Carl Woelck

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Carl Woelck (1889)

Carl Woelck (* 21. September 1868 in Rosenberg in Westpreußen; † 23. September 1937 in Berlin-Weißensee) war ein deutscher Verwaltungsjurist. Als Bürgermeister betrieb er von 1906 bis 1919 den Wandel Weißensees zur Stadt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur am Thorner Gymnasium studierte Carl Woelck Rechtswissenschaft an der Universität Leipzig. Er wurde im Corps Lusatia Leipzig aktiv.[1] Da er wegen eines Lungenleidens nicht auf blanke Waffen Satisfaktion geben konnte, wurde er Corpsschleifenträger.[2] 1896 wurde er in Leipzig zum Dr. iur. promoviert.[3]

1900 wurde er Stadtrat in Schöneberg. 1905 wurden das Dorf Weißensee und Neu-Weißensee zu einer Großgemeinde mit 37.500 Bewohnern zusammengelegt. Woelck wurde am 14. November 1905 zu ihrem Gemeindevorsteher gewählt.[4] Er gewann Carl James Bühring als Stadtbaurat. Mit ihm wollte er aus „dem planlosen Gemenge von dörflichen Anwesen, Äckern, Wegen, Häusern und Fabriken ein vorbildliches Gemeinwesen machen“ und das Stadtrecht erreichen. Mit Otto Pasedag sorgte er für Industrieansiedlungen, den großzügigen Bau von einfachen und exklusiven Wohnungen, das Angebot an Bauland und Projekten mit günstigen Hypothekenbedingungen, die Entwicklung der Verkehrswege und der Energie- und Wasserversorgung sowie für eigene Abwasseranlagen.[5] Bührings neues Ortszentrum – ein Backsteinensemble mit Schule, Stadthalle, Pumpwerk und Wohnhäusern – steht unter Denkmalschutz.[6] Oberregierungsrat Woelck veranlasste den Ankauf des Weißen Sees und die Gestaltung der Uferpromenade als öffentliche Parkanlage. Zu seinen Verdiensten gehört auch die Errichtung des Gemeindeforums zwischen 1908 und 1912 nach Bührings Entwürfen.[7] Er resignierte, als Weißensee nicht selbständige Stadt, sondern Vorort von Groß-Berlin wurde.[6] Der Bereich östlich des Weißen Sees wird heute durch eine städtische Bebauung geprägt, die im Wesentlichen auf Woelck zurückgeht.

Ehrengrab der Familie Woelck auf dem Friedhof Weissensee

Zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag gestorben, wurde er in einem Ehrengrab der Stadt Berlin (bis zum Jahr 2017) auf dem Friedhof Weißensee (Roelckestraße) beigesetzt.[8] Nach ihm wurde die Woelckpromenade benannt.

Sein 14 Jahre jüngerer Bruder Kurt Woelck war der letzte Oberbürgermeister von Spandau.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1960, 3, 687.
  2. Conventsprotokolle im Archiv des Corps Lusatia
  3. Dissertation: Die Voraussetzungen der Entstehung und rechtlichen Wirksamkeit des Retentionsrechts nach gemeinem Recht.
  4. Albrecht Molle: Aus der Geschichte des Munizipalviertels in Weißensee. (Memento des Originals vom 23. Februar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/mieterberatungpb.de (PDF; 1,5 MB); Interessengemeinschaft Weißenseer Spitze (Memento des Originals vom 22. Februar 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gustav-adolf-strasse.de
  5. Joachim Bennewitz: 100 Jahre Verkehrsplanungen für Weißensee. In: Berlinische Monatsschrift 11/2000 beim Luisenstädtischen Bildungsverein
  6. a b FORUM SAGEN.at
  7. Woelckpromenade. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  8. Friedhofswesen Pankow (Memento des Originals vom 30. September 2011 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.berlin.de; Friedhöfe in Pankow (Memento des Originals vom 30. Mai 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.friedhof-iii.de