Lippischen Heimatvereins, Bückeburg (1975)
  • Ausstellung der Stadt Hannover, Galerie Kubus, Hannover (1979)

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke in öffentlichem Besitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innenansicht der St. Pankratius-Kirche, am fernen Ende der Altar mit dem Abendmahlsbild

Werke im Privatbesitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schützenstraße 1 (Bamberg) Deckengemälde (Hinterglasgemälde), Fresko in der Logia, Supraportengemälde und Fries auf Leinwand (aufgenagelt)

Nicht erhaltene oder nicht mehr sichtbare Monumentalgemälde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ausmalung der Altstädter Kirche Hofgeismar (1898/99, seit der Restaurierung um 1960 nicht mehr sichtbar, heutige Existenz ungeklärt)
  • Entwurf zur Ausmalung der St. Laurentius-Kirche Freden an der Leine (1906, heute nur eine kleine Fläche einer Vorhangbemalung sichtbar)
  • Wandgemälde in der Johanneskirche Gießen (1903, bei Renovierungsarbeiten nach 1962 zerstört)
  • Deckengemälde im Sitzungssaal der Dresdner Bank in Hannover (heutige eventuelle Existenz ungeklärt, möglicherweise durch abgehängte Decke verdeckt)
  • Deckengemälde im Präsidentenzimmer des Justizgebäudes in Hannover (1911, heutige Existenz ungeklärt, möglicherweise übertüncht)
  • Wandbild im Treppenhaus des Wasserwerks Hildesheim (Gebäude 1945 zerstört)
  • Deckengemälde der Unter-Neustädter Kirche Kassel (1896, zerstört 1943)
  • Wandbild in der Empfangshalle der Kreissparkasse Peine (heute nicht nachweisbar, vermutlich bei Umbaumaßnahmen nach 1945 zerstört)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Koenig: Der Maler Carl Wiederhold. Anmerkungen zur Biographie und zum Werk. in: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge Bd. 59, Hannover 2005, S. 63–82, hier: S. 64
  2. Deren Grab befindet sich auf dem Stadtfriedhof Hannover-Stöcken, Abteilung 15 B, Grabstelle 39. Das Grabmal wurde im Jahr 2005 restauriert. Die Stele ist vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in die Liste der Kulturdenkmale der Stadt Hannover aufgenommen worden.
  3. Manfred Koenig: Carl Wiederhold, ein Lehrer von Ernst Pingel. in: Angelika Weber, Uwe Harnack (Hrsg.): Ernst Pingel – Ein Künstlerleben in Uelzen. (Begleitband zur Gedächtnisausstellung anlässlich des 100. Geburtstags vom 17. Juni bis 26. August 2007) Uelzen 2007, ISBN 3-929864-11-8, S. 49.
  4. Dirk Böttcher: Hannoversches Biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. (Eintrag zu Kurt Sohns auf S. 337)
  5. Beteiligte der Ausstellung (Memento vom 6. April 2010 im Internet Archive) auf der Website der Kunsthalle Bremen, abgerufen am 17. September 2009
  6. Doris Böker, Die Ausstattung der Evangelischen Kirche in Balhorn – ein seltenes Beispiel einer erhaltenen neobarocken Kirchenausstattung des 19. Jahrhunderts (Gutachten Januar 2003), auf der@1@2Vorlage:Toter Link/www.deckenmalerei-balhorn.de(Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: Website des Fördervereins) , abgerufen am 17. September 2009