Carl Ziese

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Ingenieur Carl H. Ziese

Carl Heinrich Ziese (* 2. Juli 1848 in Moskau; † 15. Dezember 1917 in Elbing)[1] war Ingenieur im Schiffsmaschinenbau bei den Schichau-Werken in Elbing, Danzig und Pillau.

Ziese absolvierte nach der Schulausbildung eine Lehre bei Schweffel & Howaldt in Kiel. Bei John Elder & Co. in Schottland wurde er in den Entwicklungsprozess der Compound-Dampfmaschine einbezogen, diese Konstruktion hat ihn auch später intensiv beschäftigt. Seinen Wehrdienst leistete er bei der Preußischen Marine ab. 1871 begann er sein Studium an der Gewerbeakademie in Berlin, dem Vorläufer der TU Berlin.

Er gehörte damit zu der Studentengeneration, die zwischen den Jahren 1861 (Übersiedlung der Schiffbauschule von Stettin nach Berlin) und 1879 (Vereinigung der Gewerbe- mit der Bauakademie zur Technischen Hochschule Charlottenburg) studierte. Die nächste Schiffbau-Studentengeneration dieser berühmten Ausbildungsstätte gründete 1878 die Schiffbauervereinigung Latte.

Nach dem Studium ging er als Konstrukteur zu Ferdinand Schichau, der mit seiner 1837 in Elbing gegründeten Maschinenwerkstatt inzwischen eine Eisengießerei, Kesselschmiede, Lokomotivfabrik und Schiffswerft betrieb und rund 1.250 Menschen beschäftigte. 1876 heiratete Ziese Schichaus Tochter Elisabeth. Er wurde in das Unternehmen aufgenommen und entfaltete eine starke Expansion dieser Firma, die zu vielen Aufträgen, sogar aus China, führte.

Weltweit führend im Bau von Torpedobooten wurde Elbing zu klein, das Fahrwasser zur Ostsee zu flach, daher baute Ziese eine Großwerft in Danzig. 1885 waren rund 2.000 Menschen beschäftigt, 1891 fast doppelt so viele. Das Areal hatte sich von 6 auf 54 Hektar vergrößert und bis 1914 wurde das Areal noch mal verdoppelt. 1898 spendete Carl Ziese der Latte 3000 Mark. Auf der Werft in Danzig wurden große Frachtschiffe, sehr große Fahrgastschiffe und bedeutende Marineschiffe gebaut. Die Columbus − bei Kiellegung noch als Hindenburg − erhielt eine der größten jemals gebauten Dampfmaschinen.

Neben Pionierarbeiten und Verbesserungen an den Verbund-Dampfmaschinen wurden ab 1907 Dampfturbinen gebaut. Die innige Verbindung von Maschinenbau und Schiffbau, gut ausgebildeten Facharbeitern und Ingenieuren waren wesentliche Faktoren dieser bis 1945 als Schichau-Werke existierenden Firma.

Im Jahr 1910 wurde er mit der Grashof-Denkmünze des Vereins Deutscher Ingenieure ausgezeichnet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Schichau-Werke in Elbing, Danzig und Pillau 1837–1912. Meisenbach Riffarth & Co. Graphische Kunstanstalten, Berlin-Schöneberg 1912.

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.ostpreussen.net/ostpreussen/orte.php?bericht=920